Die Todesspirale von Leena Lehtolainen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1997 unter dem Titel Kuolemanspiraali, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei Rowohlt.
Ort & Zeit der Handlung: Finnland / Espoo (bei Helsinki), 1990 - 2009.
Folge 5 der Maria-Kallio-Serie.

  • Helsinki: Tammi, 1997 unter dem Titel Kuolemanspiraali. 360 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2004. Übersetzt von Gabriele Schrey-Vasara. ISBN: 3-499-23496-3. 352 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Wunderlich, 2005. Übersetzt von Gabriele Schrey-Vasara. ISBN: 3-499-26563-X. 350 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2005. Übersetzt von Gabriele Schrey-Vasara. ISBN: 3-499-23915-9. 350 Seiten.

'Die Todesspirale' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Aufregung in Helsinki: Eine bekannte Eiskunstläuferin wird tot aufgefunden – man hat sie mit ihren eigenen Schlittschuhen brutal erschlagen. Bei der Untersuchung des Falls gerät Kommissarin Maria Kallio unversehens in die Dopingszene und die politischen Machtspiele rund um den Leistungssport. Im Morddezernat ist es für sie unterdes auch nicht eben leicht, da einer ihrer Kollegen sie rücksichtslos schikaniert. Und das ausgerechnet jetzt, wo Maria ein Baby erwartet …

Das meint Krimi-Couch.de: »Sport ist Mord« 75°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Sport ist Mord, das trifft im Falle des fünften Romans von Leena Lehtolainen zu, in dem sie ihre Heldin Maria Kallio in die Eislaufszene schickt. Die junge Eisläuferin Noora wird ermordet, erschlagen mit ihren eigenen Schlittschuhen. Sie war eine hoffnungsvolles Talent und hatte mit ihrem Partner Janne im Paarlauf schon einen beachtlichen Erfolg bei der letzten Weltmeisterschaft feiern können. Da die Tochter von Marias Chef Taskinen im gleichen Verein ist, gibt er die Ermittlungen an seine Mitarbeiterin ab und hofft, dass sie diese noch vor ihrem Mutterschaftsurlaub zu Ende bringen kann. Maria ist im siebten Monat schwanger und freut sich auf das Kind, kann sich aber nur schwer vorstellen, wie es ist, nicht mehr zu arbeiten. Zudem steht im Raum, dass Taskinen befördert wird und sie macht sich ebenso wie ihr Kollege Ström Hoffnungen darauf, die Dezernatsleitung zu übernehmen.

Schnell wird von den bestürzten Eltern ein Verdächtiger aus dem Hut gezaubert. Vesku Teräsvuori stellte der Familie seit dem Zeitpunkt nach, seit dem die kurze Affäre, die er mit Nooras Mutter hatte, beendet war. Wie sich herausstellt, hat der Karaokestar jedoch ein Alibi für den besagten Abend. Da ihr Tanzpartner Janne einen Wagen fährt, wie der, der in dem Parkhaus gesehen wurde, wo die Leiche deponiert wurde, wird auch er unter die Lupe genommen. Maria versucht die Hintergründe zu verstehen und ein Motiv zu finden, indem sie die Tagebücher liest, die Noora schrieb.

Ein starkes Beziehungsgeflecht

Der Kreis der Verdächtigen muss aus dem näheren Umfeld der Toten stammen und hält sich daher im Rahmen, denn es ist relativ unwahrscheinlich, dass ein Unbekannter, der sich an jungen Mädchen vergreift, die Schlittschuhe aus der Tasche des Opfers als Tatwaffe verwendet. Aus diesem Grund beschreibt Leena Lehtolainen die Beziehungen der Vereinsmitglieder, Trainerin und Trainer, Managerin, Ehemann derselben sowie Eltern des Opfers recht detailliert. Alles zielt zwar auf die Suche nach der Identität des Mörders ab, aber ein klassischer Mitratekrimi ist »Die Todesspirale« deshalb noch lange nicht. Zwar werden keine falschen Fährten ausgelegt, aber ich mache mir komischerweise keine Gedanken darüber, wer der Täter sein könnte, so sehr stellt die Autorin das Beziehungsgeflecht der Personen in den Vordergrund.

Was den Roman relativ realistisch wirken lässt, ist die Beschreibung der Ermittlungsarbeit und die Kämpfe, die Maria im Polizeipräsidium ausfechten muss, insbesondere mit dem Kollegen, der mit ihr um den Aufstieg konkurriert. Ihre Schwangerschaft wird zwar recht häufig thematisiert, jedoch nicht so sehr wie ihre Überlegung, ein weiteres Kind zu bekommen in einem der Folgeromane »Wie man sie zum Schweigen bringt«. Obwohl oder vielleicht gerade weil sie nicht weiß, ob sie die Untersuchungen noch zu Ende bringen kann, setzt sie sich voll ein und ist eigentlich permanent mit den Gedanken bei ihrem Job, so dass ihr Mann selbst in der raren Freizeit ins Hintertreffen gerät.

Abzug in der B-Note

Leena Lehtolainens Romane leben von der starken Persönlichkeit der Hauptfigur und der Charakterisierung der handelnden Personen. Der Plot ist solide konstruiert, aber eine schlaflose Nacht wird bei der Lektüre bestimmt niemandem beschert. Kleinere Abzüge in der B-Note erhält der Krimi von mir, weil mit der kümmerliche Showdown nicht gefällt, der irgendwie nicht ins Gesamtbild passt und auf den man meines Erachtens hätte verzichten können. Psychologisch gesehen hätte die Autorin das Motiv zudem noch ein wenig mehr herausarbeiten können, was allerdings auf Kosten der Spannung gegangen wäre. Dennoch ist es der finnischen Schriftstellerin gelungen, mit »Todesspirale« einen weiteren lesenswerten Roman zu konzipieren.

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DarkMadeleine zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« 03.10.2008
"Todesspirale" ist für mcih bisher eins der besseren Lehtolainen-Bücher. Zum Glück läßt Kallio endlich mal ihr Fahrrad stehen, was den Ermittlungen doch sehr gut tut - sie bewegt sich einfach schneller von A nach B... Auch die Personen wirken langsam nicht mehr so flach wie in den ersten Büchern der Serie, vor allem Kallio gewinnt an Tiefe, gerade auch wegen ihrer Schwangerschaft.
Der Fall ist spannend und nicht wirklich vorhersehbar (aber wie schon erwähnt wurde, es handelt sich nicht um einen klassischen Whodunit...), wirkt jedoch an manchen Stellen etwas konstruiert. Ein weiteres Manko: Lehtolainen versteht sich immer noch nicht auf GUTE Showdowns, da besteht doch wirklich Verbesserungsbedarf (so blöd wäre im realen Leben doch KEIN Polizist... und das noch in jedem Buch wieder und wieder und wieder... ).

Fazit: Lesenswertes Buch, solide Unterhaltung, aber kein Meisterwerk der Kriminalliteratur.
Marion zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« 07.09.2006
Eingestiegen in die kallio-serie bin ich mit dem buch danach - also "wind über den klippen". da war ich mir nicht sicher, wie ich dieses bewerten sollte. "todesspirale" hat mir an sich deutlich besser gefallen. hier habe ich komischerweise gleich einen zugang zu maria kallio gefunden, was mit in "der wind" nicht gelungen ist. die personen sind gut beschrieben, das thema schwangerschaft steht sicher ziemlich im vordergrund, was aber auch verständlich ist. ihre beziehung zu antti wird auch schön ausgearbeitet - ich finde, man erkennt daraus, dass es sich um gleichberechtigte partner handelt. leider hat das alles wenig mit der krimihandlung zu tun, die mir eher nicht so gefallen hat. die einbindung der drogengeschäfte - die russiche verbindung - fand ich ein wenig konstruiert. auch gab es verschiedene szenen (im fitnesscenter, der schluss), die mich nicht überzeugen konnten. zum mitraten fand ich die geschichte auch nicht und kallio überzeugt als kommissarin nicht wirklich. es wird ja auch im buch selbst oft hervorgehoben, dass maria an dieses oder jenes nicht gedacht hat.
fazit: im grunde vom stil, den personen und den beschreibungen des umfelds sehr gut und ansprechend geschrieben; als krimi für mich nicht 100% überzeugend.
Annkatrin zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« 05.09.2006
Ich habe "Die Todesspirale" vor 2 Wo. verschlungen :-) Ich fand das Buch,genauso wie alle anderen Krimis um Maria Kallio,wirklich super. Zum Teil liegt das sicher an meiner Leidenschaft für Skandinavien, aber deswegen lese ich noch lange nicht alles, nur weil es im hohen Norden spielt. Die Krimis von Leena zeichnen sich durch wunderschöne Landschaftsbeschreibungen (oder Vergleiche) aus und die Handlung bezieht sich nie nur auf die Ermittlungen, sondern dreht sich auch immer um das private Leben der Protagonistin. Für mich ist das äußerst authentisch, denn kein Polizist ist nur Polizist, sondern auch immer noch der Mann/die Frau im privaten Leben, mit Familie, Beziehungen, Sorgen, Freuden... Das in diesem Buch Marias Schwangerschaft eine große Rolle spielt finde ich daher auch sehr wichtig (zudem wird sie sehr schön beschrieben, genauso wie die Stellen mit ihrem Kind in späteren Büchern) - ihre Familie, ihre Beziehung zu Antti ist eine wichtige Säule in ihrem Leben und bedeutet daher auch sehr viel für die Person Maria und ihre Arbeit.
torpedo zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« 29.01.2006
ich kann icefire nur zustimmen: sehr schwaches buch. schlecht geschrieben (oder übersetzt), und die dauernden bemerkungen über den bauch, das baby, die hormone, die körperlichen veränderungen, das strampeln des kindes, die lage des kindes, ..... gehen gewältig auf die nerven und wirken recht krampfhaft und konstruiert. so als müsste immer etwas geschehen oder gesagt werden, das maria irgendwie an ihre schwangerschaft erinnert.
Icefire zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« 11.03.2005
Ich lese die Kallio Fälle ebenfalls in chronologischer Reihenfolge und war vom Buch sehr enttäuscht. Für mich bis jetzt klar das schwächste Buch der Kallio-Reihe. Das Schwangerschaftsgesülze geht mit der Zeit auf die Nerven und die Rolle von Antti gefällt mir überhaupt nicht. Antti ist für mich ein Seitenfüller ohne Inhalt. Schade, Maria wird so immer mehr zur einsamen und trotzigen Kämpferin die es allen immer und immer wieder beweisen muss. Dabei hat sie sich schon 4 Krimis lang bewiesen. Ein gewisses erwachsen werden von Maria würde Ihr sicher gut stehen.
Eeva Turunen zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« 23.01.2005
Terve !Joo das Buch ist echt klasse!!!
Ich habe das Buch sogar zweimal gelesen.Einmal auf finnisch im Original und auf Deutsch.Es macht richtig Spass .Da ich selber eine Buchhändlerin bin , empfehle ich Sie allen dieses Buch zu lesen!Also ab in Buchhladen und viel Spass beim lesen))!
Joachim zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« 17.11.2004
Ich lese die Lehtolainen-Krimis in chronologischer Reihenfolge und finde diesen deutlich schwächer als die vier Vorgänger. Irgendwie liegt die Auflösung hier zu sehr auf der Hand. Die Ermittlung ist auch nicht überzeugend. Das Motiv für den Mord ist das einzige, das dem Leser im ganzen Buch angeboten wird. Trotzdem geht Kallio der Sache zunächst nicht nach. Die Hälfte der Seiten dreht sich um ihre Gefühle während der Schwangerschaft. Das kann man ja machen, aber doch nicht fast ausschließlich. Der Showdown ist wieder einmal zu aufgesetzt, niemand würde den Täter auf diese Weise stellen. Aber das ist ja ohnehin Lehtolainens größte Schwäche.
Kombi zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« 11.11.2004
Dieses Buch ist wirklich richtig klasse!!
Es lohnt sich auf jeden Fall es zu lesen. Für mich als Wallander-Fan war es besonders gut zu lesen, da man hier mal sehen konnte wie eine weibliche Kommissarin ihre Fälle löst. Richtig gut geschrieben und bis zum Schluss Spannung. Beeindruckend was Schlittschuhläuferinnen im Alltag erleben und was man mit Schlittschuhen anstellen kann. Auf eine Weise gruselig, aber das macht den Kitzel aus. Der Einblick in den schwedischen Alltag rundet die ganze Sache ab und so ist dieses Buch wirklich eine gelungene Sache. Wer auf Buch-Reihen mit Kommissaren steht, ist mit Leena Letholainen gut beraten!!
Viel Spaß beim lesen!!
Helli zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« 31.08.2004
Naja, die Todesspirale war letztlich nicht so überragend, wie ich vermutete. Ich habe mir ein spannenderes Ende vorgestellt. Vielleicht will Lehtolainen ja mit dem Handlungsverlauf etwas ausdrücken und das Ende nicht hervorheben - oder ich bin zu blöd. Am interessantesten war Kallios Schwangerschaft mit Schnüppchen. Ihr bester Roman war Zeit zu sterben
Helli zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« 09.07.2004
In der Todesspirale stecke ich noch mitten drin. Bis jetzt ist es allerdings spannend. Auch ich Schätze die Beschreibung des finnischen Alltags. Offenbar, so scheint mir, gibt es zahlreiche Eigentumswohnungen und dass fast jede Wohnung ihre eigene Sauna hat. Letholainen schreibt schon gute Krimis, aber Arnaldur Indridason kann sie Spannung und Historik noch nicht das Wasser reichen.

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