Lorenzo Silva

Lorenzo Silva gehört zur »jungen Garde« der spanischen (Krimi-)Autoren. Silva wurde 1966 geboren und hat sich seit seiner Geburt nie weit von der Hauptstadt Madrid entfernt. Nach seinem Jura-Studium arbeitet er als Rechtsanwalt, widmete sich aber schon sehr früh (1980) der Literatur.

Mit Erfolg: 1998 erhielt er den »Ojo-Crítico-Preis«, 2000 für seinen zweiten Krimi aus der Bevilacqua-Chamorro-Reihe, El alquimista impaciente (»Der ungeduldige Alchimist«), den »Premio Nadal«. Eine kleine Sensation. Nicht nur, weil mit dem »Premio Nadal« erst ein Kriminalroman ausgezeichnet wurde (und das war in den 60ern). Nein: Zwar gab es bis dato durchaus erfolgreiche Krimi-Schriftsteller wie Manuel Vazquez Montalbán, Juan Madrid oder Andreu Martín, doch wählten sie alle einen Privatdetektiv als Protagonist. Nicht so Lorenzo Silva: Ausgerechnet ein durchaus sympatisches Team der Guardia Civil machte sich frei von Franco-Ballast und kam verdient wie überraschend zu literarischen Ehren. Und damit nicht genug. 2004 folgte die nächste Ehrung für Silva, der Primavera-Preis für Carta Blanca.

Allerdings ist das Schreiben für Lorenzo Silva eine Art Hobby, da er immer noch als Anwalt für einen Strom-Riesen arbeitet. Dies gebe ihm allerdings die finanzielle Freiheit, über das zu schreiben, was er denkt. »Ich kann schreiben, was ich möchte, ohne dabei ans Geld denken zu müssen. Natürlich würde ich lieber mehr Zeit für Literatur haben – aber mit dem jetzigen Arrangement bin ich glücklich.« Dies sei zwar nicht immer einfach (»die Koordination ist mein persönlicher Alptraum«), erlaube ihm aber immer wieder den Blick aus einer anderen Perspektive, was durchaus ein Grund für seinen Erfolg sei.

So kommt es auch, dass Lorenzo Silva Romane über Juristen ausschließt, obwohl er durchaus gerne darüber etwas Kritik äußern würde. Diese Art Fiktion sei ihm allerdings zu langweilig oder schlicht zu blöd. »Ally McBeal kann ich zum Beispiel überhaupt nicht ausstehen. Die Argumente sind dumm und basieren auf zu großen Vereinfachungen.«

An Ideen mangelt es dem fleißigen Madrilenen zum Glück aber nicht: Oft arbeitet er gleichzeit an bis zu sieben Romanen, sowohl an Krimis als auch Jugendromanen oder historischen.

Tödlicher Strand, der erste Teil der Bevilacqua-Chamorro-Reihe, ist Silvas erste Übersetzung ins Deutsche. Darüberhinaus erscheinen seine Werke in Frankreich und Italien.

Krimis von Lorenzo Silva

  • Bevilacqua-&-Chamorro-Reihe:
    • (1998) Tödlicher Strand Rezension
      El lejano país de los estanques
    • (2000) El alquimista impaciente
    • (2002) La niebla y la doncella
    • (2004) Nadie vale más que otro
    • (2005) La reina sin espejo
  • Non-Krimi:
    • (1995) Noviembre sin violetas
    • (1996) La sustancia interior
    • (1997) La flaqueza del bolchevique
    • (1997) Algún día, cuando pueda llevarte a Varsovia
    • (1998) El cazador del desierto
    • (1999) El ángel oculto
    • (1999) El urinario
    • (2000) El alquimista impaciente
    • (2000) La lluvia de París
    • (2001) El nombre de los nuestros
    • (2001) La isla del fin de la suerte
    • (2002) Los amores lunáticos
    • (2004) Carta blanca

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