Mörderischer Freitag von Nicci French

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2015 unter dem Titel Friday on my mind, deutsche Ausgabe erstmals 2015 bei C. Bertelsmann.
Folge 5 der Frieda-Klein-Serie.

  • London: Penguin, 2015 unter dem Titel Friday on my mind. 320 Seiten.
  • München: C. Bertelsmann, 2015. Übersetzt von Birgit Moosmüller. 416 Seiten.
  • [Hörbuch] München: audio media, 2015. Gesprochen von Nicole Engeln. Gekürzte Lesung. ISBN: 3956390229. 6 CDs.

'Mörderischer Freitag' ist erschienen als HörbuchE-Book

In Kürze:

Der neue Band der erfolgreichen Thriller-Serie Frieda Kleins Ex-Lebensgefährte Sandy wird ermordet in der Themse aufgefunden. An seinem Handgelenk befindet sich ein Patientenarmband mit ihrem Namen. Frieda ist tief getroffen und gerät noch dazu ins Visier der Polizei, bei der sie an wichtigen Stellen höchst unbeliebt ist. Doch bevor es zur Anklage kommt, hat Frieda Klein sich abgesetzt und ermittelt auf eigene Faust. Wie hat Sandy nach der Trennung von ihr gelebt? Wer waren seine Geliebten, Freunde, Kollegen? Frieda stellt fest, wie wenig sie ihren Ex-Partner kannte, und als sie hinter das Geheimnis kommt, schwebt sie in höchster Gefahr … Ein psychologischer Thriller, der Frieda in dunkle Lebenswelten führt und sie von ihrer verletzlichsten Seite zeigt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Das Wochenende ist ausbaufähig« 70°

Krimi-Rezension von Sabine Bongenberg

In ihrem fünften Band über die Aktivitäten und das Schicksal der Psychologin Frieda Klein lässt das Autorenduo Gerrard/French seine Hauptperson selbst zum Spielball des Gesetzes werden. Als eine männliche Leiche in der Themse gefunden wird, stellt sich im Zuge der polizeilichen Ermittlungen sehr bald heraus, dass diese zum nahen persönlichen Umfeld der handelnden Hauptperson Frieda gehörte. Unglücklicherweise verdichten sich im Laufe der weiteren Untersuchungen die Hinweise darauf, dass die Psychologin in diesem Fall ihre Finger im Spiel haben könnte, so dass sie zur Verdächtigen Nummer Eins aufsteigt. Frieda sieht sich daher gezwungen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Sie entzieht sich der drohenden Verhaftung und startet aus dem Untergrund ihre eigene Mördersuche. Das ist allerdings gar nicht so einfach, denn auch die Polizei hat die Fahndung nach der untergetauchten Frieda schon längst ins Rollen gebracht.

In der Krimireihe um Frieda Klein, die sich an den Wochentagen orientiert, wird mittlerweile schon fast das Wochenende – nämlich der Freitag eingeläutet. Grundsätzlich verheißt dieser Tag ja schon den Auftakt eines ruhigeren Fahrwassers und so verwundert es hier auch nicht, wenn French den tatsächlichen Fall – nach einem furiosen Auftakt – sehr ruhig angehen lassen. Wird der Leser zu Beginn über einen an sich harmlosen Familienausflug unmittelbar in die Handlung herein katapultiert, erfährt er anschließend, wie aus dem Tempo der Geschichte regelrecht ein Gang herausgenommen und ein fast schon träges Erzähltempo eintritt.

Grundsätzlich ist diese langsame Gangart nicht untypisch für die Werke des Autorenduos. Dessen besondere Stärke lag auch in früheren Büchern in der Vermittlung der Melancholie und der Trauer, die ein Todesfall – sei er nun gewaltsam oder auch natürlich – zwangsläufig nach sich zieht. Unbegreiflicherweise fehlt aber diese Charakterisierung in diesem Buch. Obwohl die Heldin den Verlust eines einst geliebten Menschen betrauert – oder vielmehr betrauern sollte – bleibt diese Auseinandersetzung mit dem Tod, die eigentliche Formulierung des Verlustes hier auf der Strecke. French beschränken sich vielmehr darauf, Friedas eigene Melancholie verstärkt in Szene zu setzen. Ein großer Teil der Handlung erzählt daher nur von den Entbehrungen, die die Heldin zwangsläufig in der Organisation ihres nun vor der Polizei versteckten Daseins erdulden muss. Manchmal ist diese Langsamkeit schon regelrecht nervend, weiß man doch, dass French es eigentlich besser können. Überraschend auch, dass das Duo seiner Heldin hier eine regelrechte Naivität im Umgang mit Menschen des gesellschaftlichen Randfeldes andichtet. In Anbetracht dessen, dass Frieda den Beruf der Psychologin ausübt und weiß Gott mit den menschlichen Schattenseiten vertraut sein müsste, sorgen diese Einstellungen gelegentlich für Irritationen beim Leser. Diese Haltung steht teilweise auch im Widerspruch zur Kaltschnäuzigkeit, mit der die Heldin wiederum ihre eigenen – teils als stümperhaft empfundenen – Ermittlungen voranzutreiben sucht.

Eine große Rolle spielt in diesem Buch der Freundeskreis, der sich damit abfinden muss, dass er in die Rolle des illegalen Unterstützerkreises gedrängt wird. Stark dargestellt ist dabei die Rolle des Ukrainers Josef, dem hier bei der Organisation des Lebens in der Illegalität eine wichtige Rolle zukommt. Eine besondere Tragik kommt seiner Person auch damit zu, dass er Frieda mehrfach regelrecht rettet, aber andererseits durch sein Umfeld dem Bösen wiederum die Tür zum Leben seiner Freundin aufstößt. Dieser Widerspruch entschädigt für einige Langatmigkeiten im Buch, wenn er allerdings auch nicht alles auffangen kann. Ein kleines Manko kann bei Josef auch darin gesehen werden, dass ihm mittlerweile ein derartiger Hang zum Alkohol zugeschrieben wird, dass sein Weg ihn in naher Zukunft zwangsläufig in die Suchtabteilung eines Krankenhauses führen muss. Wer mit Frenchs Werken vertraut ist, kennt auch die große Affinität ihrer Helden zu Alkohol, dennoch neigt das Duo dazu, es hier zu übertreiben.

Insgesamt entsteht bei diesem Buch der Eindruck, dass der Mörderische Freitag – wenn auch auf dem Titel reißerisch als »Frieda Kleins härtester Fall« betitelt – ein Zwischenwerk oder eine Atempause darstellt. Gelegentlich kommt beim Lesen sogar der Verdacht auf, dass French sich mit diesem Wochenzeitraum etwas viel zugemutet haben und das auch mittlerweile festgestellt haben. So mancher Heimwerker mag sich zwischenzeitlich wünschen, dass er sein Vorhaben etwas kleiner gestaltet haben könnte. Eine eigentliche Inspiration, ein Grundgedanke fehlt hier und so hat der Leser einmal mehr einen Grund, sich auf das folgende – hoffentlich ereignisreichere – Wochenende zu freuen.

Sabine Bongenberg, März 2016

Ihre Meinung zu »Nicci French: Mörderischer Freitag«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Henriette H. zu »Nicci French: Mörderischer Freitag« 06.05.2017
Dieses Buch liest sich stellenweise sehr, sehr langatmig, aber als Frieda Klein-Fan arbeitet man sich trotzdem durch.
Es gibt wieder die üblichen Knallchargen in Gestalt des bornierten und unfähigen Polizeichefs (ein überaus beliebtes Krimi-Klischee!) und des noch unfähigeren Psychologen Hal Bradshaw. Außerdem sind da noch Friedas Freunde, die Ihr laut Aussage einer Rezensentin "hündisch ergeben" sind. Nein, liebe Margot, das ist schlicht Heiligenverehrung!
Frieda Klein ist so edel, hilfreich und gut, dass sie zumindest selig gesprochen werden müsste. Und wieder wird sie beinahe das Opfer eines Mörders. Wie beruhigend zu wissen, dass sie auf jeden Fall den Sonnabend-Krimi überleben wird, denn andernfalls gibt es ja keinen Sonntag-Krimi mehr! Und man erfährt vielleicht auch, was aus dem mysteriösen Dean Reeve wird. Hoffen wir, liebe Leser/innen!
walli007 zu »Nicci French: Mörderischer Freitag« 22.09.2016
Freaky Friday

Eines Tages wird eine männliche Wasserleiche aus der Themse gezogen, die ein Krankenhausarmband mit dem Namen F. Klein trägt. Schnell ist klar, dass das nicht der Name des Toten sein kann. Als Inhaberin des Armbandes wird Dr. Frieda Klein ermittelt, die früher als Beraterin für die Polizei gearbeitet hat und nun hauptsächlich als Therapeutin tätig ist. Und wieder steht Frieda Klein als Mittelpunkt in einer Mordermittlung. Nichte gerade bereitwillig beantwortet sie die Fragen der Polizeibeamten und so dauert es nicht lange bis sie selbst in Verdacht gerät. Sich in einer aussichtslosen Position wähnend, geht Dr. Frieda Klein mal wieder eigene Wege.

Nicht das erste Mal wird Frieda in eigener Sache tätig, aber so kurz vor einer Gefängnisstrafe stand sie wohl noch nie. Doch wie soll sie etwas beweisen, was sie nicht getan hat. Ihr bleibt nur der Versuch, die Hintergründe der Tat selbst aufzuklären. Nach der Identifizierung des Toten folgt sie seinen letzten Wegen, um Hinweise aufzutun. Zunächst nicht sonderlich erfolgreich, der Tote scheint viele lockere Bekanntschaften gehabt zu haben, so dass sich zwar ein vielschichtiges Bild ergibt, welches allerdings erheblich von dem abweicht, das Frieda von ihm hatte.

Puh, welch ein fieser Fall. Kaum je war Dr. Frieda Klein so persönlich betroffen. Und nun muss sie auch noch selbst ihre Unschuld beweisen, da die Polizei allem Anschein nach voreingenommen ist. Frieda Klein hat nicht viele Hemmungen, Leuten auf die Füße zu treten, wenn sie es für notwendig hält. Schließlich hat sie das ihre Stelle gekostet und ihr Feinde im System eingebracht. Doch genauso wie sich ihre Eigenschaften gegen sie wenden, nehmen sie auch Menschen für sie ein. Ihre Freunde gehen für sie durch dick und dünn, trotz Friedas eigentümlicher Art wissen die, die ihr nahe sind, was sie an ihr haben.

Umgeben von Freunden und Feinden und wegen der Umstände quasi im Untergrund spielt sich dieser Fall ab. Als Leser sieht man Frieda über Londons Straßen wandeln, immer in Gefahr entdeckt zu werden und doch nicht locker lassend. Man empfindet ihre Entschlossenheit, die Düsterkeit der Tat. Man fürchtet ihre Entdeckung ebenso wie ihre Entdeckungen. Und so wird man immer mehr in das Geschehen hineingezogen. Man betrauert die lichte Vergangenheit, die sich in die harte und dunkle Realität der Gegenwart verändert hat. Hätte der Verlauf verhindert werden können, Frieda Klein wünschte es.
Eva Karuso zu »Nicci French: Mörderischer Freitag« 28.11.2015
Hier wieder der Hinweis bitte beim Montag anfangen sonst liebt man Frieda Klein nicht genug um durchzuhalten.
Der Donnerstag war für mich nicht so interessant weil es u.a. um ein Klassentreffen ging.

Der Freitag ist zum Anfang erstaunlich konstruiert und dieVerdächtigungen an den Haaren herbeigezogen.
Dann aber wird es spannend wie in den vorherigen Büchern. Die Autoren steigern die Spannung langsam bis zum Schluß.
Mehr möchte ich nicht verraten.
Mich ärgern die Klappentexte in denen schon steht wer später stirbt. Fehlt bloss noch der Name des Mörders.
Anja zu »Nicci French: Mörderischer Freitag« 07.11.2015
Ich freue mich total auf das Buch, fiebere dem schon entgegen, bekomme es nächste Woche. Die Meinungen sind ja jetzt hier nicht so dolle, aber ich lasse mich überraschen und bilde mir meine eigene Meinung...mal sehen.
Ich kann jedenfalls nicht sagen, dass ich Fireda unsympathisch finde, ganz im Gegenteil.aber so unterschiedlich können auch Geschmäcker sein...hatte über den Donnerstag auch schon negative Kritiken gelesen, ich fand ihn aber klasse. ;-)
Beatrice zu »Nicci French: Mörderischer Freitag« 04.11.2015
Nicht schlecht gemacht, aber langsam beginnen mich die wohlbekannten Figuren zu langweilen. Sogar Friedas Nichte ist zahm geworden, der verdankten wir doch früher einigen Pep. Jetzt läuft die Geschichte so vor sich hin, mit gedämpfter Spannung, lesbar zwar aber die Autoren können es besser, wie ältere Werke beweisen. Ich gebe ihnen noch eine Chance, bald wird uns Frieda ja einen besonderen Samstag bescheren !
Margot zu »Nicci French: Mörderischer Freitag« 28.10.2015
Dieses Buch wurde mir geliehen, deshalb habe ich mich noch einmal mit Frieda Klein beschäftigt- was ich nach dem "Mittwoch" eigentlich nicht mehr wollte. Und wieder weiß ich auch, warum. Diese schmutzigen Wohnungen, diese endlosen Spaziergänge und diese unzähligen Menschen, die Frieda Klein hündisch ergeben sind. Einer zutiefst unsympathischen, humorlosen und abweisenden Person. Dazu der immer noch Unfähige Polizeipräsident und der noch unfähigere Psychologe. Nein wirklich - kaufen würde ich das Buch nicht. Irgendwie ist das Buch einfach nur "hingeschmiert" um Seiten zu füllen.
Stefan zu »Nicci French: Mörderischer Freitag« 06.10.2015
Mein erster und wohl letzter Nicci & French. Kaum nennenswerte Ermittlung, kapitelweise pseudo-psychologisches Gewäsch, das vor Allgemeinheiten nur so trieft: Eine Psychotherapeutin muss doch allen Ernstes von sich geben: Man kann nie genau wissen, wie die Menschen reagieren. Was für ein farb- und spannungsloses Buch! Fakten? Völlige Fehlanzeige! Die Protagonistin, Frieda Klein, handelt, denkt und spricht wie ein naives Kind in der Pupertät, sie ist mir unsympathisch, erscheint mir eigentlich völlig unrealistisch. Nahezu einfältige innere Monologe der Art: Der getötete Mann war auch einmal ein kleines Kind gewesen, ein Baby, das gestrampelt hatte... Nein, das war kein Vergnügen.
renate kytmannow zu »Nicci French: Mörderischer Freitag« 30.09.2015
Wer die Vorgänger gelesen hatte, konnte sich zu Recht auf den " Freitag " freuen.
Doch irgendwie ging dieses Mal was daneben. Da wird sich einfach zu sehr auf den
Plot verlassen; das Grundthema, das alles
zusammenhält: Frieda Kleins Vergangenheit.
Es braucht auch so einige Seiten , um richtig in Schwung zu kommen.
Dennoch - so wirklich enttäuscht kann man
wohl von Nicci und French nicht sein.
Routiniert wird der Leser durch ein Labyrinth
falscher Spuren geführt, wenn auch die
Lösung vielleicht etwas zu früh zu vermuten ist. Wer bis zum " Freitag " gekommen ist, solte dann auf keinen Fall das "Wochenende " verpassen. Trotz einiger Schwächen- lesenswert.
Ihr Kommentar zu Mörderischer Freitag

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: