Ein perfekter Freund von Martin Suter

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 bei Diogenes.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.

  • Zürich: Diogenes, 2002. ISBN: 3-257-06306-7. 337 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 2003. ISBN: 3-257-23378-7. 337 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2002. Gesprochen von Sebastian Koch. gekürzt. ISBN: 3899030907. 5 CDs.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2007. Gesprochen von Sebastian Koch. gekürzt. ISBN: 3866047495. 4 CDs.

'Ein perfekter Freund' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Durch eine rätselhafte Kopfverletzung hat der Journalist Fabio Rossi eine Amnesie von fünfzig Tagen. Als er seine Vergangenheit zu rekonstruieren beginnt, stößt er dabei auf ein Bild von sich, das ihn zutiefst befremdet. Er scheint merkwürdige Dinge getan, ein seltsames Verhalten an den Tag gelegt zu haben in jener Zeit. Aber offenbar gibt es Leute, denen es lieber wäre, jener Fabio bliebe ausgelöscht.

Das meint Krimi-Couch.de: »So macht anspruchsvolles Lesen Spaß!« 75°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Wer kennt das nicht? Man wacht auf und kann sich an nichts erinnern, muss sich orientieren, auf eine kleine Entdeckungsreise gehen, wo man aufwacht. Fabio Rossi, seines Zeichens durchaus anerkannter Journalist, kennt das auch. Doch diesmal war nicht der ein oder andere Grappa daran schuld, sondern ein Schlag auf den Kopf. Das Schlimme daran: Rossi kann sich weder daran erinnern, noch was die letzten 50 tage (!) passiert ist. Und es ist viel passiert in den letzten 50 Tagen. Verdammt viel.

Sein Problem der verschwundenen Erinnerung fängt schon damit an, dass er a) seine Freundin Marlen nicht erkennt und b) sie auch noch mit dem Namen seiner Ex-Freundin, Norina, anspricht. Wer Marlen ist, was sie macht, wie er mit er zusammengekommen ist – Fabio Rossi hat keinen blassen Schimmer. Auch warum er Norina verlassen hat und bei ihr ausgezogen ist, kann er sich beileibe nicht vorstellen. Rossi weiß nur: Er liebt sie noch – und wie. Letztendlich hindert es ihn zwar nicht an einem sexuellen Abenteuer mit Marlen, doch macht er sich auf, Detektiv in eigener Mission zu spielen.

So weit, so schlecht. Rossi gibt sich alle erdenkliche Mühe, versucht mit Kollegen und Freunden die vergangenen 50 Tagen zu rekonstruieren. Was er dabei erfährt, kann und will er selbst nicht glauben: Seine Einstellung hatte sich um 180° gedreht, er hat beim »Sonntag-Morgen« gekündigt, sicht mit der PR-Assistentin eines Lebensmittelkonzerns (Marlen eben) eingelassen und sich in teuren Nachtclubs die Nächte um die Ohren geschlagen. Zusammen mit seinem Schulfreund Fred – den er seit Jahrzehnten nicht mehr gesprochen hatte. Rossi findet dafür keine Erklärung. Und auch seine Kollegen sind wenig auskunftsfreudig – diesen Fabio Rossi mochten sie nicht. Diesen Fabio Rossi, der nur verlauten ließ, an einer »ganz großen Sache« dran zu sein. Große Sache? Welche denn zum Teufel? fragt er sich und beginnt in seiner Vergangenheit tiefgründiger zu recherchieren.

Dabei stößt er zwischen Tai-Chi-Training und regelmäßigen Arztbesuchen auf die ein oder andere Absonderlichkeit. Sein Handheld fehlt, in dem er alle Termine verwaltet. Sein Laptop ist keine große Hilfe, alle dort gespeicherten Daten sind vor seinem Unfall zuletzt modifiziert worden. Rossi steckt in der Sackgasse. Als ob dies alles nicht reichen würden, muss er auch noch erfahren, dass sein bester Freund und Arbeitskollege Lucas Jäger nun mit Norina zusammen ist. Ausgerechnet Lucas!

Rachegelüste, Frust und Wut treiben Rossi weiter auf die Spur des Grundes für die merkwürdigen letzten 50 Tage. Und tatsächlich: Er war an der »großen Sache« dran, manipulierte Lebensmittel, die die Creutzfeld-Jakob-Krankheit auslösen sollen. Nicht irgendwo, sondern direkt vor der Haustür – bei Marlens Arbeitgeber »Lemieux«. Nur alle Unterlagen fehlen und der einzige, der sie haben kann, ist sein ehemals bester Freund Lucas. Eine E-Mail, die sich Rossi vor dem Unfall selbst als Datensicherung geschickt hat, bringt Klarheit in den Fall …

Martin Suter hat mit »Ein perfekter Freund« eine interessante Mischung aus Männerfreundschaften, Liebe und einem so brandaktuellen wie beängstigendem Thema – die Manipulation von Lebensmitteln – komponiert. Man merkt dem Schweizer an seinem Schreibstil durchaus seinen ehemaligen Job als Werbetexter an. Jede Formulierung gelingt ihm präzise, keine verschrobenen Satzkonstrukte, leicht und flüssig die Übergänge. Die Wortwahl ist griffig und intelligent.

Daraus ergibt sich eine überaus gern zu lesende, anfangs zwar etwas behäbige Story, die an Drift gewinnt, je tiefer Suters Protagonist in seine eigene Vergangenheit vorstößt. Fabio Rossi, ein einsam gewordener Mensch auf der Suche nach sich selbst und nach seiner dunklen Seite. Wie Martin Suter aus diesem Thema langsam aber stetig eineen klug konzipierten Krimi entwickelt, ist aller Ehren wert.

Natürlich darf man dabei keine nervenzerreissende Spannung erwarten, dafür ist der Plot etwas zu zähflüssig und mit einigen Nebenschauplätzen in die Länge gezogen. Jedoch schafft es Suter in seiner spritzigen Art nicht nur seinem Protagonisten sondern vor allem dem Leser so manche handfeste Überraschung zu präsentieren, die das Buch abwechslungsreich, packend und kurzweilig gestalten. So macht anspruchsvolles Lesen Spaß!

Ihre Meinung zu »Martin Suter: Ein perfekter Freund«

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woelkli zu »Martin Suter: Ein perfekter Freund« 22.02.2015
Extrem spannend und süffig geschrieben. Man mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Schluss ist im Vergleich zu der ganzen vorangegangenen Geschichte recht prosaisch ausgefallen, um nicht zu sagenirritierend. Item - eine faszinierende Lektüre, mit der man gerne eine ganze Nacht verbringt...
aristide zu »Martin Suter: Ein perfekter Freund« 06.11.2013
Ich lese nicht gerne ,aber ich habe einen Auszug ,,ein perfekter Freund in einem Buch , der habe ich spannendgefunden . Da hatte ich keine Wahl mehr ,ich wollte nur den gangen Roman lesen
Sehr inspirierend
Der Roman ist fassbar obwohl ich problem mit dem Imperfekt Form habe .Ich denke trozdem ,dass der Rhzthmus vom Roman langsam ist
Joshua zu »Martin Suter: Ein perfekter Freund« 01.05.2013
Sehr inspirierend!
Gemma zu »Martin Suter: Ein perfekter Freund« 18.04.2012
Dieser Roman ist das erste Werk von Martin Suter, das ich gelesen habe und es wird das letzte sein, weil es mich nicht gefallen hat.
Sowohl die Geschichte als auch die Figuren sind nicht sehr interessant, denn die Geschicte ist ein bisschen kompliziert zu verstehen.
Der Rhythmus vom Roman ist sehr langsam. Was mir bei diesem Buch nicht gefallen hat ist, dass nach 200 Seiten noch nichts passiert ist, aber am Ende des Buches werden zu viele neue Sachen erzählt.
Für neue Deutschlerner wie mich ist auch die Sprache nicht leicht verständlich; deshalb brauchte ich viel Zeit, um alle Wörter zu suchen und verstehen.
Ich würde es nicht empfehlen.
Montse zu »Martin Suter: Ein perfekter Freund« 18.04.2012
Ich habe mein erstes Suter-Buch für die Sprachschule gelesen: „Ein Perfekter Freund". Obwohl das Buch für mich schwer zu lesen war, habe ich die Handlung verstanden. Ich denke, dass die Geschichte interessant ist, aber ich bin der Meinung, dass Suter die Figuren flach gezeichnet hat und das Ende ist enttäuschend. Vielleicht wenn ich das Buch in meiner Muttersprache gelesen hätte, hätte es mir mehr gefallen. Leider kann ich nicht die Sprache oder den Stil kritisieren, weil ich nicht sehr gut Deutsch kann.
Iban zu »Martin Suter: Ein perfekter Freund« 17.04.2012
Der Roman ,Ein perfekter Freund' war mein erstes Buch von Suter. Wir haben es in Deutsch Unterricht gelesen. Ich fand es ziemlich interessant. Obwohl Krimis nicht meine erste Wahl sind, habe ich die wissenschaflichen Untersuchen und die Chemiedetails spannend gefunden. Die Geschichte vergeht langsam wie die Rückkehr des Gedächtnisses von dem Held Fabio nach seinem Unfall, aber plötzlich läuft sie noch schneller als er ,die Sache' wieder erklären kann. Also finde ich das Tempo richtig. Der Autor zeigt uns wie kompliziert die engen Beziehungen sein können, besonders wenn Geld vorkommt. Ich würde das Buch empfehlen!
Jane zu »Martin Suter: Ein perfekter Freund« 25.01.2012
Ich musste das Buch für die Schule lesen und hatte daher von vorne schon ein schlechtes Gefühl. Ich wurde in dieser Hinsicht auch nicht enttäuscht: Fabio Rossi ist ein arrogantes Schwein, das auch noch wegen seiner Blindheit auf die Nerven geht. Dass das Buch ein Krimi-Roman ist, habe ich erst nach der Lektüre erfahren, was ziemlich viel über das Buch aussagt. Und selbst jetzt kann ich immer noch nicht sehen wo das Rätselhafte geblieben ist, von dem alle reden. Sowohl die Geschichte als auch die Charaktere sind uninteressant und flach.
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Detective_Scotty zu »Martin Suter: Ein perfekter Freund« 23.01.2012
Ich fand das Buch spannend bis zum Schluss. Verückterweise war es jedoch genau das, was mir rückblicked nicht gefiel. Warum? Weil ich unbedingt wissen wollte, wie der Fall aufgelöst wird und so wegen des enttäuschenden und konstruierten Endes ein wirklich schaler Nachgeschmack bleibt. Hohe Erwartungen wurden geweckt, die mich über die hölzern wirkenden Figuren hinwegsehen ließen. Es war die Geschichte und nicht die Menschen, die mich in ihren Bann zog. Und dann solch ein flaches Ende!!! Und die vielgelobte tolle Sprache? Habe ich auch nicht so empfunden. Fazit: Leicht zu lesender Schmöker ohne Anspruch, Finesse oder gar Langzeitwirkung.
Nelly zu »Martin Suter: Ein perfekter Freund« 30.05.2011
Der Roman ein perfekter Freund von Martin Suter, war mein erstes Werk, welches ich von diesem Autor gelesen habe. Ich war sofor von dem Autor und seinem Schreibstil begeistert und werde sicherlich noch weitere Werke von ihm lesen. Die Inhalte sind sehr gut recherchiert und wiedergegeben. Im großen und ganzen ist die Sprache leicht verständlich.
lilalu zu »Martin Suter: Ein perfekter Freund« 10.01.2011
Mein erstes Suter-Buch - und bestimmt nicht mein letztes! Was mir bei diesem Buch gefällt, ist zum einen die gute Sprache, in der es geschrieben ist! Zwar verständlich, oft vielleicht sogar plakativ - trotzdem gehobenes Niveau und flüssiger Stil. Schön, so etwas zu lesen!
Zum anderen gefällt mir das Lebensgefühl, das im Buch vermittelt wird. Ein bisschen kommt immer diese etwas bedächtige, schweizerische Charaktereigenschaft durch - gepaart mit italienischem Lebensgefühl. Das Buch behandelt ein ernstes Thema, und dennoch vermittelt es irgendwie ein "südliches Flair", was auch daran liegen könnte, dass es sich jener Fabio trotz Amnesie gut gehen lässt. Er genießt die schönen Dinge des Lebens - die Frauen, die Sonne und gutes Essen! Beim Lesen des Buches bekam ich richtig Hunger, weil die Speisen, die beschrieben wurden, so lebensecht rüberkamen. Es ist ein Buch, in dem wenig Spektakuläres passiert - wer hier jetzt den blutigen Mord erwartet, wird enttäuscht sein. Es ist ein anderer Abgrund, der hier lauert... Bis zur Mitte fand ich das Buch sehr gut, danach flacht es meiner Meinung nach ab und wird auch etwas zu sehr mit unnötigen Nebensträngen und vermeintlich dunklen Mächten überfrachtet. Teilweise sind auch logische Fehler drin, die einfach mit einer Amnesie nicht vereinbar sind. Überraschend dann der Schluss: Alles ist doch wieder ganz anders, als uns der Autor über weite Strecken zuvor glauben machen wollte. Insgesamt ein gutes Buch, wenn auch teilweise zu gewollt "auf Krimi" getrimmt.

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