Flammenkinder von Lars Kepler

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel Eldvittnet, deutsche Ausgabe erstmals 2012 bei Bastei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Nordschweden, 2010 - heute.
Folge 3 der Joona-Linna-Serie.

  • Stockholm: Bonnier, 2011 unter dem Titel Eldvittnet. 561 Seiten.
  • Köln: Bastei Lübbe, 2012. Übersetzt von Paul Berf. ISBN: 978-3-7857-2463-7. 640 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Lübbe Audio, 2012. Gesprochen von Wolfram Koch. ISBN: 3-7857-4693-8. 6 CDs.

'Flammenkinder' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

In einer Einrichtung für suizidgefährdete junge Mädchen im Norden Schwedens wird eine Zwölfjährige ermordet aufgefunden – aufgebahrt in einem Bett, mit beiden Händen vor dem Gesicht. In der gleichen Nacht wird eine Krankenschwester brutal erschlagen. Niemand hat etwas gesehen. Als in einem Zimmer ein blutverschmierter Hammer gefunden wird, scheint der Fall aufgeklärt, doch das Mädchen, das dort lebte, ist verschwunden. Ihm ist es gelungen, in einem Auto zu fliehen. Für die Polizei beginnt damit ein dramatischer Kampf gegen die Zeit, denn in dem Wagen saß ein kleines Kind. Das Auto wird kurze Zeit später in einem Fluss in der Nähe entdeckt, und die Mörderin gilt auf tragische Weise als überführt. Nur Kriminalkommissar Joona Linna ist skeptisch. Zu viele Fragen sind noch offen. Was war das Mordmotiv? Und warum wurde eines der Opfer so merkwürdig aufgebahrt?

Das meint Krimi-Couch.de: »Packender Pageturner mit Sogkraft« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

In einer Einrichtung für schwer erziehbare Mädchen in Sundsvall ereignet sich ein wahres Blutbad. Ein Mädchen wird in dem Isolierzimmer des Hauses brutal ermordet, ebenso wie die verantwortliche Betreuerin, der zunächst noch die Flucht in ein Nebengebäude gelingt. Die Polizei des Westlichen Norrlands übernimmt die Ermittlungen und möchte sich nicht reinreden lassen, doch die zuständige Staatsanwältin Susanne Öst verbockte ihren letzten Fall und wurde von den Medien heftig kritisiert. Daher bittet sie die Landeskriminalpolizei um Unterstützung. Diese schickt ihren besten Mann, Kommissar Joona Linna, obwohl dieser sich aus privaten Gründen im Urlaub befindet und der aufgrund eines laufenden Ermittlungsverfahrens gegen ihn keinen Einsatz leiten darf.

Der Fall scheint schnell aufgeklärt. Die fünfzehnjährige Vicky, in deren Heimzimmer die Mordwaffe gefunden wird, ist verschwunden. Wenig später alarmiert eine Frau die Polizei, deren Auto nahe Sundsvall von einem jungen Mädchen gestohlen wurde. Auf der Rücksitzbank befand sich Dante, der vierjähriger Sohn der Frau. Trotz einer sofort eingeleiteten Suchaktion mit umfangreichen Straßensperren bleiben Vicky und Dante verschwunden. Als später der gesunkene Wagen in einem Fluss leer vorgefunden wird, ist für die Polizei der Fall gelöst. Die Mörderin starb auf ihrer Flucht durch einen bedauerlichen Unfall. Joona Linna glaubt als Einziger nicht daran, dass Vicky die Morde begangen hat und als wenig später Hinweise auftauchen, dass Vicky wie auch Dante noch leben, ermittelt er überwiegend auf eigene Faust. Dabei erhält er von unerwarteter Seite Hilfe, während die übrigen Mädchen aus dem Heim nichts von den schrecklichen Ereignissen mitbekommen haben wollen …

Nur der Superstar blickt durch.

Lars Kepler, Synonym für das inzwischen sehr erfolgreiche Ehepaar Ahndoril, ist noch nicht lange auf dem Krimimarkt zuhause. Flammenkinder ist erst der dritte Fall für Kommissar Joona Linna, der von seinen geistigen Eltern, dennoch gleich mal – in aller Bescheidenheit – als erfolgreichster Ermittler von ganz Skandinavien eingeführt wurde. Alle Achtung, denn man kann als Krimifan beileibe nicht behaupten, dass es an skandinavischen Autoren respektive Ermittlern mangelt. Ganz im Gegenteil! Linna ist also der Ermittler, der in den letzten fünfzehn Jahren die meisten schweren Fälle löste und so bleibt es ihm auch in seinem neuen Fall vorbehalten, die Dinge klarer zu sehen als der Rest der Ermittlerschar. Soweit ist das Muster bekannt. Der eigentlich zuständige Ermittler ist eine von sich überzeugte Pfeife und die ermittelnde Staatsanwältin glänzt durch ebenso übertriebenen wie undurchdachten Aktionismus. Bleibt nur eine Person, die die berühmten Kohlen aus dem Feuer holen kann. Sieht man ferner davon ab, dass die Figuren recht farblos gezeichnet sind (wie in solchen Konstellationen üblich), so überrascht Flammenkinder dennoch positiv. Denn wenngleich auch die Lösung einem sehr bekannten Modell entspringt, so ist deren Auflösung im vorliegenden Fall, dank einer äußerst gelungenen Finte, sicher nicht für jeden ersichtlich.

Krimi aus dem Baukasten? Na und.

Etliche Wendungen und zahlreiche Wechsel der Szenarien sorgen für ein ordentliches Tempo und immer wenn man meint, jetzt wäre ja alles geklärt und die Lösung nahe, deutet ein Blick auf die Seitenzahl an, dass da noch einiges kommen muss. Kepler liefert – und zwar einen lupenreinen Pageturner, der am Ende kaum Fragen offen lässt. Und sollte doch jemand einen Logikfehler finden, hat er kaum Zeit sich lange damit aufzuhalten. Der Thriller entwickelt eine gewaltige Sogkraft, man fiebert mit der Hauptverdächtigen mit, die es doch angesichts erdrückender Beweise sein muss. Aber immer wieder entdeckt Linna Spuren, die alle anderen nicht sehen, und so drückt man ihm halt gebannt die Daumen und liest weiter, immer weiter. Die 621 Seiten verteilen sich auf rekordverdächtige 194 (!) Kapitel, wobei am Ende eines Kapitels – selbst wenn dieses nur aus einer Zeile auf der letzten Seite besteht – zum nächsten Kapitel umgeblättert werden muss. Dies hat zur Folge hat, dass man großzügig hundert Seiten »Weißfläche« vom Buchumfang abziehen kann; anders formuliert, auch so können »dicke Krimis« entstehen. Der überaus treibende Erzählstil und eine verzwickte Problemstellung sorgen dafür, dass Flammenkinder im Rekordtempo verschlungen wird und die Vorfreude auf den nächsten Fall – auch aufgrund eines Cliffhangers auf der letzten Seite – hoch ist.

Trotz etlicher Baukastenelemente: Weiter so!

Jörg Kijanski, November 2014

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Kasia zu »Lars Kepler: Flammenkinder« 13.01.2017
Auch dieses Buch hat mich nach den beiden ersten dieser Reihe regelrecht gefesselt. Man merkt meinen Rezessionen wohl an, dass ich ein großer Fan des Autorenduos bin :-)
Mir gefällt es, dass die Geschichten gut durchdacht und konstruiert sind. Es fällt sehr leicht, Seite für Seite zu lesen, denn der Schreibstil ist sehr einfach.
Die Spannung ist flüssig und steigert sich zumehmend, was das Buch zu einem "Page-Turner" macht.
Ich lese sehr viele Krimis und andere Bücher, bei Lars Kepler stoße ich eigentlich nicht auf Längen oder Unwahrscheinlichkeiten (bis in diesem Buch auf Elin und Daniel).
Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter!
LuMo zu »Lars Kepler: Flammenkinder« 17.03.2016
das ist das dritte buch, das ich von dem paar gelesen habe. die nächsten 2 schon runtergeladen und fange gerade mit dem Sandmann an.

die ersten 2 waren super aber dieses ist einfach spektakulär. sehr komplex, dynamisch, spannend , überraschen und schokierend. top buch.


mal schauen, was die nächsten bücher können
trafik zu »Lars Kepler: Flammenkinder« 12.02.2016
Es war das dritte Buch, daß ich von Lars Kepler gelesen habe.
Gesamtgesehen hat es mir sehr gut gefallen. Konnte aber leider mit dem zweiten Buch dieser Serie nicht mithalten.
Was mir aber gut gefällt, ist der Schreibstil von diesem schwedischen Autorenduo.
Werde in Kürze sicher den vierten Teil lesen.
dani.p zu »Lars Kepler: Flammenkinder« 26.10.2015
Zuerst hatte ich den Sandmann gelesen und war total begeistert. Ich wollte mehr, denn der Schreibstil ist toll. Flüssig und die schnellen Wechsel. Super! Auch der Anfang von Flammenkinder war vielversprechend, aber leider hatte es für mich zu viele Längen, zu viele Details, die mich einfach nicht interessierten.. schade. Das soll aber auch nicht heißen, dass das Buch langweilig ist, nein es ist auf jeden Fall lesenswert. Das nächste Buch von "Lars Kepler" liegt schon auf dem Nachttisch.
Joeda zu »Lars Kepler: Flammenkinder« 20.10.2015
Vorweg: ich lese gerne,aber nicht wahnsinnig viel - da muss mich ein Buch schon zu beginn an fesseln, damit ich weiterlese.

Und das klappt hier bestens. Kurze Kapitel, die immer zum Weiterlesen zwingen (och, sind doch nur 3 Seiten...). Die Story wird immer weiterentwickelt, es tun sich immer neue "Wege" auf. Manchmal etwas unrealistisch oder dick aufetragen, aber immer spannend. Ich fands insgesamt super und war in nicht einmal einer Woche durch, obwohl ich nur abends gelesen habe. Gerne mehr davon.
Margot zu »Lars Kepler: Flammenkinder« 21.05.2015
Das Buch fängt vielversprechend an, schweift dann aber viel zu sehr ab. Wäre es ca. 100 Seiten kürzer und geraffter hätte es wirklich spannend sein können. Die Figur der Elin Frank ist total überflüssig und auch deren Verhältnis zu Daniel naiv - als clevere Geschäftsfrau kommt sie wirklich nicht rüber . Auch die Suche nach dem Zug war eigentlich nur Seitenfüller. Kepler hätte es besser machen können!
KKN zu »Lars Kepler: Flammenkinder« 14.05.2015
Auch Joonas dritten Fall hat mir wieder sehr gut gefallen, ich empfehle dieses Buch fast uneingeschränkt. Lediglich die letzten Seiten über Joonas Vergangenheit mit Summa und dem Kind kamen mir dann doch etwas weit hergeholt vor. Offenbar bilden sie aber die Grundlage für den vierten Fall. Positiv fand ich auch, dass die Autoren ihre waffentechnischen Fehler aus Fall 1 und 2 beseitigt haben.
Renate Geers zu »Lars Kepler: Flammenkinder« 05.05.2015
Speziell zu Flammenkinder: Schade, daß bei einem Buch mit so spannender Handlung die Übersetzung nicht präziser ist. Der Übersetzer scheint zu sehr am Originaltext zu kleben. Dabei kann es doch nicht allzu schwierig sein, aus einer skandinavischen Sprache etwas profesioneller zu übersetzen. Die Sätze sind oft nur kurz und abgehackt.
Schneeglöckchen zu »Lars Kepler: Flammenkinder« 01.12.2014
Meine erste Bekanntschaft mit Joona Linna, der mir durchweg sehr sympathisch ist. Die Autoren haben mit ihm den Typ eines Menschen geschaffen, den man gerne kennen möchte.
So fiebert man mit ihm mit, wenn er auf seine ruhige Art und Weise zielstrebig der Wahrheit auf die Spur kommen will.
Der Verbrechenshergang scheint klar zu sein, der Täter auch, nur nicht für Joona Linna.
Alle Figuren und ihre Handlungen sind anschaulich beschrieben. Besonders gut gelungen ist die Darstellung der verzweifelten Mutter, deren Vierjähriger entführt wurde.
Ich hatte eigentlich nach einiger Zeit schon einen Verdacht, wer die Morde begangen haben könnte, konnte mir jedoch weder Ablauf noch Motiv vorstellen. In diesem Krimi/Thriller geht es um die Lebensgeschichte vieler Personen, die irgendwie in Zusammenhang stehen. Dieses wird nach und nach aufgedeckt, so daß es an Interessantem und Spannung nicht mangelt.
Kann dieses Buch weiterempfehlen!
Connie zu »Lars Kepler: Flammenkinder« 12.02.2014
Selten kommt der Wahnsinn so bodenständig daher wie bei Joona Linna. Er könnte der Typ von Nebenan sein. Eine tolle Figur.
Für mich war Flammenkinder nach Paganinis Fluch (fand ich nur mäßig) wieder pures Lesevergnügen. Schon den Hypnotiseur habe ich an einem Wochenden gelesen - tolle Charaktere (schaut Euch bloß den Film nicht an/weichgespült).
Und die Charaktere der Beteiligten machen dieses Buch auch wieder so interessant. Die Figuren sind individuell und anschaulich.
Nur den Schluß fand ich etwas konstruiert, soll wohl auf den nächsten Bank neugierig machen - hat es nicht nötig - ich freu mich schon Heute darauf.

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