Der Sommer des Commissario Ricciardi von Maurizio de Giovanni

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2009 unter dem Titel Il posto di ognuno: l`estate del commissario Ricciardi, deutsche Ausgabe erstmals 2011 bei Suhrkamp.
Ort & Zeit der Handlung: Italien / Neapel, 1930 - 1949.
Folge 4 der Commissario-Ricciardi-Serie.

  • Rom: Fandango, 2009 unter dem Titel Il posto di ognuno: l`estate del commissario Ricciardi. 416 Seiten.
  • Berlin: Suhrkamp, 2011. Übersetzt von Doris Nobilia. ISBN: 978-3518462492. 350 Seiten.

'Der Sommer des Commissario Ricciardi' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Sommer 1931, Neapel ächzt unter Hitze und Faschismus gleichermaßen. Commissario Ricciardi vermögen beide nicht aufzuhalten. Eine unheimliche Gabe läßt dem brillanten Ermittler keine Ruhe, er hört die letzten Worte der Toten. Sein neuester Fall allerdings stellt seine Hartnäckigkeit auf eine schwere Probe: Herzogin di Camparino, geheimnisvolle und skandalumwitterte Herrin der Salons und Theaterlogen, wurde ermordet. Die Liste der Verdächtigen ist lang, doch länger noch die Liste derer, die allzu gründliche Nachforschungen um jeden Preis verhindern wollen … Seine Vorgesetzten mißtrauen ihm, seine Kollegen glauben, er spreche mit dem Teufel. Doch Commissario Ricciardi kennt nur ein Ziel: den Mörder zur Strecke bringen. Seine Jagd führt ihn tief in die Abgründe der High-Society im Italien der dreißiger Jahre.

Ihre Meinung zu »Maurizio de Giovanni : Der Sommer des Commissario Ricciardi«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

tedesca zu »Maurizio de Giovanni : Der Sommer des Commissario Ricciardi« 28.06.2011
Der melancholische Commissario Ricciardi, der die letzten Gedanken der Toten hören kann, ermittelt in einem mysteriösen Mordfall, der ihn bis in die Führungsebene der Nationalsozialisten führt. De Giovanni lässt einen deutlich spüren, wie die Macht des Regimes immer mehr zunimmt, immer präsenter im Neapel der 1930er-Jahre wird. Im krassen Gegensatz dazu stehen verschiedene Liebesgeschichten, die eines gemeinsam haben: die Leidenschaft. Auch die große Liebe von Ricciardi wird auf mehrere harte Proben gestellt, und immer mehr stellt sich für ihn die Frage, ob es nicht doch endlich einmal an der Zeit wäre, die Initiative zu ergreifen, oder für immer auf sein Glück zu verzichten.
Die Geschichte wird sehr einfühlsam und dicht erzählt, Einschübe von Ich-Erzählern lassen den Leser die Wahrheit noch vor dem Commissario erahnen, wobei es zum Schluss trotzdem noch eine Überraschung gibt.
Einmal mehr führt uns De Giovanni durch Neapel, diesmal miten im Hochsommer, man spürt gleichsam die glühende Hitze auf der Haut und leidet mit dem übergewichtigen Brigadiere Maione in seiner Uniform, der es sich noch dazu in den Kopf gesetzt hat, abzunehmen.
Der Autor stellt uns eine Familie vor, wie es sie heutzutage wohl nicht mehr gibt. Das Aussergewöhnliche ist nicht der begangene Ehebruch, sondern die Ehefrau, die zusieht und leidet, die durch ihr Schweigen die Familie noch mehr zerrüttet als es der untreue Ehemann ohnehin schon tut. Und die durch ihre Passivität zur Urheberin eines unglaublichen Dramas wird.
Alles in allem eine stimmige und stimmungsvolle Fortsetzung der ersten beiden Teile, der Schluss lässt einen hoffen, dass der Herbst des Commissario doch noch ein Happy End für den sympathischen Einzelgänger im Ärmel hat.
Ihr Kommentar zu Der Sommer des Commissario Ricciardi

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: