Des Teufels Werk von Minette Walters

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel The devil´s feather, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Sierra Leone & Irak, 1990 - 2009.

  • London: Macmillan, 2005 unter dem Titel The devil´s feather. 356 Seiten.
  • München: Goldmann, 2006. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 978-3-442-30128-7. 480 Seiten.
  • München: Goldmann, 2007. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 978-3-442-46537-8. 414 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2006. Gesprochen von Andrea Sawatzki. gekürzt. ISBN: 3866041020. 6 CDs.

'Des Teufels Werk' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Die Journalistin Connie Burns hat eine tief verletzte Seele, als sie sich in einem kleinen Dorf in Dorset einquartiert. Kurz zuvor war sie im Irak in die Hände des psychopathischen Killers Harwood geraten. In der ländlichen Idylle Englands hofft sie nun, vergessen zu können. Wird Harwood, der sie abgrundtief hasst, ihre Spur aufnehmen und sie in ihrem Versteck stellen? Der Tag der Abrechnung steht bevor …

Das meint Krimi-Couch.de: »Erfreuliche Entwicklung einer fast festgefahrenen Autorin« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Ort der Handlung: Sierra Leone während des Bürgerkriegs 2002. Die in Simbabwe aufgewachsene Reuters-Korrespondentin Conny Burns, tätig in den Krisengebieten dieser Welt, berichtet von einer Serie von Morden an Frauen, die vorher vergewaltigt wurden. Drei Jugendliche wurden schließlich für die Taten verantwortlich gemacht, als man sie bei der versuchten Entführung eines jungen Mädchens erwischte. Doch Conny glaubt nicht, dass man die wirklichen Täter erwischt hat. Sie verdächtigt den sadistischen Söldner John Harwood, den sie in einem Lokal dabei beobachtete, wie er einer Prostituierten den Arm brach. Sie kennt Harwood bereits aus dem Kongo, wo er unter dem Namen MacKenzie lebte. Als Connie Harwood um ein Interview mit dessen Vorgesetzten bittet, weist er sie rigoros ab. Ebenso ablehnend reagiert Connie, als sie vor ihrer Ausreise von Harwood gebeten wird, ein Päckchen an eine Mrs. MacKenzie mit nach England zu nehmen, worauf er eine versteckte Drohung ausspricht.

Zwei Jahre später ist Connie im Irak tätig. Dort entdeckt sie MacKenzie wieder als Ausbilder für irakische Polizisten. Jetzt nennt er sich Kenneth O’Connell. Als Connie bei dessen Arbeitgeber nachhakt, ist O’Connell plötzlich verschwunden. Connie recherchiert nach Morden an jungen Frauen im Irak und wird fündig. Nachdem Connie bemerkt, dass jemand in ihrem Hotelzimmer war und den Laptop benutzt hat, auf dem sie über ihren Verdacht gegen MacKenzie geschrieben hat, bekommt sie es mit der Angst zu tun und beschließt, das Land zu verlassen.

Auf dem Weg zum Flughafen wird Connie entführt und nach drei Tagen fast unversehrt wieder freigelassen. Connie schweigt über ihre Entführung. Die Öffentlichkeit vermutet, dass es sich nur um eine Inszenierung handelte, um Schlagzeilen zu machen.

Eine »neue« Minette Walters?

Ein Action-Thriller? Habe ich hier wirklich einen Roman von Minette Walters in den Händen? Oberflächlich betrachtet sieht alles vertraut aus: Einschübe von Zeitungsmeldungen und E-Mails, doch ansonsten hat man das Gefühl von angenehmer Abwechslung. Dann jedoch die schriftstellerische Kehtwendung: Connie zieht sich zurück in ein einsames heruntergekommenes Haus nach Dorset. Sie leidet unter Panikattacken und ist für keinen Menschen außer ihre Eltern auffindbar. Kontakt hat sie dort nur mit Jess Derbyshire, einer schweigsamen jungen Frau, die einen Bauernhof bewirtschaftet und als Außenseiterin gilt, sowie dem Arzt Peter Coleman. Das Buch scheint sich zunächst dem Cozy-Genre zuzuwenden, wandelt sich dann jedoch zu einem Psychogramm einer Frau, die unter Ängsten leidet, die keinem vertraut und sich dann nach und nach langsam öffnet und wieder an Selbtvertrauen gewinnt. Doch da ist noch mehr. Auch Jess Derbyshire scheint ein Geheimnis zu umgeben. Die ungewöhnliche Beziehung zweier verschlossener Frauen wird nun von Minette Walters langsam aufgearbeitet. Was hat Connie wirklich in ihrer Gefangenschaft erlebt? Ist MacKenzie eine Bedrohung für sie?

»Des Teufels Werk« ist ein Roman, der dem oft leichtfertig vergebenen Begriff »Psychothriller« gerecht wird, den man aber ob seiner Vielschichtigkeit trotzdem nicht ausschließlich als solchen klassifizieren sollte. Er deutet außerdem eine erfreuliche Entwicklung einer Autorin an, die ich nach ihren letzten Romanen als »festgefahren« bezeichnet habe. Minette Walters schafft in dem einsamen Haus in idyllischer Landschaft eine düstere, bedrückende Atmosphäre mit einer Einleitung in Kriegsgebieten, die optisch zwar einen Kostrast bieten, doch eigentlich mit offener Gewalt nur die Einstimmung auf die versteckte Drohung des Bösen bietet. Die Handlung ist absolut dialoglastig. Selbst die spannendsten Abschnitte werden nicht »live« geschildert, sondern als Beschreibung eines Polizeiverhörs nach Art eines Theaterstücks, ohne daß dies jedoch der Spannung Abbruch täte.

Ein aktuelles und brisantes Thema

Wenige Charaktere, die genau durchleuchtet werden. So kennt man die britische Autorin. Und endlich ist es einmal nicht das soziale Umfeld der englischen Arbeiterschicht, das für Verbrechen sorgt. Mit der Entführung einer Ausländerin in Krisengebieten und der Stellungnahme der Medien zu diesen Fällen streift sie ein hochaktuelles brisantes Thema.

»Des Teufels Werk« ist eindeutig das Beste, was Minette Walters seit ihrer Anfangszeit veröffentlicht hat und bei dem sie endlich wieder einmal mit ihren Worten brillieren kann. Die offene Frage zum Ende ist nicht als negativ anzusehen, sondern lässt dem Leser Spielraum für eigene Schlüsse.

Ihre Meinung zu »Minette Walters: Des Teufels Werk«

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krimifresserin zu »Minette Walters: Des Teufels Werk« 12.12.2014
Es ist das erste Mal, dass ich einen Krimi am Ende nur quergelesen habe. Extrem langweilig und uninteressant! Was geschehen ist, liest man nicht direkt, sondern erfährt es nur durch langatmige Gespräche der Protagonisten oder eingestreute e-mails. Ständig wird sich außerdem unterhalten über Dinge, die für die eigentliche Geschichte völlig irrelevant sind. Der Gipfel für mich war die nervige, todlangweilige Befragung der Hauptperson durch den Polizisten gegen Ende des Romans. Von mir nicht mehr als 20 Grad.
Büchermaus zu »Minette Walters: Des Teufels Werk« 01.08.2011
Leider bleibt dieses Buch ein Entwurf. Man könnte die Hälfte wegstreichen, das würde es wahrscheinlich sogar eher verständlich machen. Anfangs eine leidlich spannende Geschichte um eine Journalistin, die in einem Krisengebiet als Geisel genommen wird, verkommt der Roman zu einer bizarren Familiengeschichte, bei der man irgendwann die Lust verliert mit zu denken. Wer hat denn nun mit wem Kinder gezeugt, wer erpresst wen, wer ist eigentlich wer in dieser Story und wieso zum Teufel schnüffelt eine schwer traumatisierte Frau, die sich völlig aus der Welt zurück zieht, nicht isst, nicht schläft und sich nur noch fürchtet, so leidenschaftlich im Leben ihrer Nachbarin herum? Das passt alles von vorne bis hinten nicht zusammen. Das Finale um den wieder aufgetauchten Entführer und das seltsam offene Ende bringen auch nichts mehr, die Geschichte ist durch und durch enttäuschend.
Dr. Michael Mandel zu »Minette Walters: Des Teufels Werk« 11.07.2011
Langweilig, langatmig, verworren. Der Schluss vorhersehbar, ohne jede Spannung. Habe mich selten bei einem Krimi so durchgequält und gelangweilt. Abzuraten.

Minette Walters erreciht leider nicht mehr das Niveau ihrer früheren Veröffentlichungen und als Krimiautorin muss man sie wohl endgültig abschreiben.
Thematisch und aktualitätsbezogen ist das Ganze ja ganz nett, aber die Umsetzung lässt sehr zu wünschen übrig.

Ich habe aus der Buchbesprechung mehr über den Inhalt erfahren als bei der Lektüre.

Vielleicht zum Einschlafen anstatt Schlafmittel geeignet.
Lesemaus zu »Minette Walters: Des Teufels Werk« 18.08.2009
Also ich muss sagen, es ist ganz gut das Buch.

Zwischenzeitlich dachte ich, es ist ein wenig langatmig. Dann wurde es aber ein wenig spannender. Die Geschichte um Jess und Madleine war irgendwie länger als das eigentliche Thema. Dennoch ganz interessant.
Zum halbwegs offenen Ende kann ich nur sagen, dass Frau Walters es klug gewählt hat. Denn eine plötzliche Auflösung hätte mir wahrscheinlich den Chara von Connie zerstört.

Dennoch, ich denke für mich wird es das letzte buch von Minette Walters gewesen sein.
tedesca zu »Minette Walters: Des Teufels Werk« 26.05.2009
Ein Thriller, der einerseits die grausamen Handlungen im kriegsgeschüttelten Sierra Leone zum Thema hat und andererseits einem Fraunmörder auf der Spur ist, dem Connie Burns nur durch ein Wunder entkommen ist. Minette Walters beschreibt minutiös die Geschichte von Connie und Jess, zwei Frauen, die jede mit ihrem Trauma und ihrer Geschichte leben müssen. Das Buch zeichnet sich weniger durch reisserische Szenen und superspannende Handlung aus, als vielmehr durch die beklemmende und düstere Schilderung der Geschehnisse in der Vergangenheit. Die Geschichte wird fast ausschließlich in Dialogform erzählt, was ihr noch einen ganz eigenen Touch verleiht. Nichts für Fans von rasanten Thrillers, sondern eher etwas für Leute mit einem Sinn für Tiefgang.
Das Hörbuch zeichnet sich ausserdem noch aus durch das hervorragende Lesen von Andrea Sawatzki.
kamei zu »Minette Walters: Des Teufels Werk« 28.11.2008
Bis anhin war oder bin ich ein Fan von Minette Walters. Ich habe alle Bücher regelrecht verschlungen, und kann alle nur empfeheln. Nur mit Des Teufels Werk wurde auch ich nicht richtig "warm". Der Anfang ist sehr schwerfällig und ich konnte mich nicht aufraffen weiterzulesen.nun viellecht packe ichs noch und lese es zuende.
Bio-Fan zu »Minette Walters: Des Teufels Werk« 12.08.2008
Das zentrale Thema dieses Romans ist Gewalt- genauer Gewalt gegen Personen. Minette Walters spannt einen weiten Bogen von der kollektiven, meist sanktionierten Gewalt, sei es wie hier ein Bürgerkrieg in Sierra Leone oder der Interventionskrieg im Irak, über die individuelle Gewaltausübung sadistischer Männer, die ihre perversen Neigungen in Kriegen meist ungestraft ausleben können, bis hin zur "häuslichen Gewalt", die in ihrer Vielschichtigkeit auch von Frauen ausgeübt werden kann.
Gleichzeitig erleben wir,
wie aus der selbstbewußten Auslandskorrespondentin Conny Burns durch ihre Gefangenschaft ein traumatisiertes Opfer wird, das aber durch eine erneute Konfrontation mit seinem Peiniger seine Ängste überwinden kann.
Man merkt das diese gewonnene Souveränität genau Waters "Ding" ist, denn gegen Ende kostet sie diese Überlegenheit der beiden Frauen weitlich aus und das sind keine "feministischen bzw. pseudofeministischen Auslassungen" wie sich ein Leser mokiert.
Schön hierbei: der feine zum Schmunzeln anregende Humor.
80 Grad von mir
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Richard.H zu »Minette Walters: Des Teufels Werk« 04.12.2007
Hallo zusammen! Also ich fand das Buch garnicht mal so übel,sicher zwischen dem 1 Abschnitt und dem letzten Abschnitt vieleicht manchmal etwas trocken,aber insgesamt gesehen war das Buch typisch geschrieben im Stile von Minette Walters.Es gehört nicht zu den besten Krimis die ich bis jetzt gelesen habe,aber trotzdem kann ich dieses Buch weiterempfehlen.
mumi zu »Minette Walters: Des Teufels Werk« 02.12.2007
Nach 100 langatmigen Seiten habe ich das Buch in Altpapier geworfen!
Die eigentliche Geschichte wird in den Hintergrund gedrängt, dafür dreht sich alles plötzlich um diese Familie. So extrem uninteressant und langweilig...einmal "Walters" nie wieder "Walters"!
Maggie47 zu »Minette Walters: Des Teufels Werk« 06.11.2007
Bisher mochte ich Minette Walters immer recht gerne aber mit diesem Werk hat sie werder sich, noch dem Leser einen Gefallen getan.
Die eigentliche Geschichte um Conny und Psycho gerät immer wieder ins Hintertreffen.
Schade

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