ZERO - Sie wissen, was du tust von Marc Elsberg

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2014 bei Blanvalet.

  • München: Blanvalet, 2014. 480 Seiten.

'ZERO - Sie wissen, was du tust' ist erschienen als

In Kürze:

Der Tod eines Jungen führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der beliebten Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten – und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg. Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die es einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt. Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten. Und in einer Welt voller Kameras, Datenbrillen und Smartphones gibt es kein Entkommen.

Das meint Krimi-Couch.de: »Brandaktuell und hochbrisant« 86°Treffer

Krimi-Rezension von Jürgen Priester

In der Unterhaltungsliteratur war Marc Elsberg einer der Abräumer der letzten zwei Jahre. Im ganzen deutschsprachigen Raum, besonders natürlich in seinem Heimatland Österreich, generierte sein Debütroman Blackout allerbeste Verkaufszahlen. Das galt schon für die gebundene Erstausgabe vom März 2012, was bei einem Neuling eher selten der Fall ist. Die Taschenbuch-Ausgabe vom Juni 2013 trieb den Absatz noch einmal in unerwartete Höhen. Kritiker und Leser waren des Lobes voll. Blackout ist ein fulminanter Thriller über die Fragilität unserer Versorgungssysteme. Eine gezielte lokale Manipulation führt zu einer kontinentalen Katastrophe.

Um Manipulationen größeren Umfangs geht es jetzt in Marc Elsbergs zweitem Roman Zero. Der Untertitel: »Sie wissen, was du tust« gibt schon einen Hinweis darauf, dass der Roman von den Datensammel-Exzessen staatlicher und privater Institutionen handelt. In einem kurzen Vorwort schreibt der Autor sinngemäß, dass sein Roman »etwas« in der Zukunft spielt. Wenn man aber die Schlagzeilen der letzten Tage (Anfang Juni 2014) liest, wird man erschreckend feststellen, dass die reale Gegenwart Elsbergs fiktive Zukunft schneller einholt als erwartet.

Die Enthüllungen des Ex-Geheimdienstmanns Edward Snowdon brachten es an den Tag. Ganze Bevölkerungen werden abgehört – von der ersten Frau bis zum letzten Mann. Diese Tatsache allein mag viele gar nicht weiter überrascht haben. Spionage gehört seit Jahrhunderten zum Alltagsgeschäft zwischen Staaten oder Interessengruppen. Je mehr ich von meinem Gegenüber weiß, desto besser kann ich ihn einschätzen, desto leichter fällt es, ihn zu manipulieren und Macht über ihn auszuüben. Das Erschreckende an Snowdons Veröffentlichungen ist wohl das gigantische Volumen der Bespitzelung und die Tatsache, dass die Geheimdienste der westlichen »Werte«gemeinschaft eng miteinander kooperieren und die größtenteils wider geltendes Recht erhobenen Daten untereinander austauschen. Der größte Datenkrake ist die US-amerikanische NSA mit geschätzten 40 000! Mitarbeitern. Die genaue Zahl ist natürlich geheim. Man kann sich kaum vorstellen, über welche Kapazitäten sie  weltweit verfügt.

Aber nicht nur staatliche Stellen sind an möglichst umfassenden Daten über ihre Bürger interessiert, sondern auch die Privatwirtschaft will alles über ihre User, Mitglieder oder Kunden wissen. Es ist müßig, aufzuzählen, wo überall ein jeder von uns freiwillig oder unfreiwillig, wissentlich oder unwissentlich seine Daten hinterlässt, wo sie gespeichert, ausgewertet oder verkauft werden. Ist es nur ein Gedankenspiel oder schon die Zukunft, dass Datenspender für die Überlassung ihrer Daten bezahlt werden?  Im Roman ist diese Idee schon umgesetzt worden. Eine Internet-Plattform mit dem euphemistischen Namen »Freemee« bietet ihren Usern Beratung in allen Lebenslagen, kombiniert mit der Preisgabe persönlicher Daten zu Werbezwecken gegen Bezahlung.

Der Roman beginnt mit einer amüsanten Szene: der amerikanische Präsident beim Golfen im Kreis seiner Familie. Unter den wachsamen Augen des Sicherheitspersonals kommt es zu einem spektakulären Paparazzi-Überfall quasi aus heiterem Himmel. Der Präsident wird aller Welt via Internet, von seinen Lieblingstechnologien verfolgt, der Lächerlichkeit preisgegeben. Verantwortlich für diesen Coup zeichnet eine Person oder Gruppe von Internetaktivisten mit dem Namen »Zero«. Wer sich erdreistet, am amerikanischen Machtgefüge zu rütteln, kann nur ein Terrorist sein. Dementsprechend umfangreich sind die Aktivitäten, die sich jetzt entfalten.

Von London aus verfolgt die Journalistin Cynthia Bonsant das präsidiale Debakel auf einem Großbildschirm. Die Redaktion ihres Online-Magazins ist gerade in neue Räumlichkeiten umgezogen – ausgestattet mit Hightech vom Feinsten. Zur Feier des Einzugs gibt es für alle relevanten Mitarbeiter eine Datenbrille mit Gesichtserkennungs-Software. Cynthia steht technischen Neuerungen eher skeptisch gegenüber, testet die smarte Brille erst auf dem Heimweg von der Arbeit und erlebt ein blaues Wunder – erschreckend und faszinierend zugleich. Am Tag darauf leiht sie die Brille ihrer fünfzehnjährigen Tochter Viola, in deren Freundeskreis das Hightech-Gerät für Furore sorgt. Es kommt zu einem Zwischenfall in Zusammenhang mit der Gesichtserkennung – ein Schlusswechsel mit tödlichem Ausgang. Cynthia, die sich als Besitzerin der Brille schuldig fühlt, geht der Frage nach, wie das passieren konnte. Dabei stößt sie auf das Internetportal »Freemee«, von dem ihre Tochter und deren Freunde total begeistert sind, weil es ihr Leben positiv verändert hat. Cynthia gelingt ein Blick hinter die Kulissen der anscheinend altruistischen Firma. Das Unternehmen hat einige Leichen im Keller (im wahrsten Sinne des Wortes). Cynthias Aktivitäten bleiben nicht unbemerkt. Sie gerät ins Fadenkreuz skrupelloser Geschäftsmänner, die zudem noch auf staatliche Unterstützung bauen können, denn sie verbindet ein gemeinsamer Gegner: Zero.

Gut ein Jahr ist es her, dass Edward Snowdon seinen Job als Systemadministrator aufgab und begann, die Machenschaften seiner früheren Dienstherren CIA, NSA und DIA  aufzudecken. Seitdem gibt es fast wöchentlich neue Enthüllungen. Gerade wurde bekannt, dass die NSA täglich Millionen von Fotos aus dem Internet herunterlädt, um sie mit einer Gesichtserkennungssoftware zu überprüfen.Wie weit Überwachung und Bespitzelung noch gehen werden, ist kaum vorstellbar. Marc Elsberg hat den Versuch unternommen, die Möglichkeiten vorhandener Technologien zu einem Gesamtbild zu verknüpfen. Das ist ihm hervorragend gelungen.

Wie schon in Blackout weist der Autor auch in Zero auf die Schwachstellen unserer hochtechnisierten Welt hin. Führte im Debütroman ein Blackout in europäischen Kraftwerken direkt in eine Katastrophe, so ist die Bedrohung in Zero viel subtiler, weil die Auswirkungen nicht sofort spürbar sind und von den meisten gar nicht wahrgenommen werden. Ausspähung und Überwachung sollen ja im Interesse der Nutznießer im Geheimen stattfinden. Gelangt tatsächlich einmal etwas an die Öffentlichkeit, folgen Verschleierung und Verharmlosung – darin sind unsere Politiker und die gleichgeschalteten Leitmedien ganz groß. Wie der Rezensent schon an anderer Stelle schrieb, kommen Politik und Medien ihrer Verantwortung der Bevölkerung gegenüber nicht nach und einige Schriftsteller sind als kritische Instanz eingesprungen. Das ist sowohl eine erfreuliche, als auch notwendige Entwicklung.

Elsbergs Zero ist nicht nur hochbrisant und topaktuell, sondern auch rasant geplottet, wie es sich für einen guten Thriller gehört. Wer Blackout gelesen hat, weiß, dass der Autor sein Handwerk beherrscht. Zero ist spannende Lektüre, an deren Ende man sich fragt, leben wir noch in 2014 oder schon in 1984.

Jürgen Priester, Juni 2014

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Crimehands.com zu »Marc Elsberg: ZERO - Sie wissen, was du tust« 22.02.2017
Wer nichts anstellt, hat auch nichts zu verbergen, oder? Unsere Daten sind sicher, das Internet ist ein Segen. Nie wieder hinausgehen - wozu denn? Heute kann man von Zuhause arbeiten, einkaufen und seine Kontakte kann man auch pflegen - alles übers Internet. Man braucht nicht mal mehr einen PC, ein Smartphone genügt dafür. Das ist toll - oder etwa nicht?

Marc Elsberg zeichnet in seinem Buch „ZERO - Sie wissen, was du tust“ ein düsteres Bild unserer Zukunft; einer Zukunft, die näher ist, als uns lieb ist. Einer Zukunft, in der uns soziale Netzwerke vorgaukeln, dass wir Herr über unsere Daten sind, dass nur wir über sie verfügen - und mit denen wir nicht nur Geld verdienen können, sondern unser ganzes Leben verbessern können. „ZERO“ ist ein modernes 1984, das frappierende Ähnlichkeiten mit der Folge „Abgestürzt“ der britischen Serie „Black Mirror“ hat. Die Entwicklungen, die Elsberg in seiner Dystopie zeichnet, gibt es teilweise schon – zum Beispiel in China, wo Menschen Punkte sammeln, die ihr Leben ausrichten; zu wenig Punkte - kein Kredit, keine schöne Wohnung, kein guter Arbeitsplatz. Elsberg übertreibt mit seiner Geschichte also keineswegs - denn das, was sie beschreibt, könnte unser Leben in fünf Jahren sein.

Ich finde diese Thematik hochinteressant, Michael Hübner hat sie in „Todesdrang“ bereits angerissen, Elsberg behandelt sie noch intensiver – so intensiv, dass man meinen könnte, der Plot ist nur Mittel zum Zweck für das, was uns Elsberg eigentlich sagen möchte. Die Charaktere sind gut gelungen - Cynthia, die eher konservative Journalistin; ihre Tochter Vi, die voll in den sozialen Netzwerken aufgeht; Anthony, der typische Sensationsjournalist - und die Geschichte gut aufgebaut; mit Schauplätzen, die uns rund um die Welt führen.

Elsberg verrät uns zwischen den Zeilen, wo er eigentlich herkommt, denn mir war völlig unbekannt, dass er Österreicher ist. Aber unter anderem baut er ein Zitat ein, das fälschlicherweise einem ehemaligen österreichischen Bundeskanzler zugeschrieben wird und er beschreibt Wien detaillierter als alle anderen Städte in dem Buch - diese Subtilität gefällt mir und macht den Autor sympathisch, denn weder geht er mit seiner Herkunft hausieren, noch biedert er sich beim deutschen Publikum an; besonders Letzteres passiert leider öfter.

Das Buch hat keine nummerierten Kapitel, sondern ist in Tage und Absätze unterteilt - bei Szenenwechsel, die von einer Seite zur nächsten geschehen, kann es passieren, dass man den Szenenwechsel nicht auf Anhieb mitbekommt. Außerdem kommt bei manchen Strängen nicht klar heraus, welche Institutionen die dort auftretenden Figuren vertreten, und wenn es anfangs erwähnt wird, gerät es möglicherweise in Vergessenheit. Zwar gibt es am Ende ein Verzeichnis, in dem alle Charaktere und Institutionen aufgelistet sind, aber in der Regel findet man das erst, wenn man die Geschichte fertig gelesen hat.

Fazit: ZERO ist ein hochaktuelles Buch mit einer soliden und spannenden Geschichte, in der komplexe Dinge plastisch erzählt werden. Dennoch könnte es für Internet-Noobs etwas kompliziert werden - man sollte also ein Mindestmaß an Interesse für das Thema mitbringen, selbst wenn im Glossar am Ende die meisten Begriffe erläutert werden.
walli007 zu »Marc Elsberg: ZERO - Sie wissen, was du tust« 28.01.2017
Kein zurück

Von Drohnen erwischt werden der amerikanische Präsident und Sicherheitsleute. Schon bald taucht ein Video von der Aktion auf, das sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Und der Präsident ist not amused, denn seine panische Reaktion wirkt im TV etwas lächerlich. Zero hat nicht nur dieses Video erstellt. Immer wieder tauchen seine Botschaften im Netz auf, in denen die Machenschaften der Datenkraken dokumentiert werden. Die Journalistin Cynthia Bonsant steht diesem ganzen Elektro-Internetkram sehr skeptisch gegenüber. Nur wiederwillig nimmt sie von ihrem Chef eine Datenbrille entgegen, die sie in ihrer Berichterstattung über Zero nutzen soll. Allerdings ist sie neugierig und probiert die Brille aus. Fast erliegt sie den gebotenen Möglichkeiten.

Spannend ist die Jagd Cynthias und ihrer Kollegen nach Zero, die Suche nach kleinsten Hinweisen, die Zero vielleicht hinterlassen hat. Das sich hineindenken in einen Terroristen oder ist es doch eher ein Rebell. Cynthias Tochter Viola steht der Technik wesentlich aufgeschlossener gegenüber und sie erklärt ihrer Mutter die Arbeitsweise der Brille und der Datenkrake, die die Brillen verteilt. Wird Cynthia etwa alt, kommt sie nicht mehr mit? Oder sieht sie hier eine Entwicklung, die in eine üble Richtung führt? Immer tiefer steigt die Journalistin in die Recherche ein.

Unbefangen geht man vielleicht an diesen Roman heran. Zunächst erscheinen die Erklärungen technischer Vorgänge, solche über Informatik und Statistik etwas hemmend für den Lesefluss. Doch wenn einmal der Bezug zur heute schon vorhandenen Computerwirklichkeit hergestellt ist, wird es einem so langsam aber sicher richtig unheimlich. Schließlich geht es nicht nur um die eher positiven Nutzen der irren Datensammelwut, der wir alle heute ausgesetzt sind. Jeder Computer, jedes Smartphone, jede Smartwatch, jede Kundenkarte und was nicht alles mehr. Unendliche Datenmengen, die freiwillig preisgegeben werden. Ist es dann nicht wirklich sinnvoll, selbst Herr über die Daten zu sein und sie zu vermarkten. Ein Gedanke, den sich in diesem Buch eine Firma zunutze macht. Doch natürlich endet es nicht damit, den Nutzern zu helfen, die Herrschaft über ihre Daten zu behalten. Nein, gegen ein geringes Entgelt, können die Nutzer sich auch verbessern. Und so geht es weiter, es werden die Psychotricks und Manipulationsmöglichkeiten angewandt, denen man sich eh kaum entziehen kann. Und hier werden sie dann auch noch bis zum Exzess angewandt und individualisiert. Je weiter man liest, desto unheimlicher wird die Geschichte und je mehr Vergleiche fängt man an zu ziehen mit dem Alltag, den man täglich erlebt. Man fragt sich, läuft sowas schon, ist man selbst lenkbar. Sollte man jegliches Internet meiden und sich einen Käfer kauten, um wenigstens nicht bei jedem Schritt geortet werden zu können. Man kann dem nicht mehr entgehen, aber wenn man sich einige Pressemeldungen dieser Tage anschaut, dann schaudert es einen, ob der Möglichkeiten, die vielleicht bestehen und die vielleicht auch schon genutzt werden. Ein Buch, an dem man nicht vorbeigehen sollte.

4,5 Sterne
Elo zu »Marc Elsberg: ZERO - Sie wissen, was du tust« 30.03.2016
Hallo,habe das Buch gelesen und bin begeistert. kennt jemand ähnliche Bücher, leider gibt es keine Auswahlmöglichkeit genre wo man Hacker Krimis usw anklicken kann, wäre doch mal ein guter Vorschlag es anzulegen.
Suche Krimis wo es um Hacker Überwachung
Datenspionage Cyber-Krimi und solche Dinge geht

gruss
Elo
Chris Getto zu »Marc Elsberg: ZERO - Sie wissen, was du tust« 30.07.2015
Prima Buchbesprechung - zum Lust kriegen!
Aber an der Stelle ...ein Blick hinter die Kulissen der anscheinend altruistischen Firma. ... sollte es ganz sicher "scheinbar" heißen!

Genau das ist nämlich das Problem mit Google, Apple und Konsorten!

Diese Thema so "locker" bzw. lesbar rüberzubringen, ist ausgesprochen verdienstvoll. Hoffentlich macht es recht viele Leser sehr nachdenklich!
manni zu »Marc Elsberg: ZERO - Sie wissen, was du tust« 08.06.2015
Das Thema ist tatsächlich spannend und sehr interessant. Leider ist Elsberg nur ein mäßiger Schriftsteller. Die Figuren bleiben platt und das ganze Unterfangen liest sich wie ein Drehbuchskript, alles vorhersehbar und klischeebeladen bis zum geht nicht mehr. Schade eigentlich. Für Anspruchlose und den Ferien-Liegestuhl reicht es vielleicht. Mit Literatur hat das nichts zu tun, die hohe Bewertung ist mir rätselhaft. 0°
Thomas Bahr zu »Marc Elsberg: ZERO - Sie wissen, was du tust« 22.05.2015
Total spannend und bedrückend zugleich wird einem klar, was der Modeausdruck Big Data für Dein Leben bedeuten kann. Ich konnte sehr gut verstehen, wie man hin- und hergerissen ist zwischen den Möglichkeiten und Segnungen der schönen neuen Digitalwelt und ihren beängstigenden Schattenseiten. Vielleicht manchmal etwas holzschnittartig geschildert, wird jedoch sehr deutlich, dass wir als "moderne, aufgeschlossene" Gesellschaft fröhlich auf dem Weg zur Schlachtbank der zynischen Zuckerbergs dieser Welt sind. Solange wir als Konsumenten brav agieren und als Staatsbürger dem gewünschten Mainstream folgen, funktionieren wir und werden belohnt. Kritiker des Systems werden sanktioniert und können leicht sogar ums Leben kommen.
Anja zu »Marc Elsberg: ZERO - Sie wissen, was du tust« 24.01.2015
Ich habe mit dem Buch Zero gestern angefangen. Erst war es langweilig, von wegen, was interessiert mich der US-Präsident, aber dann wurde es interessant, was technisch alles möglich ist. Was man schnell voneinander wissen kann, oder was jemand schon über einen weiß, ohne das ih das von selbst preisgegeben habe.

Ich lese weiter und kann später berichten.
Amica65 zu »Marc Elsberg: ZERO - Sie wissen, was du tust« 21.10.2014
Marc Elsberg behandelt in seinem neuen Roman die fiktive Internetplattform Freemee, das Sammeln und Verwerten von Daten und die erschreckenden Folgen. Freemee bietet ihren Millionen Usern eine App an, die ihr Leben verbessern soll. Anhand der gespeicherten Daten geben sie den Nutzern Tipps, wie sie ihr Leben besser gestalten können.
Als ein jugendlicher Nutzer bei einer Verfolgungsjagd in London erschossen wird, wird die Journalistin Cynthia mit der Recherche betraut. Sie ist aber auch persönlich involviert, da auch ihre technikaffine Tochter ihre Daten verkauft, um ihr Taschengeld aufzubessern.
Es geht gleich rasant los. Der Online-Aktivist Zero warnt schon länger vor den Gefahren dieser Datenauswertungen, aber erst als er in einem spektakulären Video der Öffentlichkeit zeigt, dass es möglich ist, selbst den am besten beschützten Mann der Welt, den amerikanischen Präsidenten und seine Familie durch einen Drohnen-Angriff zu töten, wird die Öffentlichkeit aufmerksam.
Was anfänglich sehr spannend losgeht und mich begeisterte, fand ich im Verlauf der Geschichte die Handlung leider sehr bemüht und auch konstruiert. Die Spannung ging durch zu viele technische Informationen verloren.
Mein Fazit: Lesenswert! Man macht sich schon Gedanken über den sorglosen Umgang mit den persönlichen Daten und das ständige Hinterlassen von digitalen Spuren. Aber es hat mich nicht so vom Hocker gehauen, wie der Bestseller Blackout, der mich noch lange nach dem Lesen beschäftigt hat.
Elsberg ist super darin, packende Ermittlungen und Recherchen an faszinierenden Location zu beschreiben, hier möchte ich die spannende Verfolgungsjagd in Wien erwähnen. Geschickt auch, durch die im Umgang mit technischen Geräten eher unerfahrene Cynthia, vermittelt Elsberg dem Leser das Know-How der Neuerungen.
Schwächen zeigen sich in der Beschreibung der Charaktere. Am Ende des Buches findet man neben einem Glossar auch ein Figurenverzeichnis, dass ich bei der Vielzahl der Protagonisten sehr hilfreich fand. Diese agieren leider hölzern und bleiben durchweg blass. Die Reaktionen bei den Trauerfällen fand ich befremdlich, die Schwärmerei Cyns lächerlich.
Die Botschaft Elsberg, der betont, er beschreibe die Gegenwart und nicht die Zukunft ist deutlich: Je mehr ich von meinem Gegenüber weiß, desto besser kann ich ihn manipulieren und Macht aus üben. Wissen ist Macht!
Eva zu »Marc Elsberg: ZERO - Sie wissen, was du tust« 12.10.2014
Nachdem ich schon Blackout sehr gut fand, musste ich das zweite Buch natürlich auch lesen. Ich hab es an 2 Abenden verschlungen. Es ist zwar eine Fiktion, aber absolut möglich. Gewisse Ansätze gibt es heute schon, Smartphones die Deinen Standort senden, hilfreiche Apps, die Deine Daten sammeln, "feindliche" Übernahme fremder Computer, Navigationsgeräte in Autos, die Dein Fahrverhalten der Versicherung senden und vieles mehr. Von einer Datenbrille hab ich noch nichts gehört, aber auch das ist wohl nur eine Frage der Zeit. Ein Scoring der Verbraucher, die die Kreditwürdigkeit vom Wohnumfeld abhängig macht, gibt es bereits. Der Roman ist gut geschrieben und bringt einen wirklich zu Nachdenken über die Welt, in der wir leben.
Jazzoxnpz zu »Marc Elsberg: ZERO - Sie wissen, was du tust« 27.07.2014
Ein SiFi über dinge, die alle schon möglich und wie wir jüngst erfahren haben sehr wahrscheinlich sind. Ich finde das Buch sehr lesenswert, weil es auf spannende Art näherbringt, wie wir tagtäglich ausspioniert werden und die Regelung mit den mindestens 300 Zeiichen finde ich extrem bescheuert... :-(
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