Im Wald von Nele Neuhaus

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 bei Ullstein.
Folge 8 der Bodenstein-und-Kirchhoff-Serie.

  • Berlin: Ullstein, 2016. ISBN: 978-3-550-08055-5. 560 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: HörbuchHamburg, 2016. Gesprochen von Julia Nachtmann. gekürzte Ausgabe. ISBN: 3957130522.

'Im Wald' ist erschienen als Hardcover HörbuchE-Book

In Kürze:

Mitten in der Nacht geht im Wald bei Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Aus den Trümmern wird eine Leiche geborgen. Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11 in Hofheim ermitteln zunächst wegen Brandstiftung, doch bald auch wegen Mordes. Kurz darauf wird eine todkranke alte Frau in einem Hospiz ermordet. Bodenstein ist erschüttert, er kannte die Frau seit seiner Kindheit. Die Ermittlun gen führen Pia und ihn vierzig Jahre in die Vergangenheit, in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Kindheits trauma, das er nie überwand und für viele Rupperts hainer eine alte Geschichte, an der man besser nicht rührt. Es bleibt nicht bei zwei Toten. Liegt ein Fluch über dem Dorf?

Das meint Krimi-Couch.de: »Wenn alte Wunden brutal wieder aufgerissen werden« 90°Treffer

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Hauptkommissar Oliver von Bodenstein freut sich auf die bald beginnende Auszeit, die er bei seiner Vorgesetzten, Kriminalrätin Engel, durchgesetzt hat. Die schwierigen Fälle der jüngeren Vergangenheit sind ihm schwer an die Nerven gegangen. Kurz vor dem Termin seines Ausscheidens aus dem Dienst wird in der Nähe seines Heimatortes Ruppertshain ein Campingwagen in Brand gesteckt – in der Asche werden Überreste eines Mannes gefunden. Der Tote ist Clemens Herold, Bruder eines Schulkameraden von Oliver. Als auch noch eine todkranke Frau ermordet wird, ebenfalls ein Mitglied dieser Familie, stößt Oliver mit seinem Team immer öfter auf alte Bekannte aus seiner Schulzeit. Er muss die Leitung der Ermittlungen daraufhin an Pia Sander abgeben, bleibt aber im Team. Vor über 42 Jahren hat sich Oliver von einer Gruppe Kinder gelöst, da er in Artur und Wieland neue Freunde fand. Artur und der zahme Fuchs Maxi verschwanden dann spurlos – und Oliver will wissen, was die aktuellen Morde mit dem Verschwinden seines Freundes zu tun haben.

Nele Neuhaus setzt ihre Serie auf einem hohen Level fort

Nele Neuhaus hat sich mit ihrem achten Roman um die Kriminalpolizisten Oliver von Bodenstein und Pia Sander reichlich Zeit gelassen – und das ist auch gut. Nach dem Spitzentitel Schneewittchen muss sterben ging es mit neuen Büchern, Lesereisen und anderen Dingen etwas drunter und drüber. In der Rezension zu Die Lebenden und die Toten habe ich schon angemerkt, und möchte das hier wiederholen, dass Nele Neuhaus jetzt offenbar einen Weg gefunden hat, die Serie auf einem guten Level fortzusetzen.

Nun werden wieder Scharen von Trollen aus den Tiefen des Internets kommen und ihre Kritik – ist es wirklich ernsthafte Kritik? – auskippen. Zu langatmig, zu viele Personen, Mainstream, zu durchsichtig, und was da sonst so abgesondert wird. Natürlich kann man eine vom Verlag dermaßen gepuste Autorin mit so hohen Verkaufszahlen als »Mainstream« brandmarken. Diese Einstufung ist sicher nicht falsch. Aber dann soll man doch seine Finger von den Büchern von Nele Neuhaus lassen, und sich auf Nischen-Autoren und hoch gehandelte Geheimtipps konzentrieren.

Spannende und angenehm kurzweilige Lektüre

Im Wald ist wie sein unmittelbarer Vorgänger-Band flüssig erzählt, komplex aufgebaut und wirklich spannend zu lesen. Beide Bücher reichen nicht an Schneewittchen muss sterben heran, sind aber deutlich besser als alles was dazwischen lag. Komplexität habe ich in meiner Rezension zu Die Lebenden und die Toten als Erfolgsrezept bezeichnet, und das zeigt sich auch in diesem neuen Roman. Die vielen Wendungen und neuen Spuren, nicht zuletzt die zahlreichen Personen und eine ganze Reihe möglicher Verdächtiger machen die spannende Lektüre in meinen Augen angenehm kurzweilig.

Es ist im Grunde immer gut, wenn gesellschaftliche Problemfelder in Kriminalromanen aufgearbeitet werden. Noch besser ist, wenn das eher unterschwellig passiert – wie in diesem Roman. Bodensteins Freunde Artur und seine Familie, deutschstämmige Spätaussiedler aus Russland, waren im kleinen Ruppertshain quasi Parias, wurden von den Einheimischen nicht beachtet. Deshalb war es auch nur ein kurzer Aufreger, als der Junge 1972 unter ungeklärten Umständen verschwand. Die mangelhafte Integration von neu Zugezogenen, egal ob sie aus Osteuropa, vom Balkan oder aus Afrika stammen, ist schon damals ein gesellschaftliches Thema gewesen, und ist es heute noch. Wie gesagt, das klingt in dem Roman nur unterschwellig an – für mich dadurch aber umso nachhaltiger.

Sander und von Bodenstein sind die unbestrittenen Stars

Pia Sander und Oliver von Bodenstein sind die gleichberechtigten Stars dieser Roman-Reihe. Sander steht in diesem Buch etwas mehr als Ermittlerin im Vordergrund, was sich aus der Struktur der Geschichte ergibt. Als von Bodenstein aufgrund seiner Betroffenheit die Leitung der Ermittlungen abgeben muss, zeigt sich Pia Sander wieder als energische und temperamentvolle Polizistin, die aber auch einen tiefgründigen Charakter hat. Es dürfte spannend werden zu sehen, ob Nele Neuhaus von Bodenstein für mehrere Bücher aus dem Spiel nimmt. Bei den Fans der Serie, das ist in vielen Kommentaren zu lesen, sind die beiden nämlich gleichermaßen beliebt.

Oliver von Bodenstein ist ein gänzlicher anderer Typ als seine jüngere Kollegin. In diesem Buch wird er von einer ganz anderen Seite gezeigt, weil es aufgrund der besonderen Umstände sein bislang persönlichster Fall ist. Sein hohes berufliches Engagement ist ihm zu einem Verhängnis geworden, er fühlt sich ausgebrannt, daher die angestrebte Pause. Die Lügen guter Bekannter und einer alten Freundin machen ihm den Abschied aus dem Dienst scheinbar deutlich leichter. Da die Reihe aber auf dieses Ermittler-Paar fixiert ist, vermag ich mir noch nicht so recht vorzustellen, dass es tatsächlich dauerhaft ohne den männlichen Teil weitergehen soll.

Nele Neuhaus hat interessanten Mikro-Kosmos gezeichnet

Den Spannungsbogen baut die Autorin sehr geschickt auf und hält ihn durch hohes Tempo und viele falsche Fährten ständig auf hohem Niveau. Das Buch hatte mich schon nach wenigen Seiten gepackt, und trotz des Umfangs war die gut erzählte Geschichte unterhaltsam und kurzweilig. Die vielen Orts- und Perspektiv-Wechsel sowie das große Personal-Tableau sind durch die Übersichtskarten im Buch und die Namensliste gut zu verfolgen. Ich bin ein Freund solcher Orientierungshilfen, und bei einem Buch von diesem Umfang und mit einer derart komplexen Geschichte ist das ein echtes Plus.

Nele Neuhaus hat mit dieser Dorfbevölkerung einen interessanten Mikro-Kosmos gezeichnet, wie er für viele Orte vergleichbarer Größe typisch sein dürfte. Neben der Haupthandlung hat die Autorin noch spannende Neben-Geschichten eingebaut. Insgesamt also ein überaus facettenreiches Buch – von einer Autorin in Bestform.

Andreas Kurth, Dezember 2016

Ihre Meinung zu »Nele Neuhaus: Im Wald«

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Mike zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 25.01.2017
Gute Story. Die Erzählstränge entwickeln sich logisch und werden elegant miteinander verknüpft. Aber wie viele andere Kritiker: Warum so viele Personen? Auch ich hatte schnell das Gefühl, daß hunderte Figuren in diesem Buch unterwegs sind. Das hat beim Lesen sehr gestört. Wer kann sich diese vielen Namen merken? Also bitte beim nächsten Mal: Die Anzahl der Figuren drastisch vermindern.
KimVi zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 25.01.2017
Mitten in der Nacht wird Oliver von Bodenstein zu einem Einsatz gerufen. Ein Wohnwagen brennt lichterloh. Bei den Löscharbeiten wird in den verkohlten Trümmern eine Leiche gefunden. Die einzige Zeugin des Brandes erscheint wenig glaubhaft, da sie stark alkoholisiert ist und keine genauen Angaben machen kann. Wenig später wird die Mutter des Opfers im Hospiz erdrosselt, obwohl sie nur noch wenige Tage zu leben gehabt hätte. Als dann auch noch der Pfarrer tot aufgefunden wird und dabei der Eindruck erweckt werden soll, dass er Selbstmord begangen hat, ahnt von Bodenstein, dass die Todesfälle irgendwie zusammenhängen müssen. Seine Ermittlungen führen ihn in die eigene Vergangenheit, denn es hat den Anschein, dass der Schlüssel zu allem in das Jahr 1972 führt. Denn damals verschwand von Bodensteins bester Freund Artur spurlos. Kann von Bodenstein unvoreingenommen ermitteln oder geht ihm dieser Fall zu nah?"Im Wald" ist bereits der achte Fall für Oliver von Bodenstein und Pia Sander ( ehemals Kirchhoff ). Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, können die Bände auch unabhängig voneinander gelesen werden. Dem aktuellen Fall kann man auch ohne Vorkenntnisse aus den vorangegangenen Büchern folgen. Hintergrundinformationen zu den Hauptprotagonisten sind in die Handlung eingeflochten, sodass man sich beim Lesen relativ leicht orientieren kann. Um der Weiterentwicklung der bekannten Charaktere, und den beruflichen und privaten Nebenhandlungen zu folgen, empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge.Der Einstieg in den aktuellen Kriminalfall gelingt nicht ganz mühelos, denn man bekommt es mit einer Vielzahl von Charakteren zu tun, die nach und nach in die Handlung eingeführt werden. Obwohl sich am Anfang des Buchs ein Personenregister befindet, in dem man jederzeit nachlesen kann, wer wie zu wem steht, ist es zunächst nicht ganz einfach, die Protagonisten und ihre Beziehungen untereinander, richtig zuzuordnen. Hier muss man wirklich sehr aufmerksam lesen, um nichts zu verwechseln.Die Ermittlungen selbst starten eher gemächlich. Es wird zunächst kaum Spannung aufgebaut, aber dennoch sind die Rückblicke in die Vergangenheit und natürlich auch die aktuellen Morde, so interessant, dass man unbedingt erfahren möchte, wie alles zusammenhängt. Man ist beim Lesen hin- und hergerissen und weiß nicht, wen man nun eigentlich verdächtigen und was man glauben soll. Überraschende Wendungen sorgen außerdem dafür, dass man die eigenen Ermittlungen gelegentlich über den Haufen werfen und neu ansetzen muss. Dadurch gerät man schließlich doch in den Bann der Handlung und mag das Buch zum Schluss kaum noch aus der Hand legen.Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und dadurch ganz in die Handlung eintauchen. Auch in diesem Band gibt es, neben den eigentlichen Ermittlungen, wieder einen Einblick in das Privatleben von Pia Sander und Oliver von Bodenstein. Man kann also beobachten, wie sich die beiden weiterentwickeln. Auch im Team des Hofheimer K11 tut sich einiges, sodass man auch diese Nebenstränge interessiert verfolgt.Ich habe bisher alle Fälle von Oliver von Bodenstein und Pia Sander mit Begeisterung verfolgt. Auch bei diesen Ermittlungen wurde ich nicht enttäuscht, sondern habe jede Seite mit großem Interesse gelesen. Allerdings muss ich gestehen, dass mir der Einstieg, durch die Vielzahl der Charaktere, doch ein wenig schwerer gefallen ist, als sonst. Deshalb ziehe ich auch ein Bewertungssternchen ab, vergebe aber dennoch eine begeisterte Leseempfehlung!
Ulrich Haaselhorst zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 22.01.2017
Ich verstehe nicht, dass sich hier Leser über die vielen handelnden Personen beklagen, ich mache von der Aufstellung der handelnden Personen eine Kopie, so kann ich ohne langes Suchen die Person identifizieren. Ich gebe zu, dass man durch die Vielzahl der Personen und ihren Verwandschaftsgrad schon "ins schleudern" kommt. Aber ansonsten finde ich das Buch gut.
Maren Richter zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 10.01.2017
"Im Wald" ist bereits der 8.Fall von Oliver Bodenstein und Pia Kirchhoff/Sander und wie wir es von Nele Neuhaus gewohnt sind, spannend bis zur letzten Seite. Auch wenn das Buch dieses mal über 500Seiten hat.
Dieses Mal trifft es Oliver Bodenstein ganz persönlich, denn der Mörder treibt in seinem Heimatort Ruppertshain sein Unwesen.
Auf einem Campingplatz geht ein Wohnwagen in Flammen auf und ein Mensch kommt dabei ums Leben. Doch ist diese Person wirklich verbrannt oder war er vielleicht schon vorher tot? Noch während sich Oliver und Pia diese Frage stellen, kommt es zum nächsten Todesfall. Was für ein schreckliches Geheimnis aus Olivers Kindheit nach und nach zum Vorschein kommt, erfahren wir Seite für Seite.
Bis jedoch der Mörder enttarnt wird, haben beide noch viele schlaflose Stunden.
Wieder einmal ein gelungenes Buch aus der Feder von Nele Neuhaus.
Pema zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 08.01.2017
Es ist schon verwunderlich, dass bei Neuhaus - bei Hammesfahr ist es ähnlich - immer ca. 100 Personen vorkommen müssen.
Highsmith und Christian kommen mit 15 aus.
Dieses Nachschauen im Personenverzeichnis ist schon ärgerlich. Ausserdem ist der Krimi mindestens hundert Seiten zu lange.
Die Lebenden und die Toten war deutlich besser.
Viola Feldmann zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 08.01.2017
Das ist wieder ein super gelungener und spannender Krimi. Eine Bitte an Neue Neuhaus, lassen Sie bitte Ihre Romanfigur Oliver von Bodenstein nicht "aussteigen". Die Ermittlerpartfnerschaft mit Pia Sander ist wirklich genial. Vielleicht liegt es auch bei den super geeigneten Verfilmungsschauspielern Bergmann und Woll. Ich habe mich an diese Personen so gewöhnt, dass ich mir die nicht mehr wegdenken kann von den Romanen von Nele Neuhaus.Ich gebe zu , dass auch ich mit den vielen Personen so meine Probleme hatte. Da ich just zum Jahresbeginn aber krank war, konnte ich den Roman in einem Rutsch verschlingen. Weiter so.
SellmannIhr zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 06.01.2017
H.habe das Buch mit großer Freude gelesen, was mich aber doch gestört hat, waren die vielen, vielen handelnden Personen. Es fiel mir schwer, hier den Überblick zu behalten. Dieser Punkt ist mir bereits bei den anderen Büchern der N. Neuhaus aufgefallen, hat hier in diesem Werk aber wirklich überhand genommen. Es wäre schön, wenn sie das zukünftig doch etwas einschränken könnte, zumal man das Buch ja nicht in einem Ruck durchlesen kann.
Anja S. zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 28.12.2016
also ob nun wirklich nur Trolle hier kritisch schreiben?
Ich würde die Bücher von Frau Neuhaus als "literarisches Fast Food" bezeichnen.
Sie sind spannend, gut zu lesen, unterhaltsam. Besonders originell finde ich bisher keines der Bücher, auch diese hier nicht.
aber dennoch hat mir das Buch einigen Stunden gute Unterhaltung beschert, als ich schwer erkältet zu Hause bleiben musste.
und so soll es ja auch sein.
anyways zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 21.12.2016
Vor fünfundvierzig Jahren verschwanden im kleinen Örtchen Ruppertshain, das zahme Füchschen von Oliver von Bodenstein und auch sein bester Freund. Der elfjährige Arthur und seine Familie hatten es in dem kleinen Örtchen nicht leicht, nicht nur das sie Zugewanderte waren, sondern erschwerend kam hinzu, dass sie aus der Sowjetunion hierher in den Taunus zogen. Die eingeschworene Dorfgemeinschaft kannte keine Gastfreundschaft, und nur Oliver und ein weiterer Junge freundeten sich mit Arthur an. Da auch die Kinderclique, zu der einst Oliver gehörte, Arthur bei jeder Gelegenheit mobbte und verprügelte, hat sich Oliver zu Aufgabe gemacht immer auf ihn aufzupassen. Bis zu diesem einen verhängnisvollen Abend. Ein Tag an dem er Arthur nicht nach Hause begleitete. Arthur blieb verschwunden und auch die zögerliche und viel zu spät eingeleitete Suche nach dem Verschwundenen brachten keine Gewissheit.

Oliver von Bodenstein muss sofort an sein junges Ich denken, als im Wald bei Ruppertshain ein Wohnwagen zur Explosion gebracht wird. Die damaligen Ereignisse sind sofort wieder präsent als sich dann noch herausstellt das es ein Opfer gibt und dieses ein ehemaliger Schulkamerad von Oliver ist. Kann er sowohl das heutige als auch das damalige Verbrechen aufklären? Seine Kollegin Pia ist davon jedenfalls nicht sehr überzeugt, denn sie hält Oliver für zu befangen.


Ich ahnte schon das dieser Fall sehr verzwickt sein würde, denn schon auf den ersten Seiten präsentiert uns Nele Neuhaus sowohl ein Landkarte vom kleinen Örtchen mit allen aufgezeichneten Wohnorten der jeweiligen Beteiligten als auch eine Legende über die wichtigsten Personen. Und diese ist nicht kurz. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Großteil der damaligen Schulkameraden untereinander in der Zwischenzeit verheiratet oder zu mindestens verschwägert ist. Ich muss zugeben, dadurch habe ich mehrmals den Faden verloren und konnte der Geschichte nicht ganz so aufmerksam folgen. Gefallen hat mir aber die Beschreibung der dörflichen Gemeinschaft die wirklich alles bietet von Liebe, Verrat, Intrigen und sonstige menschliche Abgründe. Ein psychologisch ausgereiftes Ränkespiel hat die Autorin da entworfen. Die Aufklärung schlussendlich fand ich jetzt nicht ganz so spektakulär, vielleicht, weil ich mich mehrmals revidieren musste, bezüglich meiner Täteridentifizierung. Die Banalität, weswegen gemordet wurde ist verstörend und erschreckend.

Fazit: Ein sehr spannender Krimi der aber sehr viel Aufmerksamkeit erfordert.
BELSL zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 20.12.2016
Dann gehöre ich zu den Trollen des Internets die das Buch nicht gut finden.
Über den Inhalt wurde ja schon ausgiebigst berichtet, ich finde den Text viel zu langatmig, bei manchen Autoren paßt jedes Wort, aber ich habe mich gelangweilt und die Beschreibung der Personen finde ich sehr wenig originell.

Mich verläßt das Gefühl nicht dass Neuhaus sich sehr nach dem Leser richtet, immer seine Reaktion im Auge hat.

Was den Mikrokosmus angeht, so hat sich Juli Zeh in ihrem Buch " Unterleuten" dem auch gewidmet, aber eben in meinen Augen sehr viel gekonnter.

Ich habe das Buch nicht zu Ende lesen können, wie mein Vorgänger schon schrieb, meine ich es hätte 200 Seiten kürzer sein können.

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