Dead End von Manuela Martini

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 bei Bastei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: Australien / Queensland, 1990 - 2009.
Folge 3 der Shane-O’Connor-Serie.

  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2004. ISBN: 3-404-15244-1. 430 Seiten.

'Dead End' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Mitten auf einer einsamen Straße im Outback steht ein Junge. Allein, stumm, erinnerungslos. Die Kunsttherapeutin Joanna versucht, ihm seine Erinnerung wiederzugeben. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter den rätselhaften Buchstaben und Bildern, die er malt? Bald kommt sie einem grausamen Verbrechen auf die Spur. Zur gleichen Zeit brechen zwei französische Touristinnen auf eine abgelegene Farm ins Outback auf, nicht ahnend, in welche Gefahr sie sich begeben. Können Detective Shane O`Connor und seine Partnerin Tamara Thompson die jungen Frauen noch retten? Und welche Verbindung besteht zwischen den beiden Fällen?

Das meint Krimi-Couch.de: »Teilweise durchschaubar« 64°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Der australische Polizist Shane OConnor von der Homicide Squad in Brisbane wird mit seiner Kollegin Tamara zu einen Leichenfund gerufen. Drei Stunden entfernt von Brisbane spürte der Hund einer Fotografin die Leiche einer jungen Frau in unmittelbarer Nähe eines Polocross-Turnierplatzes auf. Die beiden Ermittler schlagen ihre Zelte für die Dauer der Ermittlungen in Chinchilla auf. Bald darauf kann die Tote identifiziert werden. Es handelt sich um Romaine Staravakis, Kellnerin in einem Lokal in der Gegend. Shane verdächtigt schnell den Exmann der Fotografin, da dieser ein Verhältnis mit Romaine hatte. Aber auch der Besitzer des Lokals, bei dem sie angestellt war, hätte ein Motiv, da er um 20.000 $ erleichtert wurde und ein Zettel im leergeräumten Safe auf Romaine als Diebin hindeutet.

Parallel hierzu wird ein kleiner Junge auf einer Straße fast von einem Truck überrollt, da er sich – total verstört – nicht von der Stelle bewegte, als der Lkw auf ihn zuraste. Die Kunsttherapeutin Joanna versucht ihm zu entlocken, was passiert ist. Es stellt sich heraus, dass seine Mutter verschwunden ist.

Und zu guter Letzt geraten zwei junge Französinnen, die mit dem Auto unterwegs sind, in große Schwierigkeiten.

Oje, Klischee

Als Leser sucht man instinktiv nach dem Zusammenhang zwischen diesen drei Handlungssträngen und es ist quasi unvermeidbar, dass man Überlegungen anstellt, was zwei Französinnen, ein kleiner Junge und eine Kellnerin gemeinsam haben könnten. Eine dieser Episoden alleine hätte aber auch ehrlich gesagt nicht das Potenzial, den Leser zu fesseln und ihn bei der Stange zu halten. Doch es ist ein Trugschluss, dass das Verquicken von mehreren Geschichten automatisch zu einem komplexen Handlungsaufbau führt. Die Auflösung ist dementsprechend nicht allzu überraschend, zumindest im wesentlichen Punkt.

Die Handlung schleppt sich trotz wechselnder Perspektiven in weiten Teilen nur so dahin und das Buch hätte gut und gerne 100 Seiten kürzer sein können. Insbesondere der Teil mit den beiden Französinnen, den ich zunächst als Nebenhandlung eingestuft und daher mit geringer Aufmerksamkeit bedacht hatte, nimmt nach und nach mehr Raum ein. Nur ärgerlich, dass gerade dieser Teil in der Schilderung irgendwie reißerisch und durchschaubar war. Ich wäre am liebsten ins Buch geklettert, um die beiden Mädels vor ihrer eigenen Dummheit zu schützen.

Die Atmosphäre stimmt

Abgesehen davon ist der Stil jedoch recht angenehm und die Person von Shane OConnor gefällt mir. Die anderen Figuren, insbesondere seine Partnerin Tamara, hätten allerdings noch eine detailliertere Charakterisierung vertragen. Was das Buch auszeichnet, ist die gelungene Beschreibung des Outbacks und die damit verbundene Faszination Australiens, die von der Autorin sehr gut transportiert wird. Die Atmosphäre stimmt und das versöhnt ein wenig. Vielleicht sollte man einem der Vorgängerromane eine Chance geben?

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tassieteufel zu »Manuela Martini: Dead End« 09.06.2014
Shane O’Connor von der Homicide Squad in Brisbane wird zu einem Leichenfund im Outback gerufen. Neben einem Polocrossfeld in Chinchilla hat der Hund einer Fotografin die Leiche einer jungen Frau entdeckt. Etwa zeitgleich wird auf einer entlegenen Straße ein kleiner Junge aufgegriffen, stumm , völlig apathisch und nicht ansprechbar. Die Kunsttherapeutin Joanna versucht zu ergründen, welches schreckliche Erlebnis den Jungen in diesen Zustand versetzte. Und 2 junge Französinnen brechen mit dem Auto von Brisbane auf, um einen Freund auf einer abgelegenen Farm im Outback zu besuchen, doch sie kommen nie dort an. Das alle 3 Fälle zusammen hängen, erschließt sich den ermittelnden Beamten erst, als es fast zu spät ist.

Wie schon in den ersten beiden Fällen für Shane O’Connor so gibt es auch hier mehrere parallel verlaufende Handlungsstränge, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Als Leser versucht man aber unweigerlich Verbindungen zu finden und fragt sich, was die 3 Fälle wohl verbinden könnte. Ganz einfach wird es dem Leser aber nicht gemacht, vor allem der Erzählstrang um die beiden Französinnen scheint zu Anfang keine große Bedeutung zu haben und nimmt erst mit dem Fortschreiten der Geschichte mehr und mehr Raum ein. Der Autorin ist es hier gelungen, ihre Leser lange Zeit im Unklaren zu lassen und erhält die Spannung in allen Erzählsträngen aufrecht, bis sie am Ende gekonnt miteinander verknüpft werden und einen stimmigen Abschluß finden.
Ihre Figuren zeichnet die Autorin authentisch und mit viel Liebe zu Detail. Diesmal wurde mir sogar Shane O’Connor etwas sympathischer als in den ersten beiden Fällen. Seine privaten Probleme und seine zunehmende Desillusionierung was seinen Job angeht, wurde sehr realistisch geschildert.
Dass die Autorin Australien kennt, merkt man ihren Schilderungen von Land und Leuten an. Die Weite der teils unwirtlichen und lebensfeindlichen Natur, die Hitze, und die Trostlosigkeit vieler abgelegener Orte wird in ihren Beschreibungen spürbar und besonders der Erzählstrang um die beiden Französinnen ist bedrohlich und sehr realitätsnah beschrieben. Wer selbst schon mal in Down Under war, kann hier vieles wieder erkennen und gut nachvollziehen.

FaziT: Shane O’Connor’s 3. Fall hat mir bisher am besten gefallen. Ein spannender und zunächst undurchschaubarer Fall, sowie viel Lokalkolorit und sehr lebensnah geschilderte Figuren bieten ein spannendes Lesevergnügen und einen Einblick ins Outback.
Krimi-Tante zu »Manuela Martini: Dead End« 14.11.2007
Mir hat das Buch im Gesamten ganz gut gefallen. Obwohl ich zugeben muss, dass eine Kürzung an der ein oder anderen Stelle der Story gut getan hätte. Auch mich haben zunächst die verschiedenen Handlungsstränge etwas irritiert, aber als sie dann am Ende geschickt zusammen geführt werden, macht doch alles seinen Sinn. Ich konnte mich insbesondere gut in die Situation der beiden Studentinnen einfühlen, sie wurde sehr plastisch und bedrohlich dargestellt. Da ich selbst schon mit dem Auto Australien bereist habe, war es für mich umso nachvollziehbarer...
Die Autorin "kennt" Australien, das merkt man. Ich werde jedenfalls die anderen Bücher der Autorin auch noch lesen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
D. Vanoni zu »Manuela Martini: Dead End« 03.04.2006
Nachdem ich von "Outback" mehr als nur enttäuscht war, wollte ich es gleich nochmals wissen und habe mich an "Dead End" gewagt. Leider wurde meine Meinung nur bestätigt. Auch hier: Klischeehaft, schwache Charaktere, durchschaubare, zähe Story mit einigen Hängern und Unstimmigkeiten. Ganz bestimmt wäre weniger hier mehr gewesen. Meine Wertung: lauwarme Kost.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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