Auferstanden von den Toten von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2002
unter dem Titel The Grave Maurice,
deutsche Ausgabe erstmals 2005
bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England, 1990 - 2009.
Folge 18 der Inspektor-Jury-Serie.
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New York: Viking, 2002 unter dem Titel The Grave Maurice.
ISBN:
0670030457. 424 Seiten.
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München: Goldmann, 2005.
Übersetzt von Cornelia C. Walter.
ISBN:
3-442-31006-7. 480 Seiten. - Augsburg: Weltbild, 2006. Übersetzt von Cornelia C. Walter. 475 Seiten.
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München: Goldmann, 2007.
Übersetzt von Cornelia C. Walter.
ISBN:
978-3-442-46444-9. 475 Seiten. -
München: Goldmann, 2009.
Übersetzt von Cornelia C. Walter.
ISBN:
978-3-442-47199-7. 475 Seiten.
'Auferstanden von den Toten' ist erschienen als
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In Kürze:
Vor zwei Jahren verschwand in der ländlichen Idylle von Cambridgeshire, dem Mekka des englischen Reitsports, unter mysteriösen Umständen die 15-jährige Nell Ryder. Von ihr und ihrem kostbaren Pferd fehlt seither jede Spur, und die Vermutung liegt nahe, dass das Mädchen von dem Gestüt ihres Großvaters entführt wurde. Merkwürdigerweise tauchte aber nie ein Erpresserbrief auf, und so liegt Nells weiteres Schicksal völlig im Dunklen. Nur ihr Vater Roger ist überzeugt, dass seine Tochter noch am Leben ist. Inspektor Jury, der durch Zufall von den Ereignissen erfährt, beginnt sich für den Fall zu interessieren. Und schnell finden er und sein Freund Melrose Plant heraus, dass es in der hoch angesehenen Familie Ryder einige Ungereimtheiten gibt. Doch welche Abgründe dort wirklich lauern, wird ihnen erst klar, als man auf dem Ryder’schen Gestüt die Leiche einer unbekannten Frau entdeckt …
Das meint Krimi-Couch.de: »Nur wirklich eingefleischten Fans zu empfehlen«
Krimi-Rezension von Sabine Reiss überspringen
Der Anfang ist sehr erfolgsversprechend: Superintendent Richard Jury, nach seiner Schussverletzung (siehe Vorgängerroman) quasi im Zwangsurlaub, erfährt durch seinen Freund Melrose Plant vom Schicksal seines Arztes. Melrose belauschte in einem dem Krankenhaus nahegelegenen Pub namens »The Grave Maurice« – so auch der Originaltitel des Romans – zwei Frauen, die von einem fünfzehnjährigen Mädchen erzählten, das mittlerweile seit zwei Jahren verschwunden ist. Nell Ryder, die Tochter des Arztes, wurde mitsamt ihrem Schützling, dem wertvollen Zuchthengst Aqueduct, vom Hof ihres Großvaters gekidnappt.
Es ist eigentlich kein richtiger Fall, das sieht auch Jury so, aber wie in Josephine Teys Roman »Alibi für einen König« befasst sich der Patient mit einem zurückliegenden Kriminalfall. Auch der Autor Colin Dexter hat seinen Inspector Morse übrigens schon mit dieser Idee ins Rennen geschickt. Nach einiger Zeit weiß der Leser, was die Angehörigen des Mädchens nur noch vage hoffen: Sie ist am Leben. Und sie könnte weglaufen, tut es aber nicht, denn sie muss erst noch ihre sich selbst auferlegte Mission beenden. Als dann noch eine Frauenleiche auf dem Hof der Ryders gefunden wird, muss Jury sich erst recht einmischen.
Verheißungsvoller Start
Anfangs schwungvoll und gut zu lesen, verliert die Erzählung ab der Mitte an Tempo. Bei Martha Grimes muss man sich darauf gefasst machen, dass die Handlung eine Art Eigendynamik entwickelt. Es gehört zu den Hauptcharakteristika dieser Serie, dass sie sehr viele Personen auftreten lässt, die nichts mit der Geschichte zu tun haben: ein sehr skurriles Völkchen, das der Stammleser immer wieder gerne wieder trifft. Hier wirkt es jedoch teilweise zu bemüht und zudem verliert man den Faden so manches Mal, so dass man zurückblättern muss, um sich wieder zurechtzufinden. Andere Passagen sind jedoch wie gewohnt amüsant und unterhaltsam, aber auch ernste Töne werden angeschlagen. Die Familiengeschichte der Ryders nimmt ohne Zweifel gefangen.
Aufgrund der Ansiedlung im Rennsportmilieu könnte man sogar meinen, dass auch Fans von Dick Francis auf ihre Kosten kommen, doch eines unterscheidet die Bücher komplett. Während der Altmeister der Pferdekrimis die Spannung permanent auf einem hohen Niveau hält, bleibt Martha Grimes damit eher auf Sparflamme. Einzig der erfolgreiche Spekulant Vernon Rice, Nells Stiefonkel, könnte glatt als Francis’ Geschöpf durchgehen.
Zu wenig Krimi
Bei aller Begeisterung für die Jury-Romane darf man die Augen nicht davor verschließen, dass die es die Autorin im vorliegenden Band ein wenig übertrieben hat. Bei allem Erzähltalent, das ihr auch hier nicht abhanden gekommen ist, ist die Geschichte zu weit hergeholt. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass Nell Ryder zwei Jahre bei ihren Entführern bleibt, um die Pferde zu retten, die für die Produktion von Hormonpräparaten aus Urin von trächtigen Stuten unter unwürdigen Bedingungen gehalten werden. So ernst der Feldzug der Autorin gegen die Produktion dieses Medikaments namens Premarin auch ist, der Plot darum herum wirkt zu konstruiert.
Versucht man sich vorzustellen, wie dieses Buch auf jemanden wirkt, der noch nie einen Krimi von Martha Grimes gelesen hat, ist man schnell ratlos. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, es gibt nur wenige, die danach zu einem weiteren Buch von ihr greifen würden. Zu dünn ist die Story, zu wenige Krimielemente sind überhaupt vorhanden. Fast zufällig wird im Mittelteil eine Tote platziert und weil diese wohl nicht ausreichte, mussten am Ende noch einige andere das Zeitliche segnen, ohne dass deren Ableben einen Sinn ergibt. Ohne Nebenwirkungen kann »Auferstanden von den Toten« daher nur langjährigen Grimesoholikern verschrieben werden.
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| Zoé zu »Martha Grimes: Auferstanden von den Toten« | 24.10.2009 |
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| Silberbach zu »Martha Grimes: Auferstanden von den Toten« | 15.02.2009 |
| Oolong zu »Martha Grimes: Auferstanden von den Toten« | 11.06.2008 |
| Anna Johannsen zu »Martha Grimes: Auferstanden von den Toten« | 09.01.2008 |
| Kasia zu »Martha Grimes: Auferstanden von den Toten« | 02.01.2008 |
| Taennsche zu »Martha Grimes: Auferstanden von den Toten« | 22.11.2007 |
| Thomas Farnung zu »Martha Grimes: Auferstanden von den Toten« | 16.10.2007 |
| Marion zu »Martha Grimes: Auferstanden von den Toten« | 10.07.2007 |
| pitty zu »Martha Grimes: Auferstanden von den Toten« | 27.04.2007 |
| Vivian zu »Martha Grimes: Auferstanden von den Toten« | 10.01.2007 |
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