Ostfriesenschwur von Klaus-Peter Wolf

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 bei Fischer.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland, Ostfriesland, 2010 - heute.
Folge 10 der Ann-Kathrin-Klaasen-Serie.

  • Frankfuirt am Main: Fischer, 2016. ISBN: 978-3-596-19727-9. 512 Seiten.

'Ostfriesenschwur' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Ein abgetrennter Kopf auf Wangerooge und ein Rumpf in Cuxhaven – doch beide Teile gehören nicht zu einer Leiche. Ihr zehnter Fall führt Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen auf die beiden ostfriesischen Inseln Wangerooge und Langeoog. Als der Postbote an diesem Morgen bei Ubbo Heide klingelt, bringt er ein großes Paket. Darin liegt ein abgetrennter Kopf. Es ist der Kopf eines Menschen, den Ubbo Heide kennt. Jahrelang hat er ihn gejagt, doch am Ende musste er ihn laufenlassen. Jetzt hat ein Anderer das Werk für ihn vollendet. Dann findet man einen einen zweiten Kopf. Auch diesem Toten konnte man damals seine Tat nicht nachweisen. Will hier einer die Arbeit der Polizei übernehmen? Ann Kathrin Klaasen hat zunehmend das Gefühl, dass der Täter jeden einzelnen ihrer Schritte kennt. Und ihnen immer voraus ist. Fast scheint es so, als ob er einer der ihren ist. Nach zwei brutalen Morden ahnt Ann Kathrin, wer das nächste Opfer sein wird. Kann sie dem Täter eine Falle stellen?

Das meint Krimi-Couch.de: »Bullen-Memoiren als Killer-Fahrplan« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Der Roman beginnt mit einem Paukenschlag. Ubbo Heide, pensionierter Chef der ostfriesichen Kriminalpolizei bekommt ein mysteriöses Paket zugestellt. Seiner Frau und ihm fährt der Schreck mächtig in die Glieder, als sie im Paket einen abgetrennten Kopf finden. Ubbo schaltet sofort seine Kollegen ein, und als ein zweiter Kopf im Kofferraum seines Fahrzeugs auftaucht, wird deutlich, dass der Mörder dem erfahrenen Ex-Kriminalbeamten eine Botschaft schicken will.

Ubbo Heide kennt die beiden Toten, er hat einst gegen sie ermittelt. Ann Kathrin Klaasen und ihr Team – einschließlich ihres neuen Vorgesetzten – merken schnell, dass ihnen der Killer irgendwie immer einen Schritt voraus ist. Deshalb kommt der Verdacht auf, dass es sich um einen Täter aus den Reihen der Polizei handeln könnte.

Es gibt weitere Tote – und während der Leser dem Mörder längst über die Schulter blickt, tappen die Ermittler völlig im Dunkeln. Klaasen und ihre Kollegen ahnen, dass die Mordserie irgendwie mit Ubbo Heides Buch über ungelöste Fälle zusammen hängt, aber sie müssen zu ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden greifen, denn es gibt weitere Morde. Erst im dramatischen Finale wird der ungewöhnlichen Fall doch noch gelöst.

Abgetrennter Kopf sorgt gleich für Volldampf

Um es gleich zu sagen, mit Ostfriesenschwur hat Klaus-Peter Wolf einen weiteren Band seiner Klaasen-Reihe vorgelegt, der den Leser mit einem perfekten Spannungsbogen bis zur letzten Seite fesselt. Der Autor braucht dabei keinen großen Anlauf, mit dem abgetrennten Kopf in der Post geht es gleich mit Volldampf los. Schon früh wird auch die Tätersicht eingeführt, gemeinsam mit dem Mörder ist der Leser den Ermittlern immer ein paar Schritte voraus.

Dennoch bleibt lange unklar, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt, und auch die tatsächliche Motivlage ist zwar irgendwie klar – aber dann eben doch nicht so wirklich. Man merkt dem Roman die Fabulierlust von Klaus-Peter Wolf an, kann sich beim Lesen fast vorstellen, wie er mit seiner Kladde am Strand oder in einem Café sitzt, und beim Schreiben vor sich hin lächelt. Ruperts amouröse Abenteuer, Klaasens messerscharfe Schlüsse, und auch die zeitweise Hilflosigkeit des neuen Kripochefs Büscher – der Autor bietet dem Leser neben der eigentlichen Kriminalgeschichte so einiges an Unterhaltung.

Vorwurf des unpassenden Marketings ist unsinnig

Klaus-Peter Wolf wird immer wieder vorgeworfen, dass er in seinen Romanen seine Frau, gute Freunde, Lokale, Schwimmbäder oder was auch immer erwähnt. Sicherlich kann man das durchaus kritisieren, aber die überzogenen Vorwürfe, er würde hier unpassendes Marketing betreiben, halt ich für ziemlichen Unsinn. Jeder Autor sucht sich für seine Romane einen Schauplatz oder eine Region aus, in der sich seine Protagonisten bewegen. Wer in Berlin spielenden Romanen den Zoo, eine bestimmte Bar oder ein Café erwähnt, erntet solche Vorwürfe eher selten. Warum das bei Ostfriesland-Krimis anders ist, erschließt sich mir in keiner Weise.

Wenn sich die Kritik an dieser Reihe vor allem auf derart billige Vorwürfe stützt, ist das schon seltsam. Man könnte umgekehrt einen Schuh daraus machen. Durch die Erwähnung bekannter Orte, Lokale und Personen gewinnt das Buch enorm an Authentizität. Dass sich Norden und andere Orte in Ostfriesland über diese Schiene geschickt für den Tourismus vermarkten und so interessanter machen wollen, kann ich nicht verwerflich finden. Wolf hilft sicherlich ein wenig dabei mit, aber das ist in meinen Augen durchaus im Rahmen.

Schwieriger Start für den neuen Kripo-Chef

Neben der Spannung durch den rasanten und ungewöhnlichen Kriminalfall lebt der Roman – wie so oft in dieser Reihe – von seinen Protagonisten. Ann Kathrin Klaasen und ihr Team sind den Lesern dieser Reihe bereits bestens vertraut, interessant ist daher vor allem die aktuelle – und künftige – Rolle des neuen Kripo-Chefs Martin Büscher. Er ist nicht so ganz freiwillig aus Bremerhaven nach Ostfriesland gekommen, man hat ihm diesen Wechsel mit der Aussicht auf Beförderung schmackhaft gemacht. Nun muss er nicht nur gegen die berühmte Kommissarin Klaasen »anstinken«, sondern auch noch gegen seinen Vorgänger, der bei diesem Fall plötzlich wieder mitten drin ist, allerdings auch eher unfreiwillig. Büschers Probleme ziehen sich als Dauerthema durch dieses Buch, und Klaus-Peter Wolf hat noch weitere nette Nebengeschichten eingebaut.

Vor allem aber hat er reichlich falsche Fährten, Sackgassen für die Ermittler und zusätzliche Rätsel in den Roman verpackt. Wenn man mehrfach glaubt, den Fortgang der Handlung voraussehen zu können, wird man schnell eines Besseren belehrt.

Im dynamischen und dramatischen Finale trägt Klaus-Peter Wolf ziemlich dick auf, aber das ist ja auch kein Tatsachenroman, und der Autor hat eben seine dichterische Freiheit genutzt. Insgesamt ist Ostfriesenschwur ein rasanter und fesselnder Roman – ideale Lektüre für ein langes Wochenende. Es muss ja nicht an der Nordsee oder auf einer der ostfriesischen Inseln sein …

Andreas Kurth, März 2016

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Margot zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenschwur« 06.09.2017
Also ich höre jetzt auf-Seite 288. So sehr kann ich mich gar nicht langweilen als das ich dieses Buch weiterlese. Worum geht's eigentlich? Ein nicht zu ersetzender Ex-Chef, ein trotteliger Nachfolger, ein notgeiler Kommissar, eine Superwoman-Kommissarin mit einem ziemlich dämlichen Ehemann und eine Handlung die nach 300 Seiten immer noch sehr diffus ist. Na ja, muss ja nicht jedem gefallen.
Antonia zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenschwur« 18.06.2017
Ich muss sagen dass ich mir mit einigem Interesse die Kommentare durchgelesen habe. Ich kann mir allerdings keine einheitliche Meinung dazu bilden: Innerhalb des ganzen Buches ist mir nicht klar geworden aus welcher Motivation der Täter heraus handelt. Außerdem gab es einige Abschnitte im Buch, bei denen mir der Sinn des ganzen nicht klar geworden ist. Aber dennoch muss ich sagen dass während dem ganzen Buch die Spannung so groß war dass es mir sehr schwergefallen ist, aufzuhören zu lesen. Insgesamt lese ich sehr gerne die Bücher von Klaus-Peter Wolf. Aber mal zu lesen was Kritiker dazu sagen ist sehr hilfreich.
Thomas Bastian zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenschwur« 25.04.2017
Für mich war es das erste Buch des Autors K.-P. Wolf. Als Vielleser, in den letzten sechs Monaten ca. 20 Bücher, davon überwiegend Krimis skandinavischer Autoren, habe ich den " Ostfriesenschwur " auf Seite 205 abgebrochen. Nicht nur dass mich die Geschichte gelangweilt hat, auch die einfältige Darstellung der Protagonisten hat mich zuerst gestört, dann regelrecht angewidert.
Heide, der gottgleiche Exchef, von seinen ehemaligen Kollegen bis ins Extreme devot verehrt, Klaasen, die unnahbar über den Dingen ( auch geltendem Recht und Gesetz ) steht, der Rest der Truppe einfältige Zuträger. Sämtliche Charaktere platt und ohne jede Facetten. Die Dialoge entsprechen dem Niveau eines Arztroman Heftchens.
Der Autor setzt den Schwerpunkt auf ostfriesische Eigenarten und Dinge, die er dann auch en Detail beschreibt. Apropos Schreiben - das Schreiben, u.a. von Krimis, ist ein Handwerk dass Herr Wolf wohl nicht von Grund auf erlernt hat.
Mein halbes erstes und auch letztes Buch dieses Autors.
Sylvia Schrader zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenschwur« 27.09.2016
Es ist mein erster Ostfriesen-Krimi. Ich bin auch erst bei Seite 300 - ich hoffe es wird noch besser. Bis jetzt finde ich ihn ziemlich langweilig. Man muss sich zum Weiterlesen richtig motivieren. Außerdem finde ich die Personen platt und auch nicht intersant dargestellt. Aber ich gebe nicht auf, vielleicht finde ich ja noch das Überraschende und Spannende.
Simone Schäfer zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenschwur« 18.07.2016
Den zehnten Band der Ostfriesenkrimireihe „Ostfriesenschwur“ zu lesen, war für mich wie ein Nachhausekommen. Ich habe sie alle wiedergefunden – meine ostfriesischen Helden. Unverwechselbar wieder Rupert, der viel Scheiß baut, aber den man vielleicht gerade deswegen mag. Er ist so ein bunter Farbtupfer in der Truppe.
Wie immer wird auch in diesem Klaus-Peter-Wolf-Roman ein tiefes, archaisches Grundthema behandelt: Er widmet sich zwischen den Zeilen einer recht philosophischen Diskussion: Was ist eigentlich Recht? Wie kann man es durchsetzen? Wann wird Recht zu Unrecht?
Im Roman sind keine Antworten, aber es werden doch viele Fragen aufgeworfen. Immer wieder gelingt es ihm, den Leser vor Entscheidungen zu stellen. Manchmal ist das ganz schön verstörend.
Ich war sehr froh, dass Ubbo Heide (der ehemalige Chef der ostfriesischen Kripo), der ja in Band 8 pensioniert wurde, wieder ins Geschehen rückt. Ubbo Heide hat ein Buch über seine ungelösten Fälle geschrieben, das erzählt viel über ihn als Person. Denn normalerweise schreiben Menschen am Ende ihrer Karriere ein Buch darüber, was für ein toller Hecht sie sind. Ubbo Heide schreibt über das, was ihm schiefgegangen ist. Über Ermittlungsfehler und warum er glaubt, dass einige Schwerverbrecher durch seine Irrtümer und kluge Strafverteidiger der gerechten Strafe entkommen sind.
Er sitzt auf seiner Lieblingsinsel Wangerooge und schaut aufs Meer, da bringt ihm der Postbote ein Paket, darin ein abgeschlagener Kopf. Er gehört einem Menschen, gegen den Ubbo Heide mal erfolglos ermittelt hat. Ubbo begreift, dass sich jemand an seinem Buch entlangmordet. Die schlimmsten Verbrecher müssen jetzt von der Polizei geschützt werden …
Das Nachwort zu „Ostfriesenschwur“ hat der real existierende Polizeichef Ostfrieslands, Hans-Jürgen Bremer (Chef über 450 Kripobeamte und zuständig für eine Viertelmillion Menschen) geschrieben. Sein Fazit: „Wolf ist verdammt nah dran an der Wirklichkeit“.
hans jürgen möller zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenschwur« 18.04.2016
War der Kommentar eine Auftragsarbeit? Spannung? Wo denn? Es passiert viel, aber zusammenhanglos, unüberlegt, ohne auch nur den geringsten logischen Ansatz. Am schlimmsten die Beschreibung der Akteure, Charaktere ohne Bezug zu realen Gestalten, entweder Grenzdebil oder Götter. Und jede Menge Plattitüten. Gegen den (realen) Leiter der Polizeiinspektion Aurich würde ich, wäre er mein Kollege oder Chef aufgrund seines Nachwortes eine Dienstaussichtsbeschwerde einreichen. Muss man so zeigen, wes Geistes Kind man ist?
Conny Hildebrand zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenschwur« 14.04.2016
Leider kann ich mich diesem Feudenfeuer der bisherigen Kritiken in keiner Weise anschließen. Die Geschichte erscheint mir unglaubwürdig, ich sehe weder Motiv noch Intention des (auch am Ende unbekannten Täters). Die Dialoge sind flach und literarisch ganz unten. Die Heldenverehrung der Ann Katrin Klaasen entbehrt jedem Beweis. Die Protagonisten werden (ausser Ann K.K.) als grenzdebil dargestellt. Für mich das schlechteste Buch und unglaublich langweilig.
Heidi Rauch zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenschwur« 05.04.2016
Wieder ein tolles Buch von Peter Wolf,
ich bin begeistert und meine Bekannten auch.
Freue mich auf den nächsten Band.
Spannend und trotzdem unterhaltend.
Gute Lektüre .
Die mir schon bekannten " >Hauptdarsteller" begeistern mich immer wieder.
Dass der pensionierte und leider behinderte Chef den Mut hat immer wieder mitzumachen.
Martin zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenschwur« 31.03.2016
Moinsen,

aufgrund zahlreicher Rezensionen und dicker Bücherstapel in der Buchhandlung kaufte ich mir diesen Band. Ich mag regionale Krimis, wie z. b. Die Eifelkrimis.
Ich würde diesen Band mit einem guten Krimi von Wilsberg vergleichen: Krimi mit Comedy, liebe Charaktere und ein halbwegs unterhaltsamer Krimiplot.
Leider nicht mehr:-(. Insgesamt hatte ich mehr erhofft. vielleicht bin ich von Fitzek und Haas zu sehr verwöhnt?? Als Wochenendekrimi bei schlechtem Wetter ist der Band ok, aber mehr muss ich davon nicht lesen. Weitere Werde ich wohl nicht kaufen (von den oben genannten Autoren las ich alles!!)
Petra Kaftan zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenschwur« 31.03.2016
Auch in diesem Fall hat es Klaus Peter Wolf mal wieder geschafft seine Leaer zu fesseln..Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite an Spannung nicht zu übertreffen und man kann es nicht aus der Hand legen weil man einfach mitfiebert und unbedingt mit den altvertrauten Ermittlern gemeinsam den Fall lösen möchte..Ich liebe den Schreibstil von Klaus Peter Wolf..auch wenn grausame Morde geschehen fehlt es dennoch nicht an einer guten Portion Witz und Humor die für den absoluten Lesegenuß sorgen..man ist nach 10 Büchern einfach so vertraut mit den meisten Figuren das es einfach Spaß macht sie in den Büchern wiederzutreffen..Ich für meinen Teil freue mich schon auf den 11. Fall..Ostfriesentod.

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