Ostfriesenfeuer von Klaus-Peter Wolf

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2014 bei Fischer.
Folge 8 der Ann-Kathrin-Klaasen-Serie.

  • Frankfurt am Main: Fischer, 2014. 528 Seiten.

'Ostfriesenfeuer' ist erschienen als

In Kürze:

Das traditionelle Osterfeuer fiel in diesem Jahr etwas anders aus als sonst. Denn aus den verkohlten Resten ragten am nächsten Morgen menschliche Knochenreste. Als eine weitere Leiche auf einem Spielplatz gefunden wird, ahnt Ann Kathrin Klaasen, dass dieser Mörder nicht einfach nur tötet. Er inszeniert seine Morde regelrecht und will die Welt daran teilhaben lassen.
Wer ist der Nächste?

Das meint Krimi-Couch.de: »Feuer unter Ruperts Arsch«

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Ende gut, alles gut?

Da Klaus-Peter Wolf im Vorgängerband Ostfriesenmoor die Hochzeit von Hauptfigur Ann Kathrin Klaasen und ihrem Arbeitskollegen Frank Weller bereits ankündigte, konnte man davon ausgehen können, dass es so kommt. Eigentlich ein wunderbarer Schlusspunkt für eine der erfolgreichsten Krimiserien aus deutscher Feder der letzten Dekade.

Das Weiterschreiben seiner Ostfriesen-Krimis wurde von seinen Fans – wie sie Künstler aus der Literaturbranche eigentlich nicht kennen! – vehement eingefordert. Und weil der erfahrene Schriftsteller Wolf es nur zu gut weiß, dass Leser Leser sind und nicht nur reine Käufer, legt er mit Ostfriesenfeuer den achten Band der Ann Kathrin Klaasen Reihe nach.

Kleine Randbemerkung, bevor wir zur Tat schreiten: Vom Schreiberling dieser Zeilen ist in Ostfriesenfeuer ein Nachwort abgedruckt, weswegen er nicht gänzlich unbeteiligt an diesem Roman ist. Insofern wird an dieser Stelle auf eine Wertung, große Lobhudelei oder auch vielleicht übermäßige Kritik, größtenteils verzichtet.

Worum geht’s?

Wie eingangs erwähnt, hat die Protagonistin der Reihe, Ann Kathrin Klaasen, Kriminalkommissarin bei der Kripo Aurich mit Wohnsitz in Norden, ihren Kollegen und Untergebenen Frank Weller geheiratet. Eigentlich wollen die beiden in wohlverdiente Flitterwochen aufbrechen, doch dann: eine Leiche im Osterfeuer am Norddeicher Strand. Pustekuchen mit der so sehr herbeigesehnten Auszeit für die Hauptakteure, denn es soll nicht bei dieser einen Leiche bleiben. Kurze Zeit später wird auf der ostfriesischen Insel Norderney eine weitere Tote gefunden – ähnlich zur Schau gestellt wie in Norddeich, dieses Mal aber unter einer Kinderhüpfburg. Ann Kathrin Klaasen hat es mit dem nächsten Serienkiller im beschaulichen Ostfriesland zu tun.

In meinem Nachwort zu Ostfriesenfeuer gehe ich auf die Begriffe plot-driven und character-driven ein, die dabei helfen sollen den Erfolg Klaus-Peter Wolfs zu erklären. Plot-driven bedeutet, dass der Roman vor allem von seiner Handlung lebt, character-driven hingegen von seinen Figuren. Letzteres habe ich dem Autor als Merkmal seiner SPIEGEL-Bestseller Reihe bereits vor über einem Jahr attestiert. Und in der Tat ist dies auch bei Ostfriesenfeuer der Fall. Die Story lebt von den Figuren, wobei Klaus-Peter Wolf die Klippe des Spannungsabfalls durch die Hochzeit von Klaasen und Weller zu Beginn des Romans umschifft, indem er Weller zum Statisten im vorliegenden Teil der Serie degradiert und Ann Kathrin einfach ihren Job machen lässt.

Die einzige Figur seines Ostfriesen-Ensembles, die mehr Raum bekommt, als ihr bisher zustand, ist Kripo-Depp Rupert. Der dösbattelt sich wie gewohnt durch aufreibende Nickeligkeiten zwischen Kollegen und Ehefrau, schießt auf eine Kaffeemaschine, signiert Brüste auf Mallorca und wird zur tragischen Figur, weil sich sein Sechser im Lotto aufgrund eines technischen Fehlers nicht als der wahre Hauptgewinn herausstellt.

Überzogen?

Ja, das ist es und vorrangig eine Reminiszenz an seine Leserschaft, die Rupert zu einer Kultfigur erhoben hat. Diese Rupert-Kapitel liest man mit einem netten Schmunzeln, sie tragen aber letztendlich wenig zur eigentlichen Story bei. Da auch die anderen Figuren charakterlich keinen großen Fortschritt erleben (Ausnahme: Chef Ubbo Heide), tendiert Klaus-Peter Wolf in Ostfriesenfeuer dazu, den Roman dann doch plot-driven zu gestalten. Es passiert sehr viel und das geografisch verteilt durch den kompletten Norden Deutschlands. Nehmen wir also zum Beispiel die erwähnten Passagen um Rupert heraus, gelingt Wolf ein durchaus spannender wie psychologisch glaubhafter Thriller, ein Page-Turner.

Die Überbetonung des Ostfriesischen kann an einigen Stellen hingegen durchaus nerven – so hat sogar Kleidung das »Blau des ostfriesischen Himmels« -, aber das wird dem großen wie treuen Publikum nicht als Passus auffallen. Denn unterm Strich bleibt Ostfriesenfeuer genau das, was sich Wolfs Leserinnen und Leser von ihm wünschen: Ein detailgenauer, routiniert wie nachvollziehbarer Spannungsroman, der viele auf den neunten Band der Reihe sehnsüchtig warten lassen wird und der die Balance zwischen Thrill und Slapstick gekonnt hält. Obwohl der achte Band zu den besseren der Reihe gehört, sei »Nicht-Wölflingen« dennoch zu einem Einstieg mit dem ersten Band Ostfriesenkiller geraten.

Lars Schafft, März 2014

Ihre Meinung zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfeuer«

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mkehr zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfeuer« 26.12.2016
Mich hat das Buch positiv überzeugt und ich finde es ähnlich spannend wie die bereits vorausgehenden.
Zu Rupert - ja es gibt ihn - immer wieder und überall!
Auch die neue Chefin fügt sich nahtlos in die Realitäten ein. Wie so viele Chefs: ich weiß alles und das auch noch besser! Rücksicht auf das restliche Personal - die doch schon gut wissen, was zu tun ist - natürlich nicht!
Raymond zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfeuer« 29.11.2016
Ich liebe Rupert. Welch eine Figur. Es gibt diese Typen ueberall. Alleine in meiner Dienststelle zwei. Wolf trifft diese Figuren. Seine Beschreibungen siund entlarvend genau. Wundervoll.
Ich habe alle Buecher der Reihe gelsen und freue mich auf den nächstenm Band.
Von meinen Kollegen habe ich breits einige angesteckt.
Peter Allemann zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfeuer« 13.06.2016
Zu den Krimis von Klaus-Peter Wolf ist schon fast alles gesagt worden, da kann ich nichts mehr beitragen. Aber zu Rupert schon:
Diese Figur ist so unrealistisch, so öde. Ich bin überzeugt auch im Friesland wäre ein solcher Typ schon längst geflogen. Und das schlimmste dabei ist, er ist nicht witzig, in keiner Art und Weise, total unlustig.Glücklicherweise lese ich mit E-Reader. So kann ich schnell, sobald der Name wieder auftaucht, seitenweise hüpfen.
Kasia zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfeuer« 22.05.2016
Mit großen Vergnügen lese ich immer wieder Ostfriesen-Krimis von Klaus-Peter Wolf. So auch "Ostfriesenfeuer".
Ich genieße den flüssigen Schreibstil des Autors und die liebevolle Darstellung der Hauptakteure, deren L(i)ebensgeschichten und Persönlichkeiten von Roman zu Roman weiterentwickelt werden.
Grundsätzlich erfreue ich mich an den teilweise sehr humorvollen Dialogen und Gedanken der Protagonisten, hatte bei diesem Buch jedoch manchmal das Gefühl, dass sie unpassend seien, ja manchmal sogar leicht klischeehaft.
"Geiger" schrieb am 14.4.15, dass die Bücher von Klaus-Peter Wolf für ihn wie ein "Nachhausekommen" sind und das empfinde ich ein Stück weit auch. Da ich selbst begeisterter Ostfriesland-Fan bin und die beschriebenen Schauplätze kenne, stelle ich mir oft z.B. den Wind, der vom Meer kommt vor und freue mich auch auf meinen nächsten Urlaub in Norddeich.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Vor allem für Leute, die bisher ohnehin jeden oder fast jeden Klaus-Peter Wolf-Krimi gelesen haben.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Guido Braschler zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfeuer« 09.06.2015
Ein flotter Krimi, der in einem Superrhythmus daher kommt. Man liest sowohl den Krimiplot als auch die Hintergründe über die involvierten Personen sehr gerne. Die Story ist spannend, Norderney bildet eine wunderbare Kulisse. Und die Rupert-Story geht einfach dazu. Selbstverständlich ist bald einmal absehbar, wer als Täter in Frage kommt. Und die psychologische Täterüberführung von Ann Kathrin bringt das Buch zu einem kathartischen harmonischen Schluss. Es hätte aber auch böse enden können, wenn der Täter consequent sadistisch und abgrundtief böse geblieben wäre. Dann hätte die Hochzeitsreise definitiv abgesagt werden müssen und die Ostfriesen-Reihe wäre zu einem abrupten Ende gekommen. So freuen wir Fans uns auf den nächsten Ostfriesen-Krimi von Herrn Wolf. Ich bin sicher dabei.
geiger zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfeuer« 14.04.2015
Ein grosser Roman. Ich liebe die Ostfriesenkrimis von Klaus-Peter Wolf aber Ostfriesenfeuer ist mein absolutes Lieblingsbuch.
Es hat mir ngeholfenn eine schwere Zeit im Krankenhaus zu überbrücken.
Wolfs Bücher sind für mich wie ein Wwohltuendes nachhause kommen, als hätte ich endlich meine Leute gefunden. Ann Kathrin Klaasen, Peter Grendel, ja ich liebe sogar den Macho Rupert...
bayerin zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfeuer« 23.03.2015
Ostfriesenfeuer war mein erstes und sicherlich letztes Buch von Herrn Wolf.Auch auf die Gefahr hin, hier virtuell gesteinigt zu werden, muss ich sagen:
Ich empfand das Buch fast schon als lästig und war froh, als nach einer gefühlten Ewigkeit die letzte Seite kam. Die dann aber mit einer schnell hingeworfenen Auflösung eines nicht "kriegsentscheidenden" Details endete, was für mein Dafürhalten nicht als tatsächlicher Schluss geeignet war.Die Protagonistin Klaasen legt eine unerträgliche Arroganz allem und jedem gegenüber an den Tag, die sich weder für eine Kollegin und erst recht für keine Polizistin schickt. Trotz allem wird sie als das unantastbare Maß aller Dinge dargestellt; stets behindert durch böse Menschen im Umfeld.
Die neue Chefin könnte genauso gut gleich "Tochter des Gehörnten" genannt werden, so schrecklich überzeichnet wie sie wurde.Glücklicherweise sind fast alle Bösewichte (!) nicht aus Ostfriesland, wo kämen wir denn sonst hin? Ich war ebenfalls noch nie dort, was vielleicht mein Unverständnis diesen "Sturköpfen" aus dem "gottverdammte(n) Ostfriesland" gegenüber erklärt.
Obwohl es nur ein Nebenschauplatz der ganzen Misere ist, hat mich fast am meisten die Tatsache gestört, dass aus Rupert, einem Macho der übelsten Sorte, ohne jegliches Selbstbewusstsein, dafür mit der Bereitschaft alles und jeden in die Pfanne zu hauen, plötzlich der loyale Kollege wird. Ohne erkennbaren Grund und zu einem Zeitpunkt, als Widerstand endlich einmal angebracht gewesen wäre!
Ich habe schon etliche schlechte Bücher gelesen, aber noch nie das Bedürfnis gespürt, irgendwo eine Kritik zu schreiben. Zumal ich kein Rezensent oder gar Autor, sondern nur ein normaler Leser bin und mir bisher nicht anmaßen wollte, über das geistige Kind eines anderen zu richten. Aber diese renitente Hauptfigur in einer oft langatmigen Erzählung, umgeben von Neidern und Schwächlingen, ließ mich richtiggehend zornig werden.Ich möchte jedem raten, sich eine andere Lektüre zu kaufen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Hajo tom Brook zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfeuer« 06.11.2014
Geehrte Frau Schäfer,
ein kleiner Nachklapp sei mir noch erlaubt:
Sie gehören laut eigenem Bekunden "zu den Klaus-Peter-Wolf-Leserinnen der ersten Stunde" und sind als eifrige Besucherin seiner Seminare doch auch überall im Netz unterwegs, um in bester Jeanne d´Arc-Manier als Adlatus des Meisters "oberlehrerhafte Abmeierei" Herrn Wolfs abzukanzeln und psychologisch von ihm offenbar bestens vorbereitet jegliche (natürlich peinliche...!) Kritik als unfreiwillige Selbstaussage: "Ich bin so schrecklich neidisch auf dich, weil du so viele Leser hast, das werde ich dir nie verzeihen." prägnant zu brandmarken.
Honi soit qui mal y pense.
Hajo tom Brook zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfeuer« 06.11.2014
Geehrte Frau Schäfer,
dem Autoren Wolf ist eine getreue, sich dem unerwünschten Kritikus mit mannigfaltigen, skurrilen Vermutungen entgegenwerfende Leserin sicherlich ein ganz besonderes Plaisir. Zumal, wenn sie wie bestellt für ihn erneut in die Bresche springt (10.04.2013!). Es ehrt mich außerordentlich, von Ihnen nun auch noch eigene (angesichts Ihres Protegé natürlich irrelevante) literarische Ambitionen unterstellt zu bekommen, deren klägliches Scheitern zu rastlosen (Spott-) Kampagnen gegen Herrn Wolf im Netz unter verschiedensten Namen führt. Auf geradezu putzige Art kreieren Sie das apokalyptische Szenario eines verblendeten, von Neid zerfressenen Kollegen, dessen verderbliches Tun skandalumwittert auf ihn zurückschlagen wird.
Frau Schäfer, sie sollten sich Herrn Wolf als Ideenlieferantin offerieren, damit auch zukünftige (Ostfriesen-) Plots in Absurdistan lokalisiert sind!
Ich nehme mir schlicht die Freiheit, einem Autoren eine zweite Chance zu geben, wenn mir eines seiner Bücher missfallen hat. Diese zweite Chance wurde leider auf wiederum enttäuschendste Weise auch vergeben, somit nehme ich mir erneut die Freiheit, mein Missfallen kund zu tun, so what?
Chacun à son goût, huldigen Sie weiterhin Herrn Wolf, aber machen Sie sich nicht ebenfalls irreale, absurde Phantasien zu eigen, indem Sie hinter einer simplen Kritik Verschwörungstheorien vermuten. Das ist weltfremd und absolut lächerlich!
Simone Schäfer zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfeuer« 06.11.2014
Hajo tom Brook nennt sich manchmal auch Carpe Diem und tritt noch unter anderen Namen im Netz auf um regelmäßig Klaus-Peter Wolf Romane mit Spott zu überziehen. Die Leser seiner Ostfriesenkrimis werden gern als Trottel vorgeführt und belehrt. Mich als Fan nervt das schon lange. Nun liest da wohl jemand jedes Buch, um sich darüber aufzuregen. In Fankreisen werden inzwischen Wetten angenommen, um welchen neidischen Kollegen von Klaus-Peter Wolf es sich da handelt. Hält da einer nicht aus, dass Wolf Millionen Leser hat, muss der Autor schon alleine deswegen schlecht sein, weil er in viele Sprachen übersetzt wird? Nun in England war es ein riesen Skandal, als herauskam, dass ein Krimi Autor seine Kollegen im Netz unter falschem Namen mit schlechten Kritiken überzog. Es schlug voll auf ihn zurück…
Lieber Anonymus: Wenn Du seine Bücher so schrecklich findest, warum liest Du dann jedes neue?
Du kannst dich schon bald über das nächste Ärgern. Es wird am 11. Februar 2015 erscheinen. Ich habe es schon vorbestellt, denn ich steh drauf…

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