Verderbnis von Mo Hayder

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 unter dem Titel Gone, deutsche Ausgabe erstmals 2011 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 5 der Jack-Caffery-Serie.

  • London: Bantam, 2010 unter dem Titel Gone. 415 Seiten.
  • München: Goldmann, 2011. Übersetzt von Rainer Schmidt. ISBN: 978-3-442-31212-2. 384 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Der Audio Verlag, 2011. Gesprochen von Rainer Schmidt. ISBN: 3862310469. 5 CDs.

'Verderbnis' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

An einem kühlen Novemberabend wird auf dem Parkplatz eines Supermarktes in der Nähe von Bristol ein Auto entwendet. Mit Gewalt – und mit der elfjährigen Martha Bradley auf dem Rücksitz. Detective Inspector Jack Caffery hofft zunächst, dass der Täter nur das Auto und nicht das Kind wollte. Doch er wird eines Besseren belehrt. Martha Bradley bleibt verschwunden, spurlos. Und der Täter lässt ihn wissen, dass er es wieder tun wird. Jack Caffery spürt, dass er es mit einem sehr starken Gegner zu tun hat, einem Gegner, der ihn vorführt, ihm immer einen Schritt voraus ist. Und der seine Drohungen wahr macht. Denn kurz darauf entführt er ein weiteres kleines Mädchen. Und mit jeder Stunde, die vergeht, wird es unwahrscheinlicher, dass Caffery und sein Team die Kinder noch lebend retten können … Er beobachtet dich. Wartet auf dich. dann holt er dich!

Das meint Krimi-Couch.de: »Typisch englischer Krimi mit Schwächen.« 70°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Als Rose Bradley dabei ist ihre Supermarkteinkäufe in ihren Wagen einzuräumen, wird sie plötzlich von einem maskierten Mann brutal zur Seite gestoßen. Sekunden später ist er mit ihrem Auto verschwunden, doch was viel schlimmer als der Diebstahl des Wagens ist, ist die Tatsache, dass sich auf der Rücksitzbank die elfjährige Martha befand. Detective Inspector Jack Caffery von der Major Crime Investigation Unit, kurz MCIU, dem Dezernat für Schwerverbrechen bei der Polizei in Bristol, übernimmt die Ermittlungen und ist fest davon überzeugt, dass Rose ihre Tochter spätestens am nächsten Tag wieder sehen wird. Er glaubt, dass es dem Täter um den Wagen geht und dieser daher nicht auch noch wegen Kindesentführung belangt werden will. Aber Caffery liegt daneben, Martha bleibt spurlos verschwunden. Als die Polizeitaucherin Flea Marley von dem Fall erfährt, teilt sie Caffery mit, dass es ihres Wissens bereits zwei ähnliche Fälle gab, allerdings wurden die Kinder nach kurzer Zeit wieder frei gelassen. Doch dieser Fall ist anders, denn wenig später erhält Caffery die Mitteilung, dass eine weitere Kindesentführung bevorsteht – vom Entführer selbst. Wenig später wird die erst vierjährige Emily Costello vor den Augen ihrer Mutter entführt…

Mo Hayder machte sich in der Krimiwelt mit ihrem Debüt Der Vogelmann und dessen Nachfolger Die Behandlung schnell einen großen Namen. Doch dann folgten mit Tokio und Die Sekte zwei Romane ohne die Figur des eigenwilligen Ermittlers Jack Caffery und schon ging es deutlich bergab. So ist es für alle Fans von Mo Hayder erfreulich, dass mit Ritualmord, Haut und jetzt eben Verderbnis neue Fälle auf Jack Caffery warten. Endlich wird wieder gute englische Krimikost geboten und in dem neuen Fall gibt es natürlich ein Wiedersehen mit einigen »alten Bekannten«. Allen voran mit der Leiterin der Unterwassersucheinheit, Sergeant Flea Marley, deren Beziehung zu Caffery deutlich abgekühlt ist; ein sechs Monate zurückliegender Vorfall ist hieran Schuld. So kommt es im vorliegenden Roman auch nur recht selten vor, dass die Beiden überhaupt miteinander reden. Ebenfalls wieder mit dabei ist der Walking Man, der Caffery hin und wieder einige Tipps mit auf den Weg geben kann. Die kann Caffery und sein Team auch gut gebrauchen, denn selber bekommen sie zunächst nicht all zu viel auf die Reihe.

Selbst mit zusätzlichen Einheiten aus Gloucestershire würde es angesichts der nötigen Durchsuchungsbeschlüsse und des damit verbundenen Papierkrams eine Ewigkeit dauern. Und – die Worte des Entführers kamen ihn wieder in den Sinn: Es hat jetzt angefangen, nicht wahr, und es wird nicht einfach plötzlich wieder aufhören – Zeit war das Einzige, was sie nicht hatten.

Der Spannungsbogen ist ordentlich, allerdings erfahren diejenigen, denen der Täter nicht schon vorher sehr verdächtig erschien, bereits hundert Seiten vor Schluss des Romans – übrigens ein wenig plötzlich und zudem vor den Ermittlern – die Auflösung. Selbst wenn sich (unter anderem) natürlich noch die Frage stellt, was aus den beiden Mädchen geworden ist, so ist der Showdown im vorliegenden Fall ein wenig zu lang geraten. Denn wenn man erst einmal weiß, wer es war, ist die Luft halt weitgehend raus und dann kann es auch gerne etwas schneller gehen.

Mit der »Caffery-Marley«-Reihe läuft Mo Hayder langsam wieder zu alter Stärke auf, wenngleich die ersten beiden Caffery-Romane noch unerreicht bleiben. Einmal mehr darf man sich auf den nächsten Fall einer Serie freuen und dies ist ja leider nicht immer so.

Jörg Kijanski, Mai 2011

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Katrin zu »Mo Hayder: Verderbnis« 16.12.2012
Ich muss "Verderbnis" noch lesen. Allerdings hab ich alle andere Bücher schon "verschlungen".
Und ich bin ein Mo Hayder-Fan.
Was ich schade finde ist, dass Cafferey in den ersten beiden Büchern kurz davor war, seinen verschwundenen Bruder zu finden. Und dann hörte man abrupt nichts mehr davon. Ich fände es gut, wenn das wieder aufgegriffen wird. Und ich hoffe, es wird weitere Bücher mit Cafferey geben.
Klaus zu »Mo Hayder: Verderbnis« 27.08.2012
Nachdem ich begonnen hatte, das "Verderbnis" zu lesen (wenn auch mit einem Jahr Verspätung ;-)), kamen mir mehrere Dinge ziemlich bekannt vor, so dass ich am Zweifeln war, ob ich den Roman nicht schon gelesen hatte. Allerdings gab es auch genauso viel, was mir unbekannt war. Drum schlug ich die krimicouch auf und habe mir die Romane von Mo Hayder angeguckt. Dabei habe ich die "Verrisse" der vorherigen Caffery-Romane gefunden, habe dabei auch festgestellt, dass die Ähnlichkeit nur daher stammt, dass auf die Geschichte mit der "überfahrenen Frau" immer wieder Bezug genommen wurde. Aufgrund der gelesenen Kritiken über die beiden vorherigen Romane habe ich ernsthaft überlegt, ob ich denn nicht besser den Roman einfach auf Seite lege. Hab ich aber nicht getan und das war auch gut so. Ein sehr spannendes und gut erzähltes Buch (mit nur einem ganz kleinen Hauch Übersinnlichkeit, die aber nicht schadet). Es schadet m.E. übrigens auch nicht, dass man schon früher als 5 Seiten vor dem Buchende den Täter kennt - man weiß trotzdem nicht, wie es ausgeht und das ist auch gut so. Mir hat der Roman sehr gut gefallen, vor allem weil man nie weiß, wen sich Mo als Täter ausguckt - vielleicht ist es beim nächsten Mal Caffery selbst?
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Bianca zu »Mo Hayder: Verderbnis« 29.06.2011
Hallo Mo Hayder!
Also ich bin total begeistert von der Caffery-Marley Reihe und fänd es total schade wenn Sie diese "sterben lassen" würden!
Bitte keinen Urlaub machen, denn mit lauter Vorfreude und Ungeduld warte ich schon auf die nächste spannende Geschichte von Jack und Flea.
Weiter so...

Viele Grüße aus Bayern

Bianca
sinthoras zu »Mo Hayder: Verderbnis« 10.05.2011
oh Mo,
wie sehr hast du mich mit Vogelmann und dann anschließend mit Tokyo in deinen Bann gezogen.
Die Schwächen, in deinen folgenden Romanen habe ich dir verziehen, weil ich immer einen Realitätsbezug zu tatsächlichen Orten und Geschehen herstellen konnte.
Aber dieser Roman ist nicht nur an den Haaren herbeigezogen, sondern strotzt auch nur so von sachlichen Fehlern. Ich kann nur raten, die Caffery Reihe sterben zu lassen und mit Neuem die Leser zu begeistern.
Ulli zu »Mo Hayder: Verderbnis« 28.02.2011
Ein echter Hayder - spannend und flüssig geschrieben. Leider war mir schon ziemlich bald klar wer in diesem Fall der Täter ist. Und da stossen dann plötzlich mehrere Zufälle - besser gesagt - Einfälle - aufeinander damit Cafferty auch dahinter kommt. Zum Schluss wird es mir allerdings zu konstruiert. Es scheint als hätte mit Gewalt ein Ende gefunden werden müssen ohne so recht zu wissen woher... dennoch spannend und eine Fortsetzung ist - wie immer - möglich.
lieschen1 zu »Mo Hayder: Verderbnis« 24.02.2011
Verderbnis ist nicht zu vergleichen mit den vorherigen Büchern.
Es ist gut zu lesen, aber längst nicht so spannend.
Hatte mich sehr auf das neue Buch gefreut. Teilweise war es sehr langatmig und ich habe mich durchgequält.
Das Interessanteste war für mich, wie es mit Jack Cafferey und mit Flea weiter geht.
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