Unter Haien von Nele Neuhaus

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 bei Monsenstein und Vannerdat.
Ort & Zeit der Handlung: USA / New York, 1990 - 2009.

  • Münster: Monsenstein und Vannerdat, 2005. 567 Seiten.
  • Berlin: Prospero, 2009. überarbeitete Fassung. 607 Seiten.

'Unter Haien' ist erschienen als

Das meint Krimi-Couch.de: »Kommt langsam, aber gewaltig« 89°Treffer

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Seit einigen Jahren nutzen unbekannte Autoren vermehrt die Book-on-Demand-Schiene. Diese bietet ihnen die Möglichkeit, ihre Erzeugnisse in kleinen Auflagen drucken zu lassen, ohne einen Verlag dafür suchen zu müssen bzw. trotz Ablehnung der Verlage Bücher zu veröffentlichen. Solcherart erzeugte Bücher sind meist nur für einen kleinen Kundenkreis gedacht und nur selten entsteht daraus ein Bestseller. Ausnahmen gibt es immer wieder, wie das vorliegende Beispiel beweist.

»Unter Haien« hat Nele Neuhaus ihr Romandebüt betitelt, und unter Haien findet sich auch ihre Protagonistin Alex Sontheim schließlich wieder. Dabei wollte die junge Deutsche in New York eigentlich nur Karriere machen. Mit großem Ehrgeiz hat sie es zu einer der erfolgreichsten Investmentbankerinnen in New York gebracht und ist beim Bankhaus LMI gelandet, wo sie die M&A-Abteilung leitet, die sich mit der Übernahme von Firmen befasst. Ein Job, in dem Alex mit Millionen jonglieren muß; und das tut sie mit Bravour und eilt von Erfolg zu Erfolg. Daß sie sich in leitender Position jedoch nicht nur Freunde macht, ist Alex klar, doch daß sie sich ungewollt in ein groß angelegtes Betrugskonzept verwickeln lässt, damit hat sie nicht gerechnet.

Zunächst ging es ihr eigentlich darum, auf Veranstaltungen wichtige Leute kennenzulernen, denn nur mit guten Beziehnungen gelangt man auf der Karriereleiter weiter nach oben. Bei einem Dinner lernt sie Sergio Vitali kennen, der offensichtlich an Alex Gefallen gefunden hat. Der zwielichtige Geschäftsmann, einer der mächtigsten Männer der Stadt, übt auch eine gewisse Anziehungskraft auf die junge Bankerin aus und so erliegt Alex schnell dem Reiz von Sergios Reichtum trotz aller Warnungen von Freunden, für die Sergio nichts weiter als ein skrupelloser Gangster ist.

Die Zufälle waren nicht notwendig

Über ihren Kollegen Mark lernt sie dessen Freund Oliver kennen. Der ehemalige Banker hat seinen Job geschmissen und versucht nun als Journalist Schweinereien aufzudecken. Doch auch ihm schenkt Alex keinen Glauben. Erst als sie merkt, dass ihr Kollege St. John sie ausnutzt und Insidergeschäfte macht, kommt bei ihr Mißtrauen auf und ein leiser Verdacht, dass wohl doch etwas an den Warnungen dran gewesen sein muß. Sie beschließt, St. John eine Falle zu stellen. Doch da steckt sie selber schon so weit im Schlamassel, dass sie alleine nicht mehr raus kommt.

Recht behäbig startet das Buch und so bleibt zunächst Zeit, sich die verschiedenen Charaktere zu verinnerlichen. Neben Alex Sontheim sind vor allem Sergio Vitali und Nick Kostidis, der Bürgermeister von New York, die beeindruckendsten Personen des Romans und schnell merkt man, dass diese beiden Charaktere im weiteren Verlauf der Handlung sich als die zentralen Figuren des Geschehens herausbilden.

Viele Perspektivwechsel sind mit Schuld daran, dass das Buch nicht so recht in Fahrt kommen will. Kommt einmal ein Fünkchen Spannung auf, so wird auch schon wieder der Schauplatz gewechselt und Tempo rausgenommen. Was mich jedoch wie so oft stört, sind diese merkwürdigen Zufälle. Alex wird in New York nach dem Einkaufen von einem Radfahrer angefahren, ausgerechnet von oben erwähntem Oliver. Dann hilft sie einer Frau, die überfallen wird. Bei der Geschädigten handelt es sich um eine bekannte Opernsängerin, die im Nachbarhaus ihres Geliebten Vitali wohnt. Zwei Zufälle, deren es überhaupt nicht bedurft hätte, denn die Verbindung zu Oliver hätte man auch einfacher knüpfen können und die zur Opernsängerin wäre nicht zwingend notwendig gewesen.

Action und Spannung like Grisham zu seinen besten Zeiten

Doch damit genug der Kritik. Etwa zur Mitte des Buches merkt man, dass sich Nele Neuhaus nun warm geschrieben hat. Plötzlich liest man die Zeilen nur noch so herunter, die Seiten fliegen schließlich vorbei und je näher man zum Ende kommt, um so schwieriger wird es, den Roman auch nur mal kurz zur Seite zu legen. Einen wahren Sumpf von Korruption hat die Autorin konstruiert, in den leitende Personen aus fast allen wichtigen Institutionen bis hin zur Staatsanwaltschaft und Polizei verwickelt zu sein scheinen. Wem soll man da als unschuldig verdächtigte Person noch trauen können?

So langsam kristallisiert sich heraus, wer auf der Seite der Guten steht und wer zu den Bösen gehört. Doch auch da hat die Autorin noch manche Überraschung in petto. Und so entwickelt sich schließlich ein Kampf, bei dem mal die eine Seite, dann wieder die andere die Nase vorn hat. Der Vergleich mit John Grisham auf der Buchrückseite ist gar nicht mal so weit hergeholt und insbesondere die spannende Verfolfungsjagd nach Alex Sontheim erinnert an Grisham zu seinen besten Zeiten. Und bei der Darstellung der Charaktere hat sie gegenüber Grisham bereits jetzt schon die Nase vorn.

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Gulfyi zu »Nele Neuhaus: Unter Haien« 30.11.2011
Der Plot ist durchaus spannend angelegt. Die Schreibe allerdings ist langatmig und redundant und hat etwas von Schöner-Wohnen-Prosa. Ab Seite 94 ("Das Essen vom besten Feinkost-Caterer New Yorks war sensationell, der schwere, französische Rotwein ein Gedicht und die perfekt gemixten Cocktails trugen ihr Übriges dazu bei, dass Alex gar nicht merkte, wie schnell die Zeit verging.") las ich die unzähligen weiteren Beschreibungen nur noch quer. Die Autorin hat wenig Zutrauen in die Auffassungsgabe ihrer Leser/innen. 300 Seiten weniger hätten dem Werk gut getan.
Rene zu »Nele Neuhaus: Unter Haien« 20.09.2011
Ich habe mich tatsächlich durch dieses ganze unsägliche Klischeemonster durchgekämpft, weil es das erste Buch war, das ich mit meinem neuen E-Reader gelesen habe. Der E-Reader von Sony ist toll, das Buch eine biedere, einfallslose und geradezu furchterregend schlecht geschriebene Katastrophe. Wie blöd kann eine Hauptfigur, die dem Leser immer wieder als hochintelligent präsentiert wird, eigentlich sein, wenn sie die offensichtlichsten Dinge stets als Allerletzte kapiert? Die Groschenromansprache zieht einem die Schuhe aus. Natürlich wird stets "fieberhaft überlegt", Herzen "klopfen erleichtert", man ist "todmüde und gleichzeitig hellwach" und das "Blut rauscht in den Ohren". Für Pferderomane ist das okay. Ich kann und werde einen solchen Stil nicht mehr ertragen.
Bernd zu »Nele Neuhaus: Unter Haien« 20.09.2011
Offen gesagt, haben mich die vorrangegangenen Rezensionen stark überrascht. Die von anderen angeführte Spannung und interessanten Charaktere konnte ich nicht entdecken. Die Geschichte ist vorhersehbar, grundlos ausgewaltzt und vor allem klischeehaft. Wenn Rosamunde Pilcher je einen Thriller schreiben würde, wäre er ähnlich dem Roman "Unter Haien"sehr ähnlich.
Schurken hier, Helden da und eine Protagonistin, die sich irgendwie nicht richtig entscheiden kann, obwohl sie doch ab den Seiten 100 bis 120 alle wichtigen Fakten kennt. Der Leser weiß schon ab Seite 40 bis 50 wie der Hase läuft. Wo da die Spannung herkommen soll, war mir schleierhaft. Der größte Schwachpunkt ist jedoch die Protagonistin Alex Sontheim. Sie ist 35 Jahre alt, stammt aus Deutschland und ist der begehrte Star auf dem Gebiet von Firmenfusionen und -übernahmen an der New Yorker Wall Street. Dabei vereint sie noch alle guten Eigenschaften, die man im Geschäftsleben braucht und sieht zu allem Überfluß noch unsagbar gut aus. Trotzdem stolpert sie über mehrere Männerbekanntschaften durch diese Geschichte, so das man das Gefühl hat in einem Groschenroman gelandet zu sein. Also für mich eines der schlechtesten Bücher die ich je gelesen habe.
K.K. zu »Nele Neuhaus: Unter Haien« 01.09.2011
Ich fand es eines der BESTEN Bücher die ich je gelesen habe. Gut ich bin Bankkauffrau, so war das "Umfeld" für mich recht interessant, wobei ich zugeben muss nicht alle Begriffe die in dem Buch auftauchen erklären zu können *schäm.

Die über 600 Seiten in kleinen Buchstaben waren erst ein "kleines Hindernis" mich wirklich dem Buch "hinzugeben". Aber was soll ich sagen, nach keinen zwei Wochen hatte ich es durch. Ich muss sagen für mich war es wie eine mehrteilige Serie bei der man nach Aufhören des Lesens ganz gespannt ist wie es weiter geht. Am Anfang werden die ganzen Personen und die dazugehörigen Charakeren sehr gut beschrieben, man kann sich das Umfeld von Alex bzw. die mithandelden Personen sehr gut vorstellen -auch bildlich. Auch das Klientel "Mafia" hatte ich bisher so noch nie in einem Buch, ich fand´s echt super.

Gegen Ende des Buchs musste ich mich wirklich bremsen nicht quer zu lesen um schneller ans Ende zu kommen so spannend war es.

Ich fand es ein SUPER Buch was ich gerne an meine Freunde mit der besten Empfehlung weiterverleihen werden. Bei mir 98 ° Spannung.

Es ist wirklich KEINE einzige Seite langweilig, man will immer nur weiterlesen, weiterlesen, weiterlesen.
Christa Peters zu »Nele Neuhaus: Unter Haien« 14.06.2011
Alex Sontheim, eine junge Deutsche, hat sich in New York einen guten Ruf als Investmentbankerin geschaffen und Karriere gemacht. Sie ist intelligent und weiß, was sie erreichen will. Sie könnte sehr zufrieden sein mit ihrem Erfolg - doch sie will noch höher hinaus und fühlt sich geschmeichelt, als Sergio Vitali, ein attraktives und sehr reiches Mitglied der New Yorker Gesellschaft, um sie wirbt und sie in die Kreise der einflussreichsten und mächtigsten Männer der Stadt einführt - Alex fühlt sich am Ziel ihrer Träume und wird seine Geliebte - gefesselt von seinem Reichtum und seiner Macht.
Sie ahnt aber erst einmal nicht, dass Vitali in zwielichtige, kriminelle Geschäfte verstrickt ist und er kaltblütig und ohne Skrupel seine Ziele verfolgt und dabei auch über Leichen geht. Sie verschließt die Augen vor der Tatsache, dass auch Kollegen aus ihrer Firma dabei mitmischen und z.B. Insiderwissen über Aktiengeschäfte weitergeben und dafür die Hand aufhalten. Auch als Oliver, Journalist für die Financial Times, sie warnt, weil er Sergio Vitali für korrupt und sehr gefährlich hält und auch der Bürgermeister von New York, Nick Kostidis, sie darauf aufmerksam macht, dass Vitali eine zwielichtige Gestalt ist, glaubt sie den beiden nicht.
Aber dann wird auf die Familie des Bürgermeister ein Attentat verübt, das eigentlich dem Bürgermeister gegolten hat (seine Frau, sein Sohn und dessen Freundin werden dabei getötet). Erst dann fängt Alex an zu grübeln und beginnt, viele Dinge zu hinterfragen und stößt dabei auf eine Wand aus Lügen, Korruption, Betrug und Mord.

Dieses ca. 600 Seiten starke Buch beginnt in ganz ruhigem Fahrwasser; man hat Zeit, die einzelnen Protagonisten und deren Charaktere genau zu studieren und sie kennen zu lernen und sich in sie hinein zu versetzen. Man erfährt viel über die Finanzwelt und deren Machenschaften und Intrigen, über Mafiamethoden und das Leben der superreichen New Yorker und auch die Liebe kommt in der sehr spannenden und fesselnden Geschichte nicht zu kurz. Und dann, wenn so richtig Schwung in die Handlung kommt, dann mag man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die einzelnen Szenen sind sehr intensiv und ausführlich geschildert - ein Wechselbad der Gefühle aller Art - und das Buch ist eine "solide, spannende Unterhaltung" - was der Autorin sehr wichtig ist.
Es ist das erste veröffentlichte Buch von Nele Neuhaus und man kann den Schreibsstil vergleichen mit dem von Crichton und Grisham.
Klaus Knölke zu »Nele Neuhaus: Unter Haien« 30.12.2010
Dieses ist mein erstes Buch der Autorin "Nele Neuhaus" und nach meiner ganz persönlichen Einschätzung und Berwertung ist es ein überaus spannendes und ebenso unterhaltsames wie informatives Buch - ich freue mich schon sehr auf das nächste "Neuhaus"!

Vor allem wünsche ich mir natürlich, dass schon bald alle Bücher dieser Autorin auch als epub-Version, als e-book erhältlich sein werden!
friedami zu »Nele Neuhaus: Unter Haien« 09.07.2008
Da ich erst die Taunus Krimis von Nele Neuhaus gelesen hatte, war ich ein bißchen skeptisch und wurde eines besseren belehrt. Ich konnte von diesem Buch nicht loslassen.Trotz der vielen Menschen ist alles stimmig und so spannend, dass meine Kinder mich nicht stören durften und konnten und ich erst zufrieden war, als ich die letzte Seite gelesen und eigentlich sogar enttäuscht war, dass ich nichts mehr von Nele Neuhaus zu lesen hatte. Einfach super
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Schrodo zu »Nele Neuhaus: Unter Haien« 16.04.2008
Dies ist das erste Buch von Frau Neuhaus und das zweite das ich gelesen habe. Eins vorweg, das nächste werde ich sicher auch noch lesen. „Unter Haien“ ist ein Krimi der auf seinen 567 Seiten (furchtbar kleine Buchstaben) an Spannung nichts zu wünschen übrig lässt.
Es handelt von einer Investmentbankerin Namens Alex, eines Sergio und eines Nick´s. Blondie Alex lieb und nett, sieht natürlich heftig gut aus und ist geschäftlich eine Supertussi. Sergio ist der böse Bube und Obermafiosi. Nick ist der gute Bube und Bürgermeister von New York. Das Buch fängt ziemlich easy an, die Spannung steigert sich im Verlauf stetig und wurde für mich zum echten Pageturner. Dass dieser Thriller, der in New York handelt, von einem deutschen Mädel namens Nele geschrieben wurde merkt man in keiner Zeile. Alle Achtung Frau Neuhaus…bin begeistert!
Marlene Bartels-Christ zu »Nele Neuhaus: Unter Haien« 10.10.2007
Schade, Daniel, dass du nicht länger durchgehalten hast! Denn tatsächlich gewinnt "Unter Haien" erst etwa ab der Stelle, an der du aufgehört hast du lesen, richtig an Fahrt.
Ja, das Milieu mag nicht jedem zusagen, aber meiner Meinung nach ist "Unter Haien" seit langem mal wieder ein Thriller, in dem es nicht nur um blanke Gewalt, ausgeweidete Leichen, perverse Psychopathen etc geht. Und mir gefielen gerade auch die Klischees, die ja - genau betrachtet - tatsächlich so vorkommen und die (vorhersehbare) Lovestory richtig gut. Richtig klasse fand ich die sehr fundierte gute Recherchearbeit. Das allein ist ein großes Lob wert.
Ich finde auch, man sollte ein Buch erst dann bewerten, wenn man sich bis zum Ende durchgebissen hat.
Ich gebe Unter Haien auf jeden Fall 95 Grad, denn ich habe mich selten so gut und spannend unterhalten gefühlt wie von diesem wahrhaftig gut geschriebenen Thriller. Auf die Verfilmung warte ich allerdings auch äußerst gespannt!
daniel zu »Nele Neuhaus: Unter Haien« 09.10.2007
der tolle Schreibstil und die gut ausgearbeiteten Charaktere von Nele Neuhaus machen leider noch kein spannendes Buch aus. Als Drehbuch für einen Film vielleicht klasse, als Roman leider nicht, denn alles ist so extrem vorhersehbar ( bis Seite 280, da gab ich leider auf ) und diese sich ständig wiederholende, total unlogische Gefühlsduselei von Alex ( ich würde schleunigst schauen, dass ich Land gewinne... ) haben mir gar nicht gefallen. Selbst schuld bin ich noch dazu, dass ich mir ein Buch im Banker-Millieu, welches mir irgendwie gar nicht zusagt, ausgesucht habe, da ich mich Gott sei Dank überhaupt nicht mit Fonds, Insiderhandel, etc auskenne und auch nicht auskennen will ( wer will das eigentlich schon? Geldgeile, schleimige Haie ? ).
Fazit: Wem ein gut geschriebenes aber klischeehaftes, ellenlanges und vorausssehbares Hollywooddrehbuch ( zumindest auf den ersten 280 Seiten, den Rest kann ich nicht mehr beurteilen, aber ich denk mir meinen Teil weiter bis zum Ende) im Banker-Mafia-Millieu gefällt kann gerne zuschlagen, der Rest Finger weg !!!
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