Der Mann der starb wie ein Lachs von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel Mannen som dog som en lax, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei btb.
- Stockholm: Norstedt, 2007 unter dem Titel Mannen som dog som en lax. 352 Seiten.
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München: btb, 2008.
Übersetzt von Dr. Christel Hildebrandt.
ISBN:
978-3-442-75198-3. 352 Seiten.
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[Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2008.
Gesprochen von Gerd Köster.
ISBN:
3866048033. 6 CDs.
'Der Mann der starb wie ein Lachs' ist erschienen als
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In Kürze:
Das Tornedal im nördlichen Schweden. Als die Gemeindeangestellte Rauha Jauhöjärvi auf der Türschwelle des alten Hauses steht, um nach Martin Udde zu sehen, ist ihr ganz seltsam zumute – ein eigenartiger Geruch liegt in der Luft, und keiner antwortet auf ihr Klopfen. Schließlich fasst sie sich ein Herz. Mit einem Zweitschlüssel verschafft sie sich Zugang, und ihre düstere Ahnung wird zur Gewissheit: der alte Mann liegt tot in seinem Bett – brutal ermordet, mit einer Fischgabel regelrecht aufgespießt. Ein seltener Ausbruch von Gewalt in einer der nördlichsten Regionen Schwedens, in denen offene Türen zur Tagesordnung gehören und Gastfreundlichkeit auch Fremden gegenüber die Regel ist. Hatte hier jemand eine alte Rechnung zu begleichen? Die junge Stockholmer Polizistin Therese Fossnes ist nicht gerade begeistert, als sie damit beauftragt wird, der Sache auf den Grund zu gehen. Die Menschen dieses entlegenen Landstrichs kommen ihr seltsam vor, ihren Dialekt versteht sie nicht. Doch dann fühlt sie sich ausgerechnet zum kauzigen Eigenbrötler Esaias hingezogen, der als dringend tatverdächtig gilt. Und sie erkennt, dass hinter der ganzen Geschichte mehr steckt, als ihr lieb sein kann …
Der Schwede Mikael Niemi wurde mit dem Jugendbuch Populärmusik aus Vittula, das 2002 auch in Deutschland erschien, in ganz Europa bekannt. Mit Der Mann, der starb wie ein Lachs publiziert der Autor seinen ersten Kriminalroman, aus dem allerdings keine Serie wie die Wallander-Romane des Kollegen Henning Mankell entstehen wird. Warum das so ist und welche historischen und sozialen Gegebenheiten die Grundlagen für seinen ersten Krimi liefern, erzählt der Autor im Krimi-Couch Interview.
Mit dem Lachsspeer aufgespießt
Zuerst fällt der Gemeindepflegerin Rauha Jauhojätvi der furchtbare Gestank und die Hitze im Haus des 89 jährigen Martin Udde auf. Eine Herdplatte ist voll aufgedreht und ein bis zur Unkenntlichkeit verkohltes Etwas liegt darauf. Im Schlafzimmer erwartet sie ein noch grauenvollerer Anblick; der alte Herr liegt mit aufgeschlitztem Bauch auf dem mit Blut und Körperinnereien übersätem Bettlaken. Die Polizei hat, was den Tathergang angeht, folgende Theorie:
»´Ein Lachsspeer´ murmelte Sonny, ´das ist ja krank. Der Alte ist wie ein Lachs umgebracht worden´«.
Führte der kulturelle Konflikt Tornedalens zu Mord?
Die Stockholmer Polizistin Therese Fossnes kommt nach Pajala, um die Ermittlungen im Mordfall Udde zu leiten. Ihre Gespräche mit den Bürgern der Kleinstadt offenbaren, dass der Ermordete nicht gerade beliebt war. Der pensionierte Zöllner griff häufig diejenigen, die sich für den Erhalt des Meänkieli, der finnischen Sprache Tornedalens einsetzen, mit Leserbriefen an. Darüber hinaus drangsalierte der ehemalige Lehrer oft Jugendliche, die ihm irgendwie in die Quere kamen.
Schließlich wird Esaias Vanhakoski als Mordverdächtiger verhaftet. Der Rundfunkreporter hat nicht nur eine blutbefleckte Axt im Auto deponiert, sondern auch den Titel in seiner Tageszeitung »Mord an Zollbeamten« mit »Hecht endlich aufgeschlitzt« überschrieben. Trotz der Indizien, zweifelt Therese den Verdacht an. Stattdessen lässt sie sich auf eine Liaison mit Esaias und der konflikthaltigen Geschichte des idyllischen Landstrichs ein.
Geradlinig und authentisch
Der eigenwillige Stil Mikael Niemis, der die Leser und Kritiker in Populärmusik aus Vittula gleichermaßen begeistert hat, prägt auch seinen ersten Kriminalroman. Der Autor erzählt in ausdrucksstarken Bildern und mit viel hintergründigem Humor. Niemis direkte Wortwahl, mit der er Land und Leute beschreibt, klingt emotionsgeladen und teilweise recht schroff, ist aber auch voller Zärtlichkeit und Sympathie. Einen stringenten Spannungsbogen lässt der Autor vermissen, vielerlei Geschichten umgeben die Kernhandlung um den Mord und die Ermittlungen. Es ist nicht immer auf Anhieb erkennbar, wie der erzählte Ausschnitt einer Tornedalener Lebensgeschichte die Handlung weiter bringt. Dadurch bleibt der Lesefluss manchmal auf der Strecke.
Besen- und Sprachbarrieren
Es ist nicht zu übersehen, dass Der Mann, der starb wie ein Lachs eine Hommage Mikael Niemis an seine Heimat und ihre einzigartige Kultur darstellt. Die Konflikte des in schwedisches und finnisches Staatsgebiet geteilten Landes stehen klar im Mittelpunkt. Dennoch, oder gerade deswegen, hat der Autor einen unterhaltsamen Krimi geschrieben, der sowohl für die Polizistin aus der Stadt, als auch für den Leser besondere Pointen bereit hält. Gemeinsam mit Therese taucht man in eine abgelegene, ein wenig seltsame Welt ein. Wer kann denn ahnen, das Thereses Kollegen aus Pajala einen Durchsuchungsbefehl benötigen, um ein Haus zu betreten, vor dessen Tür ein Besen steht? Und warum benötigt man für die Zeugenbefragungen Einheimischer einen Übersetzer?
Einblicke in die Kultur
Nicht nur die Hauptpersonen Therese und Esaias hat der Autor sorgfältig entwickelt. Viele liebevoll gezeichnete Nebenfiguren, wie der Halb-Afrikaner Jan Evert Herdepalm und seine Mutter Alice oder die Polizisten Sonny und Eino, verleihen dem Roman seine besondere, nordische Atmosphäre. Ihre Schicksale erlauben einen Blick in die Seele Tornedalens. Mikael Niemi schreibt über Menschen, die sich über Jahre von ihren Wurzeln entfernt haben und nun um ihre kulturelle Identität kämpfen.
Aus Bildern und Geschichten, kreiert der schwedische Autor ein facettenreiches und tiefgründiges Gesamtwerk. Der Mann, der starb wie ein Lachs endet mit einer überraschendem Auflösung und einer Vision.
»Mir ist etwas in den Kopf gekommen, als ich in Pajala war, Mama.. Ich möchte gern Finnisch lernen.«
»Ach was.«
»Das sind schließlich Deine Wurzeln, Mama. Ich bin dann bestimmt der einzige halbe Neger, der Meänkieli kann.«
Eva Bergschneider, April 2008
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| koepper zu »Mikael Niemi: Der Mann, der starb wie ein Lachs« | 21.06.2010 |
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| CRI zu »Mikael Niemi: Der Mann, der starb wie ein Lachs« | 09.02.2010 |
| Salome Pockerl zu »Mikael Niemi: Der Mann, der starb wie ein Lachs« | 29.12.2009 |
| kayumanis zu »Mikael Niemi: Der Mann, der starb wie ein Lachs« | 18.07.2008 |
| Panda zu »Mikael Niemi: Der Mann, der starb wie ein Lachs« | 07.05.2008 |
| vargas zu »Mikael Niemi: Der Mann, der starb wie ein Lachs« | 12.04.2008 |

