Böser Wolf von Nele Neuhaus

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2012 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: , 2010 - heute.
Folge 6 der Bodenstein-und-Kirchhoff-Serie.

  • Berlin: Ullstein, 2012. ISBN: 978-3-550-08016-6. 400 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2012. Gesprochen von Julia Nachtmann. ISBN: 3899033795. 6 CDs.

'Böser Wolf' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

An einem heißen Tag im Juli wird die Leiche einer 16-Jährigen aus dem Main bei Eddersheim geborgen. Sie wurde misshandelt und ermordet, und niemand vermisst sie. Auch nach Wochen hat das K 11 keinen Hinweis auf ihre Identität. Die Spuren führen zu einem Kinderdorf im Taunus und zu einer Fernsehmoderatorin, die bei ihren Recherchen den falschen Leuten zu nahe gekommen ist. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein graben tiefer und stoßen inmitten gepflegter Bürgerlichkeit auf einen Abgrund an Bösartigkeit und Brutalität. Und dann wird der Fall persönlich.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein böser Wolf im Schafspelz.« 81°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Man mag ja schon fast Mitleid mit der guten Autorin haben: Als Self-made-Bestseller angefangen, vom Selbstverlag den Sprung zum Publikumsverlag geschafft, soll Nele Neuhaus mit ihrem neuen Roman im Hardcover punkten. Klar, bei mehreren Platzierungen in den Verkaufscharts darf man das von ihr erwarten. Aber ist Böser Wolf damit auch der Erfolgsgarant, mit dem Leser wie Verlag rechnen? Schwierig. Denn zu ernst das Thema, zu unkonventionell für ihre bisherige Schreibe. Aber genau deswegen gut.

Nele Neuhaus ist lange Zeit ohne großen Verlag ausgekommen. Mit Ullstein im Rücken wurde sie groß, wurde übersetzt, wird sogar in Korea gelesen. Ein Krimi-Sternchen, ein kleines »German Wunderkind«. Umso erfreulicher, dass Frau Neuhaus mit ihrem neuen Kriminalroman auch neue Wege bestreitet. Sehr amerikanisch, sehr durchdacht die Autodidaktin im Schreiben lernt dazu und scheut nicht davor zurück, ihre Leser und Leserinnen zu irritieren, vielleicht gar zu enttäuschen.

Denn Böser Wolf ist starker Tobak. Kommissarin Pia Kirchhoff und ihr Vorgesetzer Oliver von Bodenstein bekommen es mit einem Fall zu tun, der so gar nicht ins Raster passen will: Eine junge Frau wird tot aus einem Fluss gefischt, brutalst misshandelt, aber niemand vermisst sie. Erst als eine TV-Moderatorin sich in unsichere Gewässer bei ihrer Recherche nach dem »Next big Thing« ordentlich verhakelt, wird den beiden Ermittlerin mulmig: Mit wem haben sie es eigentlich zu tun? Rockerbanden, Kinderhändlern, Pädophilen? Das schlägt auf den Magen.

Nele Neuhaus gelingt es mit Böser Wolf so packend zu erzählen, wie man es von Autorinnen wie Tess Gerritsen oder Karin Slaughter kennt: Kurz in der Erzählweise; nicht erklärend, sondern beschreibend; ein böser Film, den die Autorin hier abspielt.

Dabei verstrickt sie sich nicht in Privatem der Protagonisten, sondern bleibt absolut »Plot-driven«, also sehr stark an der reinen Handlung klebend. Jede Kleinigkeit hängt mit dem Offensichtlichen zusammen, das tut dem Roman gut, macht ihn langeweilefrei und schnörkellos.

Frau Neuhaus wird mit Böser Wolf wahrscheinlich nur wenig neue Fans generieren und vielleicht gar manchen eingeschworenen Leser vergraulen. Stil und Inhalt haben so gar nichts mehr mit dem zu tun, was sich vor einiger Zeit noch als »Taunus-Krimi« blendend verkauft hat. Das ist mutig. Und zahlt sich aus.

Denn Böser Wolf ist nicht nur ein ambitionierter, sondern in seiner Schlichtheit auch sehr gekonnt formulierter Thriller, mit dem sich Nele Neuhaus eine Liga empor schreibt. Wenn sie so weiter macht, ist diese Autorin sehr ernst zu nehmen. Ein Thriller von internationalem Format die Frau wird nicht umsonst übersetzt.

Lars Schafft, Oktober 2012

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Rolf Graudejus zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 29.07.2016
Ekelhaftes Thema, sehr gut verarbeitet. Da ich den 'deutschen Krimi' schon seit einigen Jahrzehnten verfolge, von Arnau über -ky, Andresen und Martin bis zu den heutigen Regional-Krimis und auch international etwas firm bin, behaupte ich, Frau Neuhaus braucht sich vor anderen Autoren nicht zu verstecken. Ich habe jetzt schon so einige Romane von fremdsprachigen Autoren gelesen, denen ich in der deutschen Übersetzung schon sprachliche Fehler angemerkt habe. Es kann also nicht nur am Autoren/in liegen. Aber: sind wir hier unter Lehrern oder Lesern?? Ich sage, unter Menschen! Der Fall Dutroux(?) in Belgien scheint nur eine Spitze eines Eisbergs gewesen zu sein, da bin ich ziemlich sicher. Das N.N. dieses Thema so angefasst hat, erfordert Mut. Wie sie es getan hat, ist sehr, sehr gut. Ob das, laut Klappentext, der 'beste Neuhaus aller Zeiten' ist? Na, da lasse ich mich mal überraschen. Die Entwicklung der Figuren geht allemal weiter, und das ist es doch, was alle Kritiker des deutschen Krimis gegenüber dem skandinavischen als Manko empfinden. Wat nu?
Rolf Graudejus zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 29.07.2016
Ekelhaftes Thema, sehr gut verarbeitet. Da ich den 'deutschen Krimi' schon seit einigen Jahrzehnten verfolge, von Arnau über -ky, Andresen und Martin bis zu den heutigen Regional-Krimis und auch international etwas firm bin, behaupte ich, Frau Neuhaus braucht sich vor anderen Autoren nicht zu verstecken. Ich habe jetzt schon so einige Romane von fremdsprachigen Autoren gelesen, denen ich in der deutschen Übersetzung schon sprachliche Fehler angemerkt habe. Es kann also nicht nur am Autoren/in liegen. Aber: sind wir hier unter Lehrern oder Lesern?? Ich sage, unter Menschen! Der Fall Dutroux(?) in Belgien scheint nur eine Spitze eines Eisbergs gewesen zu sein, da bin ich ziemlich sicher. Das N.N. dieses Thema so angefasst hat, erfordert Mut. Wie sie es getan hat, ist sehr, sehr gut. Ob das, laut Klappentext, der 'beste Neuhaus aller Zeiten' ist? Na, da lasse ich mich mal überraschen. Die Entwicklung der Figuren geht allemal weiter, und das ist es doch, was alle Kritiker des deutschen Krimis gegenüber dem skandinavischen als Manko empfinden. Wat nu?
Rolf Graudejus zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 29.07.2016
Ekelhaftes Thema, sehr gut verarbeitet. Da ich den 'deutschen Krimi' schon seit einigen Jahrzehnten verfolge, von Arnau über -ky, Andresen und Martin bis zu den heutigen Regional-Krimis und auch international etwas firm bin, behaupte ich, Frau Neuhaus braucht sich vor anderen Autoren nicht zu verstecken. Ich habe jetzt schon so einige Romane von fremdsprachigen Autoren gelesen, denen ich in der deutschen Übersetzung schon sprachliche Fehler angemerkt habe. Es kann also nicht nur am Autoren/in liegen. Aber: sind wir hier unter Lehrern oder Lesern?? Ich sage, unter Menschen! Der Fall Dutroux(?) in Belgien scheint nur eine Spitze eines Eisbergs gewesen zu sein, da bin ich ziemlich sicher. Das N.N. dieses Thema so angefasst hat, erfordert Mut. Wie sie es getan hat, ist sehr, sehr gut. Ob das, laut Klappentext, der 'beste Neuhaus aller Zeiten' ist? Na, da lasse ich mich mal überraschen. Die Entwicklung der Figuren geht allemal weiter, und das ist es doch, was alle Kritiker des deutschen Krimis gegenüber dem skandinavischen als Manko empfinden. Wat nu?
Peter Mertens zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 31.01.2016
Die ZDF-Verfilmung kam mir nicht unbekannt vor. Kann es sein, dass dieser Roman schon einmal in einem Fernsehfilm verarbeitet wurde?
Ich erinnere mich, dass der Arzt mit Tochter und Ehefrau in der Klinik seines Vaters war und dass der Oberstaatsanwalt mit dem Mädchen in den Fluss sprang.
Und nein, ich habe das Buch nicht gelesen.
Anette zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 13.01.2016
Weiss hier jemand, wie das kleine rothaarige Mädchen heisst, das die Luisa darstellte?
Xxx.mxyxich muss hier 300 Zeichen eingeben, warum auch immer .nbvcxyasdfghjöläüppoiuztrrewqay😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃
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Dr. M. Peper zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 13.01.2016
Wirklich, schlimm, diese Brutalität im Film !
Kann der Autorin N. Neuhaus allerdings ohnehin nicht viel abgewinnen. Da gibt und gab es weitaus bessere Schriftsteller in diesem Genre. Aber mittlerweile kann ja jeder dritte Zahnarzt und jede 4. Hausfrau einen "Krimi" schreiben; da läßt die Qualität dann schon zu wünschen übrig..


HG, Dr. M. Peper
Gabriele zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 12.01.2016
ich habe gestern und heute die 2-teilige Verfilmung gesehen und war sehr begeistert.
Da ich kein Buchleser bin (leider) aber gern Krimis sehe bin ich voll auf meine Kosten gekommen_Danke für diese super Inszenierung mit einem sehr gut ausgewählten Schauspielerensemble. Ich habe auch schon die davorlaufenden Taunuskrimis gesen
Nuigurumi zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 13.11.2014
Ein nicht identifiziertes Mordopfer im Main, eine zusammengeschlagene Fernsehmoderatorin, eine zu Tode gequälte Therapeutin - im Privatleben dann auch noch ein Wiedersehen mit einer alten Schulfreundin, die sich ihr mit ihren Problemen anvertraut ... Pia Kirchhoffs Bauchgefühl sagt ihr, dass diese Ereignisse alle miteinander verbunden sind, doch auf Bauchgefühl allein kann man keine Ermittlungen bauen. Kollege Behnke, den das K11 in einem der letzten Fälle endlich losgeworden war, taucht als interner Ermittler wieder auf und wirft Fragen zur Vergangenheit und zu Vertrauen und Loyalität innerhalb der Abteilung auf und ein Oberstaatsanwalt zeigt außergewöhnliches Interesse an den Ermittlungen…

Wie immer besteht dieses Buch von Nele Neuhaus aus vielen verschieden Handlungssträngen und Erzählperspektiven. Am Anfang weiß der Leser oft gar nicht, was er da eigentlich liest, aber nach und nach fügt sich alles zusammen. Dafür bewundere ich die Autorin und das ist es, was für mich den besonderen Reiz ihrer Krimis ausmacht. Und „Böser Wolf“ ist ein toller Krimi, der mit seinen 473 Seiten langen Lesegenuss und viel Spannung verspricht und auch hält.

Aber einige Male habe ich mich beim Lesen doch gefragt, ob manchmal nicht weniger mehr wäre. Müssen es denn so viele Handlungsstränge sein und so viele Zufälle, die sie dann zusammenführen? Man hat den Eindruck, dass in Frankfurt und im Taunus nur eine Handvoll Menschen wohnen, die letztendlich alle irgendwie in den Fall verwickelt sind. Auch die Schwarzweißmalerei hat mich etwas gestört. Alle „Guten“ waren dann doch die „Bösen“ und alle, die von der Gesellschaft geächtet und als Verbrecher abgestempelt waren, waren letztendlich die Helden.

Diese ganzen Kleinigkeiten aber mal beiseite: wer einen spannenden Krimi mit einem unter die Haut gehenden Thema lesen möchte, ist hier auf jeden Fall richtig!

(Aber, Frau Neuhaus: Ich verzeihe keinem deutschen Autor und keinem Lektor die schwachsinnige neudeutsche Formulierung „nicht wirklich“ [S.454] – das ist für mich meistens ein Grund, von diesem Autor kein Buch mehr zu lesen…)
Harald Heck zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 12.09.2014
super !
das beste, das die Autorin bisher geschrieben hat - Neuhaus ist mit jedem Werk besser geworden (inzwischen kennt sie sogar den Unrerschied zwischen Pistole und Revolver, wie man einem Ihrer Dialoge entnehmen kann)
Die Geschichte ist spannend bis zum Schluss, diesmal gibt es keine gequälten Logik-Brüche, die Story ist von A bis Z nachvollziehbar und hält den Leser bis zur letzten Seite in Atem. Dabei bleibt Sie ihrer bisherigen Erzählweise 100% treu - Erzählung der Geschichte aus der Perspektive verschiedener Personen, fokussiet auf die Frage : "Who done it ?"
Weiter so !
Tini zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 03.09.2014
Also, das war mein erstes und vermutlich auch das letzte. Ich habe es mit mühe zu Ende gelesen, als Mutter ist es einfach zu grausam, es hat auch sehr lange gedauert das Buch zu lesen, ich musste es immer wieder weg legen um das gelesene zu verarbeiten. Das ist ein sehr sensibles Thema und ein sehr belastendes.

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