Die Todesspirale von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1997
unter dem Titel Kuolemanspiraali,
deutsche Ausgabe erstmals 2004
.
Ort & Zeit der Handlung: Finnland / Espoo (bei Helsinki), 1990 - heute.
- : Rowohlt, 2004. Übersetzt von Gabriele Schrey-Vasara. 352 Seiten.
'Die Todesspirale' ist erschienen als
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In Kürze:
Aufregung in Helsinki: Eine bekannte Eiskunstläuferin wird tot aufgefunden – man hat sie mit ihren eigenen Schlittschuhen brutal erschlagen. Bei der Untersuchung des Falls gerät Kommissarin Maria Kallio unversehens in die Dopingszene und die politischen Machtspiele rund um den Leistungssport. Im Morddezernat ist es für sie unterdes auch nicht eben leicht, da einer ihrer Kollegen sie rücksichtslos schikaniert. Und das ausgerechnet jetzt, wo Maria ein Baby erwartet …
Sport ist Mord, das trifft im Falle des fünften Romans von Leena Lehtolainen zu, in dem sie ihre Heldin Maria Kallio in die Eislaufszene schickt. Die junge Eisläuferin Noora wird ermordet, erschlagen mit ihren eigenen Schlittschuhen. Sie war eine hoffnungsvolles Talent und hatte mit ihrem Partner Janne im Paarlauf schon einen beachtlichen Erfolg bei der letzten Weltmeisterschaft feiern können. Da die Tochter von Marias Chef Taskinen im gleichen Verein ist, gibt er die Ermittlungen an seine Mitarbeiterin ab und hofft, dass sie diese noch vor ihrem Mutterschaftsurlaub zu Ende bringen kann. Maria ist im siebten Monat schwanger und freut sich auf das Kind, kann sich aber nur schwer vorstellen, wie es ist, nicht mehr zu arbeiten. Zudem steht im Raum, dass Taskinen befördert wird und sie macht sich ebenso wie ihr Kollege Ström Hoffnungen darauf, die Dezernatsleitung zu übernehmen.
Schnell wird von den bestürzten Eltern ein Verdächtiger aus dem Hut gezaubert. Vesku Teräsvuori stellte der Familie seit dem Zeitpunkt nach, seit dem die kurze Affäre, die er mit Nooras Mutter hatte, beendet war. Wie sich herausstellt, hat der Karaokestar jedoch ein Alibi für den besagten Abend. Da ihr Tanzpartner Janne einen Wagen fährt, wie der, der in dem Parkhaus gesehen wurde, wo die Leiche deponiert wurde, wird auch er unter die Lupe genommen. Maria versucht die Hintergründe zu verstehen und ein Motiv zu finden, indem sie die Tagebücher liest, die Noora schrieb.
Ein starkes Beziehungsgeflecht
Der Kreis der Verdächtigen muss aus dem näheren Umfeld der Toten stammen und hält sich daher im Rahmen, denn es ist relativ unwahrscheinlich, dass ein Unbekannter, der sich an jungen Mädchen vergreift, die Schlittschuhe aus der Tasche des Opfers als Tatwaffe verwendet. Aus diesem Grund beschreibt Leena Lehtolainen die Beziehungen der Vereinsmitglieder, Trainerin und Trainer, Managerin, Ehemann derselben sowie Eltern des Opfers recht detailliert. Alles zielt zwar auf die Suche nach der Identität des Mörders ab, aber ein klassischer Mitratekrimi ist »Die Todesspirale« deshalb noch lange nicht. Zwar werden keine falschen Fährten ausgelegt, aber ich mache mir komischerweise keine Gedanken darüber, wer der Täter sein könnte, so sehr stellt die Autorin das Beziehungsgeflecht der Personen in den Vordergrund.
Was den Roman relativ realistisch wirken lässt, ist die Beschreibung der Ermittlungsarbeit und die Kämpfe, die Maria im Polizeipräsidium ausfechten muss, insbesondere mit dem Kollegen, der mit ihr um den Aufstieg konkurriert. Ihre Schwangerschaft wird zwar recht häufig thematisiert, jedoch nicht so sehr wie ihre Überlegung, ein weiteres Kind zu bekommen in einem der Folgeromane »Wie man sie zum Schweigen bringt«. Obwohl oder vielleicht gerade weil sie nicht weiß, ob sie die Untersuchungen noch zu Ende bringen kann, setzt sie sich voll ein und ist eigentlich permanent mit den Gedanken bei ihrem Job, so dass ihr Mann selbst in der raren Freizeit ins Hintertreffen gerät.
Abzug in der B-Note
Leena Lehtolainens Romane leben von der starken Persönlichkeit der Hauptfigur und der Charakterisierung der handelnden Personen. Der Plot ist solide konstruiert, aber eine schlaflose Nacht wird bei der Lektüre bestimmt niemandem beschert. Kleinere Abzüge in der B-Note erhält der Krimi von mir, weil mit der kümmerliche Showdown nicht gefällt, der irgendwie nicht ins Gesamtbild passt und auf den man meines Erachtens hätte verzichten können. Psychologisch gesehen hätte die Autorin das Motiv zudem noch ein wenig mehr herausarbeiten können, was allerdings auf Kosten der Spannung gegangen wäre. Dennoch ist es der finnischen Schriftstellerin gelungen, mit »Todesspirale« einen weiteren lesenswerten Roman zu konzipieren.
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| DarkMadeleine zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« | 03.10.2008 |
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| Marion zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« | 07.09.2006 |
| Annkatrin zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« | 05.09.2006 |
| torpedo zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« | 29.01.2006 |
| Icefire zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« | 11.03.2005 |
| Eeva Turunen zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« | 23.01.2005 |
| Joachim zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« | 17.11.2004 |
| Kombi zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« | 11.11.2004 |
| Helli zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« | 31.08.2004 |
| Helli zu »Leena Lehtolainen: Die Todesspirale« | 09.07.2004 |
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