Bilder bluten nicht von Leo Malet

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1954 unter dem Titel 1. Arrondissement: Le Soleil naît derrière le Louvre , deutsche Ausgabe erstmals 1985 bei Elster.
Ort & Zeit der Handlung: Paris, 1950 - 1969.

  • Paris: R. Laffont, 1954 unter dem Titel 1. Arrondissement: Le Soleil naît derrière le Louvre . 224 Seiten.
  • : Elster, 1985. Übersetzt von Hans-Joachim Hartstein. ISBN: 389151011X. 182 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1989. Übersetzt von Hans-Joachim Hartstein. ISBN: 3-499-12592-7. 182 Seiten.

'Bilder bluten nicht' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Ein frustrierter Ehemann fährt alljährlich in die Metropole, angeblich um dort zu erleben, was die Provinz ihm versagt. Doch nach einem Mord in den berühmten Markthallen und einem Diebstahl im Louvre findet der Privatdetektiv Nestor Burma heraus, dass der scheinbar harmlose Ehemann es mit Verbrechen und Verbrechern zu tun hatte.

Das meint Krimi-Couch.de: »Konstruierter Krimi mit viel Ironie« 64°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Ein einfacher Auftrag und leichtverdientes Geld für Nestor Burma, Leiter der Detektiv-Agentur Fiat Lux: Louis Lheureux aus Limoges macht sich gern ein paar schöne Tage in Paris. Seine Frau bittet Burma, ihren Mann zu finden und wieder nach Hause zurückzuschicken. Mittlerweile passiert dies nun schon zum dritten Mal. Burma hat sich schon ein wenig mit Lheureux angefreundet und den Auftrag bisher immer korrekt ausgeführt. Doch dieses Mal hat Lheureux den Detektiv mit einer offenen Rechnung nach dem gemeinsamen Essen sitzen gelassen.

Als Burma danach durch die Markthallen schlendert, trifft er zufällig seinen Freund Florimond Faroux, Kommissar bei der Kriminalpolizei und daneben eine Leiche, frisch ermordet. Zunächst glaubte er schon, in dem Toten Lheureux zu erkennen, doch handelte es sich um Etienne Larpent, der offenbar in einen Bilderraub verwickelt war. Faroux setzt Burma auf Larpents Geliebte an. Und es dauert nicht lange, bis weitere Leichen auf der Bildfläche erscheinen.

Malets Protagonist Nestor Burma ist einer von diesen Privatdetektiven, die alles besser wissen und die ihre Nase überall hineinstecken. Und die, wie es dann so üblich ist, oftmals einen über die Rübe kriegen. Und daß Malet und sein Ich-Erzähler Burma über eine gehörige Portion Selbstironie verfügen, liest sich dann z. B. so:

»Begreifen Sie es ein für allemal: wenn hinter Burma jemand steht, dann gibt es immer auch einen gezielten Schlag mit dem Knüppel, dem Hackenstiel, dem Bügeleisen oder einem anderen stumpfen Gerät für Nestors Köpfchen. Alle, die sich für Kriminalromane interessieren, werden Ihnen das bestätigen. Also, lassen Sie es geschehen. Ich bin es gewohnt, die Hucke vollzukriegen. Heute krieg ich auch noch eins auf die Nase. Das ist eine Zugabe. Gute Nacht...«

Spaß macht das Zusammenspiel von Nestor Burma mit seinem Freund und Gegner, dem Kommissar, den er gerne etwas auf die falsche Fährte lockt, um ihm immer einen Schritt voraus zu sein. Die Beziehung der beiden Figuren bildet so etwas wie eine Symbiose mit Hindernissen.

Mit »Bilder bluten nicht« startet Malet seinen aus 15 Romanen bestehenden Zyklus »Die neuen Geheimnisse von Paris«, die allesamt in einem anderen Pariser Arrondissement spielen. Ortskenntnis vorausgesetzt könnte man die Handlungsorte des Buches gut mitverfolgen. Dennoch kriegt man als Leser aber nicht allzu viel von der Pariser Atmosphäre geboten, da als Schauplätze vorwiegend Burmas Detektei und verschiedene Hotels genutzt werden. In den Markthallen spielt nur eine kurze Szene.

Für mich wirkt der Roman zu konstruiert. Es gibt zu viele Zufälle, alles hängt irgenwie zusammen. Doch wird man dafür am Ende auch mit einer sehr überraschenden Auflösung belohnt.

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Anfangsverdacht zu »Leo Malet: Bilder bluten nicht« 26.03.2013
Ich stimme dem Rezensenten zu: hier ist was zu konstruiert.
Ich würde aber nicht die Handlung dessen bezichtigen, sondern Malets Sprache.
Sie möchte oftmals originell sein, ist aber nicht. Bemüht. Dadurch werden dann die Figuren eher Pappmache. So liest sich dann der Roman wie der Versuch eines Romans.
Ich möchte das kurz an der zentralen Frauenfigur erklären. Jeder Mann müßte sich durch diese angesprochen ja erregt fühlen.
Teilweise auch mit ihr mitleiden. Nichts geschieht. Sie ist eher langweilig für den Leser. Meiner Meinung nach nach war Malet öfter nicht in der Lage, das was er wollte, auch sprachlich in einer entsprechenden Form auszudrücken.
So bleibt diese alternde femme fatale Theorie.
Schade.
Dennoch werde ich alle Romane der Reihe eines Tages gelesen haben.
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