Mila von Matteo Strukul

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel La Ballata di Mila, deutsche Ausgabe erstmals 2017 bei Suhrkamp.

  • Rom: Edizioni E/O, 2011 unter dem Titel La Ballata di Mila. 205 Seiten.
  • Berlin: Suhrkamp, 2017. Übersetzt von Ingrid Ickler. herausgegeben von Thomas Wörtche. ISBN: 978-3518467480. 205 Seiten.

'Mila' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Norditalien im Würgegriff des organisierten Verbrechens. Nichts und niemand scheint der lokalen Triade und der mit ihr verfeindeten Mafia etwas anhaben zu können. Bis auf einmal und wie aus dem Nichts diese junge Frau mit den roten Dreadlocks und dem Schwert in der Hand auftaucht. Ein ebenso schöner wie gnadenloser Racheengel. Seither kann sich kein Gangster und kein Mafioso mehr sicher wähnen, der Tod lauert plötzlich überall. Wer aber ist diese Mila, was treibt sie an? Niemand weiß es, nur so viel ist sicher: Sie ist nicht nur eine schier unbesiegbare Kampfmaschine, sie ist auch clever. Sehr clever sogar. Aber wenn sich Triade und Mafia zusammentun, dann könnte es ziemlich eng werden selbst für Mila …

Das meint Krimi-Couch.de: »Pulp Fiction aus Italien« 75°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Guo Xiaoping, Anführer der Triade der »Sprechenden Dolche«, will es dem Chef der Mafia Venetiens, Rossano Pagnan, endgültig zeigen und heuert ausgerechnet dessen Auftragskiller Ottorino Longhin an, um die Brüder Galesso zu töten. Diese sind die besten Geldwäscher des Landes und arbeiten für Pagnan. An einer Raststätte soll der Anschlag über die Bühne gehen, doch es geht so einiges schief, vor allem nach dem eine auffallend hübsche Frau mit roten Dreadlocks ins Spiel kommt. Nachdem Longhin die Galesso-Brüder erschossen hat, verletzt ihn Mila, so der Name der Schönheit, mit einem Messerangriff am Hals. Schwer verletzt kommt Longhin ins Krankenhaus. Ein Wettrennen beginnt. Guos Leute müssen ihn zum Schweigen bringen, Pagnans Leute ihn stattdessen entführen, um zu erfahren, was und warum da eigentlich passiert ist.

»Musso, die Situation ist dermaßen beschissen, dass ich es gar nicht mit Worten ausdrücken kann. Etwa so, als ob eine Turbine auf Hochtouren läuft und überall gequirlte Scheiße verteilt. Die aber nur uns trifft. Und das bei offenem Mund.«
»Okay, Chef, das Wesentliche habe ich verstanden.«
»Sie haben die Zwillinge umgebracht.«
»Welche Zwillinge?«
»Muuussooo, hast du Bohnen in den Ohren? Die Galessos, meine Geldwäscher!«
»Oh, verdammte Scheiße!«
»Endlich! Das erste vernünftige Wort von dir!«

Derweil versucht Zhang, der Neffe Guos, mit Hilfe zweier Gefolgsleute die gefährliche Mila in deren Haus zu überwältigen. Eine schlechte Idee, denn Mila beherrscht auch den Umgang mit dem Kattana, dem berühmten japanischen Langschwert …

Triade gegen Mafia-Clan. »Machete kills« lässt grüßen …

Matteo Strukul legt mit Mila einen genreüblichen Neo-Pulp vor, der die dazugehörigen Ingredienzien allesamt bereithält. Ein schriller Mix aus schneller, harter Action, haufenweise Testosteron und Machogehabe und am Ende ein stark dezimiertes Teilnehmerfeld. Mila verfolgt ihre eigenen Pläne und benutzt die immer mächtiger werdende Triade Guos aus, um Pagnan, ihrem eigentlichen Ziel, näher zu kommen. Mila ist eine Kampfmaschine, die ihres gleichen sucht, und somit eine beeindruckende Frau, wie nahezu alle anderen Figuren des Romans erfahren werden. Hier wird nicht lange gefackelt, hier werden im Stile von »Machete kills« mal eben auf die Schnelle Köpfe und Gliedmaßen abgetrennt, mit dem Maschinengewehr in bester Sniper-Manier die Reihen gelichtet und so weiter. Was Mila derweil antreibt erfährt man aus ihren Tagebucheinträgen stückchenweise zwischendurch.

»Plopp! Plopp!«
»Zwei Schüsse. Tödlich.«

Mila ist beste Genre-Unterhaltung. Nicht mehr, nicht weniger. Doch eine Pointe ist gesetzt, denn Mila ist in der »vornehmen Gesellschaft« so auffällig wie ein Bison in einer Schafherde. Sie will Rache und büßen sollen alle, die es verdient haben. Also alle. Kurzweilig, temperamentvoll, selbstredend Trash und – wie gesagt – mit viel Testosteron. Muss man nicht lesen, ist aber ein durchaus gelungener Spaß für zwischendurch.

»Hast du noch was zu sagen? Es werden deine letzten Worte sein ...«
»Leck mich am Arsch!«
»Amen!«

Nach knapp vier Lesestunden ist der Spaß allerdings schon wieder vorbei. Zeitgemäße »Schundliteratur«, die mit dem »Premio Speciale Valpolicella« ausgezeichnet wurde.

Jörg Kijanski, April 2017

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