Der Dante Club von Matthew Pearl

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel The Dante Club, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei Hoffmann & Campe.

  • New York: Random House, 2003 unter dem Titel The Dante Club. 478 Seiten.
  • London: Vintage, 2004. 478 Seiten.
  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 2003. Übersetzt von Rudolf Hermstein. ISBN: 3-455-05880-9. 478 Seiten.
  • München: dtv, 2005. Übersetzt von Rudolf Hermstein. ISBN: 3423208260. 526 Seiten.

'Der Dante Club' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Boston 1865. Ein Serienmörder geht um, der seine Opfer auf besonders grausame und spektakuläre Weise ermordet. Die Polizei ist ratlos. Ausgerechnet die Mitglieder des neugegründeten Dante Clubs, unter ihnen der Dichter Henry Wadsworth Longfellow und der Verleger J. T. Fields, ahnen, was es mit den Untaten auf sich hat: Die bestialischen Bostoner Morde setzen die in Dantes »Inferno« beschriebenen Höllenqualen in die Praxis um. Doch wie kommt der Mörder an sein Wissen über Dante? Der Dante Club ist gerade erst dabei, die »Göttliche Komödie« nach und nach ins Englische zu übersetzen (und wird dabei angefeindet von traditionalistischen akademischen Kreisen, die fremdländische Einflüsse fürchten). Der Mörder kann Dantes Dichtung eigentlich noch nicht kennen, es sei denn, er hätte sie im italienischen Original gelesen. Ist er unter den italienischen Einwanderern zu suchen? Fieberhaft versuchen die Gelehrten, die nächsten Schritte des Täters vorherzusehen – doch dieser verfügt über teuflische Schlauheit 

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JaneM. zu »Matthew Pearl: Der Dante Club« 11.12.2012
Die Handlung des "Dante Club" spielt sich im Boston des Jahres 1865 im Dunstfeld der akademischen Elite um die Harvard Universität ab. Die Freunde Longfellow (Dichter), Lowell (Professor für Literatur), Holmes (Professor für Anatomie) und Fields (Verleger, hauptsächlich der universitären Werke) treffen sich regelmäßig, um intellektuellen Freuden zu frönen: sie lesen Dantes "Göttliche Komödie" in der ursprünglichen italienischen Fassung, diskutieren und interpretieren sie. Außerdem unterstützen sie ihren Freund Longfellow, der es sich nach dem Unfalltod seiner Frau zur Lebensaufgabe gemacht hat, Dantes Werk erstmals ins amerikanische zu übersetzen. Die Übersetzungsbestrebungen werden von der Leitung von Harvard kritisch beäugt. Zu brutal und blasphemisch erscheinen die Strafen von Dantes "Inferno". Insbesondere der Kämmerer Harvards versucht mit allen Mitteln die Übersetzung zu verhindern und droht, wo er kann (den Professoren mit dem Verlust ihres Lehrstuhls und Fields mit dem Entzug weiterer Aufträge). Die Freunde des Dante Clubs lassen sich jedoch nicht einschüchtern. Das erste Kapitel stellt die Protagonisten (allesamt reale historische Personen) und die Atmosphäre um Harvard jener Zeit dar. Das erste Kapitel mag den Leser irritieren. Man vermutet sich eher in einem historischen Roman, als in einem Thriller. Daran ändern auch die Morde nichts, die recht früh, aber eher nebensächlich geschehen: Richter Healey wird tot auf seinem Anwesen gefunden (zerfressen von Maden und Bienen) und der Priester Talbot steckt kopfüber in der Nekropole unter seiner Kircher in einem Erdloch. Die Freunde des Clubs sind mit den ermordeten Mitgliedern der Gesellschaft Bostons natürlich bekannt, sehen aber zunächst keinen Bezug zu ihrem Wirken. Erst als Holmes in seiner Eigenschaft als Mediziner zur Obduktion von Talbot hinzugebeten wird, wird ihm klar, dass jemand nach Beispiel der Strafen von Dantes des "Infernos" mordet. Und das in gleicher Reihenfolge ihrer Übersetzung. Holmes weiht darauf seine Freunde ein. Was tun? Würden sie sich an die Polizei wenden, geraten sie selber in den Kreis der Verdächtigen, denn kaum jemand in Boston dieser Zeit ist mit Dante vertraut. Weiteren möglichen Morden tatenlos zusehen, wollten die Freunde aber auch nicht. Also bleibt nur die Möglichkeit, selber der Sache auf den Grund zu gehen und den Mörder zu suchen. Aber- wie Lowell es auf den Punkt bringt- der Dante Club besteht aus Männern des Wortes, nicht Männern der Tat. Außerdem gehen alle deutlich auf die 60 zu. Dennoch: die Jagd nach dem Mörder beginnt. Ab dem zweiten Kapitel nimmt das Buch deutlich an Fahrt auf. Letztendlich klärt sich Motiv und Täter recht schlüssig (jede weitere Äußerung würde hier zu viel verraten).
Fazit: ein sehr ungewöhnlicher,historischer Krimi, der sprachlich nicht schwierig, aber inhaltlich sehr komplex ist.
Der Dante Club ist kein Krimi, den man mit "abends mal ein paar Seiten" auf die Schnelle konsumieren kann. Man muss sich begeben nach Boston ins Jahr 1865. Und ist hinterher neugierig auf die " Göttliche Komödie".
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