Manuel Vázquez Montalbán

Manuel Vázquez Montalbán wurde 1939 in Barcelona geboren, zu dem Zeitpunkt, als Franco im Bürgerkrieg siegte und Spanien ins Elend stürzte. Montalbáns Vater, Mitglied der sozialistischen Partei, kam nach dem Bürgerkrieg vor ein Kriegsgericht und ins Gefängnis, wo er seinen Sohn erst kennenlernte, als dieser Bereits drei Jahre alt war. Montalbán wuchs im Hafen- und damit Armenviertel Barcelonas auf, verdiente seine ersten Peseten, indem er von Haus zu Haus zog und die Prämien der Lebensversicherungsgesellschaft eintrieb. Mit 17 begann er zu schreiben und trug so zum Überleben seiner Familie bei.

Dank tatkräftiger finanzieller Unterstützung seiner Verwandten studierte Montalbán Literatur und Philosophie und Journalistik. Er engagierte sich zunächst in einer Organisation der Kommunistischen Partei Kataloniens (PSUC) und wurde später auch deren Mitglied. 1962 wurde er aufgrund dieses Engagements gegen die Franco-Diktatur inhaftiert, mit zeitweiligem Schreibverbot belegt und 18 Monate später begnadigt, anschließend arbeitet er bei der Zeitschrift »Triunfo«, das Sprachrohr der spanischen Linken. Im Nachhinein sollte Montalbán diese Zeit dennoch wertschätzen: »Gegen Franco lebten wir besser.«

1972 erscheint der erste Roman der Serie um Privatdetektiv Pepe Carvalho, gleichzeitig das Ende seiner Phase, in der er surrealistische Prosa schrieb. Carvalho ist eine Art alter ego Montalbáns, wie sein Schöpfer ein leidenschaftlicher Verehrer der guten Küche, Ex-Kommunist und scharfer Zyniker. Die reine Kriminalhandlung stand allerdings nie im Vordergrund der Carvalho-Romane, vielmehr ging es dem Autor um die kritische Beobachtung seiner Heimatstadt Barcelona und der spanischen Gesellschaft im Allgemeinen. So war »Ich tötete Kennedy« (»Yo maté a Kennedy«) auch mehr aus einem Jux entstanden, als Experiment gedacht, ob er als Intellektueller einen recht klassischen Räuber-und-Gendarm-Roman zu schreiben vermag.

Der begeisterte Fußball-Fan (FC Barcelona) und »hedonistische Marxist« Montalbán war ein Vielschreiber, wie er im Buche steht. Mehr als 100 Romane, Gedichtbände, Sportreportagen, Restaurantkritiken, Kochbücher und Essays sowie tausende Zeitungsartikel (u.a. die allmontägliche gesellschaftskritische Kolumne in »El País«) belegen Montalbáns Produktivität. Tatsächlich schrieb Montalbán mehrere Bücher gleichzeitig, um dieses immense Pensum zu bewerkstelligen.

Manuel Vazquez Montalban starb am 18. Oktober 2003 in der Wartehalle des Flughafens der thailändischen Hauptstadt Bangkok auf der Rückkehr von einer Lesereise in Australien an einem Herzinfarkt.

Krimis von Manuel Vázquez Montalbán:

  • (1985) Der Pianist
    El pianista
  • (1987) Die lustigen Jungs von Atzavara
    Los alegres muchachos de Atzavara
  • (1988) Das Quartett
    Cuarteto
  • (1990) Das Spiel der Macht
    Galíndez
  • (1994) El estrangulador
  • (1998) Kaiser oder nichts
    O César o nada
  • (1999) El señor de los bonsáis
  • (2002) Erec y Enide

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