Der Vogelmann von Mo Hayder

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 unter dem Titel Birdman, deutsche Ausgabe erstmals 2000 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England / London, 1990 - 2009.
Folge 1 der Jack-Caffery-Serie.

  • London: Bantam, 1999 unter dem Titel Birdman. 411 Seiten.
  • New York: Doubleday, 2000. 411 Seiten.
  • München: Goldmann, 2000. Übersetzt von Angelika Felenda. ISBN: 3-442-30869-0. 411 Seiten.
  • München: Goldmann, 2002. Übersetzt von Angelika Felenda. ISBN: 3-442-45173-6. 411 Seiten.
  • München: Goldmann, 2005. Übersetzt von Angelika Felenda. ISBN: 3-442-46139-1. 411 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: BMG Wort, 2000. Gesprochen von Dietmar Bär. ISBN: 3898301206. 4 CDs.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2006. Gesprochen von Dietmar Bär. ISBN: 3866042140. 4 CDs.

'Der Vogelmann' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

London im Frühling. In der Nähe der Themse werden die Leichen von fünf Frauen gefunden, die offenbar einem Serienmörder zum Opfer fielen. Die Öffentlichkeit ist schockiert, und Detective Inspector Jack Caffery ermittelt mit seiner Spezialeinheit fieberhaft, um dem mysteriösen »Vogelmann« auf die Spur zu kommen. Hinweise führen ihn schließlich nach Greenwich, wo Jack die junge Malerin Becky kennenlernt, für die er bald mehr als nur berufliches Interesse entwickelt. Als es der Polizei schließlich gelingt, einen Verdächtigen festzunehmen, hoffen alle auf ein Ende des Alptraums. Doch das Morden geht weiter. Und auf einmal ist Becky spurlos verschwunden.

Leseprobe

Das meint Krimi-Couch.de: »So sehen gute Thriller aus!« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

Bei Aufräumarbeiten auf einem heruntergekommenen Fabrikgelände am Ufer der Themse in London machen Arbeiter eine makabre Entdeckung: Ein Serienmörder hat die abseits gelegenen Schutthalden genutzt, um seine Opfer zu verstecken. Gleich fünf Frauenleichen findet die Polizei, die der Täter umgebracht und dann grässlich verstümmelt hat.

Bei der Untersuchung der Opfer macht der Pathologe eine bizarre Entdeckung: Im jedem Brustkorb findet er den Körper eines kleinen Vogels. So kommt der Mörder zu seinem Spitznamen: Vogelmann.

Das sieht doch nach Jack the Ripper aus?!

Detective Superintendent Maddox und Detective Inspector Jack Caffery von der Mordkommission beginnen zu ermitteln. Die Zeit drängt, denn die Abstände zwischen den Morden werden immer kürzer. Rasch findet die Polizei heraus, dass der Mörder seine Opfer – sämtlich Stripperinnen und Prostituierte – offenbar sorgfältig ausgewählt hat. Alle Frauen kannten einander und arbeiteten oft in einem ganz bestimmten Pub.

Die Fahndung wird durch interne Rangeleien unter den Polizisten erschwert. Der ehrgeizige und skrupellose Detective Diamond will sich mit dem Vogelmann-Fall profilieren und verhaftet vorschnell einen Verdächtigen, obwohl Caffery weiss, dass dieser als Täter nicht in Frage kommt. Er hat inzwischen entdeckt, dass der Mörder psychisch schwer gestört sein muss – ein Nekrophiler, der sexuelle Befriedigung nur im Verkehr mit Leichen findet.

Die Fassade eines geselligen Lebemanns bröckelt

Caffery weiss nicht, dass ein Hinweis auf den wahren Täter bereits bei der Polizei eingegangen ist, aber von Diamond abgefangen wurde. Der Mörder ist Toby Harteveld, der bereits seit seiner Jugend um seine unheilvollen Neigungen weiss. Lange hat er dagegen angekämpft; ein »normales« Leben hat darüber niemals führen können, doch aufgrund seines ererbten Reichtums konnte er stets die Fassade eines geselligen Lebemanns aufrecht erhalten. Nun hat er sich nicht mehr unter Kontrolle und wird immer unvorsichtiger.

Bald fällt Harteveld auch der Polizei auf, aber noch bevor man ihn vernehmen kann, begeht er Selbstmord. Essex und Caffery lösen die Sondereinheit auf; da wird eine neue Leiche gefunden: Harteveld hatte einen Komplizen – den eigentlichen Vogelmann …

So sehen gute Thriller aus: Eine gute Idee als Ausgangspunkt einer düsteren, aber fesselnden Geschichte, die gekonnt und ohne grosse Abschweifungen bis zum furiosen Finale erzählt wird, dazu Figuren, die schon nach wenige Sätzen vor dem inneren Auge Gestalt annehmen; Mo Hayder ist in Deutschland als Schriftstellerin zwar noch eine unbekannte Grösse, aber, das hat sich nach diesem Roman – dem ersten einer Serie, in deren Mittelpunkt Inspektor Caffery steht – rasch geändert.

Katz-und-Maus-Spiel

Hayder weiss die Aufmerksamkeit ihrer Leser geschickt zu wecken und zu halten, indem sie die privaten Probleme ihrer Figuren einfließen lässt. Das ist wahrlich kein neuer Kunstgriff, aber Hayder weiss, wie man es macht. Einmalig ist beispielsweise der Einfall, Caffery Tür an Tür mit dem mutmasslichen Mörder seines Bruders wohnen zu lassen. Das seit Jahren fortdauernde, längst zur Obsession gewordene Katz-und-Maus-Spiel zwischen Caffery und seinem Nachbarn hätte ein David Lynch nicht besser erfinden können.

Wer hätte gedacht, dass sich dem schon recht ausgelaugten Genre des Serienmörder-Thrillers noch eine neue Variante entlocken lässt! Das Thema Nekrophilie ist heikel, und es wird nicht an Kritikern fehlen, die es geschmacklos finden werden, diese weitgehend tabuisierte Geisteskrankheit zum Gegenstand eines Unterhaltungsromans zu machen. Nun, das muss jeder Leser selbst entscheiden. Sicher ist jedenfalls, dass sich Hayder des Themas trotz einiger drastischer Szenen mit Zurückhaltung annimmt. Ihr Toby Harteveld ist kein dämonisch-attraktiver Hannibal Lector, sondern ein verstörter Mann, der unter seinen inneren Zwängen leidet und ihnen schliesslich zum Opfer fällt.

Stirnrunzeln in politisch korrekten Leserkreisen

Auch Cafferys Entschluss, den in die Falle gegangenen Vogelmann nicht festzunehmen, sondern ihn quasi hinzurichten, dürfte für Stirnrunzeln in politisch korrekten Leserkreisen sorgen. Dabei ist Hayder nur konsequent; ihre Hauptfigur ist eine ambivalente Persönlichkeit, die durchaus auch weniger angenehme Wesenszüge aufweist. Gerade das macht sie interessant, und kombiniert man dies mit Hayders Talent, eine Geschichte zu erzählen, freut man sich schon auf den nächsten Fall von Jack Caffery.

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florida-manatee zu »Mo Hayder: Der Vogelmann« 28.01.2012
Mit hoher Erwartung, wegen der vielen begeisterten Kritiken, fing ich das Buch an zu lesen.und wurde richtig enttäuscht. Eines der langweiligsten Bücher das ich je gelesen haben. Nur die letzten 120 Seiten sind etwas spannend. Und brutal und grausam fand ich es auch nicht, da gibt es ganz andere Bücher. Leider hab ich mir die ganze Jack Caffery Reihe gekauft und werde mich jetzt "durchquälen", vielleicht wird's ja doch noch besser. Aber Hoffnung besteht wenig, denn "Die Sekte" war auch schon nicht mein Fall.
Dann lieber ein Buch von Val McDermid, die weiß wie man spannende Bücher schreibt!!!
Stefan zu »Mo Hayder: Der Vogelmann« 08.11.2011
Ich bin auch nicht absonderlich zart besaitet aber ich empfand das Buch in der Story als uebermaessig brutal geschrieben und vom Inhalt her extrem abstossend und nach dem Weglegen als irgendwie traumatisierend. Fuer mich auch eher im - von mir nicht so geliebten - Horrorgenre zu Hause als bei den Krimis. Tatsaechlich nur etwas fuer abgebruehte Gemueter
G. Sänn zu »Mo Hayder: Der Vogelmann« 23.09.2011
Als "Harter Thriller" kann man diesen Roman nun wirklich nicht bezeichnen ! Ich habe das Buch mittlerweile zu 1/3 tel gelesen und bis auf das Auffinden mehrerer Frauenleichen und das anschließende Geschehen im Sezierraum ist ja nun nichts spektakuräres passiert . Im Gegensatz zu "Sarah Ch" sah ich viel "Überflüssiges" u. reichlich "Nebenstränge" ; so gehen die Meinungen auseinander ! Bis jetzt bin ich jedenfalls enttäuscht und bereue den Kauf !
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Sarah_Ch zu »Mo Hayder: Der Vogelmann« 12.08.2011
Ich war ganz zufrieden mit dem Buch. Es hat sich einfach runter lesen lassen, nichts Überflüssiges, wenig Nebenstränge und von Anfang an, ohne großes Drumherum war man direkt in der Geschichte - so viel zum Positiven.

Allerdings hätte ich nach der Ansprache von Mo Hayder hier in ihrem Profil noch mehr erwartet.
Da hat sie wohl einfach nicht die richtigen Bücher gelesen, denn was grausige Datails während Tat etc. angeht, brauch man sich z.B. nur einige Bücher von Tess Gerritsen, Karin Slauther oder Cody McFadyen anschauen.

Außerdem ist Mo Hayder ein klein wenig schwächer in Sachen Schreibstil . Man könnte da durchaus noch etwas ausbauen in der Geschichte... vielleicht liegt es auch an der Übersetzung ins Deutsche.

Abgesehen davon bedient die Autorin sich an vielen Klischees - für den einen positiv, für den anderen negativ. Um mal ein Beispiel in "Der Vogelmann" zu nennen: ein böser Detective der alles vermasselt, ein guter Detective der wieder alles rumreißen kann, sich in Zeugin/Opfer verliebt usw.

Die Serienmördergeschichte an sich ist nichts neues, nur andere Datails (z.B. die Sache mit den Vögeln) als in anderen Büchern.

Das Buch war allerdings (trotz der vielen Kritik) lesenswert und ich werde mir ein weiteres dieser Reihe durchlesen um einen Vergleich zu haben.
Frostkoeddel zu »Mo Hayder: Der Vogelmann« 01.07.2011
HURRA, ich habe ENDLICH dieses Buch durchgelesen.Habe mehrfach überlegt, es weg zu legen, aber in meinem Bücherleben habe ich das erst 3x getan, so las ich weiter, und oh Wunder, auf Seite 281 wurde es dann doch einmal spannend. Ich habe 280(!) Seiten auf Spannung gewartet. Die Geschichte ist an sich interessant, aber langweilig geschrieben. Die Story hätte von der Autorin auf 250 Seiten reduziert werden können. Ich gebe diesem Werk nur 45° wegen der zu langen und weiligen Story.
Ich werde aber trotzdem noch"Die Behandlung" lesen (weil ich es nun mal schon gekauft habe, auf Empfehlung :( )

Ich hätte mich auch komplett Naomisan's Kommentar anschließen können
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Sagota zu »Mo Hayder: Der Vogelmann« 30.03.2011
Das Lesen dieses Krimis liegt schon einige Zeit zurück - ich würde mich nicht zu den "zarten Gemütern" rechnen und Krimis sind durchaus mein Genre: Aber hier fehlt was - zumindest für mich - eine gewisse Sensibilität und psychologisches Feingefühl, den Leser betreffend. ich habe den Vogelmann als Zumutung empfunden, besonders die Schilderung der Brutalität - und in keinster Weise ansprechend: leider hat diese Autorin mich als Leserin verloren. - ich würde es eher unter "Horror" einordnen und lobe mir einen Stieg Larsson, E. George, Fred Vargas und Konsorten ;-)
Naomisan zu »Mo Hayder: Der Vogelmann« 14.01.2011
Für mich war das auch der erste Roman von Mo Hayder.

Auf den ersten 5 Seiten viel mir schon der schwache Schreibstil der Autorin auf. Die Sätze sind einfach langweilig geschrieben. Vielleicht wurde das Buch aber auch einfach nur schlecht übersetzt. Zudem häufen sich die Rechtschreibfehler.

Die Charaktere wirkten für mich iwie alle gleich (gleich langweilig). Unsympatisch waren sie mir zudem auch.

Die Handlung selbst war im Grunde nicht schlecht aber das Ganze geschwafel drumherum nervt einfach. Aber auf den letzten 150 Seiten wirds definitiv besser. Und das auch vielleicht nur weil sie die Szenen teilweise brutal umschreibt. Und selbst diese "Brutalen" Szenen sind total lieblos und zwanghaft geschrieben.

Ich werde vorerst keine weiteren Bücher kaufen oder lesen. Wenn ich überlege, dass dies eines der besseren Romane ist dann lasse ich es erstmal lieber sein.

Nur weil sie ein Paar Leichen und 2 Perverse vollidioten ind das Buch gepackt hat ist es noch lange kein GUTER Thriller.

Weiterempfehlen? Nein eher nicht. Aber als Erstlingsroman um die Autorin kennenzulernen auf jeden Fall geeignet.
2 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Naomisan zu »Mo Hayder: Der Vogelmann« 14.01.2011
Für mich war das auch der erste Roman von Mo Hayder.

Auf den ersten 5 Seiten viel mir schon der schwache Schreibstil der Autorin auf. Die Sätze sind einfach langweilig geschrieben. Vielleicht wurde das Buch aber auch einfach nur schlecht übersetzt. Zudem häufen sich die Rechtschreibfehler.

Die Charaktere wirkten für mich iwie alle gleich (gleich langweilig). Unsympatisch waren sie mir zudem auch.

Die Handlung selbst war im Grunde nicht schlecht aber das Ganze geschwafel drumherum nervt einfach. Aber auf den letzten 150 Seiten wirds definitiv besser. Und das auch vielleicht nur weil sie die Szenen teilweise brutal umschreibt. Und selbst diese "Brutalen" Szenen sind total lieblos und zwanghaft geschrieben.

Ich werde vorerst keine weiteren Bücher kaufen oder lesen. Wenn ich überlege, dass dies eines der besseren Romane ist dann lasse ich es erstmal lieber sein.

Nur weil sie ein Paar Leichen und 2 Perverse vollidioten ind das Buch gepackt hat ist es noch lange kein GUTER Thriller.

Weiterempfehlen? Nein eher nicht. Aber als Erstlingsroman um die Autorin kennenzulernen auf jeden Fall geeignet.
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stefanz zu »Mo Hayder: Der Vogelmann« 06.10.2010
Mein erster Roman von Mo Hayder, den ich eigentlich zufällig in die Hände bekommen habe. Die Autorin verfügt über einen flüssigen Schreibstil, schildert die Charaktere und Handlungen ausgezeichnet. Der Spannungsbogen ist gleichbleibend hoch angesetzt. Insgesamt ist die Story teilweise sehr brutal und sicherlich nichts für schwache Nerven. Als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, stellte sich für mich die Frage, wie eine Frau über so eine "extreme" Fantasie verfügen kann. Trotzdem, der Roman war stark!
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brezelbuh zu »Mo Hayder: Der Vogelmann« 09.08.2010
Gnadenlos . gut. Als ich das Foto von Mo Hayder sah, dachte ich, wie kann eine solch nette Frau so brutale Bücher schreiben? Sie selber hat es ja aber beantwortet.

Ihr Vogelmann ist wohl einer der perversesten Serienmördern, der mir unter gekommen ist. Die Idee wie er zu seinem Namen Vogelmann kam ist einfach genial.

Nix für zarte Gemüter.
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