Die Trauer trägt schwarz von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2001
unter dem Titel The Blue Last,
deutsche Ausgabe erstmals 2003
bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England / London, 1990 - heute.
Folge 17 der Inspektor-Jury-Serie.
- New York: Viking, 2001 unter dem Titel The Blue Last. 432 Seiten.
- München: Goldmann, 2003. Übersetzt von Cornelia C. Walter. 432 Seiten.
-
München: Goldmann, 2005.
Übersetzt von Cornelia C. Walter.
ISBN:
3-442-45960-5. 432 Seiten. -
München: Goldmann, 2008.
Übersetzt von Cornelia C. Walter.
ISBN:
978-3-442-46902-4. 480 Seiten.
'Die Trauer trägt schwarz' ist erschienen als
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In Kürze:
Weihnachten naht, und in den Straßen von London herrscht geschäftige Betriebsamkeit. Doch Inspektor Jury ist alles andere als festlich gestimmt. Sein alter Freund und Kollege Mickey Haggerty ist schwer erkrankt und braucht dringend seinen Rat in einem lange zurückliegenden Fall. Haggerty hat es sich nämlich in den Kopf gesetzt, eine Tragödie aufzuklären, die sich vor mehr als fünfzig Jahren innerhalb der vermögenden Londoner Brauerei-Familie Tynedale abgespielt hat. Aber noch bevor Jury mit seinen Ermittlungen beginnen kann, ereignet sich ein mysteriöser Mord: Simon Croft, ein enger Freund der Tynedales, wird erschossen aufgefunden. Inspektor Jury fällt es schwer, an einen Zufall zu glauben: Er wird den Verdacht nicht los, dass es einen verborgenen Gegenspieler gibt, der alles daran setzt, die Vergangenheit für immer ruhen zu lassen …
Für diejenigen, die noch nie ein Buch von Martha Grimes gelesen haben
Die Fakten:
- viele Anspielungen auf frühere Fälle
- der eigentliche Fall scheint anfangs sehr dünn
- es gibt Handlungsstränge, die zunächst keinen Sinn ergeben
- die Personen sind skurril
Wen das nicht schreckt, der kann zur kurzen Inhaltsangabe übergehen:
Superintendent Jurys alter Freund DCI Haggerty ist an Krebs erkrankt und hat sich an einem Fall festgebissen, der ihm Ablenkung von seiner Krankheit bietet. Da er meint, ihn nicht mehr zu Ende bringen zu können, bittet er Jury um Hilfe. Auf einem Baugründstück in seinem Revier sind zwei Skelette gefunden worden, von denen man annimmt, es handle sich um Alexandra Tynedale und um das Kind ihres Kindermädchens, die bei der Bombardierung des Pubs »The Blue Last« im Zweiten Weltkrieg umgekommen sind. Das Kindermädchen Kitty war zu dieser Zeit mit Alexandras Baby spazieren, so dass die kleine Maisie mit dem Leben davon kam. Mickey Haggerty glaubt nun, dass die Babys vertauscht wurden, so dass Maisie gar nicht die Erbin des Tynedale-Brauerei-Erbes ist, sondern Erin, das Kind von Kitty. Als dann auch noch Simon Croft, dessen Familie sehr eng mit den Tynedales verbunden ist, erschossen wird, muss Jury sich mit der Vergangenheit befassen, einer Zeit, die auch für ihn sehr schmerzhaft ist, da er seine Familie ebenfalls im Zweiten Weltkrieg verlor.
Kurz gesagt: wer nicht auf britische Krimis steht, die noch dazu von einer Amerikanerin geschrieben werden und in denen kaum etwas passiert, den kann »Die Trauer trägt schwarz« wohl kaum begeistern. Nicht-Fans von Martha Grimes werden die ganze Handlung wahrscheinlich nur langweilig finden, da sie sich nicht an den Anspielungen auf Personen und Fälle aus früheren Büchern erfreuen können. Wer es mit Jury versuchen will, der sollte vielleicht wirklich ganz vorne anfangen (Inspektor Jury schläft außer Haus wurde vor 22 Jahren geschrieben). Aber vielleicht ist der Fall rückblickend gar nicht so begeisternd? Ich weiß es nicht mehr, aber irgendetwas an dieser Serie hat mich fasziniert.
Für diejenigen, die dieses neue Buch von Martha Grimes schon herbeigesehnt haben
Endlich wieder ein Treffen mit alten Bekannten! In gewohnter Manier schafft es die Autorin, dass ich ganz in die Welt eintauche. Im Vergleich zum Vorgänger liest sich das ganze wesentlich flüssiger und ich habe großen Spaß bei den Anspielungen auf früher. Macht nichts, dass ich mich gar nicht mehr so gut an die Details erinnern kann, schließlich läuft die Serie schon seit gut 20 Jahren. Es gefällt mir, dass Jury mal wieder in London ermitteln darf. Und da sich Jury und Melrose schon so gut kennen (aber komischerweise immer noch siezen), muss der Grund für ein Treffen auch nicht mehr an den Haaren herbeigezogen werden. Gut, der eigentliche Fall ist wirklich dünn (bis auf das Ende), aber das beeinträchtigt mein Lesevergnügen überhaupt nicht. Ich möchte wissen, ob Maisie nun wirklich Alexandras Tochter ist oder nicht und auch der Grund für Simon Crofts Tod interessiert mich.
Dass Melrose und Trueblood im Mittelteil einen Ausflug nach Florenz unternehmen, der gar nicht in Beziehung zu den Ermittlungen steht, stört mich überhaupt nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich im Frühjahr ebenfalls in der Toskana war. Toll, ich erkenne alles wieder und San Gimignano war auch eine der Städte, die mir am besten gefallen hat. Und wenn man es genau bedenkt, dann wird einem deutlich: die beiden fahren nach Florenz, um die Antwort auf eine Frage zu erhalten, aber sie finden sie nicht. Es kann sein, es kann aber auch nicht sein. Und genau so ist es: man wird nicht auf alle Fragen eine Antwort finden. Abgesehen davon liefert Melrose mit seinen neu erworbenen Kenntnissen über Masaccio doch einen wichtigen Hinweis …
Immer wieder musste ich über die Beschreibungen lachen und am nettesten fand ich die Szene, in der er (immerhin ehemaliger Lord Ardry) sein Einstellungsgespräch mit »Mr. Barkins, dem Butler, hinter sich gebracht hatte. Es fiel Melrose schwer, «Mister» zu sagen und ihn nicht einfach mit «Barkins» anzureden.« (S. 253) Und wie er dann den echten Gärtner mit seinem rudimentären Wissen beeindrucken will, einfach amüsant.
Insgesamt wird einem beim Lesen ein gerüttelt Maß an Wissen vermittelt, nicht nur über die Renaissance und deren Künstler, sondern auch über den Zweiten Weltkrieg und die Dechiffrierungsspezialisten. Über den »Blitzkrieg« habe ich mich zusätzlich informiert, weil mich das Thema so gepackt hat.
Was mir negativ aufgefallen ist: Kann es sein, dass Jury wirklich schon um die 60 ist? Wenn er die beschriebene Zeit als kleines Kind selbst erlebt hat und die Handlung wirklich in der Jetzt-Zeit angesiedelt ist (wofür die Erwähnung des Millenium Domes in London spricht), dann wäre dies der Fall. Das passt nicht ins Bild (aber darüber könnte man schon allein eine Abhandlung verfassen). Und das offene Ende missfällt mir persönlich ein wenig, wenn Martha Grimes mit der Wendung auch Pluspunkte gesammelt hat.
Ein Martha Grimes-Fan kommt wahrscheinlich eh nicht drumherum, »Die Trauer trägt schwarz« zu lesen. Ich habe es nicht bereut, aber wie die vielen negativen Bewertungen bei amazon.com zeigen, kann das auch ganz anders ausgehen, da scheiden sich die Geister.
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| marco zu »Martha Grimes: Die Trauer trägt schwarz« | 14.05.2009 |
|---|---|
| Oolong zu »Martha Grimes: Die Trauer trägt schwarz« | 11.06.2008 |
| maureen zu »Martha Grimes: Die Trauer trägt schwarz« | 28.01.2008 |
| Anja zu »Martha Grimes: Die Trauer trägt schwarz« | 26.11.2007 |
| petra2302 zu »Martha Grimes: Die Trauer trägt schwarz« | 18.09.2007 |
| Marion zu »Martha Grimes: Die Trauer trägt schwarz« | 09.07.2007 |
| John Bull zu »Martha Grimes: Die Trauer trägt schwarz« | 13.06.2007 |
| Gabriele Hennig zu »Martha Grimes: Die Trauer trägt schwarz« | 27.05.2007 |
| MissyMarple zu »Martha Grimes: Die Trauer trägt schwarz« | 24.03.2007 |
| Gian-Luca zu »Martha Grimes: Die Trauer trägt schwarz« | 11.11.2006 |
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