Ostfriesenmoor von Klaus-Peter Wolf

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2013 bei Fischer.
Folge 7 der Ann-Kathrin-Klaasen-Serie.

  • Frankfurt am Main: Fischer, 2013. ISBN: 978-3-596-19042-3. 512 Seiten.

'Ostfriesenmoor' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Den Anblick dieser Leiche würde Ann Kathrin Klaasen nie vergessen: »Der Täter hat mit Hilfe eines Metalldrahtes den Körper eines toten Mädchens nachgeformt und darüber die Haut gespannt. Wie bei einem Fliegengitter, nur viel stabiler … und beweglich.« So stand es im Obduktionsbericht. Dann hat er sein Werk im Moor versenkt. Wer tut so etwas? Und vor allem: Wer kann so etwas? Ann Kathrin Klaasen ist sprachlos, als sie das ganze Ausmaß erkennt, mit dem der Täter hier zu Werke ging. Während das Team in Aurich ersten Hinweisen nachgeht, wird in Norddeich ein Kind vor der Apotheke gestohlen. Und bald darauf verschwindet ein zweites Kind. Sucht der Moor-Mörder nach weiteren Opfern?
Für Ann Kathrin Klaasen beginnt eine der schaurigsten Ermittlungen ihres Lebens.

Das meint Krimi-Couch.de: »Killer, Kidnapper und Kraniche – was für eine Mischung« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Ein Journalist fotografiert im Uplengener Moor ein brütendes Kranichpaar. Durch Zufall hält er dabei fest, wie einer der Vögel die Hand einer Leiche im Schnabel hält. Bei der Polizei in Aurich löst die Nachricht von dem Fund schon bald hektische Ermittlungen aus. Denn bei der Moor-Leiche handelt es sich um keinen vollständigen Körper, sondern um ein Drahtgestell, das wie eine Puppe mit einer menschlichen Haut bezogen wurde. Ann Kathrin Klaasen und ihre Kollegen verfolgen die erste dünne Spur, da wird in Norddeich aus einem Zwillingskinderwagen ein Baby entführt. Der Entführungsfall gewinnt richtig an Dynamik, denn es entwickelt sich eine erstklassige Familientragödie. Als sich dann auch noch das LKA einschaltet und das zweite schließlich Baby ebenfalls entführt wird, scheint die Sache den Auricher Kriminalisten über den Kopf zu wachsen. Doch trotz aller privaten Probleme im Team lassen Klaasen und ihre Kollegen nicht locker – und bis zum dramatischen Finale gibt es noch einige handfeste Überraschungen.

Ostfriesenmoor ist bereits der siebte Fall für Ann Kathrin Klassen und ihr Auricher Kripo-Team. Für mich war es der erste Band aus der Reihe – und ich bin wirklich begeistert. Klaus-Peter Wolf braucht zwar einigen Anlauf, um das komplette Szenario des Buches aufzustellen, aber der Einstieg mit dem fotografierenden Journalisten, den Kranichen und der »Leiche« im Moor macht von Beginn an mächtig Appetit auf diese spannende Geschichte. Den Ermittlern wird hier ein hartes Stück Arbeit zugemutet, denn menschliche »Puppen« sind wahrlich kein leichter Ansatz für erfolgversprechende Recherchen in einem Mordfall. Erschwert wird die Arbeit der Polizei durch private Eskapaden von Klaasens Kollege Rupert, dessen Liaison mit einer Putzfrau aus der Gerichtsmedizin im Verlaufe der Geschichte noch eine ganz spezielle Bedeutung bekommt. Aber auch Ann Kathrin Klaasen selbst hat so ihre mentalen Probleme. Ihre Mutter ist nämlich nach einem Schlaganfall arg gehandicapt, Ann muss deren Wohnung auflösen und ihr einen Platz in einer Senioren-Einrichtung besorgen. Das zerrt gewaltig an der Psyche der sonst so coolen Kommissarin – und der Autor zeigt damit wunderbar, wie das ganz normale Leben so zuschlagen kann. Wolf baut das so geschickt in seine Geschichte ein, dass es wie selbstverständlich wirkt, und überhaupt nicht aufgesetzt.

Das Schicksal der zerfallenden Patchwork-Familie, deren Kinder entführt wurden, ist schon fast eine Extra-Geschichte. Klaus-Peter Wolf hat hier ganz tief in die psychologische Kiste gegriffen, und zeigt dynamische Prozesse in einer noch frischen Beziehung, die durch krisenhafte Vorfälle enorm eskalieren. Der Autor präsentiert seinen Leser dabei ein ganzes Tableau interessanter Figuren, die mit ihrem Verhalten und den authentischen Dialogen das Lesen kurzweilig machen.

Es ist offenbar üblich, dass Klaus-Peter Wolf seine Romane zu kleinen Tourismus-Touren durch Ostfriesland macht. Man muss ihm dabei zu Gute halten, dass er Deich und Wattenmeer, aber auch lokale Attraktionen wie das Schwimmbad Ocean Wave und die Disco Meta relativ unaufdringlich in die Handlung einbaut. Die Geschichte wird dadurch authentischer, und der Autor zeigt, wie sehr er schon mit seiner Wahlheimat verwoben ist. Und offensichtlich hat er ein Faible für die Kultur im Norden, denn Sängerin und Talkshow-Gastgeberin Ina Müller wird ebenso gewürdigt wie die Bremerhavener Kabarettgruppe »Müllfischer« und natürlich Bettina Göschl, die Kinderlieder schreibt und Wolfs Lebensgefährtin ist.

Der Spannung und Lesbarkeit schaden diese kleinen thematischen Ausflüge überhaupt nicht. Denn Ostfriesenmoor ist aufgrund der reichlich vorhandenen falschen Fährten, der Komplexität der Handlung und der interessanten Protagonisten ein Krimi, in dem das Lokalkolorit nur willkommene Kulisse bleibt. Insgesamt also ein echtes Lesevergnügen. Das Buch war mein erster Wolf – aber sicher nicht mein letzter.

Andreas Kurth, März 2013

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Dorothee zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenmoor« 20.04.2016
Nach der Lektüre frage ich mich, wie man das Buch "Ostfriesenmoor" so hoch bewerten kann. Die Geschichte an sich ist schon mal ziemlich unglaubwürdig. Die Figuren total überzeichnet, da ist nichts echtes dran, besonders Frank Weller - unglaublich, wie beschränkt und devot er dargestellt wird. Welche Frau möchte so einen Mann haben? Vieles wirkt so aufgesetzt und unecht, z.B. die Art und Weise, wie die 13jährige Lucy spricht - ich kenne kein Mädchen in dem Alter, das so sprechen würde. Das ist überhaupt nicht authentisch. Ganz furchtbar finde ich aber diese ständige Werbung für die Frau des Autors, die "bekannte" Kinderliedersängerin Bettina Göschl. Das geht ins unerträgliche, und ich frage mich, was das für ein Lektor ist, der so etwas durchgehen lässt.
Ebenfalls schon ins absurde gezogen wird der Marzipankonsum von Ubbo Heide - hin und wieder mal ist das lustig, aber die Häufigkeit in dem Buch ist einfach nur noch penetrant.
Ich liebe Ostfriesland und die Gegend um Norddeich, und ich finde es schön, Orte aus dem Buch "live" zu sehen, aber was zu viel ist ist zu viel.
Absolut keine Kaufempfehlung!
rolandreis zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenmoor« 12.11.2015
Der Kampf ist vollbracht. Ich habe mich tapfer bis zum Schluss durchgekämpft. Oft wollte ich das Buch zur Seite legen, aber dann hat mich der Ehrgeiz wieder gepackt und ich habe tapfer durchgehalten. Die Story ist auf den ersten Seiten interessant, dann aber ganz schnell langweilig, langatmig und unlogisch. Langweilig aus zwei Gründen: 1. Es wird zu viel Nebensächliches erzählt, das den Erzählfluss unglaublich verlangsamt. 2. Als nacheinander die Babys entführt werden, weiß der Leser viel mehr als die Polizei, doch ungeachtet dessen werden deren Ermittlungen so breit und langatmig geschildert, dass man verzweifeln möchte, weil die Geschichte einfach nicht vorankommt. Letztendlich konnte mich der Autor einfach nicht mitnehmen und mir fehlte einfach die Spannung. Ich werde wohl kein weiteres Buch von Klaus-Peter Wolf lesen.
Eule Buer zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenmoor« 02.08.2015
"Ostfriesenmoor" war mein erster Ostfriesenkrimi von Klaus Peter Wolf. Aufmerksam auf das Buch durch den Literaturkritiker Peter Hetzel, als er es dienstags im Frühstücksfernssehen vorstellte. Am Anfang war ich sehr skeptisch dem Buch gegenüber. Moor ist ja für einen Krimi immer gut, aber Ostfriesland? Ne, dachte ich, Ostfriesen und Moor, das geht doch gar nicht. Ich habe mir das Buch trotzdem geholt und bin zu einem Fan von Klaus Peter Wolf geworden. Abstriche muß man machen. Kein Autor der Welt schreibt nur gute Bücher und auch nie Bücher ohne Schwächen. Klar, ärgert man sich, wenn einem ein Buch so überhaupt nicht gefällt. Aber ich würde mich mehr darüber ärgern, wenn mir ein gebundenes Buch nicht gefällt als bei einem Taschenbuch (bei dem man sich auch ärgern kann/darf, wenn es einem nicht gefällt). Denn dann würde ich mich nicht nur über ein Buch ärgern, was mir nicht gefällt, sondern auch darüber, daß der gebundene Schrott mehr gekostet hat, als der Schrott als Taschenbuch. Und "Ostfriesenmoor" wird mich dafür aber für immer an den großartigen und genialen Literaturkritiker Peter Hetzel erinnern. Schade, daß dieser geniale Mann durch eine Krankheit so früh von uns gehen mußte.
yorick zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenmoor« 06.01.2015
Klaus-Peter Wolf hat ja nun durchaus schon mehrfach damit überrascht, was so alles in Ostfriesland passieren kann, wenn bei einem Küstenbewohner eine Sicherung im Kopf durchknallt. Wer damals glaubte, die unbemerkt eingemauerten Sünderinnen oder die von Wissenschaftlern geklonten Kinder aus seinen vorigen Romanen seien nicht mehr zu übertreffen, der wird sich umschauen: Im siebten Fall der Klaasen wird der Leser mit auf natürlichem Wege geklonten Kindern - nämlich eineiigen Zwilligen - konfrontiert, noch dazu teils ausgestopft und in jedem Fall en masse. Die übrig gebliebenen Knochen werden Flugs in einem ostfriesischen Moor versenkt, ähnlich wie die abgeknabberten Schweine-Rippchen, die ein angesehener Chirurg in seinem Garten neben dem Grillhäuschen verbuddelt.

Wenn man nun versucht, den Fall wirklich ernst zu nehmen, so wird man wie bei Wolf üblich, recht schnell an die Grenzen der Logik stoßen. Wenn man sich hingegen von der teilweise etwas naiv erdachten Handlung mitreißen lässt, dann kann der siebte Fall schnell zum bisher besten der Reihe werden, denn Wolf schwingt sich gelegentlich in humoristische Höhen auf, die man bei ihm zuvor mit der Lupe suchen musste. Dies ist der erste Roman des Autors, bei dem ich hier und da sogar ob der eingestreuten kleinen linguistischen Pointen grinsen oder gar auflachen musste - und das mache ich als Miesepeter wirklich nicht bei jedem Buch.

Der Vollständigkeit halber muss ich sagen, dass ich den Roman als Hörbuch genossen habe, und dass die leicht lispelnde Stimme des Autors nicht unbedingt zum Genuss beigetragen hat. Normalerweise beschwören nicht ganz professionelle Vorleser bei mir eher das Bild des am Bett sitzenden Opas herauf, der mir eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest; also eher eine nostalgisch-positive Assoziation im Vergleich zu Profis wie Pigulla & Co. Bei Wolf hingegen fehlt dieser Opa-Effekt, besonders wenn er Liedtexte in einer leiernden Weihnachtsgedicht-Aufsage-Stimme zitiert, und ich würde mir wünschen, dass die Bücher von einem anderen Sprecher mit mehr Pepp und Saft und einem breiteren sprachlichen Repertoire vorgelesen werden würden. Die ist aber nur ein kleiner Nerv-Faktor am Rande.

Doch zurück zu den ausgestopften Menschen und den im Buch noch lebenden Pendants. So richtig nervig ist bei dem Fall nämlich die erneute, allgegenwärtige platte Lobpreisung der wunderbaren und unvergleichlichen Lichtgestalt Ann Katrin Klaasen im recht einfallslosen Kontrast mit dem wie üblich unglaublich arroganten umd dämlichen Rupert. Dazu ein stets gerechter Kripochef als ruhender Pol, und Frank Weller in seiner Rolle als devoter Gutmensch und Geliebter der Protagonistin. Fertig ist die Suppe der etwas plump gezeichneten Charaktere.

Als Beiwerk streut Wolf nun noch Kompetenzgerangel mit dem BKA, Kinderlieder, Reiki, ostfriesische Krimiautoren, Seitensprünge, sexuellen Appetit, Scheidungen, einen Mord mit dem Klappspaten, einen fliegenden Klappstuhl sowie ein explodierendes Auto und die üblichen Fischgerichte ein, so dass man den Eindruck hat, dass der Autor hier auf allen Kanälen Vollgas geben wollte. Es entsteht ein turbulenter Mix an Nebensächlichkeiten und hohler Hollywood-Show, der dem Roman aber nicht abträglich ist, sondern sogar einen ganz eigenen kindlich-naiven Charme heraufbeschwört.

Verdächtige werden unterdessen zuhauf ans voreilige Messer des Lesers geliefert, aber eine konsequente falsche Fährte fehlt der Geschichte leider. Vielmehr ist es ein Kaleidoskop von dahingerotzten Möglichkeiten, die der erfahrene Krimi-Leser allesamt mit dem Gedanken "an dieser Stelle ist es noch zu früh" bzw "das wäre zu offensichtlich" als unschuldig Verdächtige abhakt. Der Auflösung fiebert man nicht wirklich zitternd entgegen, weil man auf dem Weg zur letzten Seite staunend durch Wolfs wildes Konglomerat stolpert, hier und da eine gute Pointe abgreifend und immer mal wieder die Logik ausblendend.

Dass dann
- UND HIER BITTE NICHT WEITERLESEN, WENN SIE DAS BUCH NOCH LESEN WOLLEN -
eine Putzfrau mit abgebrochenem Medizinstudium die geistesgestörte Massenmörderin und Kinderpräparatorin ist, die ihre Hütte abfackelt und wie Django mit der Heckler & Koch um sich ballert, ist einfach nur grotesk, aber wie von Wolf gewohnt beinahe wieder so grotesk, dass es schlüssig erscheint.

Insgesamt also ein lesenswertes Werk, wenn man nicht zu tief schürft. Einen Nobelpreis wird der Autor dafür aber nicht bekommen.
Krimi-Mietze zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenmoor« 08.09.2014
"Ostfriesenmoor" von Klaus-Peter Wolf

Herrlich spannende Krimilektüre, gewürzt mit Lokalkolorit und Humor.

Die verschiedensten Charaktere der handelnden Personen werden glaubhaft und interessant mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen dargestellt.

Offen blieb für mich die Frage, wieso die "Moorleiche" überhaupt im Moor versenkt wurde...
Shugarbaby zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenmoor« 24.04.2014
Krimi-Couch-Interview mit Klaus-Peter Wolf:
»Kriminalromane sind kein trivialer Scheiß«Da stimme ich Herrn Wolf uneingeschränkt zu, nur für seine Werke stimmt diese Aussage leider nicht. Wenn man bei Ostfriesenmoor die vielen Längen und ständigen Wiederholungen streicht, bleiben nur noch ca. 200 Seiten übrig. Vielleicht wäre das Buch dann sogar spannend geworden.
Anne zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenmoor« 17.01.2014
Wer einmal in den Bann von Klaus Peter Wolfs Krimireihe geraet, der gibt nicht wieder auf.
Spannend, klar nachvollziehbar,mit viel Witz und Charme geschrieben- muss man einfach alle Fälle der Ann Katrin Klaasen lesen.
Absolute Empfehlung, ich fuehle mich bei jedem Buch ausgezeichnet unterhalten.

Jede Figur hat eine absolute Tiefe, in die man sich regelrecht hineinversetzen kann, von der ersten bis zur letzten Seite, ein fantastisches Leseerlebnis, Danke, Herr Wolf.
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Martin zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenmoor« 07.01.2014
Der Mann schreibt folgende Sätze:
"... dachte er grimmig".
"Ihre Blicke irrten durch den Raum. Sie wirkte verloren, wie aus der Welt gefallen".
"Dass dieses gebärfreudige Becken offensichtlich einer Putzfrau gehörte und nicht einer vergeistigten Akademikerin, wirkte geradezu erotisierend auf Rupert".
"Ein warmer Scheuer rieselte seine Beine entlang".
"Im hinteren Bereich des Gartens...".
"Ich brenne innerlich. Du hast ein Feuer in mir entzündet...".
"Eine Sternschnuppe fiel vom Himmel, doch die beiden sahen es nicht. Sie waren viel zu sehr mit sich beschäftigt".

Das soll reichen, so geht das weiter über 500 Seiten mit Anleihen an Wikipedia. Wo ist das Kektorat, wer hat denn das rezensiert? Das ist eine sprachliche Bankrotterklärung. Mein Gott, lesen sie um Gottes Willen Manotti und Winslow, Ellroy, Sallis oder Jim Thompson, es gibt doch so gute Krimiautoren! Und wenn sie Osrfriesland kennen lernen wollen, fahren sie hin. Dann werden sie auch sehen, dass es dort keine Raben gibt.
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Herr Lazaro zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenmoor« 22.12.2013
Mein erster Krimi von K-P Wolf und wahrscheinlich auch mein letzter. Wie mein Vorredner wolko schon bemerkt hat, ist die Story ziemlich hanebüchen, und das Agieren der Polizei dilettantisch. Allerdings glaube ich nicht, das es, wie wolko meinte, weltfremd wäre: Das einem etwas unkonventionellem Zeitgenossen auf wagen Verdacht hin der gesamte Grund und Boden umgegraben und durchkämmt wird, bloss um am Ende ein paar abgenagte Knochen einer Grillparty zu finden, dass dürfte in Deutschland durchaus zur Realität gehören...


Was mich an diesem Roman vielmehr stört, ist die Klischeehaftigkeit der handelnden Personen, besonders (aber nicht nur) der Polizisten. Da ist die (politisch) korrekte Kommissarin, die selbstverständlich auch noch privat extrem gefordert ist mit der Betreuung der Mutter, der Lebensgefährte, der, ebenfalls bei der Polizei, sich natürlich stets seiner klügeren Partnerin unterordnet und der stereotype Macho, der der Röcken nachläuft und ansonsten gerne den Rambo gibt, der darf natürlich auch nicht fehlen.


Alle diese Personen verhalten sich, wie es das jeweilige Klischee verlang, völlig vorhersehbar und ohne jedwede Überraschung. Langweilig wäre ein anderes Wort dafür.


Ich habe in K-P Wolfs Biographie gelesen, dass er viele Jahre in der DKP aktiv war. Nicht dass ich etwas gegen DKP-Mitglieder hätte, ich hab sie immer eher bedauert, so geistig eingepfercht in ihrer kleinen ideologischen Welt, aber immer völlig, ja fast zwanghaft korrekt (schon um sich keine Blöße zu geben), und leider völlig humorlos. So waren die DKPler, die ich kenne gelernt habe und genau so schreibt K-P Wolf.


Mein Geschmack ist das nicht.
wolko zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenmoor« 19.11.2013
Tut mir leid. Dieser 7. Ostfriesenkrimi war überhaupt nicht mein Fall. Die Story ist meines Erachtens teilweise hanebüchen und das Agieren der Polizei weltfremd.
Auch das Ende ist unbefriedigend. Wieso weshalb warum fragt man sich, Antworten gibt es nicht.
Schade. Die anderen 6 Krimis fand ich lesenswert. Ich werde deshalb auch den 8. testen.

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