Krimis aus Asien

Von wegen Land des Lächelns …

Ihre beliebtesten Krimis aus Asien

Auch im fernen Osten wird gemordet und gemeuchelt. Mit Sicherheit kein Geheimnis. Geheimnisvoll sind schon eher die literarischen Ergüsse über dieses Phänomen, was sicherlich in der Natur asiatisch angehauchter Literatur liegt. Sind doch Städte wie Peking oder Bangkok, die Region Tibet oder sogar das China zum Ende des 19. Jahrhunderts trotz aller Globalisierung fremdes Territorium für den westeuropäischen Leser. Gut eine handvoll von Schriftstellern versucht uns, das Asien mit seiner so anderen Mentalität, den Gerüchen, seiner Exotik, seinen Mysterien und seinen Problemen näher zu bringen. Eigenartigerweise befindet sich darunter kaum ein gebürtiger Asiate.

Vielleicht der prominenste aus dieser exklusiven Autorengruppe ist der Kanadier Christopher G. Moore, dessen in Bangkok, Thailand, spielende Vincent-Calvino-Reihe nun schon in der 7. Folge fortgesetzt wird.

Im angloamerikanischen Raum beachtet und angesehen, in seiner Heimat Deutschland allerdings kaum bekannt ist Christopher West. Dessen Protagonist, Kommissar Wang, ermittelt in einer der zahlreichen Boom-Towns des Landes der Mitte – in Peking. Wie Christopher West beruhen auch die Thriller des Schotten Peter May auf Kontakten des Autors mit der chinesischen Polizei. Ungewöhnlich, in der Tat. Ist China und gerade dessen Behörden doch nicht gerade für (Welt-)Offenheit bekannt.

Gut hundert Jahre früher (Ende des 19. Jahrhunderts) als Christopher West und Peter May hat Taiping Shangdi, ein Franzose, seine in Frankreich recht erfolgreiche – hier geflopte – Serie um die Konkurbine »Pfauenauge« angesiedelt. Ungewohnter kann es den deutschen Leser zur Zeit wohl kaum erwischen. Noch früher, in der Tang-Epoche (618-905), spricht Richter Di Recht. Mit wahren Ereignissen als Vorlage schrieb in den 70er Jahren der Holländer Robert van Gulik seine 15 Folgen umfassende Reihe.

Hoch aktuell hingegen sind die Krimis des Amerikaners Eliot Pattison. Tote in schwindelerregender Höhe und nebenan der Dalai Lama – zwei Tibet-Krimis von Pattison sind auf Deutsch schon erschienen und machen Lust auf mehr.

Im Land der aufgehenden Sonne stürzen sich zwei Frauen literarisch auf die Verbrechen. Laura Joh Rowland wählt dafür den Zeitraum des 17. Jahrhunderts – der »ehrenwerte Samurai« und Privatdetektiv Sancho Ichiro ermittelt. Sujata Massey hingegen verarbeitet eigene Erfahrungen in Japan in ihrer Reihe um die Halbamerikanerin Rei Shimura. Wen wundert´s: Massey ist Tochter eines Deutschen und einer Inderin, Rowland ist Amerikanerin (allerdings asiatischer Abstammung).

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