Die Frauen, die er kannte von Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel Lärjungen, deutsche Ausgabe erstmals 2012 bei Rowohlt.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Stockholm, 2010 - heute.
Folge 2 der Sebastian-Bergman-Serie.

  • Stockholm: Norstedt, 2011 unter dem Titel Lärjungen. 494 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2012. Übersetzt von Ursel Allenstein. ISBN: 978-3862520206. 656 Seiten.
  • [Hörbuch] Freiburg im Breisgau: Audiobuch, 2012. Gesprochen von Douglas Welbat. ISBN: 3899644492. 6 CDs.

'Die Frauen, die er kannte' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Wieder wurde in Stockholm eine Frau ermordet, es ist bereits das vierte Opfer. Auch sie trug ein hellblaues Nachthemd, wurde brutal vergewaltigt, ihre Kehle aufgeschlitzt. Kommissar Höglund und seine Kollegen stehen unter großem Druck, denn die Abstände zwischen den Taten werden kürzer. Zudem deutet die Handschrift auf einen berüchtigten Serienmörder. Edward Hinde – hochintelligent, manipulativ, grausam. Doch Hinde sitzt seit Jahren im Hochsicherheitstrakt. Höglund bleibt nichts anderes übrig, als den Mann ins Team zu holen, der Hinde einst hinter Gitter brachte – Kriminalpsychologe Sebastian Bergman. Für den Kommissar und sein Team ist der arrogante Einzelgänger eine Zumutung, für Bergman wird der Fall zum Albtraum: Sein Gegenspieler ist ihm ebenbürtig. Und mit dem vierten Opfer verbrachte Sebastian die Nacht, nur wenige Stunden bevor die Frau ermordet wurde.

Das meint Krimi-Couch.de: »Willkommen im Jammertal der Profilneurosen und Pseudokonflikte« 30°

Krimi-Rezension von Jochen König

Beginnen wir mit dem Positiven. Das ist schön kurz. Hjorth & Rosenfeldt haben eine Idee. Die sich darin erschöpft, den Hauptdarsteller als kompletten Unsympathen darzustellen. Was blöderweise nicht ganz hinhaut. Denn natürlich lauert im problembelasteten, neurotischen Misanthropen Sebastian Bergman (Wie recht Karl Kraus doch wieder hat: »Krank sind die meisten. Aber nur wenige wissen, dass sie sich etwas darauf einbilden können. Das sind die Psychoanalytiker.«) eine empfindsame Seele, die nur darauf wartet geweckt zu werden.

Dazu gesellt sich, mit viel gutem Willen, der rudimentär vorhandene Spannungsaufbau – so ab Seite 200 -, der darauf hinausläuft zu spekulieren, wann Ermittlungsteam und Vorzeigepsychopath endlich in kritischer Situation – meist verbunden mit Geiselnahme – aufeinandertreffen. Das erwartet man wohl von solch einem Schmöker, und genau das wird auch geliefert. Wie es ausgeht? Eine rhetorische Frage.

So richtig aufregend ist das zu keiner Zeit, leiden die Autoren doch unter einer Erklärungswut, die noch den kleinsten Kieselstein am Wegesrand beschreiben muss. Der Nachahmungstäter ritualisiert sein Leben. Damit dies auch der letzte Leser kapiert, kommt das Wort Ritual dutzendfach auf den Seiten vor, die aus der Sicht des gestörten Mannes erzählt werden. Nicht, dass er Einsicht in sein Tun besäße. Die Autoren erklären es uns aber gerne. Erschöpfend.

Nachhaltig gestört wird die Dramaturgie, die kleinste Aussicht auf Erfahrungsgewinn dank Deduktion, durch den ausgeprägten Hang des Personals an jedem Ort, zu jeder Zeit, meist unpassend, Beziehungsprobleme zu wälzen und diese, am besten augenblicklich, ausführlich auszudiskutieren. Irgendwie müssen 729 Seiten ja zusammen kommen.

Selbst während Tatortermittlerin Ursula die Wohnung eines Mehrfachmörders examiniert, konzentriert sie sich viel mehr auf die Frage, warum Psycho-Sebastian vor etlichen Jahren mit ihrer Schwester geschlafen hat. Eine Antwort hat Bergman natürlich nicht parat; die Frage ist aber auch hinfällig: Sebastian Bergman hatte mit fast jeder Frau in Schweden Sex. Da fällt die Erinnerung schwer. So ist er halt. Und genau darauf basiert auch das vorliegende Buch.

Ein Serienmörder bringt Frauen um. Nach einem Muster, das ein armes Würstchen (jetzt allerdings, so platt wie lachhaft unkomisch, gelegentlich »Der Meister« genannt) namens Edward Hinde vorgegeben hat. Jener Hinde, über den Freund Bergman zwei Bücher geschrieben hat, worauf sein zweifelhafter Ruf beruht. Doch Hinde sitzt im Hochsicherheitstrakt hinter schwedischen Gardinen. Wo auch sonst?

Also ist ein Nachahmungstäter unterwegs. Der aber so akkurat in Hindes Fußstapfen tappt, dass es eine Verbindung zum Original Gangster geben MUSS. Doch das ermittelnde Team der Reichsmordkommission findet sie nicht. Bergman hat nur vage Vermutungen, Ahnungen und das dringende Bedürfnis, es sich mit allen Menschen in seiner Umgebung zu verderben. Tut zwar nicht not, aber hey, wieder ein paar Seiten geschafft zum Wälzer.

Glücklicherweise hilft Hinde, wo er nur kann. Was auch gut ist. Denn ohne seine Tipps müsste sich die Reichsmordkommission in »Dezernat für ungeklärte Familien- und Beziehungsangelegenheiten« umbenennen. Dabei scheuen sich Hjorth & Rosenfeldt nicht einmal das alte »quid pro quo« des Dr. Lecter auf’s Tapet zu bringen. Dass der dusselige Ex-Polizist und jetzige Gefängnisleiter Thomas Haraldsson darauf eingeht ist eins, dass Hinde mit Vanja Lithner aber seine Clarice Starling findet, ist so platt wie schwach umgesetzt. Immerhin ist Papi beim ersten Anstandsbesuch mit dabei.

Im Ernst: Ein unfähigerer Haufen Polizisten durfte sich selten in einem Roman tummeln. Der Text betont zwar immer wieder, was für ein tolles Team Kommissar Torkel Höglund besitzt, doch wird diese Behauptung von sämtlichen Beteiligten eher torpediert als bestätigt. Vor allem die Polizeiarbeit, so sie denn überhaupt stattfindet, bleibt ziemlich irrelevant. Beispiele gefällig?

Auf Seite 152(!) sitzt Torkel in seinem Büro, beklagt die Überarbeitung und den hohen Stressfaktor seines Jobs – bis dato hat er eine Handvoll Konferenzen geleitet, ist ein bisschen durch die Gegend gefahren und hat mit einem Journalisten telefoniert -, Ermittlungsergebnisse sind mager bis gar nicht vorhanden. Doch was treibt den Vielbeschäftigten wirklich um? Wie lange seine beiden Töchter im Teenageralter wohl noch in den Ferien zu ihm ins kleine Sommerhäuschen kommen. Ein paar Millionen Eltern kennen die Antwort: So mit ca. 15, 16 ist das meist vorbei, spätestens dann fahren die lieben Kleinen gerne mit Freunden in Urlaub. Das wäre geklärt. Können wir uns also endlich auf die Ermittlung konzentrieren. Denkste.

Da erfährt der Polizeitrupp, dass Hinde einen Laptop in seiner Zelle hat (das schwedische Justizsystem ist augenscheinlich sehr liberal). Keiner der Beamten kommt auf die Idee, das Teil zu untersuchen. Und das, obwohl auf Billy Roséns Qualitäten im Umgang mit Computern und Technik des Öfteren hingewiesen wird. Nein, man verlässt sich auf das Wort des unfähigen Gefängnisdirektors und seines Personals, dass Hinde keine Verbindung zum Internet hat.

SPOILER: Edward Hinde, diese durchtriebene Ausgeburt des Bösen, weiß es besser. Wäre eine Sache von 10 Minuten gewesen, ihm auf die Schliche zu kommen. Aber der Kerl ist ja SO klug. Hat einen IQ von über 130. Wie fast jeder der Gefängnisinsassen. Wärter und Direktor kommen gerade auf die Hälfte. Gemeinsam.

Ein Befähigungsnachweis scheint für die Arbeit im Gefängnis überhaupt nicht nötig zu sein, selbst Schulungsmaßnahmen dürfen angezweifelt werden. Ob es verboten ist, populärwissenschaftliche Werke in der Freizeit zu lesen, konnte nicht eruiert werden. Ein bisschen Lektüre á la John Douglas, Robert Ressler oder Stephan Harbort hätte schon geholfen, um Haraldsson vor heftigem Ärger zu bewahren; der sich sogar auf seine flauschige Beziehung ausweitet. Aber der arme Kerl ist leider zu beschäftigt damit, dem Klischee des tragikomischen, tumben Toren als Aufreger für’s Lesepublikum, zu entsprechen.

Bleibt für erfolgsversprechende Ermittlungsergebnisse noch unser Top-Profiler Sebastian Bergman übrig. Doch, oh Wunder: Obwohl seine herausragende Qualifikation – selbst in den zahlreichen dunklen Stunden seines Daseins – beschworen wird, ist realiter nichts davon zu spüren, bzw. zu lesen. Ihm gelingen keine psychologischen Profile in seinem nahen Umfeld, und die Analyse verbrecherischer Psychopathen klappt auch nur, wenn diese ihm zuliefern, was er wissen möchte. Stattdessen übt sich Bergman als unbegabter Stalker – seiner Tochter und zwischenzeitlichen Kollegin Vanja hinterher. Er bringt es nicht fertig (die Mutter allerdings auch nicht) Vanja einzugestehen, dass er ihr leiblicher Vater ist. Begründung? Fehlanzeige. Aber der arme Kerl leidet schließlich ganz fürchterlich unter dem Tsunami-Tod seiner Frau und kleinen Tochter. Da begeht man schon mal Übersprunghandlungen. Kann passieren; aber doch nicht unbedingt einem der angeblich führenden Psychologen Schwedens (um Missverständnissen vorzubeugen: Psychologen/-analytiker brauchen natürlich keine besseren Menschen zu sein. Aber ihre Profession sollten sie schon beherrschen.). Das Unglaubwürdigste: Vanja ist kein Kind mehr, nicht mal ein Teenager, sondern eine (vorgeblich) selbstbewusste, toughe Frau um die Dreißig. Die verkraftet das. Bloß nicht im Land der aufgesetzten Konflikte.

Keine weiteren Einzelheiten mehr über diesen Murks, ersonnen von zwei Autoren, die mutmaßlich glauben, man müsse nur die entsprechenden Versatzstücke zusammenschustern, damit am Ende ein lesbarer Kriminalroman herauskommt. Vielleicht sogar ein guter. Nie im Leben. Ein verkaufsträchtiger bedauerlicherweise schon.

Jetzt könnte man über dieses Machwerk schmunzeln wie über einen schlechten Witz, es auf die Seite legen als problemüberladenen Katastrophenroman, wenn es nicht einen Punkt gäbe, der das ganze Buch zu einem Ärgernis macht. Der Umgang mit Kindesmissbrauch ist von leichtfertiger Gedankenlosigkeit. Dass die Rückblenden des Nachahmungstäters fatal der Tatort-Folge »Abschaum« (maskentragende Satansjünger bedrängen Kinder) ähneln, kann vorkommen, besonders bei solch einem Flickwerk, dessen Second-Hand-Faktor insgesamt weit höher ist. Doch dass den Missbrauchsopfern jede Empathie versagt wird, dass Missbrauch nur noch zum Initiationsritus für Serienkiller taugt, bzw. zum bloßen Stichwort und Aha-Erlebnis degradiert wird, ist höchst perfide.

Bei der Gestaltung des Hinde-Charakters zudem unglaubwürdig und nur auf die beabsichtigte Wirkung hin inszeniert. Halbwegs schlüssig mag noch sein, dass der Leidtragende eines mehrjährigen Missbrauchs zum Täter wird, sobald sich seine Lebenssituation eklatant ändert. Völlig absurd ist aber, dass ein Mensch, der dreißig Jahre Opfer war, der niedergemacht wurde bis zur Persönlichkeitsaufgabe, sich plötzlich nach dem Tod des Täters, bzw. der Täterin wie ein Phönix aus der Asche erhebt und zu einer dämonisch und hochgradig manipulativen Mixtur aus den Doktoren Lecter und Mabuse mutiert.

Hindes Mehrfachmorde basierten noch auf der nachvollziehbaren Mischung aus Scham und Angst vor Strafe, aber die nachfolgende Entwicklung zum kriminellen, dominanten Superhirn ist das blinde Äffchen, das zwei Stallburschen aus dem lichtlosen Bereich des Medienzirkus auf der Nase herumtanzt und behauptet: »Kuckt mal, was ich alles kann!« Dabei kann es gar nichts, sondern ist nur eine Halluzination nach dem übermäßigen Genuss von Selbstgebranntem, der aus zu vielen minderwertigen Zutaten besteht.

PS.: Damit die Rezension nicht noch länger wird, habe ich mir weitere Verweise auf Fehler und offensichtlichen Nonsens erspart. Das hätte sonst zur Sprengung der Startseite geführt. Wer’s genauer wissen will, muss selbst suchen. Ist bei 729 Seiten eine Herausforderung, ich weiß. Ihr dürftet aber fündig werden. Ich gebe auch gerne Tipps. Gestehen muss ich auch: Meist wenn es darum ging, wer wie viele Paprikastreifen auf’s Butterbrot legt oder welcher Krawattenknoten gerade gebunden werden soll, habe ich ein paar Seiten nur überflogen. Vermutlich weiß ich deshalb genauso wenig wie Sebastian selbst, mit welchen und wie vielen Frauen er einvernehmlichen GV hatte. Bloß Hinde kennt sie alle. Woher auch immer.

Jochen König, August 2012

Ihre Meinung zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Frauen, die er kannte«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Ruth zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Frauen, die er kannte« 19.02.2016
Ein selten schlechter Krimi. Das Ermittlungsteam stotzt nur so von Unfähigkeit, wie die Vorredner schon sagten, feht die Sapnnung komplett, es wird langatmig von dieversen Beziehungskisten erzählt, die kein Mensch interessiert und der Hauptprotagonist ist ein Unsympath allererster Güte und dazu noch unfähig. Ich habe mittendrin 200 Seiten überschlagen, ohne dass nennenswerte Lücken entstanden.
Niemals wieder so einen Schmarren. Reine Zeitverschwendung
Peter zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Frauen, die er kannte« 15.11.2015
"Jetzt könnte man über dieses Machwerk schmunzeln wie über einen schlechten Witz."Genauso wie über die "Rezension". Die ersten 200(+)Seiten mögen zäh wie Kaugummi sein, sind aber auch notwendig um dann für die restlichen Seiten den Nährboden zu legen. Pseudointellektueles Wischiwaschi anstatt sachlicher und verständlicher Auseinandersetzung. Unter Buchkritik verstehe ich etwas anderes.
Hela zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Frauen, die er kannte« 04.11.2015
Habe die krimi-couch bislang immer gerne genutzt, um einen ersten Eindruck neuer Bücher zu bekommen. In diesem Fall wollte ich mich noch mal über das letzte (selbst vor zu langer Zeit gelesene) Buch der Reihe informieren, um besser ins aktuelle reinzukommen. Mit so einem genervten Totalverriss wie Königs fällt das schwer. Natürlich erwarte ich hier keine professionellen Kritiken - aber eine etwas differenzierte Tonalität, ein Hauch Abstand von persönlicher Genervtheit wäre doch konstruktiver für User / Leser mit Infobedarf.
Torsten zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Frauen, die er kannte« 21.04.2014
Das Konzept "Sebastian Bergmann" setzt auf zwei Punkte: Erstens ist er ein absolutes Arschloch, aber Zweitens ein so brillanter Ermittler oder Profiler, dass man auf ihn dann doch nicht verzichten kann um einen Fall zu lösen.
Der erste Punkt wird auf den ersten gut 200 Seiten elend lang und langweilig festgeschrieben - den zweiten Punkt findet man auch auf den folgenden 500 Seiten dagegen nicht.
Spannend ist das nur sehr sehr begrenzt, stattdessen werden Beziehungsprobleme jedweder Art hin- und hergewälzt, langatmig und todlangweilig.
Ermittlungarbeit findet nahezu nicht statt, eigentlich wird nur den Handlungen von Hinde und seinen Helfern hinterhergestolpert.
Gerade der "geniale" Sebastian Bergman tut rein gar nichts was die Ermittlung voranbringt oder gar seinem angeblichen Ruf gerecht wird.
Sein "Vater-Vanja-Dilemma" wird in einer epischen Breite ausgewälzt die nur noch langweilt.
Die polizeiliche Ermittlung strotzt nur so von unerklärlichen, ja unverzeihlichen Fehlern und Unterlassungen dass es nur noch unglaubhaft ist. Es wurden ja schon genug Beispiele genannt - aber schon beim ersten Punkt ist jeder Realitätsbezug abhandengekommen: Natürlich würde in jedem Fall der Laptop von Hinde in seiner Zelle genauestens überprüft werden sobald der Zusammenhang mit ihm auch nur vermutet würde. Von den ganzen unterlassenen Handyortungen ganz zu schweigen.
So ist der Ausgang schlicht und vorhersehbar, kurz und einfach.
Natürlich wollen die Autoren auch den nächsten Band verkaufen und so wird wieder ein kleiner Cliffhanger eingebaut - diesmal nicht die Frage wie Sebastian mit Vanja umgeht, sondern was Ellinor mit Valdemar vorhat.
Das reicht aber nun wirklich nicht um sich nochmal gut 700 Seiten anzutun.
Kylling zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Frauen, die er kannte« 07.04.2014
Tja, ich bin hin- und hergerissen. Ich finde das Buch trotz seiner Dicke nicht unspannend, aber zugleich sehr sehr ärgerlich. Die ganze Geschichte funktioniert nämlich nur, weil sich das Ermittlerteam so unglaublich dämlich anstellt bzw. überhaupt nicht erst ermittelt, der Hauptprotagonist am allerwenigsten.

ACHTUNG SPOILER:
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
- der im Gefängnis sitzende Oberbösewicht benutzt einen Laptop. Keine Kontrolle, ob damit eine Internetverbindung hergestellt wird, auch sonst keine Kontrollen
- Rote Beete und Blut riechen unterschiedlich und haben auch andere Konsistenz
- Handys werden nicht geortet (nicht mal versucht zu orten)
- der Expolizist sitzt offenbar tagelang tot im Auto in unmittelbarer Nähe der Wohnung einer der Ermittler, interessiert keinen
- so banale Sachen wie Umfeldbefragungen möglicher Zeugen finden nicht statt
- der unglaublich dämliche Gefängnisdirektor
- durch einmaliges Andiewandwerfen eines Laptops des Handlangers gehen mit Sicherheit nicht alle Daten der Festplatte verloren, wenn auch das Gerät danach defekt sein mag. Von Wiederherstellungsexperten hat man in Schweden wohl noch nie gehört.

.
.
.
.
.
.

SPOILER ENDE

Das sind einfach zu viel der Unzulänglichkeiten und es sind leider keine Bugs am Rande, sondern genau auf dieser Trampeligkeit beruht der Fortgang der gesamten Geschichte. Da gefallen mir die ebenfalls zu sehr ausgewalzten Persönlichkeitsprobleme der Beteiligten fast noch am besten.

Schade.

50 Grad
Anne Pesch zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Frauen, die er kannte« 08.02.2014
Machen wir es kurz:
"Der Mann der kein Mörder war", ein absolut mitreißender Krimi, tolle Story, Stunden voller Spannung, unglaublich gut!
"Die Frauen, die er kannte", 726 überflüssige Seiten. Bin maßlos enttäuscht, schade.
Ob ich den dritten Teil lesen werde, steht noch in den Sternen, und dass, obwohl dieser bereits im meinem Bücherregal auf ich wartet...
glasperle zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Frauen, die er kannte« 30.01.2014
Die Kritik, die Herr König geschrieben hat,
ist aller Ehren wert. Ich stimme ihr bis in
die Einzelheiten zu.
Der so hoch gelobte Krimi ist ein plattes,
mit überflüssigem Psycho-Fett aufgedunse-
nes Machwerk, von Autoren geschrieben,
die sich einbilden, es genüge nicht, den
Lesern einen intelligenten Krimi zu bieten.
Psychologie und das Wissen kompetenter
Laien sei noch viel wichtiger.
winny zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Frauen, die er kannte« 11.01.2014
Also die Kritik des Herrn König über das Buch ist schon fast eine Kritik wert.Jeder liest und empfindet ein Buch anders.Persönlch fand ich den 2.Teil der Bergmann Triologie genau so lesenswert wie den 1.Teil.Hatte das Gefühl beim Lesen als ob ich mitten im Geschehen wäre.Dazu gehöen menschliche Fehler,persönliche Gedanken,private Probleme sowie Auseinandersetzungen bei der Arbeit irgend wie doch immer dazu.Die Autoren habe es geschafft,durch Ihren Antiheld,dem Ermittlerteam und der Story ansich mich so zu fesseln,daß ich 730 Seiten im Nu verschlungen habe.Für mich als viel Leser von Thrillern nicht alltäglich.
Fazit Wer nicht unbedingt blutrünstige amerikanische Thriller braucht dem kann ich den Antihelden Bergmann nur empfehlen. Von mir 90 Punkte
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Manuela zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Frauen, die er kannte« 31.12.2013
Die Rezension kann ich so nicht ganz nachvollziehen, ich finde sie ziemlich heftig und abwertend.

OK, es mag sich nicht gerade um DAS Meisterwerk eines schwedischen Krimis zu handeln und die ersten 270 Seiten fand ich auch grottenlangweilig.
Aber da ich es geliehen bekommen hatte, hab ich dann doch bis zum Schluss durchgehalten und fand es dann doch sehr spannend.
Ich habe aber auch die Fähigkeit, über kleinere Fehler einfach hinwegzulesen und mich nicht weiter darüber aufzuregen, wenn ich das bei jedem Buch täte, würde mir das Lesen wohl keinen Spaß mehr machen.

Ob ich mir den nächsten Band dann kaufen werde, weiß ich noch nicht, mal sehen.

Und wenn, dann nur als Kindle - dieses Buch, das ich gerade gelesen habe, ist SO DICK und SO SCHWER, dass mir die Arme wehtaten.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ulrich Bahlburg zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Frauen, die er kannte« 09.12.2013
Dieses Buch ist definitiv der schlechteste Schwedenkrimi den ich je gelesen habe. Jochen König beurteilt das Buch sehr differenziert, begründet sein Urteil sehr detailliert und hat in jeder Beziehung recht. Angesichts der enormen Verkaufszahlen des Machwerks kann ich nur mit einer vulgären Plattitüde äußern: Millionen Fliegen können nicht irren - Scheiße schmeckt schön.
2 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 30.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Die Frauen, die er kannte

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: