Die Osiris-Morde von Morten Harry Olsen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1996 unter dem Titel Tilfeldig utvalg, deutsche Ausgabe erstmals 1997 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: Norwegen / Oslo, 1990 - 2009.

  • Oslo: Oktober, 1996 unter dem Titel Tilfeldig utvalg. 269 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 1997. Übersetzt von Dagmar Lendt. ISBN: 3-548-24264-2. 301 Seiten.
  • Augsburg: Bechtermünz, 1999. Übersetzt von Dagmar Lendt. ISBN: 3828966551. 301 Seiten.
  • München: Ullstein, 2002. Übersetzt von Dagmar Lendt. ISBN: 3-548-25366-0. 301 Seiten.

'Die Osiris-Morde' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Ein Serienmörder treibt in Oslo sein Unwesen. Er tötet junge Frauen nach einem archaischen Ritual und wickelt die Leichen in weiße Laken. Die Ermittlungsarbeit wird zu einem gnadenlosen Wettrennen gegen die Zeit – bis der Sonderfahnder Tom Sundbye und die Psychologin Vibecke Gran einen Ägyptologen zu Rate ziehen, der ihnen eine mythologische Spur weist.

Das meint Krimi-Couch.de: »Durchschnittliche Krimikost mit einigen Schwächen« 45°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Tom Sundbye war einst der jüngste Kriminalhauptkommissar der Osloer Polizei und beschäftigte sich über zwölf Jahre lang mit Serientätern. Vor drei Jahren jedoch schmiss er den Job hin, um sich seitdem als Krimiautor durchzuschlagen. So ist er überrascht als Harald Foss, Leiter des Dezernates für Gewaltverbrechen, ihn anruft und bittet als Spezialermittler in einen laufenden Fall einzusteigen. Innerhalb von genau einem Monat wurden zwei junge Frauen brutal ermordet und der Tathergang lässt nur den Schluss zu, dass hier ein Serienmörder am Werk ist, der soeben erst mit seinen Taten begonnen hat.

Die Opfer wurden am 14. Juli beziehungsweise 14. August umgebracht. Kaum ist Tom gemeinsam mit der Psychologin Vibecke Gran in die Ermittlungen eingestiegen, gibt es am 28. August bereits das dritte Opfer. Augenscheinlich hat der Täter einen Bezug zu der Zahl 14. Des Weiteren hüllt er seine Opfer in weiße Laken ein, ähnlich wie früher die Mumien in Ägypten und so beziehen die Ermittler den Ägyptologen Sameh El Naga Fahmy in ihre Untersuchung mit ein. Nachdem ihm der Tathergang bekannt ist, erkennt er sofort einen engen Bezug zur Mytologie, genauer gesagt zu Seth, der seinen Bruder Osiris in vierzehn Stücke schnitt. Die Zeit drängt, denn der Täter ist entschlossen die Jagd fortzusetzen. Da meldet sich bei Tom eine Frau, die behauptet, »seherische Fähigkeiten« zu haben…

Das Problem dieses Romans ist der Umstand, dass dieser Mitte der 90er Jahre geschrieben wurde. Bereits auf der ersten Seite klickt der Protagonist der Geschichte, Tom Sundbye, seinen Rechner runter auf die DOS-Ebene, bevor er diesen ausschaltet. Nun soll es auf dieser Seite nicht darum gehen, insbesondere unseren jüngeren Krimi-Fans zu erklären, was um alles in der Welt eine DOS-Ebene am Computer ist oder war, aber genau hierin zeigt sich das Übel. Anders als bei vielen der zeitlos wirkenden Klassiker funktioniert es hier nicht mehr wirklich.

Kommen wir jedoch zunächst zum Wichtigsten, dem Plot, also der Geschichte, die hier erzählt wird. Diese hört sich grundsätzlich interessant an, hat aber einige Längen, da der Ich-Erzähler Tom immer wieder seine ausschweifenden Gedankengänge zum Besten gibt. Dies ist mitunter nicht uninteressant, bringt aber die eigentliche Geschichte nicht weiter. Der Schwerpunkt liegt bei den polizeilichen Ermittlungen, die sehr detailliert geschildert werden. Wer sich aber genau hierfür oder für das Thema Profiling interessiert, könnte womöglich mit dem Buch etwas anfangen.

Auch etwas anfangen mit dem Buch könnten womöglich Leserinnen und Leser, die ein Faible für Ägypten haben. Die Geschichte des Seth, dem Erzschurken und blutigstem Gott der ägyptischen Mythologie, hat es wahrlich in sich. Seth ist der Bruder von Osiris und verheiratet mit Nephthys, die wiederum ein Kind von Osiris hat, was letztlich zu einem tödlichen Konflikt führt. Und dies ist noch lange nicht alles.

Für Krimifans wird dieser inzwischen über zehn Jahre alte Roman eher enttäuschend sein. Nicht nur, dass sich die Geschichte hier und da in die Länge zieht, sondern vor allem, weil zu keinem Zeitpunkt erkennbar wird, wer der gesuchte Mörder sein könnte. Es wird umfangreich ermittelt, dann kommt Kommissar Zufall, unter anderem in Person der angesprochenen Frau mit »seherischen Fähigkeiten«, ins Spiel und am Ende wird dann ein Täter präsentiert, dessen Name zuvor noch nie gefallen war. So etwas ist äußerst unschön, denn Mitraten möchte der geneigte Krimi-Fan ja irgendwie doch.

Jörg Kijanski, Dezember 2009

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Fiete Brunk zu »Morten Harry Olsen: Die Osiris-Morde« 14.02.2007
Ich habe den krimi auf dänisch gelesen. Ich brauchte ein Buch, was irgendwie mit dem Thema "Ägyptische Mythologie" zu tun hat. Zwischendurch ist es ein wenig langatmig geschrieben, aber ich finde es ist ein shr guter, typisch nordischer Krimi. Ich fand die Leserperspektive sehr interessant. Mal etwas anderes, wenn ein Autor im Buch eine Geschichte schreibt...
Leider bekommt man am Ende nicht all das heraus, was man sich wünschen könnte. Also ein Ende mit vielen offenen Fragen.
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