Tatort - Das ewig Böse von Martin Schüller

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 bei Emons.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Münster, 1990 - 2009.

  • Köln: Emons, 2010. ISBN: 978-3897057487. 153 Seiten.

'Tatort - Das ewig Böse' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Hobby-Magier Prof. Karl-Friedrich Boerne gibt seine Zauberkünste auf einer Wohltätigkeitsgala im Polizeipräsidium Münster zum Besten. Dabei erklärt die junge Helena Stettenkamp unter Hypnose, ihr vor Kurzem verstorbener Großvater sei vergiftet worden. Ein Skandal: Wurde das Familienoberhaupt der altehrwürdigen Münsteraner Keksdynastie Stettenkamp tatsächlich ermordet? Kommissar Thiel veranlasst eine erneute Untersuchung des Leichnams. Zur gleichen Zeit stürzt in einem Waldstück bei Münster ein junger Drachenjäger vom Himmel. Die Obduktion ergibt: Er wurde mit den gleichen Mitteln vergiftet wie der Firmenpatriarch. Gibt es einen Serienmörder in Münster?

Das meint Krimi-Couch.de: »Das ewig Böse« 62°

Krimi-Rezension von Jochen König

Professor Boerne gibt den Zauberer und Hypnotiseur auf einer Benefizveranstaltung und sorgt für einen Eklat: In Trance eröffnet die junge Helena Stettenkamp, dass der Tod ihres Großvaters Franz ein Giftmord gewesen sei.

Kommissar Thiel und Professor Boerne beginnen zu ermitteln, nachdem die Exhumierung und nachträgliche, genaue Obduktion ergeben haben, dass das Oberhaupt einer Keks-Dynastie tatsächlich hingemeuchelt wurde.

Doch was hat der abgestürzte Paraglider Tobias Böhm damit zu tun? Thiel und Boerne kommen bald einem düsteren Familiengeheimnis auf die Spur und finden heraus, dass »Das ewig Böse« sich mal wieder hinter einem bezaubernden Antlitz verbirgt.

Das ewig Böse ist ein Münster-Tatort. Und damit eine Herausforderung: Während die Fälle von Kommissar Thiel und dem Pathologen Professor Boerne (die deutschen Nick und Nora) eher nebensächlich sind, hat das perfekte Zusammenspiel von Axel Prahl und Jan Josef Liefers – plus der ebenso wichtigen, ständigen Nebenfiguren wie Thiels taxifahrender Vater Herbert, Silke »Alberich« Haller, Nadeshda und die herbe Staatsanwältin Klemm – das Münsteraner Team zum Kult und die Folgen zu den meistgesehenen des Tatorts werden lassen.

Während es Schüller in seiner Adaption einigermaßen gelingt, diese Verhältnisse sympathisch und witzig darzustellen, versagt er an anderer Stelle ziemlich herbe. Das ewig Böse ist inhaltlich nicht gerade neu – reiche Vorzeigefamilie entpuppt sich als Höllenpfuhl -, aber (filmisch) solide erzählt und entwickelt. Bei Schüller liest sich das oft so, als hätte er direkt von der Mattscheibe abgeschrieben. Das gipfelt schon mal in einem jämmerlichen: »Thiel brummte nur irgendwas zur Antwort«.

Da ist nichts an literarischer Interpretation vorhanden. Schüller versucht gar nicht, der Handlung eine eigenständige Form zu geben. Er ist ein bestenfalls biederer Nacherzähler, der sogar den lokalen Bezug des Tatorts vernachlässigt. In der Eröffnungssequenz geradezu peinlich, fängt er sich sprachlich im weiteren Verlauf ein wenig.

Dank der ordentlichen Geschichte, der ironischen Sequenzen rettet sich Das ewig Böse gerade noch ins gediegene Mittelmaß. Eigentlich das Schlimmste, was dem Bösen passieren kann …

Jochen König, Dezember 2010

Ihre Meinung zu »Martin Schüller: Tatort - Das ewig Böse«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Ihr Kommentar zu Tatort - Das ewig Böse

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: