G-man Jerry Cotton von Martin Compart

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 bei Lübbe.

  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 2010. ISBN: 978-3-7857-2400-2. 208 Seiten.

'G-man Jerry Cotton' ist erschienen als Hardcover

In Kürze:

Millionen von Lesern haben ganze Nächte mit ihm unter der Bettdecke verbracht – in über fünfzig Ländern und mit insgesamt etwa einer Milliarde verkauften Romanen: Jerry Cotton, der lässige FBI-Agent, der in seinem roten Jaguar durch die Straßenschluchten von Manhattan braust und mit seiner Smith Wesson den verbrecherischen Abschaum jagt. Gangsterjäger Jerry Cotton ist der globale Ermittler Nr. 1. Anlässlich der Neuverfilmung seiner Abenteuer mit Christian Tramitz und Christian Ulmen in den Hauptrollen setzt dieses Buch der Popkultur-Ikone nun ein würdiges Denkmal.

Das meint Krimi-Couch.de: »G-men, Girls und gigantisch erfolgreich« 80°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Der Untertitel des Buches »Eine Hommage an den erfolgreichsten Krimihelden der Welt” deutet darauf hin, was den Leser des vorliegenden Werkes erwartet. Jedenfalls nicht all zu viele kritische Töne, denn der Erfolg des Bastei Lübbe Verlages ist mit der Heftserie des weltberühmten FBI-Agenten eng verbunden. Angesichts des aktuellen Kinofilms mit Christian Tramitz in der Rolle des Jerry Cotton feiert also ein Verlag sich selbst und seine unvergleichliche Erfolgsstory. In Person übernimmt diese Aufgabe kein Geringerer als Martin Compart, der Krimifans hierzulande bestens bekannt sein dürfte/sollte.

Zur Historie: 1953 schreibt Delfried Kaufmann in seiner Küche den ersten Jerry-Cotton-Roman und übergibt das Manuskript an Gustav Lübbe, der auf dem Weg ist, ein erfolgreicher Verleger zu werden. Der Rest ist Geschichte könnte man sagen, doch soll sie in aller Kürze dennoch erzählt werden. Die 1950er und 1960er Jahre waren die goldene Zeit der «billigen» Heftromane, die sich damals nahezu jeder leisten konnten. Arbeiter in Bus und Bahn auf ihrem Weg zum Job, dabei vertieft in einen Groschenroman, gehörten zum täglichen Anblick. Lesen war damals – auch mangels Alternativen – in allen gesellschaftlichen Schichten angesagt. Dabei erfreute sich zunehmend der G-man aus New York großer Beliebtheit, da die Leser zunächst davon ausgingen, ein echter Geheimagent aus Amerika schildert hier seine Fälle. Doch selbst als klar war, dass gleich mehrere (unbekannte) Autoren zu Werke gingen konnte dies dem Erfolg der Serie keinen Abbruch tun. Woche für Woche erschien ein neuer Jerry Cotton und inzwischen geht es mit hohem Tempo auf Heft 3.000 zu. Nur der britische Seriendetektiv Sexton Blake löste bislang mehr Fälle (über 4.000).

Lag der Reiz anfangs noch darin zu glauben, dass ein echter Agent seine Erlebnisse aufschrieb, so wurde später mit der Anonymität der eigentlichen Autoren kokettiert. Niemand sollte wissen, wer welches Heft geschrieben hat. Bis heute können nur ein Teil der Hefte bestimmten Autoren zugeordnet werden. Neben zahlreichen Unbekannten gibt es aber durchaus einige bekannte Namen. Außer dem Erfinder der Serie, Delfried Kaufmann, ist vor allem Heinz Werner Höber (Eik/Höber Der Mann, der Jerry Cotton war) zu nennen, der ab 1955 über 500 Hefte schrieb. Auch Karl-Heinz Günther, besser bekannt unter C. H. Guenter (erfand Mister Dynamit und schrieb zahlreiche U-Boot-Romane) ist kein Unbekannter. Über fünfzig Hefte und zwanzig Taschenbücher schrieb zudem Rolf Kalmuczak in den Jahren 1961 bis 1966, der später unter dem Pseudonym Stefan Wolf bekannt wurde und bis heute über 15 Millionen «TKKG»-Romane verkaufte. Um nicht alle bekannten Namen an dieser Stelle aufführen zu müssen sei abschließend der vielleicht namhafteste Autor noch erwähnt, denn der wichtigste Cotton-Autor der 1990er Jahre war Michael Peinkofer, der heute als Fantasy-Autor («Die Bruderschaft der Runen», «Die Zauberer») höchst erfolgreich ist.

Neben dem Werdegang des G-man und dessen geistigen Urhebern werden natürlich die wichtigsten Figuren der Serie (Phil Decker, Mr. High und so weiter) sowie allerlei Kuriositäten vorgestellt. Beispielhaft sei folgendes erwähnt: Würde man alle bislang erschienen Hefte kaufen und jeden(!) Tag eines davon lesen, so wäre man rund acht Jahre beschäftigt. In dieser Zeit wären dann allerdings schon wieder 400 neue Hefte auf dem Markt erschienen. Wahnsinn!

Auf einige besonders wertvolle Sammlerstücke wird hingewiesen und selbstverständlich fehlt auch nicht ein Hausbesuch bei Herbert Kalbitz, dem derzeitigen Vorsitzenden des Jerry Cotton Club Deutschland. Selbst der sonst eher verschwiegene Erfinder der Serie, Delfried Kaufmann, hat ein mehrseitiges Interview gegeben. Besonders interessant – auch für nicht Cotton-Fans – sind jene vierzehn Seiten, die sich mit der «Geschichte der deutschen Unterhaltungskultur» beschäftigen. Neben einem ausführlichen historischen Rückblick gibt es eine aufschlussreiche Darstellung des Spannungsfeldes zwischen den Heftromanen und der «ernsten Literaturkritik», die sich bis heute feindlich gegenüberstehen. Dass durch zahlreiche neue Medien die Popularität der Heftromane nachgelassen hat ist nicht verwunderlich. Gleichwohl ist ein Ende des Erfolgs von Jerry Cotton nicht abzusehen. Aktuell erscheinen bei Bastei Lübbe die Original-Ausgabe (Auflage: 35.000), die «2. Auflage» (20.000), die «Classic-Ausgabe" (18.000) und ein Taschenbuchformat (8.000).

Dieses und sehr viel mehr kann in dem reich illustrierten Buch G-man Jerry Cotton von Martin Compart nachgelesen werden. Im Preis von 29,90 Euro ist zudem das Romanheft Süße Bienen, blaue Bohnen enthalten. Für Fans unbedingt empfehlenswert, wenngleich beim Druck irgendetwas schief gegangen sein muss. Das Buch verströmt einen penetrant-unangenehmen Geruch (vermutlich die Druckerfarbe).

Jörg Kijanski, Juni 2010

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Armin Träger zu »Martin Compart: G-man Jerry Cotton« 23.06.2010
Bei den folgenden Zeilen habe ich nicht nur etwas zu Martin Comparts Buch „G-man Jerry Cotton“ geschrieben, sondern auch zu der Serie, um die sich dieses Buch dreht, da das eine einfach zum anderen dazu gehört.

Bisherige Werke von Martin Compart wie „Crime TV“ oder „Noir 2000“ trugen die deutliche Handschrift des Autors:Gut recherchiert boten sie Einblick in Kriminalfiktion von Literatur, TV und Film für Anfänger und Eingeweihte. Keine glatten Abhandlungen mit einem emotionslosen Abhaken von Fakten, wie man dies aus diversen anderen Printmedien kennt, sondern mit Ecken und Kanten und mit Herz und Seele und voller Begeisterung geschrieben:Martin Compart brachte darin gekonnt nicht nur seine Vorliebe für Hard Boiled Autoren wie Mickey Spillane und Ted Lewis, Raymond Chandler und Jim Thompson zum Ausdruck, sondern schlachtete auch schon mal heilige Kühe, wenn er liebgewonnene Kultserien („Die Profis“, „Starsky & Hutch“) verriß und gleichzeitig kaum gekannte oder fast vergessene Serien zu neuem Kultstatus erhob („Der Mann mit dem Koffer“, „Die Füchse“). Aber seine Bücher waren stets so klasse geschrieben, dass man dies hinnahm und sie auch mehrmals lesen konnte, kritisch, aber auch respektvoll und mit Augenzwinkern verfasst. Es waren Bücher, die ihr Geld wert waren und die nicht nach anfänglicher Begeisterung im Bücherregal verstauben.
Und dieser Martin Compart sollte nun also ein Sachbuch zu „G-man Jerry Cotton“ geschrieben haben, einer deutschen Krimiserie der Trivialliteratur (Was ja nichts grundsätzlich schlimmes ist!), die alles andere als mutig oder enthusiastisch war und leider noch immer ist?

Nun, seine ‚Hommage an den erfolgreichsten Krimihelden der Welt’ ist einerseits wieder gewohnt gut recherchiert und schwungvoll geschrieben:
Gekonnt legt der Autor die Ursprünge sowohl der Trivialliteratur und Pulpmagazine als auch die der Reihe „G-man Jerry Cotton“ im Nachkriegsdeutschland dar. Präsentiert wird die Entwicklung der Serie im Laufe mehrerer Jahrzehnte, wobei auch einige Autoren und Beteiligte zu Worte kommen. Leider erweist sich bereits das geschriebene als reichlich unkritisch:
Selbst wenn man „G-man Jerry Cotton“ in seiner Jugend selbst gelesen hat wie ich oder sie auch immer noch hin und wieder liest (Damit oder mit „Malko“ lassen sich die Werbepausen im TV gut ausfüllen), realisiert man irgendwann, dass die Macher dieser Reihe weder die Möglichkeiten einer solch etablierten Serie voll ausschöpfen noch sonderlich entschlossen vorgehen und ihre Kenntnisse über Behörden und Polizeiarbeit weniger aus informativer Sekundärliteratur der Kriminalistik, sondern mehr aus gängigen TV-Serien und Filmen zu beziehen scheinen.
(Sollten nun einige Besserwisser meinen, ich könnte ja mal versuchen, es besser zu machen:
Vor einigen Jahren habe ich tatsächlich einen Roman für die Reihe geschrieben und eingesandt. Der wurde jedoch abgelehnt – der damalige Lektor Peter Thannisch hat mir auch die genauen Gründe dargelegt. Er meinte zwar, ich solle es ruhig noch einmal versuchen, weil ihm mein Stil gefallen würde, aber ich fand, dass es schon genug Schreiber gibt, die Kompromisse eingehen und wenn man einen solchen Roman schreibt, dann sollte man auch immer an die Leser denken, die dafür schließlich ihr Geld hinblättern und Qualität erwarten dürfen! Und da schreibe ich dann lieber weiter Filmkritiken für Filmprogramme, die veröffentlicht werden, und eigene Krimis, die bisher noch nicht veröffentlicht wurden!)

Obwohl es die Reihe seit über einem halben Jahrhundert gibt, ist Jerry Cotton stets Mitte 30, obwohl es gar kein Problem darstellen würde, ihn in einem Roman mal 30, in einem anderen Roman mal über 50 sein zu lassen, mit all den Vor- und Nachteilen, die ein solches Alter mit sich bringt – es würde die Figur deutlich überzeugender und menschlicher gestalten. Andere Autoren wie Andrew Vachss oder Mickey Spillane haben ihre Charaktere altern lassen und dies hat das Identifikationspotential eher noch erhöht. Außerdem erwarten die Leser einfach nur einen Roman, auf dem vorne drauf „G-man Jerry Cotton“ steht – wenn er ihnen gefällt, werden sie sich etwas länger an ihn erinnern, wenn nicht, werden sie ihn gleich wieder vergessen, was aber wohl kaum ihre Kaufentscheidung den nächsten Roman betreffend beeinflussen wird!

Ein moderner Autor wie Andrew Vachss hat sich längst des Themas Kindesmissbrauch angenommen und dies in einigen gelungenen Romanen verarbeitet, während die Macher von „G-man Jerry Cotton“ davor doch sehr zurück schrecken aus Angst vor der übermächtigen Bundesprüfstelle. Martin Compart erwähnt dies zwar nicht wörtlich, es schimmert jedoch zwischen den Zeilen durch, wenn er schreibt, dass eine Reihe, die dreimal im Jahr indiziert wurde, ein ganzes Jahr lang nicht erscheinen darf, was nichts anderes bedeutet, als das zwei Titel pro Jahr indiziert werden dürften, ohne dass dies nennenswerte Konsequenzen hätte. Die Reihe existiert seit über 55 Jahren, das wären also rund 110 indizierte Titel, tatsächlich bringt es die Reihe auf lächerliche drei indizierte Titel (Im Zeitalter solcher Filme wie „SAW“ oder „Punisher – Warzone“ oder TV-Serien wie „24“ und „The Shield“ oder „Dexter“ oder auch Romane wie Bret Easton Ellis’ Satire „American Psycho“ und James Ellroys Cop-Novels könnte man über die Gründe für Indizierungen von literarischen Produktionen einer solchen Reihe wohl nur noch ungläubig den Kopf schütteln!). Verglichen mit amerikanischen Krimihelden der modernen Literatur kommt Jerry Cotton reichlich einfältig daher, sowohl was die Charakterisierung als auch die Darstellung und Präsentation der Geschichten angeht. Das alles zeigt schon die Mutlosigkeit der Macher, ebenso wie das unveränderte Konzept der Titelfigur, die sich über die Jahrzehnte keinen Deut geändert hat:Jerry Cotton, der Saubermann mit Dienstmarke, derart aufrecht und edel, wie dies wohl nur die durch zwei verlorene Weltkriege gebeutelten Deutschen entwickeln konnten (Und die mit „Perry Rhodan“ einen weiteren Höhepunkt zum Gutmenschentum der Groschenromankultur hervor gebracht haben!), nicht einmal die amerikanischen TV-Krimihelden der 1950er wie Elliott Ness in „The Untouchables“ waren derart unglaubwürdig und realitätsfremd gezeichnet. Jerry Cotton ist leider einer jener Krimihelden, die völlig unrealistisch nur für den Job (als fiktiver Krimiheld) leben müssen, und weder Privatleben noch andere über ihren Job hinaus gehende Eigenschaften zu haben scheinen. Dies und auch die klischeehafte Darstellung der Schurken werden von Martin Compart (sehr untypisch für ihn) entweder ignoriert oder sehr unkritisch erwähnt. Das 1976 veröffentlichte Buch „Jerry Cotton oder Die verschwiegene Welt“ von Peter Wesollek ging da mit einer detaillierten Analyse deutlich härter mit dieser Reihe ins Gericht! Und leider ziehen sich die mutlosen Macher dieser Reihe Nachfolger mit ähnlichen Eigenschaften heran, die wohl kaum in der Lage sein werden, neue Leserkreise zu begeistern!

Die meisten Krimihelden gehören eben auch in eine bestimmte Epoche, werden sie darüber hinaus am Leben gehalten, ist das ein riskanter Balanceakt zwischen Selbstparodie und Hommage. Ähnlich wie auch James Bond hat G-man Jerry Cotton seine besten Zeiten deutlich hinter sich, wird jedoch nur noch aus wirtschaftlichen Gründen am Leben gehalten. Da ist man richtig froh, dass keine neuen Romane mit Lemmy Caution geschrieben werden, sondern eben nur jene Romane von Peter Cheyney …

Dass eine solche Reihe mit rund 3000 (!) Titeln (Zu den wöchentlich erscheinenden Romanen kommen ja schließlich auch noch die Taschenbücher dazu!) überhaupt noch neue Romane verkaufen kann, wenn man als geneigter Leser doch ältere Ausgaben dieser Serie (Noch mit Schwarz-weiß-rotem Cover anstatt dem viel zu bunten modernen Cover!) problemlos in Antiquariaten für ein paar Cents erhalten kann, ist schon erstaunlich!

Noch weiter hinter den Erwartungen zurück bleibt das Buch mit Blick auf das, was nahezu keine Erwähnung gefunden hat:

Im Kapitel, das sich den Filmen widmet, verweist Martin Compart auf das sehr lieblos geschriebene Buch „Jerry Cotton – George Nader und seine Filme“von Christos Tses und Dirk Brüderle, das nur Filmbeschreibungen und Pressekritiken der damaligen Zeit aneinander reiht. Hier hätte man sich als Leser gefreut, wenn Martin Compart sich auf die gleiche kompetente Weise dazu geäußert hätte wie er dies in „Crime TV“ oder „Noir 2000“ getan hat. Die überzeugend inszenierten Hörspiele der Reihe mit Manfred Lehmann als Jerry Cotton werden mit keiner einzigen Zeile erwähnt, ebenso wie die Auswirkungen der Reihe auf moderne deutsche Krimiserien.
Auch auf die einfältige Baukastenweise, in der viele Romane dieser Reihe aufgebaut und geschrieben sind (Hier eine Schießerei, dort eine Verfolgungsjagd, ein Zeuge, der ermordet wird, ein weiterer Zeuge, der überlebt, und dazu wird noch der Faktor Zufall auf geradezu ungeheuerliche Weise strapaziert, denn weitab jeglicher Wahrscheinlichkeit kommt Jerry Cotton oft genau zur rechten Zeit, wenn jemand entführt, bedroht oder ermordet werden soll!) wird mit keinem Wort eingegangen.
Außerdem kann man es als vernünftiger Leser doch auch etwas bedenklich finden, dass ein deutscher Verleger zusammen mit deutschen Autoren eine Serie ins Leben ruft über einen amerikanischen Helden, in der schon wieder munter einer Obrigkeitsorganisation (FBI) gehuldigt wird …

Bei den auf ganzen Seiten abgedruckten Titelseiten alter Ausgaben oder anderer noch belangloserer Photos bekommt man als Leser den Eindruck, dass hier Platz und Seiten geschunden werden sollten, um den Umfang zu erhöhen. Als Leser hätte man sich aber auch einmal über eine vollständige Liste mit sämtlichen bisher erschienenen Titeln aller „G-man Jerry Cotton“-Romane gefreut – kann mir niemand erzählen, dass in unserem Deutschland einig Verwaltungs- & Bürokrat(i)enland die beim Bastei-Verlag eine solche Liste nicht haben!

Wenn man dann noch bedenkt, wie mager der Anteil von Text in Martin Comparts Buch ist und wie hoch dieser Anteil in seinen sonstigen Büchern oder auch in „G-man Jerry Cotton – Nichts als Wahrheit und Legenden“ von Friedrich Jakuba ausgefallen ist, dann ist das für einen Preis von € 29,99 doch recht wenig und als Leser gewinnt man den Eindruck, dass hier der Bastei-Verlag mit dem bekannten und etablierten Namen von Martin Compart und einem reichlich unkritischen Werk einfach die durch die neue Verfilmung entstandene Stimmung ausnutzen und Kasse machen wollten. Leider sind derlei unkritische Publikationen während der vergangenen zehn Jahre viel zu oft produziert worden, in den Jahrzehnten zuvor gab es zwar weniger von dieser Art von Sekündärliteratur, aber diese war oft informativer und auch kritischer verfasst.

Und in unserer multimedialen Zeit, in der einigen Zeitschriften eine DVD beiliegt, hätte ruhig auch dieses Buch einen Datenträger beinhalten dürfen, zum Beispiel eine CD mit der Musik aus den Filmen von Peter Thomas oder einem der Hörspiele oder eine DVD mit einem der Filme.

Ich hätte kein Problem damit gehabt, noch mehr für ein solches Buch zu bezahlen, wenn all dies noch mit enthalten gewesen wäre, anstatt für € 29,99 solch eine flink zusammen geschusterte literarische Sollbruchstelle serviert zu bekommen!

Insgesamt bleibt Martin Comparts Buch weit hinter den Erwartungen zurück, da hilft auch der edle Einband nichts! Mir hat’s Leid getan, dass ich mir dieses Buch für den vollen Preis im Buchhandel gekauft habe, denn für weniger als die Hälfte hätte ich’s auch gebraucht bei Amazon bekommen können und das hätte auch genügt. Vielleicht gibt es ja irgendwann eine zweite Auflage, die besser sein wird!
Von Martin Compart und besonders für diesen Preis habe ich besseres erwartet!
Martin Compart zu »Martin Compart: G-man Jerry Cotton« 15.06.2010
Der Geruch der Druckfarbe verfliegt. Aber nur durch extreme (und teure) Farbgebung konnte diese ungewöhnliche Qualität erreicht werden. Durch den enormen Zeitdruck war das "Auslüften" vor dem Einschweißen nicht mehr möglich. Aber keine Sorge: Der Geruch löst sich im wahrsten Sinne des Wortes in Luft auf.
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