In einer seltsamen Stadt von Laura Lippman

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2001 unter dem Titel In a strange city, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Rotbuch.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Maryland / Baltimore, 1990 - 2009.

  • New York: Morrow, 2001 unter dem Titel In a strange city. 310 Seiten.
  • Hamburg: Rotbuch, 2002. Übersetzt von Gerhard Falkner & Nora Matocza . ISBN: 3-434-53106-8. 396 Seiten.

'In einer seltsamen Stadt' ist erschienen als Hardcover

In Kürze:

Es ist ein beliebtes Ritual: Jedes Jahr am 19.Januar, dem Geburtstag von Edgar Allan Poe, kommt eine rätselhafte Figur an Poes Grab und legt dort drei Rosen und eine halbe Flasche Cognac nieder. Als Tess Monaghan aus Neugier an dieser Zeremonie um den so genannten »Poe-Toaster« teilnimmt, erscheinen überraschend zwei maskierte Besucher am Grab, und einer wird erschossen. Sie gerät in diesen Fall, plötzlich ist auch ihr Zuhause nicht mehr sicher. Und während immer mehr Tote auftauchen, entdeckt Tess Stück für Stück immer weitere Glieder einer Kette aus Neid, Lügen, falschen Geschichten und tödlicher Habsucht, die sich zu einer schauerlichen Geschichte fügen, die des Meisters selbst, die eines Edgar Allan Poes würdig ist.

Das meint Krimi-Couch.de: »echt, greifbar, lesenswert« 75°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

In Baltimore ist es Brauch, dass ein Mann in der Nacht, in der sich der Geburtstag von Edgar Allen Poe jährt, zum Grab des Dichters kommt und dort drei rote Rosen und eine halbvolle Flasche Cognac niederlegt. Die Leute beobachten das Schauspiel aus der Ferne, die Identität des Grabbesuchers – Poe-Toaster genannt – ist niemandem bekannt.

Die Privatdetektivin Tess Monaghan erhält Besuch von einem mysteriösen Mann, der sie bittet, die Identität des Grabbesuchers aufzudecken. Er gibt vor, er wäre von diesem betrogen worden und müsse ihn aus diesem Grund finden. Tess lehnt diesen Fall ab. Warum? Dennoch ist sie neugierig und macht sich mit ihrem Freund Crow in der Nacht des Geburtstages auf dem Weg zum Grab. Dort passiert etwas sehr merkwürdiges. Es ist nicht nur ein Grabbesucher vor Ort, sondern es treten zwei auf. Plötzlich ein Schuss und einer von beiden bricht tot zusammen. Der andere flüchtete. Woher kam der Schuss?

Die Ermittlung wird ausgerechnet einem Polizeibeamten übertragen, mit dem Tess schon in der Vergangenheit aneinandergeraten ist. Bei ihrer Zeugenaussage verschweigt sie deshalb lieber, aus welchem Grund sie am Grab war. Sie nimmt ihre eigenen Ermittlungen auf. Das Ganze wird noch mysteriöser, als sie merkwürdige Nachrichten hält, die zunächst Hinweise geben, aber ihr später auch Angst einflößen. Eine weitere Privatdetektivin kommt ins Spiel. Es stellt sich heraus, dass auch sie von einem Mann engagiert wurde, der ihr eine ähnliche Geschichte erzählt hat. Hat dieser etwas mit dem Mord zu tun?

Soweit zur Story. Tess Monaghan ist eine Privatdetektivin, wie man sie aus vielen Büchern kennt, sei es von Val McDermid oder Sue Grafton. Dennoch ist »In einer seltsamen Stadt« von Laura Lippman kein Krimi, der nur ein müder Abklatsch von anderen ist. Dafür sorgt allerdings nicht die Heldin, die bietet absolut nichts neues, sondern die recht interessante Geschichte, die nach und nach offen gelegt wird. Nicht schlicht gestrickt, sondern mit viel Spannung wird man zur Lösung hingeführt. Mich hat es sehr gefreut, dass ich mal wieder ein Buch vor mir hatte, in dem mir die Identität des Mörders nicht schon sehr früh klar war. Und trotzdem ist alles schlüssig und nicht an den Haaren herbeigezogen, als es an die Auflösung geht.

»In einer seltsamen Stadt« hat ein interessantes Thema. Ich schätze, nur wenige kennen sich gut aus, wenn es um Edgar Allen Poe geht. Ich wusste z.B. nur, dass er Detektiv- bzw. teilweise Horrorgeschichten geschrieben hat, von der Lyrik war mir nichts bekannt. Und nebenbei bekommt die Presse auch noch ihr Fett weg – von der Autorin, deren Hauptberuf der Journalismus ist. Und bei all den interessanten Fakten nicht nur über Poe, sondern auch über die Weltliteratur lässt sich das Buch ganz gut lesen, ich habe mich keine Minute gelangweilt, wobei allerdings die Übersetzung manchmal ein bisschen geholpert hat. Viele Details über Baltimore machen den Krimi authentisch, echt, greifbar, wenn auch nicht realistisch – ganz und gar nicht realistisch -, aber lesenswert. Freunde der Serien-Detektivinnen und Liebhaber von Mythen sollten schon zu diesem Buch greifen, wer nicht zu dieser Gruppe zählt, der wird wahrscheinlich auch mit diesem Buch kein Fan davon.

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