Im Dunkeln der Tod von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2006
unter dem Titel Den döende dandyn,
deutsche Ausgabe erstmals 2008
bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Gotland, 1990 - 2009.
Folge 4 der Anders-Knutas-Serie.
- Stockholm: Bonnier, 2006 unter dem Titel Den döende dandyn. 384 Seiten.
-
München: Heyne, 2008.
Übersetzt von Gabriele Haefs.
ISBN:
978-3-453-26558-5. 384 Seiten. -
München: Heyne, 2009.
Übersetzt von Gabriele Haefs.
ISBN:
978-3-453-40604-9. 382 Seiten.
'Im Dunkeln der Tod' ist erschienen als
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In Kürze:
Es ist Winter auf Gotland, die Touristen sind verschwunden, die meisten Geschäfte geschlossen. Nur in der traditionsreichen kleinen Galerie am Stora Torget wird fieberhaft gearbeitet. Der Kunsthändler Egon Wallin bereitet eine Vernissage vor. Es soll seine letzte Ausstellung sein. Wallin will reinen Tisch machen. Er führt seit Jahren ein scheinheiliges Eheleben, sein Herz gehört längst jemand anderem. Doch Wallin erlebt den nächsten Tag nicht mehr. Ein Spaziergänger findet am Morgen seine Leiche, nackt, zerschunden und meterhoch in einem Torbogen, genannt die Liebespforte, aufgeknüpft. Kommissar Knutas und sein Team nehmen die Ermittlungen auf. Warum musste Egon Wallin auf so grauenvolle Weise sterben? War es Mord aus Eifersucht? Oder war das Opfer skrupellosen Kunsträubern im Weg? Kommissar Knutas ermittelt fieberhaft, doch dann schlägt der Mörder erneut zu.
Das meint Krimi-Couch.de: »Skandinavienkrimi – einer von vielen«
Krimi-Rezension von Thomas Kürten überspringen
Egon Wallin – stadtbekannter Galerist – hängt tot in einem der historischen Stadttore der traditionsreichen, ehemaligen Hansestadt Visby. Tags zuvor hatte er noch in seiner Galerie eine Vernissage eines lettischen Malers ausgerichtet. Anders Knutas muss mit seinem Team unter einem hohen Öffentlichkeitsdruck agieren, denn die spektakulär zur Schau gestellte Leiche macht nicht nur auf Gotland, sondern auch auf dem schwedischen Festland Schlagzeilen. Und für die entsprechenden Fernsehbilder und Interviews sorgt wieder einmal Johan Berg vom lokalen Rundfunk.
Rasch entdecken die Fahnder eine Reihe von möglichen Motiven. Wallin wollte seine Galerie verkaufen, sich von seiner Frau trennen, nach Stockholm ziehen. Offenbar von homoerotischen Phantasien beflügelt schien er fortan ein neues Leben mit einem Galeristen in Stockholm führen zu wollen. Aber auch seine Witwe schien der Ehe keine allzu große Zukunft mehr zuzutrauen und hatte schon seit längerem eine Affäre laufen. Aus der Galerie wurde eine kleine Plastik gestohlen und zu allem Überfluss findet sie dann noch eine Reihe gestohlener Kunstwerke im Heizungsraum des Privathauses. Diese Vielzahl an Spuren verleitet den Kommissar dazu, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen. Bis die kleine Plastik am Ort eines anderen Verbrechens wieder auftaucht.
Im Auftrag des Serienlesers
Im Dunkeln der Tod ist bereits der vierte Roman aus der Knutas-Reihe. Ihre Hauptfiguren hat Mari Jungstedt also längst in Serie gefertigt, weswegen es auch nicht verwundert, dass die Autorin ein beachtliches Gewicht auf die Weiterentwicklung ihrer Charaktere legt. Während es bei ihrem Protagonisten Knutas allerdings nur leise vor sich hin plätschert, wartet seine Kollegin Karin Jacobsson mit einer echten Überraschung auf und Johan Berg, der diesmal eine absolute Randfigur bleibt und im Strom der Ermittlungen mitschwimmt, erfährt auf dieser Ebene die meiste Aufmerksamkeit. Das Ungleichgewicht zwischen Charakterentwicklung und Handlungsanteilen ist eine unangenehme Randerscheinung des Romans.
Der Autorin gelingt es hingegen viel besser, eine Spannungskurve aufzubauen und die Identität des Täters, der bei vielen Schritten direkt begleitet wird, geheim zu halten. Rein handwerklich gesehen kann »Im Dunkeln der Tod« als solider Krimi gesehen werden, der an die Vorgängerromane lückenlos anknüpft. Mehr aber auch nicht.
Die Zutaten sind vorhanden
Im Dunkeln der Tod hat eigentlich alles, was ein typischer Skandinavienkrimi braucht. Ein überarbeiteter Kommissar, bei dem das Familienleben zu kurz kommt (der aber wenigstens nicht schwermütig ist), brutale Verbrechen, Sozialkritik, Weiterentwicklung der Personen. Was ihm fehlt ist jedoch die Einzigartigkeit. Der Roman ist einfach einer von ganz vielen, zwar gut arrangiert, sicher entworfen und souverän erzählt, aber nicht so gut, um sich gegen starke Konkurrenz aus dem eigenen Land zu behaupten. Immerhin gelingt der Autorin im Schlussakkord noch eine Überraschung. Doch auch das wird nicht verhindern, dass Im Dunkeln der Tod bald nur noch dunkel in Erinnerung sein wird.
Thomas Kürten, Mai 2008
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| CRI zu »Mari Jungstedt: Im Dunkeln der Tod« | 23.12.2009 |
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| tomco zu »Mari Jungstedt: Im Dunkeln der Tod« | 06.06.2009 |
| Jürgen Uphoff zu »Mari Jungstedt: Im Dunkeln der Tod« | 28.02.2008 |

