Das zweite Herz von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1997
unter dem Titel Blood Work,
deutsche Ausgabe erstmals 1999
bei Heyne.
463 Seiten.
ISBN-10: 3-453-17734-7, ISBN-13: 978-3-453-17734-5.
Übersetzt von Sepp Leeb.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Kalifornien / Los Angeles, 1990 - heute.
'Das zweite Herz' ist erschienen als
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Deutscher Krimi Preis 2000, 3. Platz international
In Kürze:
Ex-FBI-Agent Terry McCaleb erholt sich nach einer schweren Herzoperation auf seinem Hausboot. Dort erhält er überraschend Besuch von einer jungen Frau, die ihn um Hilfe bittet: Ihre Schwester wurde ermordet, und vom Täter fehlt jede Spur. McCaleb fühlt sich moralisch verpflichtet zu helfen, als er erfährt, dass sein Spenderherz von der Ermordeten stammt. Bei den Ermittlungen stellt er zu seinem Entsetzen fest, dass irgend jemand da draußen mit ihm Katz und Maus spielt. Jemand, der bereits gemordet hat -- und der bereit ist, es wieder zu tun.
Das meint Krimi-Couch.de: »Connelly ist definitiv einer der besten Autoren seines Genres«
Krimi-Rezension von Michael Matzer
Drei Menschen wurden Opfer eines skrupellosen Mörders – doch die Ermittlungen wurden eingestellt. Wie konnte das geschehen? – Mit Meisterwerken wie Der Poet und Schwarze Engel hat sich Connelly einen Stammplatz bei Thrillerfreunden erobert.
Das Unheil naht sich Terry MacCaleb in Gestalt einer wunderschönen Frau, die auf Stöckelschuhen seine Bootsanlegestelle betritt: Graciela Rivers bittet den ehemaligen Serienkillerjäger des FBI darum, den Mörder ihrer Schwester Gloria Torres zu finden. Das könne sie sich gleich aus dem Kopf schlagen, entgegnet er. Er müsse sein geerbtes Boot auf Vordermann bringen!
Aber sie hat noch einen Trumpf im Ärmel. Er habe vor kurzem ein neues Herz eingepflanzt bekommen, habe sie in der Zeitung gelesen, und natürlich dürfe er sich nicht überanstrengen. Aber dieses Herz stamme von Gloria, und nur dank ihres Todes sei er am Leben. Terry kann weder diesem Argument noch Gracielas wunderschönen Augen widerstehen. Für ihn ist nun alles zu spät: Die Jagd nach Glorias kaltblütigem Mörder führen ihn in die Hölle – aber auch wieder hinaus.
Da Gloria in einem Minimarkt beim Einkaufen erschossen wurde, hielten die Polizisten vom LAPD den Mord für einen Raubüberfall. Auch der Ladenbesitzer wurde offenbar nur wegen des Geldes erschossen. Die Polizisten sind nicht begeistert, dass ihnen ein Privatschnüffler zeigen will, was eine Harke ist. Doch McCaleb bekommt Schützenhilfe von Jaye Winston. Sie arbeitet beim Sherriff des County von Los Angeles und verfügt über die gleichen Unterlagen und Videos wie die abblockenden Polizisten.
Schon bald kommt McCaleb durch trickreiche Methoden, zu denen neben Hypnose auch Videobearbeitung und Datenbankabfrage gehören, darauf, dass Gloria nur ein Opfer in einer ganzen Serie ist: Stets wurden Träger einer ganz bestimmten seltenen Blutgruppe getötet, damit ihre Organe für die Transplantation entnommen würden. Es handelte sich also keineswegs um Raubüberfälle. Und da das erste Opfer ein Observationsobjekt des FBI gewesen war, übernehmen nun bornierte Bundesagenten die Ermittlungsarbeit, für die Winston und McCaleb so viel geopfert hatten.
Doch allmählich wird die Lage für den Schnüffler selbst brenzlig: Denn da er selbst ein Herz mit dieser seltenen Blutgruppe eingepflanzt bekommen hatte, steht er nun plötzlich ganz oben auf der Liste der Verdächtigen: der Schnüffler als Organjäger? Als das FBI sein Boot untersucht und die ihm vom wahren Killer untergeschobenen Besitztümer der drei Opfer findet, beginnt eine Menschenjagd auf ihn. Ihm bleibt nur ein Ausweg: den Killer so schnell wie möglich zu überführen und zu schnappen.
Zu seinem Entsetzen findet er heraus, dass ihm genau dieser Mörder selbst das Leben gerettet hat.
Dieser Thriller ist zweifellos ein Meisterwerk. Hier geht es der Hauptfigur, einem ehemaligen Killerjäger, nicht nur darum, einen Verbrecher zur Strecke zu bringen. Terry McCaleb weiß: dies ist »Blutarbeit«. Und da er sein neues Herz von einem Mordopfer erhalten hat, in dessen Schwester er sich verliebt, hat der Begriff »Blutarbeit« eine weitaus tiefergehende Bedeutung für ihn.
Diese Bedeutung lässt sich in Connellys Roman am besten in religiösen Begriffen umschreiben: McCaleb lebt in der Finsternis der Verzweiflung eines vom Glauben Abgefallenen. Er glaubt nicht mehr daran, dass alle Ereignisse einen guten Grund haben. Es gibt keine Engel mehr für ihn. Er lebt am Rande der Welt, am Meer, auf einem Boot, ein Einsamer, der von geliehener Zeit und von Medikamenten lebt.
Erst Graciela verspricht ihm durch ihre Liebe so etwas wie Erlösung. Diese aber muss er sich durch die Aufklärung des Mordes an ihrer Schwester erst zu einem hohen Preis erkaufen. Er kann froh sein, dass sie ihm überhaupt weiterhin vertraut. Für diese Liebe muss er auch bereit sein, alles zu geben. Die Belohnung ist eine neue Familie, eine neue Zukunft.
Es gibt nicht viele solcher tiefgehender Thriller. Das Schweigen der Lämmer kommt mir in den Sinn – die Erlösung der Clarice Starling von ihren Alpträumen. Michael Connelly ist definitiv einer der besten Autoren seines Genres.
Das hat auch kein Geringerer als Clint Eastwood bemerkt. In einer unscheinbaren Liste der Danksagungen wird der Schauspieler und Regisseur beiläufig aufgeführt. Das kann jedoch durchaus bedeuten, dass Eastwood, der Autoren wie A. Klavan (»True Crime«) und Baldacci (»Absolute Power«) verfilmt hat, auch mal einen Connelly auf die Leinwand bringen möchte. Es wäre zu wünschen.
Das meinen andere:
»Der Stoff aus der Hölle« (Focus)
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| sabrina13582 zu »Michael Connelly: Das zweite Herz« | 18.06.2009 |
|---|---|
| Bartensen zu »Michael Connelly: Das zweite Herz« | 01.02.2009 |
| K. zu »Michael Connelly: Das zweite Herz« | 29.12.2008 |
| Carmen Wöhler zu »Michael Connelly: Das zweite Herz« | 29.01.2008 |
| axelp zu »Michael Connelly: Das zweite Herz« | 26.01.2007 |
| Cleaningwoman zu »Michael Connelly: Das zweite Herz« | 07.08.2005 |
| william zu »Michael Connelly: Das zweite Herz« | 04.03.2005 |
| Stadel zu »Michael Connelly: Das zweite Herz« | 24.03.2004 |
| Cornelia zu »Michael Connelly: Das zweite Herz« | 04.03.2004 |
| Romy zu »Michael Connelly: Das zweite Herz« | 13.02.2003 |
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