Mordsfreunde von Nele Neuhaus

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 bei Monsenstein und Vannerdat.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Taunus, 1990 - 2009.
Folge 2 der Bodenstein-und-Kirchhoff-Serie.

  • Münster: Monsenstein und Vannerdat, 2007. ISBN: 978-3865825537. 495 Seiten.
  • Berlin: List, 2009. überarbeitete Fassung. ISBN: 978-3-548-60886-0. 393 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2011. Gesprochen von Julia Nachtmann. gekürzt. ISBN: 978-3869090900. 6 CDs.

'Mordsfreunde' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Ein Tierpfleger des Kronberger Opel-Zoos macht eine grausige Entdeckung: im Elefantengehege liegt eine menschliche Hand. Sie gehört zur Leiche des Kelkheimer Lehrers und Umweltschützers Hans-Ulrich Pauly, der ein vehementer Gegner des geplanten Ausbaus der B8-Westumgehung war. Bodenstein und Pia Kirchhoff ermitteln in und um Kelkheim und Königstein. Was haben Mareike Graf, die schöne Exfrau des Ermordeten, oder Dr. Christoph Sander, der Direktor des Opel-Zoos mit Paulys Tod zu tun? Und welche Rolle spielen die jungen Leute im mysteriösen Internet-Café im Hinterzimmer des vegetarischen Bistros Grünzeug? Abgelenkt von Schatten aus ihrer Vergangenheit verstrickt sich Pia Kirchhoff gefühlsmäßig in den Fall, und als ein zweiter Mord geschieht, fürchtet Bodenstein, dass seine Kollegin Teil einer mörderisch gut geplanten Inszenierung ist.

Das meint Krimi-Couch.de: »Manchmal wäre ein Weniger mehr« 75°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Noch ein AbsatNele Neuhaus hat durch ihre Ermittler Pia Kirchhoff und Hauptkommissar Bodenstein bereits Eine unbeliebte Frau und deren mörderisches Schicksal aufarbeiten lassen. In ihrem neuen Buch Mordsfreunde darf sich die Kripo mit dem eigenartigen Ableben eines unbeliebten Mannes beschäftigen. Hans-Ulrich Pauly, engagierter Lehrer am Kelkheimer Gymnasium, wird von den jungen Menschen, die ihm anvertraut sind, wegen seines vehementen Einsatzes für den Umweltschutz geradezu göttergleich verehrt, die arrivierten Bürger der Stadt sehen in ihm jedoch eher einen Störenfried, vor allem diejenigen, die an diversen Bebauungsplänen nicht schlecht verdienen.

Doch Pauly wird keinem mehr ins Handwerk pfuschen, denn Teile seines Körpers werden auf dem Gelände des Kronberger Opel-Zoos gefunden. Natürlich beginnen die Kriminalisten sofort in zwei Richtungen zu ermitteln. Zum Einen scheinen sich die Lebensgefährtin und die Ex-Frau des Ermordeten nicht besonders grün zu sein und das hinterlassene Bauernhaus wollen beide für sich beanspruchen, zum Anderen dürfte es einigen Herren des hiesigen Stadtrates nicht unangenehm sein, dass Pauly endlich nicht mehr seine Nase in Angelegenheiten stecken kann, die offensichtlich nicht ganz astrein abgelaufen sind.

Dabei sehen die Ergebnisse der ersten Untersuchungen so aus, als könnte auch der so rechtschaffene Herr Pauly seine Finger in dubiosen Geschäften gehabt haben. Und es macht auch eine ziemlich schräge Optik, dass sich nachts junge Mädchen auf seinem Grundstück getummelt haben und auch sonst ein ziemlich seltsames Kommen und Gehen dort geherrscht hat, das vor Allem den Nachbarn gar nicht recht war.

Und dann sind noch viele andere Menschen aus dem Dunstkreis des Ermordeten, die bei Verhören und durch ihre Handlungen verdächtig wirken. Sei es der Direktor des Zoos oder die Beschäftigten im vegetarischen Bistro »Grünzeug«, die im Hinterzimmer eine obskure Internetpräsenz nur für Eingeweihte aufgebaut haben. Und das Bistro gehört ebenso Pauly, wie dessen Lebensgefährtin, doch diese weiß von nichts. Paulys Ex-Frau Mareike Graf und ihr nicht ganz vermögensloser Gemahl hätten gerne auf Paulys Grundstück Häuser gebaut, doch dieser wollte nicht verkaufen, obwohl es ihm bei der Scheidung nur überlassen wurde. Dennoch soll Frau Graf ihm die Kaufsumme noch ein Mal aufgedrängt haben, bevor das Anwesen plötzlich abgefackelt wird …

Fragen über Fragen drängen sich in Frau Neuhaus neuem Krimi auf. Nach jedem Kapitel präsentiert sie einen neuen Verdächtigen oder das entsprechende weibliche Pendant und alle kommen aus der Ecke der Reichen und Schönen bzw. deren Sprösslingen, die aber allesamt keinen Bock darauf haben, die Wünsche der Eltern so zu erfüllen, wie es sich diese vorstellen. Und auch das gibt Zoff in Hülle und Fülle, so dass sich die Handlung dreht und wendet. Das ist zumindest ein Positivum dieses Kriminalromans, der sehr komplex konstruiert wurde und mit mäßiger Spannung auch bis zum 488 Seiten entfernten Schluss recht ansprechend zu lesen ist.

Beide Ermittler dürfen auch ihr Privatleben und Konflikte im Berufsleben vor dem Leser ausbreiten, wobei dies gottlob nicht in permanenter Schwermut ausartet, sondern in leichte Anklänge einer Liebelei und Flirtversuche in diversen Richtungen ausgespielt wird, wegen derer sich im Endeffekt Pia Kirchhoff auch auf nicht ungefährliche Weise in den Fall verstrickt.

Wenn man Frau Neuhaus für die szenische Aufbereitung ein Lob aussprechen muss, so kann man im gleichen Atemzug auch mit Tadel vermerken, dass ihr zwar Situationen und Dialoge gut aus der Feder fließen, gleichzeitig aber ihr Vermögen atmosphärisch dichte Bilder zu erzeugen, gelegentlich fehlt. Die Beschreibungen der einzelnen Szenarien haben in vielen Fällen den Charme einer Reportage aus der örtlichen Tageszeitung und ähnlich verfährt die Autorin mit den ansatzweise zwar guten Stimmungsmomenten, die aber fast radikal abgewürgt werden, wahrscheinlich, um das Buch nicht zu dick werden zu lassen.

Die Geschichte und die Autorin hätten sicherlich noch mehr Potential gehabt. Da wäre manchmal ein Weniger an Verdächtigen und dafür ein Mehr an Tiefe zweckmäßig gewesen. Im Endeffekt bekommt man mit Mordsfreunde einen leicht überdurchschnittlichen Regio-Krimi, der recht gut unterhält und sicherlich noch für weitere Folgen ausbaufähig ist.

Wolfgang Weninger, Februar 2008

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Die Frankfurterin zu »Nele Neuhaus: Mordsfreunde« 05.04.2017
Das zweite Buch dieser Reihe hat mir sehr gut gefallen und ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen.
Mir sagen hier auch die Charaktere der Ermittler zu, da sie und ihre Privatleben ziemlich normal und bodenständig erscheinen und nicht wie in so manchen Krimis die Kommissare verschrobene Eigenbrötler oder Trinker und Schlägertypen sind.
Weiter so.
trafik zu »Nele Neuhaus: Mordsfreunde« 16.09.2016
Ich habe diesen Krimi nicht so schlecht gefunden wie die Meinungen vor mir.
Irgendwie warr alles schon einmal da. Es werden ja tausende Krimis jährlich geschrieben. Was soll man da neu erfinden. Ich bin nicht so bald auf die Lösung gekommen.
Auch der Schreibstil von Nele Neuhaus gefällt mir sehr sehr gut. Sehr flüssig und sehr unterhaltsam.
Ich werde im Gegensatz zu den anderen auch die weiteren Krimis dieser Serie lesen.
PMelittaM zu »Nele Neuhaus: Mordsfreunde« 18.11.2015
Im Opel-Zoo werden Leichenteile gefunden. Der Tote, Lehrer und Umweltschützer, war bei vielen Leuten wenig beliebt, Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff machen schnell mehrere Verdächtige aus.Nele Neuhaus' zweiter Taunus-Kriminalroman bringt dem Leser nicht nur einen interessanten Kriminalfall mit überraschenden Wendungen, sondern auch weitere Erkenntnisse über die Ermittler. Pia Kirchhoffs Privatleben ist von diesem Fall mehr als nur am Rande betroffen, lernt sie doch gleich zwei interessante Männer kennen, die sich in ihr Herz schleichen. Aber auch in Oliver von Bodensteins Leben ergeben sich Veränderungen. Man kann gespannt sein, wie sich beides in den nächsten Romanen auswirken wird.Leider fand ich die Ermittlungsarbeit nicht ganz gelungen. Nicht nur, dass Pia sich mit am Fall Beteiligten privat einlässt, es werden auch wichtige Erkenntnisse nicht weiter verfolgt. Als sich z. B. herausstellt, dass besondere DNA an einem Tatort gefunden wird, wird darauf nicht weiter eingegangen, diese Spur nicht verfolgt. Die Polizei erscheint mir nicht nur da recht begriffsstutzig.Der Fall an sich ist interessant und nimmt reelle Probleme der Gegend auf. Die Auflösung ist logisch, auch wenn, wie bereits erwähnt, die Ermittlungen etwas zu wünschen übrig lassen.Mir hat der Roman gut gefallen, die Reihe kann ich empfehlen.
Arnim zu »Nele Neuhaus: Mordsfreunde« 23.12.2013
Ja es gibt sie wieder Menschen, in diesem Fall Frau Neuhaus die mit wenigen aber inhaltsreichen Sätzen eine Spannung sprich Glücksgefühle erzeugen die endlich weitab vom Fließbandbuchschreiben sich deutlich für mich mit großer Freude ab/hervorheben. Irgendwie bin ich fest überzeugt hatt das wohl ein ganzes Stück mit meinem besten Freund dem Pferd zu tun, wenn Mensch und Tier in diesem Falle das Pferd eine Einheit bilden entwickeln sich Erlebnisse und Fantasien die weit ab von der Standart Buchkultur / Fernsehproduktionen liegen und immer wieder neue Funken das Feuer einer wunderbaren Erlebnisswelt entfachen. Danke Frau Nele Neuhaus und danke den vielen Emutionen der Pferde mit denen Frau Neuhaus in Kontakt ist und war...ein Pferdefreund aus Kronberg im Taunus und Sohn eines ehemaligen stell. Polizeidienststellenleiters aus Kronberg.
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D. Klas zu »Nele Neuhaus: Mordsfreunde« 02.05.2013
Total voraussehbare Geschichte, welche sich extrem dehnt. Der von Anfang an als böse und unsympathisch Dargestellte ist der Doppelmörder. Er hat im Hintergrund die Intrigen gesponnen.

Die Hübschen und Sympathischen haben mit allem Nichts zu tun.

Kein überraschender Effekt und ein total plumpes Gut - Böse- Schema lassen das Buch zum schlechtesten Krimi, den ich je gelesen habe, werden.
Absolut schwach und enttäuschend
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Beelzebub zu »Nele Neuhaus: Mordsfreunde« 25.02.2013
Kurz vorweg: Das beste am Buch ist die Benennung des Opel-Zoos. Ich bin leider wirklich enttäuscht. Jedoch freut es mich einen Krimi zu lesen, welcher im Taunus spielt. Jedoch muß ich sagen das es das letzte Buch war welches ich mir von Nele Neuhaus kaufen werde. Schnewittchen muß sterben muß warten bis ich es geschenkt bekomme.
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Leserin zu »Nele Neuhaus: Mordsfreunde« 20.02.2013
Mal wieder ständige Wiederholungen in der Schreibweise.
Schlechte Recherchen(braucht man die überhaupt um zu wissen, dass ein Fussballspiel ,welches um 21 Uhr beginnt nicht spätestens um 22.30Uhr zu Ende sein kann?)
Ich wusste nicht, das Lesen einem so verleidet werden kann. Ich bin fast am Ende der Geschichte und freue mich auf ein richtig gutes Buch.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
koepper zu »Nele Neuhaus: Mordsfreunde« 05.12.2012
Das ist einfach zu viel des Guten und das macht einen leider nur mittelmäßigen Krimi. wie andere auch schon schrieben. Nele Neuhaus packt einfach viel zu viel in "Mordsfreunde". Öko, Umweltschutz, Wirtschaftskriminalität, Computer - Kids...
und dann führt sie eine Menge Personen ein und alle sind mal verdächtig. Wie früher beim heiteren Beruferaten, gerät dieser Krimi zum heiteren Mörderraten. Da wird schnell mal verhaftet und U-Haft angeordnet und wieder frei gelassen. Und Pi Kirchhoff läßt sich gleich von zwei Männern betören - beide natürlich auch verdächtig - da menschelt es doch zu sehr. Auch Bodenstein der andere Ermittler läßt sich sehr von seinen gefühlen leiten - er verdächtigt den, den alle mögen. Warum eigentlich, ist völlig spekulativ. So plätschert die Geschichte gemächlich dahin und Spannung kommt nicht wirklich auf. Ein schwaches Buch von Nele Neuhaus.
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Dorothee zu »Nele Neuhaus: Mordsfreunde« 04.10.2011
Auf der Suche nach einem guten deutschen Krimi hatte ich leider noch immer keinen Erfolg. Nele Neuhaus schreibt diese nicht. Die Figuren bleiben absolut farblos. Die Geschichte an sich ist nicht schlecht. Aber man hat das Gefühl, der Kommissar ist ein absoluter Dilettant, der nur im Dunkeln rumtappt. Es werden so lange Verdächtige verhaftet, bis man am Ende dann doch den richtigen hat, weil kein anderer mehr übrig ist. Bis ganz kurz vor Schluß war der Kommissar immer noch der Meinung, den richtigen Täter zu haben, aber natürlich lag er falsch. Und ich kann mir nicht vorstellen, daß Polizeiarbeit so aussieht, daß man zwei "Zivilisten" mit zu einer geplanten Verhaftung nimmt und die da lustig mit rum laufen (Vater und Tochter Sander auf der Burg), zwischen den Kriminalbeamten und den Leuten vom SEK. Und die Kommissarin läßt sich gleich mit zwei Personen aus dem Verdächtigenkreis etwas näher ein, weil sie wohl ein emotionales Defizit hat. Nein, so was braucht man wirklich nicht. Ich frage mich ernsthaft, wieso die Bücher von Nele Neuhaus allesamt die Bestenlisten stürmen.
2 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
M-L zu »Nele Neuhaus: Mordsfreunde« 13.07.2011
Auch ihr zweites Buch gefiel mir. Es beginnt sehr spannend und wie immer stellt Frau Neuhaus viele Verdächtige auf. Dabei schreibt sie so anschaulich, dass das Kopfkino gut gefüttert wird. Man rätselt, wer nur der Mörder sein kann. Diesmal engagiert sich Pia Kirchhoff emotional sehr. Auch eine Kriminalkommissarin hier zeigt sehr menschliche Seiten und Züge. Mir hat das Buch gefallen und ich freue mich schon auf das nächste.
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