Marais Fieber von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1955
unter dem Titel L´Ours et la culottes,
deutsche Ausgabe erstmals 1985
bei Elster.
Ort & Zeit der Handlung: Paris, 1950 - 1969.
- Paris: R. Laffont, 1955 unter dem Titel L´Ours et la culottes. 207 Seiten.
- Paris: Livre de poche, 1972. 190 Seiten.
-
Moos; Baden-Baden: Elster, 1985.
Übersetzt von Hans-Joachim Hartstein.
ISBN:
3891510179. 196 Seiten. -
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1989.
Übersetzt von Hans-Joachim Hartstein.
ISBN:
3-499-12684-2. 185 Seiten.
'Marais Fieber' ist erschienen als
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Das meint Krimi-Couch.de: »Übersichtlicher und nicht so voll gepackt«
Krimi-Rezension von Peter Kümmel überspringen
In der Kasse von Nestor Burma, dem Leiter der Detektivagentur Fiat Lux, herrscht wieder einmal gähnende Leere. Um nicht wieder jemanden anpumpen zu müssen, beschließt er, den von seiner Tante geerbten Goldschmuck zu versetzen. Und stößt – wie sollte es auch anders sein – dort auf eine Leiche: die des Pfandleihers »Onkel Samuel«, eines eher unliebsamen Zeitgenossen. Aus dessen Brust ragt ein goldener Brieföffner.
Da er sowieso schon mal da ist, bedient sich Burma aus der Brieftasche des Toten, und da macht er auch schon – wie regelmäßig – Bekanntschaft mit dem berühmten stumpfen Gegenstand, der auf seinen Kopf trifft. Man sollte meinen, dass bei dieser Häufigkeit der Schläge auf seinen Kopf bereits gesundheitliche Schäden eingetreten sein müssen. Burma kann gerade noch die schöne Blonde erkennen, die er bereits an der Haustür fast über den Haufen gerannt hat. Er nimmt noch einen mysteriösen Telefonanruf entgegen und verlässt das Haus, bevor die Polizei eintrifft. Draußen wartet er, bis der Anrufer erscheint, verfolgt ihn, als er das Haus wieder verlässt und verliert seine Spur.
Kommissar Faroux – wieso ermittelt der eigentlich in jedem Burma Roman, obwohl alle in verschiedenen Arrondissements spielen? – entgehen natürlich nicht Burmas Fingerabdrücke am Tatort, doch ist er sich sicher, in einem flüchtigen Strafgefangenen den Mörder bereits gefunden zu haben. Doch Burma ermittelt trotz allem auf eigene Faust, in der Hoffnung, dabei vielleicht doch noch einen Auftraggeber zu bekommen. Zu unklar sind ihm da die Verbindungen von einigen Leuten zu dem Pfandleiher: einmal die schöne Blonde, die ihm ganz zufällig wieder über den Weg läuft, dann der unbekannte Besucher und schließlich der junge Mann, der die Leiche offiziell entdeckt hat.
Léo Malet hat gut daran getan, seinen Roman dieses mal nicht so voll zu stopfen wie im vorhergehenden Band. Dadurch, dass der Inhalt nicht so gedrängt und überfrachtet ist und die handelnden Personen übersichtlich bleiben, hat man die Möglichkeit, den Fall viel besser zu genießen.
Auch was die Anzahl der Leichen betrifft, so hat Malet hier auf seine ansonsten noch größere Orgien verzichtet, und mit sechs Stück bei knapp 180 Seiten Handlung ist der Bedarf hinreichend gedeckt. Auch behält man den Überblick über Todesart und -verursacher jedes einzelnen Falles, bei denen genügend Varianten geboten sind, so daß beim Marais-Fieber eine durchaus ansprechende und überraschende Handlung herausgekommen ist.
Auch der Flair von Paris kommt hier im Maraisviertel, dem etwas heruntergekommenen ehemaligen Wohngebiet der Reichen und Berühmten, in dem sich in der Nachkriegszeit vorwiegend Handwerksbetriebe ansiedelten, besser rüber als gewöhnlich.
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| heinrich zu »Leo Malet: Marais Fieber« | 11.08.2007 |
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