Ostfriesentod von Klaus-Peter Wolf

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2017 bei Fischer.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland, Ostfriesland, 2010 - heute.
Folge 11 der Ann-Kathrin-Klaasen-Serie.

  • Frankfuirt am Main: Fischer, 2017. ISBN: 978-3-596-03633-2. 560 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Jumbo, 2017. Gesprochen von Klaus-Peter Wolf. gekürzte Ausgabe. ISBN: 3833736739.

'Ostfriesentod' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Der neue Roman mit Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen und ihren Kollegen aus Aurich erzählt von der Verführbarkeit des Menschen. Es geht um Manipulation, Lüge und mörderische Konkurrenz. Ein erschreckender Blick in die Abgründe der menschlichen Seele, und doch wird auch der Humor nicht zu kurz kommen.

Das meint Krimi-Couch.de: »Wer macht Kommissarin Klaasen fertig?« 65°

Krimi-Rezension von Brigitte Grahl

Ostfriesland scheint eine sehr gefährliche Gegend zu sein: Kommissarin Ann Kathrin Klaasen muss sich schon zum elften Mal mit einer Mordserie beschäftigen. Und diesmal gerät sie sogar selbst unter Mordverdacht. Jemand gibt sich als sie aus und betreibt systematisch Rufmord. Nicht nur Ann Kathrins berufliche Reputation nimmt Schaden, auch ihre Ehe und die Beziehung zu den Kollegen wird auf eine harte Probe gestellt. Die sonst so taffe Polizistin wird immer stärker verunsichert und tappt im Dunkeln. Wer hasst sie so sehr, dass er über Leichen geht, um sie zu vernichten und warum?

In dem elften Band der Klaasen-Reihe geht es um das gefährliche Potential digitaler Medien in den Händen Krimineller: um Identitätsklau, Cybermobbing und virtuellen Rufmord. Stoff für einen spannenden Thriller. Klaus-Peter Wolf macht daraus einen 553 Seiten dicken Wälzer, dessen viele Nebenhandlungen und -figuren leider auf die Spannungsbremse treten. Ununterbrochen springt der Autor in kurzen Szenen und wechselnden Perspektiven von der Kommissarin zu einem der Täter, den Kollegen, den Freunden, den Bekannten …Gefühlt lernt man die gesamte Bevölkerung des Ortes kennen, wobei der Autor auch gerne real existierende Personen aus seinem privaten Umfeld einstreut. Die einen nennen das Schleichwerbung und stören sich daran, die anderen freuen sich über so viel regionale Authentizität.

Das Personal des ostfriesischen Kripodezernats ist durchgehend mit sehr speziellen Typen besetzt, deren Macken für humorige Szenen sorgen: besonders der sexfixierte Machokollege Rupert darf sich immer wieder lächerlich machen, in Szenen, die zum Teil schon stark in Richtung Klamauk tendieren, so überzogen agieren die Beteiligten. Sie scheinen nur auf den lustigen Effekt hin geschrieben worden zu sein und sind nicht unbedingt nötig, um die Handlung voranzubringen. Aus der Kriminalkomödie wird der Leser allerdings in der nächsten Szene schon wieder in einen ernsthaften Krimi versetzt ein Wechselbad, das nicht jedem gefällt.

Die Glaubwürdigkeit bleibt nicht nur in den witzigen Szenen auf der Strecke, die erfahrene Ermittlerin Klaasen verhält sich zeitweise erstaunlich unprofessionell und tappt genau in die Fallen, die der Gegner für sie aufgestellt hat.

Der Autor versteht es, seine Hauptfigur immer weiter in die Enge zu treiben mit Gemeinheiten, die sich immer mehr steigern und anfangs auch noch sehr realistisch wirken. Im Laufe der Geschichte wirft er sie allerdings in Situationen, die vom Leser schon viel guten Willen brauchen, um als glaubwürdig durchzugehen. Aber das ist ja durchaus legitim, um die Spannung zu schüren. Erfolgsautoren wie Sebastian Fitzek werfen Realismus und Glaubwürdigkeit erfolgreich über Bord, um ihre Leser mit überraschenden Wendungen bei der Stange zu halten. Auch Ostfriesentod wartet am Ende des Buches noch mit einem Twist auf, der nicht vorhersehbar war und einen Beigeschmack von Effekthascherei hinterlässt. Der Krimi wäre auch ohne ihn zu einem runden Abschluss gekommen.

Als Erstleserin dieser Reihe geht es der Rezensentin wie mit einer Fernsehserie: Wer zu spät einsteigt, dem erschließt sich der Reiz nicht mehr so richtig. Immerhin steht nach zehn Bänden auch der elfte Band wieder auf den Bestsellerlisten. Für die Fans ist der Wiedererkennungswert hoch, der Autor bedient sie mit vertrauten Figuren und Orten und lässt sie an der persönlichen Weiterentwicklung der Hauptfiguren teilhaben. Klaus Peter Wolf hat sich mit seinen Ostfriesen-Krimis eine große Fangemeinde erschrieben und die Nachfrage seiner Fans nach weiteren Bänden erfüllt er gerne: Fall 13 und 14 sind schon in Planung und setzen das Familientreffen zwischen Fans und Hauptfiguren fort. Wer wie die Rezensentin nicht zu den Stammlesern gehört, für den ist Ostfriesentod ein routiniert geschriebener Krimi mit charmantem Lokalkolorit, aber auch nicht mehr. Weniger Seiten, Nebenhandlungen und Figuren hätten der Spannung gut getan. So mäandert der Krimi in epischer Breite vor sich hin, was ja durchaus der ostfriesischen Gemütslage entspricht.

Brigitte Grahl, März 2017

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Kehr, Manfred zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesentod« 16.08.2017
Ich habe alle bisherigen Storys um Ann Kathrin Klaasen gelesen. Leider ist dieser letzte Band wohl auch der LETZTE!
Der Autor lässt die Protagonistin oft sehr dumm aussehen. Letztlich werden die Fälle vom "doofen" Rupert und seiner meist weniger unfähigen Praktikantin gelöst. Das Buch hat mich ziemlich enttäuscht und ich habe mich bis zur letzten Seite durchgemüht, aber nur weil ich prinzipiell ein Buch immer durchlese! Auch das immer wieder erneute Auftauchen von Gegnern ermühdet doch sehr.
Ich dachte dabei nur: Hoffentlich muss Frau Klaasen sich nicht noch mit weller, Heide oder Büscher anlegen um dann letztlich zu Rupert ins Bett zu steigen
Monica Ocker-Brune zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesentod« 23.07.2017
Toll, so schürt man Vorurteile ud Schubladnedenken:
Verhältnis ältere Frau-junger Mann muss scheitern
Eine böse Mutter, die ihren Sohn emotional mißbraucht.
Diese Anne K. einer vatertfixierte, männerabhängige, kotzgeneigte Schmalspurermittlerin, deren Ermittlungsglück jedert Glaubwütrdigkeit widerspricht..
dazu das Info-Defizit Thomas.Quick-Sture Bergwall. das wars-
Das vertraute norddeutsche Flair ist verdampft im Klischeedunst.
das war der letzte Krimi von Ha.Peh!
Philipp Spirig zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesentod« 14.04.2017
War schon die letzte Folge der Ostfriesenkrimis qualitativ auf dem absteigenden Ast, ist die neue "Ostfriesentod" eine Riesenenttäuschung. Der Zauber der früheren Romane ist verflogen, es macht sich über 500 Seiten Langeweile breit in einer wilden Kurzsegment-Erzählweise. Die vermeintlich lustigen Dialoge haben ein z.T. bedenkliches Niveau und wirken absolut unrealistisch und peinlich. Ein Typ wie Rupert hätte in dieser Form nirgends einen Platz in einem Ermittlerteam.
Die ehemals so souveräne Ann Kathrin torkelt in dieser Geschichte so plump und unlogisch daher, dass es fast schon wehtut. Der Plot wirkt überdreht und überkonstruiert und wird zum Spannungskiller.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Norbert Schmidt zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesentod« 13.04.2017
Dies war mein erster Wolf-Roman und ich kann meine Enttäuschung nicht verhehlen.
Die Handlungen wirken zum Teil überzogen konstruiert und stehen häufig im Widerspruch zu deutschem Recht. Dadurch verliert der Roman für mich deutlich an Spannung. Das ist schade, da dieser Roman in großen Teilen wirklich hervorragend geschrieben ist.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Simone Schäfer zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesentod« 08.03.2017
Ich habe lange auf „Ostfriesentod“ gewartet und das Buch dann häppchenweise gelesen, um mehr davon zu haben. Es war wie ein Nach-Hause-kommen. Meine Lieblinge waren alle wieder da. Ann Kathrin Klaasen, diesmal sehr nachdenklich und angeschlagen, Weller stärker als sonst, eine Schulter zum Anlehnen, Rupert hat mich laut lachen lassen, der Schlawiner hat jetzt eine Praktikantin (köstlich!).
Niemand erzählt spannender als Klaus-Peter Wolf! Das Buch hat zwölf verschiedene Ebenen, die sich immer wieder treffen, gegenseitig beeinflussen und schließlich zu einem überraschenden, furiosen Ende führen. Zum Glück sind hinten bereits ein paar Seiten vom nächsten. Ich freue mich jetzt schon drauf. Und im Juni soll laut Ankündigung „Totenstille im Watt“ erscheinen, ein Roman ganz aus der Perspektive des Täters. Ich habe ihn bereits vorbestellt.
Manfred Baldauf zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesentod« 20.02.2017
Für mich sind das glatte *++ was Klaus-Peter Wolf mit "OstfriesenTOD" geschaffen hat. Von der ersten bis zur letzten Seite spannend, das man ihn gar nicht aus den Händen legen möchte. Der Roman ein weiterer Höhepunkt in der gesamten Reihe. Man kann sich einfach nur freuen und überraschen lassen, was Klaus-Peter Wolf fuer seine Fans noch auf Lager hat 😨
Angelika Nieänder zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesentod« 18.02.2017
Ich bin begeistert vom 11 Fall von Ann-Kathrin Klaasen und Frank Weller
Ein spannender Krimi von der ersten bis zur letzten Seite. Wie die anderen Bücher/Krimis von Klaus Peter Wolf auch.
Aber das ist man von Klaus Peter Wolf so gewohnt.
Er ist ein sehr sympatischer Schriftsteller der mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben ist.
Keinerlei Starallüren
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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