Agatha Raisin und die tote Urlauberin von M. C. Beaton

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1997 unter dem Titel Agatha Raisin and the terrible tourist, deutsche Ausgabe erstmals 2015 bei Bastei Lübbe.
Folge 6 der Agatha-Raisin-Serie.

  • New York: St. Martin's Press, 1997 unter dem Titel Agatha Raisin and the terrible tourist. 224 Seiten.
  • Köln: Bastei Lübbe, 2015. Übersetzt von Sabine Schilasky. ISBN: 978-3-404-17285-6. 224 Seiten.
  • [Hörbuch] -: Lagato, 2016. Gesprochen von Sabine Schilasky. ISBN: 3942748746. 224 CDs.

'Agatha Raisin und die tote Urlauberin' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Agatha Raisin ist fassungslos: Ihr Verlobter James hat sich einfach aus dem Staub gemacht. Nach Zypern. Dorthin, wo sie die Flitterwochen verbringen wollten. Eigentlich. Bevor er die Hochzeit platzen ließ. Doch Agatha wäre nicht Agatha, wenn sie tatenlos zusehen würde, wie ihr Glück den Bach runtergeht. Beherzt packt sie ihre Koffer und reist James hinterher. Doch Agathas Traum von der romantischen Versöhnung unter mediterraner Sonne ist schnell ausgeträumt: Kaum gelandet, muss sie sich mit englischen Urlaubern und einem Mörder rumschlagen, der es auf ebendiese abgesehen hat …

Das meint Krimi-Couch.de: »Allenfalls für Fans« 55°

Krimi-Rezension von Sabine Bongenberg

Agatha Raisins Glückssterne verbergen sich hinter dichten Wolken: Ihre Hochzeit mit ihrem verehrten James platzte in letzter Minute und die romantische Hochzeitsreise tritt ihr Verflossener nun alleine an. Dennoch – so leicht gibt Agatha nicht auf und reist ihrem Ex-Verlobten kurzerhand hinterher. In dem Land, in dem laut Werbung die »Götter Urlaub machen« hofft sie James Gunst wieder gewinnen zu können. Störend ist dabei aber, dass die Hobby-Ermittlerin auch hier wieder in einen neuen Mordfall verwickelt wird und sich nicht nur diese Verstrickungen sondern auch ihre persönlichen Dramen auf ihre Bemühungen auswirken.

In ihrem sechsten Band um das Wirken der Hobby-Ermittlerin Agatha Rasin lässt M. C. Beaton ihre Heldin die Enge des englischen kleinen Dorfes verlassen und ihre Ermittlungen in die weite Welt ausdehnen. Grundsätzlich könnte diese Entwicklung Raum für neue spannende Geschichten bilden – tatsächlich ist dieser Versuch aber misslungen. Der Leser trifft in diesem Band vielmehr auf eine Versammlung unsympathischer Typen und Agatha ist nicht dazu geeignet, diesen Eindruck zu unterbinden. Nein – neben ihren als arrogant, laut oder ordinär beschriebenen Landsleuten macht auch Agatha keine wesentlich bessere Figur, rudert sie doch von Ungeschicklichkeit zu Ungeschicklichkeit – und das alles nur um ihrem James ein bisschen zu gefallen.

Bei diesen ganzen Verstrickungen bleibt der Krimi daher vollständig auf der Strecke. Die geschilderten Charaktere bleiben blass und konturenlos oder werden allenfalls als arrogante und versoffene Zeitgenossen beschrieben. Nur – wer sollte so einer Person auch nur eine Träne hinterher weinen, wenn sie denn das Zeitliche segnet? Diese Frage scheint sich auch M.C. Beaton gestellt zu haben und so nimmt der Mord an der ordinären Urlauberin Rose auch nur eine Nebenrolle ein. Agatha Raisin stolpert durch die Handlung ohne dass lange Zeit auch nur eine Weiterentwicklung zu erkennen ist. Wenn der Mord auch hinterher gelöst wird, scheint diese Entwicklung einmal mehr »Kommissar Zufall« geschuldet zu sein. Generell macht Agatha in diesem Buch eine mehr als schlechte Figur: Geprägt von Unsicherheiten und teenagerhaftem Verhalten hat sie offensichtlich vollständig vergessen, dass sie einmal als PR-Beraterin ihren Frühstückstoast verdiente und scheint die Frage nach dem nächsten Fettnapf zu ihrem täglichen Lebensmotto auserkoren zu haben.

Auch der Versuch, die Sehenswürdigkeiten Zyperns in die Handlung einzubauen und somit neben einem Krimi einen kleinen Reiseführer oder Apetizer auf die Insel einzubauen ist nicht gelungen. Dafür sind die jeweiligen Beschreibungen zu kurz, zu blass oder interessieren schlicht und ergreifend nicht. Sicher – dem Zypern-Reisenden mag eine derartige Verbindung als ein netter Zusammenhang gefallen, dennoch stellt sich die Frage, ob der Großteil der Leserschaft tatsächlich eine Reise nach Zypern plant.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei der Lesereihe um Agatha Raisin sicherlich keine literarische Sensation erwartet wurde. Dennoch haben sicherlich auch die Konsumenten von literarischem Fast-Food Anspruch auf ein appetitliches und vor allem gut gemachtes Mahl und dieser Anspruch ist hier nicht erfüllt. Wer nach Band 5 unbedingt wissen will, wie es denn mit Agatha und ihrem Nachbarn James weiter geht, der mag immerhin mit einem gewissen Anfangs-Interesse zu diesem Band greifen. Dennoch sei hier die Frage gestattet, ob die Entwicklungen in diesem Buch selbst dem Fan-Block gefallen.

Sabine Bongenberg, März 2016

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tassieteufel zu »M. C. Beaton: Agatha Raisin und die tote Urlauberin« 21.06.2016
Agatha ist fassungslos, während sie im Krankenhaus lag, hat sich James einfach nach Zypern abgesetzt, dorthin, wo sie eigentlich zusammen ihre Flitterwochen verbringen wollten. Kurzer Hand fliegt Agatha hinterher und träumt von einer romantischen Versöhnung unter mediterraner Sonne. Doch zunächst fällt es ihr schwer James ausfindig zu machen. Während eines Bootsausfluges lernt sie eine Reihe englischer Urlauber kennen, die sie so schnell nicht wieder los wird. Während des Besuches eines Tanzlokals, wird eine der Urlauberinnen erstochen und schon wieder ist Aggie mitten in einer Mordermittlung.

Band 6 ist in der selben Art und Weise konzipiert wie die Vorgänger, lediglich der Hintergrund ist diesmal ein anderer. Statt in den idyllischen Cotswolds spielt das Buch in Nordzypern. Eigentlich ist so ein Tapetenwechsel nicht schlecht, aber Agatha gehört irgendwie in ihr kleines englisches Dorf und so hat mir hier auch die ländliche Idylle gefehlt. Aber auch wenn das Setting ein anderes ist, der Ablauf ist ähnlich gestrickt wie bei den Vorgängern, dabei ist der Krimifall wieder durchaus knifflig und wendungsreich konstruiert und man gewohnt gut mit raten, der wieder viele Verdächtige in Frage kommen.
Neben der Mördersuche ist Agatha bestrebt, James zurück zu gewinnen, aber das geht gehörig daneben und Agatha landet sogar im Bett eines anderen. Ob die etwas unreife Beziehung der beiden „fortgeschrittenen“ Semester wirklich glaubwürdig ist, ist wohl Ansichtssache, auf jeden Fall ist es unterhaltsam zu lesen, wie der jeweils andere eifersüchtig wird und dann seinerseits mit einer schrägen Aktion den anderen zu beeindrucken sucht. Allerdings zieht sich das Ganze ja nun schon über einige Folgen hin und so nutzt sich der Charme des Ganzen inzwischen ein wenig ab.
Diesmal werden bei den Nebencharakteren bis auf Sir Charles komplett neue Figuren eingeführt, die zwar die lieb gewonnenen Charaktere aus den Vorgängerbänden nicht ersetzten, den Platz aber doch gut ausfüllen können.
Insgesamt überzeugt auch dieser Band durch seinen lockeren Schreibstil, die schrägen Figuren und einen kniffligen Fall.

Fazit: auch wenn Agatha für mich eindeutig in die Cotswolds gehört, so ist doch auch diese Folge sehr kurzweilig, unterhaltsam und spannend, denn auch wenn eindeutig der etwas schräge Beziehungsstress der beiden Hauptfiguren im Vordergrund steht, so kann der Krimifall für sich auf jeden Fall überzeugen.
P. Wagener zu »M. C. Beaton: Agatha Raisin und die tote Urlauberin« 01.04.2016
Ich habe bisher die ersten acht Romane jeweils in der englischen Originalfassung gelesen, zu Übungszwecken. Teilweise sind die Bücher amüsant. Letztlich dreht sich aber alles um Agathas unglückliche Beziehung mit ihrem Nachbarn James oder mit Sir Charles. Der Ablauf der Handlungen ist - wenn ich mich richtig erinnere - weitgehend identisch. Ein Mord und später folgt mindestens ein weiterer Todesfall. Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht!
Esra zu »M. C. Beaton: Agatha Raisin und die tote Urlauberin« 31.03.2016
An einigen Stellen ist Agatha Raisin wirklich nervig. Sie benimmt sich ihrem Nachbarn James gegenüber in manchen Situation wie ein Teenager. Auch mischt sie sich manchmal in Sachen ein, will aber nicht, daß man sich bei ihr auch einmischt. Aber nach meinem Geschmack ist die Serie lesbar, wenn auch mit Abstrichen. Es gibt schlimmere Bücher.
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