Mondlicht steht dir gut von Mary Higgins Clark

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1996 unter dem Titel Moonlight becomes you, deutsche Ausgabe erstmals 1998 bei Heyne.

  • London, New York: Simon & Schuster, 1996 unter dem Titel Moonlight becomes you. 350 Seiten.
  • München: Heyne, 1998. Übersetzt von Regine Hilbertz. ISBN: 3-453-13643-8. 350 Seiten.
  • München: Heyne, 2004. Übersetzt von Regine Hilbertz. ISBN: 3-453-87456-0. 352 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2005. Übersetzt von Regine Hilbertz. ISBN: 3898971236. 287 Seiten.

'Mondlicht steht dir gut' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Die erfolgreiche Modefotografin Maggie Halloway will ihre Stiefmutter besuchen und findet diese tot, offensichtlich erschlagen, vor. Maggie erfährt, dass die Stiefmutter erst vor kurzem ihr Testament geändert hat: Nicht das nahegelegene Altenheim soll erben, sondern die Stieftochter. Als kurze Zeit später eine Insassin besagten Heimes auf unerklärliche Weise ums Leben kommt, beginnt Maggie Nachforschungen anzustellen …

Das meint Krimi-Couch.de: »Jeder wird zum Serienmörder stilisiert«

Krimi-Rezension von odile

Hintergrund:

Zu allen Zeiten haben die Menschen wohl Angst davor gehabt, lebendig begraben zu werden. Der Fachausdruck dafür lautet Taphophobie. Im 18. und 19. Jahrhundert war diese Angst besonders ausgeprägt und so wurden Vorkehrungen getroffen, diesem grausamen Schicksal zu entgehen.

Eine Möglichkeit war, eine entsprechende Klausel ins Testament zu schreiben. So verfügte der Dichter Nestroy, dass seiner Leiche ins Herz gestochen werde. Alfred Nobel legte fest, dass ihm nach seinem Tod die Pulsadern geöffnet wurden.

Die andere Möglichkeit bestand in Gerätschaften, die es den Scheintoten ermöglichen sollten, Hilfe herbei zu rufen.

Dazu gehörten die viktorianischen Totenglocken. In einem Loch im Sargdeckel wurde ein Lüftungsrohr angebracht, das bis zur Erdoberfäche reichte. Durch dieses Rohr wurde eine Schnur gezogen, die an einem Ende an der Hand des Verstorbenen befestigt wurde und auf der anderen Seite mit einer Glocke verbunden war. Diese stand auf dem Grab und wurde sieben Tage lang überwacht, so dass die geringste Bewegung bemerkt wurde.

Eine andere Apparatur war der Rettungswecker, der nach einem ähnlichen Prinzip funktionierte.

Im niederösterreichischen Währing wurde 1828 ein solches Gerät aufgestellt. Die aufgebahrten Toten wurden wiederum mit einer Schnur mit dem Weckapparat verbunden, der in der Kammer des Totengräbers stand.

Die Hysterie ebbte allmählich ab, nachdem die ersten Leichenhallen entstanden (z. B. 1791 in Weimar) und obligatorisch eine 2-3 tägige Aufbahrung der Toten vor der Beerdigung eingeführt wurde.

Denn nicht immer war die Angst unbegründet!

Besonders tragisch erscheint mir das Schicksal des Dichters Gogol. Dieser litt nachweislich zeitlebens an Taphophobie.

Als man nach Jahrzehnten seinen Sarg öffnete, liess die völlig verdrehte Lage des Skeletts keinen anderen Schluss zu, als dass Gogol lebendig begraben worden war!

Zufällig trifft Maggie Holloway, eine erfolgreiche Fotografin, ihre Stiefmutter Nuala wieder. Sie freut sich sehr, denn dieser Frau verdankt sie die glücklichsten Jahre ihrer Kindheit. Spontan nimmt Maggie Nualas Einladung an, bei ihr den Urlaub zu verbringen. Sie spürt, dass irgendetwas ihre Stiefmutter ernsthaft beunruhigt.

Voller Vorfreude startet Maggie nach Newport. Aber sie kommt zu spät. Nuala wurde brutal ermordet. Einen Tag vor ihrem Tod hatte sie noch überraschend ihr Testament geändert und ihren gesamten Besitz Maggie vermacht. Diese beschliesst noch in Newport zu bleiben, da sie nicht an einen simplen Raubmord glaubt.

Bald erregt die luxuriöse Seniorenresidenz »Latham Manor« Maggies Interesse. Von Greta Shipley, Nualas Freundin und Bewohnerin des Altenheims, erfährt sie, dass ihre Stiefmutter kurzfristig ihren lange geplanten Einzug ins »Latham Manor« absagte. Warum?

Bei einem Besuch auf dem Friedhof entdeckt Maggie, dass vier von Nualas Freundinnen erst in den letzten Wochen gestorben sind. Alle wohlhabend, alle alleinstehend und alle Bewohnerinnen des Altenheims. Ein Zufall?

Als auch Greta plötzlich stirbt, glaubt Maggie an ein Mordkomplott. Auf Nualas Grab findet sie eine viktorianische Totenglocke versteckt, ebenso auf den Grabstätten ihrer Freundinnen. Was hat das zu bedeuten?

Fatalerweise begeht Maggie den selben Fehler wie Nuala. Sie gräbt eine der Glocken aus und nimmt sie mit. Prompt gerät auch sie ins Visier des Mörders. Als Maggie die Herkunft der Totenglocken entdeckt, gerät sie in eine tödliche Falle …

Mary Higgins Clark beginnt diesen Krimi mit einem Paukenschlag. Die Heldin erwacht aus einer tiefen Ohnmacht und stellt entsetzt fest, dass sie lebendig begraben wurde. Verzweifelt versucht sie sich bemerkbar zu machen und zieht an der Schnur, die ihren Finger mit einer Totenglocke verbindet. Woher soll sie auch wissen, dass der Klöppel entfernt wurde?

Nun beginnt die eigentliche Geschichte, die drei Wochen früher einsetzt und schildert, wie Maggie in ihre missliche Lage kam. Der Autorin gelingt es vorzüglich, den Leser, nachdem sie zunächst seine Neugier geweckt hat, ans Buch zu fesseln. Sie steigert die Spannung allmählich, aber stetig. Bis kurz vor Schluss habe ich mir den Kopf über die Identität des Täters zerbrochen und wurde dann doch noch überrascht.

Ihre Heldin zeichnet Mary Higgins Clark als Karrierefrau, intelligent, sympathisch und mitten im Leben stehend. Doch es gibt auch noch eine andere verletzliche Maggie, die schon einiges an Leid im Leben erfahren hat und der es schwer fällt, anderen zu vertrauen. Auch die anderen Charaktere zeichnet die Autorin mit Sorgfalt, was die Figuren lebendig und glaubwürdig erscheinen lässt.

Gut gefallen haben mir auch die Sequenzen, die aus der Sicht des Täters geschrieben sind. So erhöht Mary Higgins Clark die Spannung, ohne dabei die Identität des Mörders zu verraten.

Nebenbei erfährt der Leser noch einiges Interessantes über Bestattungsriten, luxuriöse Seniorenresidenzen (die wir uns alle niemals leisten könnten) und die herrliche Landschaft rund um Newport.

Mary Higgins Clark schreibt ungekünstelt, einfach, und flüssig. Ich habe dieses Buch in Rekordzeit gelesen und es hat mir gut gefallen.

Allerdings gibt es auch ein paar Kleinigkeiten zu kritisieren. Mir erscheint der Versuch, eigentlich jeden der Beteiligten zum möglichen Serienmörder zu stilisieren, etwas konstruiert und unnötig. Auch empfinde ich Maggies leichtsinniges Verhalten gegen Ende des Romans als etwas unglaubwürdig. Würde sich eine gestandene Frau von zweiunddreißig Jahren wirklich ohne jede Rückversicherung in Lebensgefahr begeben?

Gestört hat mich auch die Tatsache, dass Worte/Ausdrücke/Sätze, die der Autorin wohl besonders wichtig erscheinen, kursiv gedruckt sind! Zumindest in meiner Ausgabe. Das kann ich nicht leiden, ich entscheide gern selbst, was mir wichtig ist.

Trotz dieser Kritik kann ich den Krimi empfehlen. Für ein, zwei spannende Abende auf der Couch garantiert er genügend Spannung und Unterhaltung

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Hellfire zu »Mary Higgins Clark: Mondlicht steht dir gut« 21.07.2011
"Mondlicht steht dir gut" war das erste Buch von MHC, welches ich bisher gelesen habe und ich muss gestehen, dass es mir eigentlich recht gut gefallen hat.

Die ersten Seiten hatten mich so dermaßen an den Krimi gefesselt, dass ich einfach mehr über die Story von Maggie´s Nachforschungen bzgl. der mysteriösen Tode im Latham Manor erfahren wollte.

Leider war mir im mittleren bzw. im zweiten Drittel des Buches schon irgendwie klar, wer hinter all dem Bösen stecken würde, auch empfand ich den letzten Teil des Buches, welcher die Auflösung des Geschehens schilderte ein wenig lasch...irgendwie nicht mehr ganz so fesselnd wie die vorhergehenden zwei Drittel des Buchs.

Alles in allem ist es MHC gelungen, einen wirklich tollen Krimi auf die Beine zu stellen, der einem ans Buch fesselt.

82° von mir hierfür
Tony zu »Mary Higgins Clark: Mondlicht steht dir gut« 09.01.2011
Dies ist mit Abstand das langweiligste Buch von MHC, das ich bisher gelesen habe. Man muss wirklich die ersten 200 Seiten mit viel Mühe überwinden, damit es auf den letzten 100 Seiten doch noch etwas spannender wird. MHC widmet zu viel Zeit der Beschtreibung von Personen, Kleidern, Raumeinrichtungen usw . Manchmal habe ich mir eine Frage gestellt: worum geht es eigentlich in diesem Buch - um ein Verbfrechen oder Mode und Möbel? Sowas ist eigentlich sehr typisch für MH Clark, aber in diesem Buch hat sie damit meiner Meinung nach absolut übertrieben. Beim Lesen dieses Buches braucht man starke Nerven: jedoch nicht wegen der Spannung, sondern um den Willen zu haben, es zu Ende zu lesen.
Toyota zu »Mary Higgins Clark: Mondlicht steht dir gut« 25.11.2008
Ich habe das Buch nach der Hälfte weggelegt und mich geweigert weiterzulesen. Mir sagt das Buch überhaupt nicht zu. Bis zur Hälfte gelesen, war das Buch in meinen Augen überhaupt nicht spannend. Es wird viel über die Bewohner und das drumherum des Altenheims erzählt, ab und an hatte ich mal den Eindruck: Oh jetzt wirds spannend, aber schon im nächsten Kapitel war wieder gähnende Langeweile.
nixe0512 zu »Mary Higgins Clark: Mondlicht steht dir gut« 13.04.2008
...das buch hat mir auch gefallen.Es ist zwar nicht einer ihrer besten Romane...aber immer wieder ein überraschendes Ende.Und mit ihren Dialogen hält sie den Leser immer stetig im Geschehen.Mir gefällt aber am besten "Das Haus auf den Klippen" am besten.Es hat mich von Anfang bis Ende in sein Bann gezogen!;-)
simsa zu »Mary Higgins Clark: Mondlicht steht dir gut« 11.03.2007
Ich fand dieses Buch von MHC gut, aber es ist nicht eines der besten Thriller die ich in der letzten Zeit gelesen habe.

Irgendwie hatte ich trotz der Spannenden Handlung teilweise nicht die Lust das Buch in die Hand zu nehmen. Warum, kann ich nicht erklären.

Trotzdem muss ich sagen, dass ich soeben die letzten 150 Seiten regelrecht verschlungen habe. ;-)
cassiopeia zu »Mary Higgins Clark: Mondlicht steht dir gut« 03.02.2007
"Mondlicht steht ihr gut" ist ein guter und spannender Krimi von MHC.
Durch den geschichtlichen hintergrund fand ich ihn persöhnlich unter den bisheringen gelesen Büchern von MHC am realistischsten.
Klasse!!
Biggi3 zu »Mary Higgins Clark: Mondlicht steht dir gut« 04.08.2006
Ich finde dieses Buch auch gut, allerdings nicht so überragend wie manche andere von MHC.
Zwischendurch fand ich es etwas lang atmig , aber der Schluss war wirklich klasse. Er wäre vielleicht noch einbisschen länger sein können.
Im großen und ganzen ein gutes Buch.
bollo zu »Mary Higgins Clark: Mondlicht steht dir gut« 01.08.2006
"Mondlicht steht Dir gut" war meine erste Berührung mit MHC und wird auch nicht mein letzter bleiben. Obwohl so ziemlich alle billigen Clichees in die beteiligten Personen einfliessen und diese somit ziemlich blass bleiben, überzeugt doch die Handlung. Wer die typischen 'Landhausromane' nach Art von E. George mag, sollte MHC auf jeden Fall lesen, auch wenn zumindest diese Geschichte in Amerika spielt. Zusammengefasst: Leichte Kost, aber auf keinen Fall verlorene Zeit.
Magda zu »Mary Higgins Clark: Mondlicht steht dir gut« 12.07.2006
Da so viel von diesem Buch geschwärmt wurde las ich es in guter Erwartung, aber ich war etwas enttäuscht. MHC hat weitaus bessere Romane verfasst und ich verstehe nicht wieso gerade dieses Buch so gefeiert wird. Es gibt zu viele Charaktere, was nach einiger Zeit verwirrend und langweilig wird. Die Handlung war schleppend und hat mich nicht gerade vom Sockel gehaut. Es gibt Besseres!
Chiara-Renee zu »Mary Higgins Clark: Mondlicht steht dir gut« 04.07.2006
Das war mein Buch nummer 11!
Bin gestern fertig geworden. Ein erneut gutes Buch von MHC, welches zu meinem Enttäuschen aber nicht so sehr aus Ihren Werken herraussticht.
Einen der beiden Täter konnte man nach bekannter MHC Manier sehr schnell ausfindig machen.
Das Thema war schon spannend gewählt, es wäre aber bestimmt noch mehr rauszuholen. Vielleicht bin ich auch einfach nur MHC verwöhnt, weil sie halt auch andere Bücher geschrieben hat, die durch ihre genialität extrem spitze waren.

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