Ostfriesenblut von Klaus-Peter Wolf

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 bei Fischer.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Ostfriesland & Nordsee, 1990 - 2009.
Folge 2 der Ann-Kathrin-Klaasen-Serie.

  • Frankfurt am Main: Fischer, 2008. ISBN: 978-3-596-16668-8. 256 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Jumbo, 2008. Gesprochen von Klaus-Peter Wolf. ISBN: 3833721278. 3 CDs.

'Ostfriesenblut' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Ein Unbekannter legt Ann Kathrin Klaasen eine Leiche vor ihr ostfriesisches Einfamilienhaus. Die Person, Regina Orth, ist keines natürlichen Todes gestorben, obwohl im Totenschein »Tod durch Herzversagen« angegeben wurde. Doch noch während Kommissarin Ann Kathrin Klaasen im Umfeld der Toten ermittelt, erhält sie Hinweise auf das nächste Opfer des Mörders. Offenbar ist sie Teil eines Spiels, dessen Regeln sie noch nicht kennt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Schnitzeljagd hinterm Deich« 82°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Serienmörder haben wieder Hochsaison. Auch Klaus-Peter Wolf, wohlbekannter Drehbuchautor für die Fernsehserien Tatort und Polizeiruf 110 konfrontiert in seinem zweiten Roman mit der Kommissarin Ann Kathrin Klaasen aus Norden mit mehrfach vergossenem Ostfriesenblut. Der sadistische Täter spielt auf den 327 Seiten aus dem Fischer-Verlag eine perfide Schnitzeljagd mit der Kriminalistin, in dem er ihr die Leiche einer älteren Dame vor die Wohnungstür legt. Aber nicht nur das. Im Verlauf der Handlung ist er der privat ziemlich angeschlagenen Kommissarin immer mindestens einen Schritt voraus, denn er beobachtet sie auf Schritt und Tritt, ohne dass sie dies bemerkt.

Frau Klaasens Ehe ist gerade den Bach runter gegangen. Ihr Ex-Mann hat eine Neue und ihr Sohn geniert sich offensichtlich, mit ihr noch in Kontakt zu treten. Und ihr Haus wird ihr zu groß, und ihr droht das Dach auf den Kopf zu fallen. Doch Ann Kathrin ist Polizistin mit Leib und Seele und lebt für ihren Beruf, auch wenn ihr Privatleben darunter leidet. Schön, dass sich wenigstens ihr Kollege Weller für sie interessiert. Und als dieser entdeckt, dass ein Stalker ihr das Leben schwer macht, bietet er seine starke Schulter zum Anlehen. Das allerdings bringt den Killer auf die Palme. Denn für diesen zählt nur eine Sache: unbedingter Gehorsam.

Genau so hat es der Mörder damals gelernt. Foltermethoden in einem Erziehungsheim haben ihm Disziplin in jeder Lebenslage beigebracht. Und so wie er es gelernt hat, wird er den Unfolgsamen jetzt zeigen, dass Ungehorsam bestraft werden muss – und das gilt auch für die Kommissarin Ann Kathrin Klaasen …

Spannung erzeugen kann Klaus-Peter Wolf. Dort wo Action gefragt ist, kommt der Drehbuchautor zum Vorschein. Kurze Sequenzen im Wechsel zwischen Ann Kathrin und dem Killer und ein routiniert aufgebauter Spannungsbogen mit einem fesselnden Finale lassen den komplex konstruierten Plot prima zur Wirkung kommen. Brutalität scheint mittlerweile im Krimigenre zum blutigen Alltag zu gehören und auch Klaus-Peter Wolf entkommt dem Hang zu blutigen Beschreibungen martialischer Szenen nicht. Wobei sich der Autor doch eher auf gemäßigtem Niveau bewegt und nur dramaturgisch notwendige Folterszenen vor dem Leser ausbreitet.

Drei Personen und deren Schicksale werden von Klaus-Peter Wolf in den Mittelpunkt gestellt. Hauptperson ist natürlich Ann Kathrin Klaasen, deren tristes Seelenleben kräftig ausgebreitet wird, vom Scheitern ihrer Ehe bis hin zum ungeklärten Tod ihres Vaters und der Sehnsucht zu einer funktionierenden Beziehung. Da kommt der Kollege Frank Weller gerade richtig. Auch er hat noch an den Folgen einer gescheiterten Bindung zu kämpfen und so kommt es, wie es kommen muss, es funkt zunächst auf Sparflamme zwischen den beiden. Hier bleibt für den im nächsten Jahr erscheinenden dritten Teil Ostfriesengrab reichlich Platz für Techtelmechtel und Probleme der zwischenmenschlichen Art.

Diese hat der Killer in jedem Fall. Wolf hat die Figur konsequent von der Kindheit bis zur Ergreifung entwickelt. Im Wechsel erzählt der Autor aus der Sicht der Kommissarin und des Verbrechers, wobei der Täter stilistisch den deutlich intensiveren Charakter hat und die Szenen aus seiner Sichtweise auch deutlich spannender ablaufen. Das Katz- und Maus-Spiel mit Ann Kathrin Klaasen ist zeitweise so intensiv, dass man Gänsehaut bekommt.

Im Gegensatz zu seinen Schriftstellerkollegen Theodor J. Reisdorf und Hannes Nygaard, die sich auch mit dem Mord am Deich beschäftigen, hat man bei Klaus-Peter Wolf nie das Gefühl, einen Regio-Krimi in der Hand zu haben, obwohl natürlich die Landschaft und das Leben im Norden auch hier ihren Einfluss haben müssen. Aber man merkt die Routine des Autors, die den Leser nicht nur mit dem Grau des Nordens alleine lässt. Deshalb hat sich der Autor auch eine tadellose Wertung verdient und die Vorfreude auf Band 3 um die sympathische Kommissarin ist sicherlich berechtigt.

Wolfgang Weninger, April 2008

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Andrea zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenblut« 15.09.2010
Auch dieses Buch hat mich restlos überzeugt: Sprachstil, Plot, Spannungsbogen - Wolf kann`s einfach. Wenn alle Autoren so schreiben würden, brauchte kein Mensch mehr Kino oder Fernsehfilme.
Dass es "schwarze Pädagogik" gibt, wusste ich nicht, was mir schon klar war, sind die "Erziehungs-"methoden in Heimen kurz nach dem Krieg. Darum hat Wolf eine spannende Geschichte aufgebaut.
Und wieder mal ist der Mörder ein Psychopath, aber er wird nicht der letzte sein, wenn man die anderen Bücher der Reihe auch liest, merkt man`s
atzeman zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenblut« 02.09.2010
Lange nicht so einen guten, ja bewegenden Kriminalroman gelesen. Er spielt an der Nordsee und ist verdammt sturmisch. Das Buch hat mich echt angefasst. Ich konnte es nach dem Lesen nicht einfach weggeben oder verschenken. Ich will es behalten. Einige Szenen haben sich wie eingebrannt. Ich hatte nie etwas von "schwarzer Padagogik" gehort. Iregendwie arbeitet Wolf in dem Buch auch deutsche Nachkriegsgeschichte auf. Es ist ein verstorendes, Buch, das mir stellenweise angst gemacht hat. Die Bilder waren heftiger als beim Fernsehgucken.
atzeman zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenblut« 02.09.2010
Lange nicht so einen guten, ja bewegenden Kriminalroman gelesen. Er spielt an der Nordsee und ist verdammt sturmisch. Das Buch hat mich echt angefasst. Ich konnte es nach dem Lesen nicht einfach weggeben oder verschenken. Ich will es behalten. Einige Szenen haben sich wie eingebrannt. Ich hatte nie etwas von "schwarzer Padagogik" gehort. Iregendwie arbeitet Wolf in dem Buch auch deutsche Nachkriegsgeschichte auf. Es ist ein verstorendes, Buch, das mir stellenweise angst gemacht hat. Die Bilder waren heftiger als beim Fernsehgucken.
Al Blindo zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenblut« 21.08.2010
Das Buch bietet solide Unterhaltung für den Urlaub in Ostfriesland. Leider werden die Orte und Personen zu einfach dargestellt.
Die Handlung ist spannend aufgebaut und um eine unsinnige Beziehungsgeschichte unnötigt erweitert. Wer Bücher wie " Das Schweigen der Lämmer" in einer ARD-Version gerne lesen will, ist mit dem Buch gut bedient.
Trotz alledem, eine gute Urlaubslektüre
michaela stobbe zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenblut« 05.03.2010
ganz unaufgeregt erzählt klaus peter wolf von sehr aufregenden dingen. er läßt eine welt entstehen, sie ist glaubhaft und hat einen irren sog. seine geschichte fasst einen an und lässt einen nicht mehr los, ungefragt stellt er seine leser zwischen den zeilen vor entscheidungen: was hättest du getan?
die spannung ist teilweise kaum zu ertragen. ich habe einen termin abgesagt, um weiterzulesen. meine freundin hatte mich gewarnt, diese krimis machen süchtig. stimmt. es kommt mir so vor, als sei ann kathrin klaasen meine freundin geworden. eine gute. ich möchte sie nicht mehr missen
Silberfee28 zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenblut« 10.10.2009
Das Buch speilt im Norden von Deutschland an der Küste, genauer gesagt in Norddeich und Aurich.
Jeder der diese Gegend kennt weiß wie idyllisch sie sein kann. Doch der Schein trügt. Ein irre Serienkiller, ein schwer gestörter Psychopath geht dort um.
Er legt der KOmmisarin eine LEiche vor die Tür um auf sich aufmerksam zu machen und diese settz alles daran den Täter ausfindig zu machen. Doch der Täter steigert sich immer mehr in seinen krankhaften Wahn hinein. Als er auch noch die neue Lebensgefährtin von Ann Kathrin Klaasens Mann entführt droht die Situation zu eskalieren.

Ich habe das Buch auf besondere Empfehlung hin gelesen und ich ich muß sagen das ich schwer beeindruckt von der Qualität des Romanes bin. Er besticht zum Einen durch detailierte liebevolle Beschreibungen der Gegend um die schleswig-holsteinische Küste zum Anderen durch eine nahezu perfide Spannung. Man hat an manchen Stellen das Gefühl die Luft mal kurz anhalten zu müssen um die Spannung ertragen zu können. Wenige Bücher bestechen durch einen derart guten Spannungsbogen. Leider lässt der Autor auch keine grausamen Details aus, was weniger hartgesottenen Leser schonmal Übelkeit verursachen kann.Schön finde ich die wenigen Nebenschauplätze innerhalb des Romans die ein wenig auflockern und im Kontrast zu den spannungsgeladenen Passagen stehen. Bei den Nebenschauplätzen werden die Personen liebevoll von ihrer menschlichen und warmherzigen Seite gezeigt was den Roman zusätzlich erfrischt und nicht überspannt wirken lässt.
Die Story ist so gehalten das man zu keinem Zeitpunkt auch nur erahnen kann wie sich das Ende wohl gestalten wird, was natürlich bezogen auf das Genre ein weiterer Pluspunkt ist.
Insgesamt ein für deutsche Verhältnisse überdurchschnittlich guter Krimi dem ich jedem blind weiter empfehlen kann.
Diethelm Textoris zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenblut« 24.08.2009
Ich fand Ostfriesenblut so spannend, dass ich das Buch an zwei Tagen nahezu verschlungen habe. Fasziniert hat mich die Handlungsdichte, der psychologische Hintergrund und auch die emotionale Ebene der Protagonisten. Da ich Ostfriesland gut kenne, brauchten bei mir nur die Orts- und Gaststättennamen genannt zu werden, und schon lief ein Film in meinen Kopf ab. Ich lief die Joggingstrecke am Deich in Gedanken mit, und beim Namen "Utkiek" dachte ich an lange Disco-Nächte, als noch Edith Janssen und Horst Ringel, die heutigen Wirtsleute des "Fährkellers", dort oben eine Diskothek betrieben. Also von wegen, zu wenig lokaler Bezug.
Nur eine Kleinigkeit störte mich: Ann Kathrin Klaasen trinkt in Erinnerung an ihrer Vater ab und zu einen "Doornkaat", meine Erfahrungen in Ostfriesland zeigten mir aber, dass die echten Ostfriesen viel lieber den aus dem gleichen Hause stammenden Corvit trinken, und den wird sicher auch ihr Vater bevorzugt haben.
frank m zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenblut« 17.08.2009
Ein wahnsinns Krimi von einem deutschen Autor! Habe das >Buch im Krankenhaus in eiunem Rutsch gelesen, war fast traurig, als ich entlassen wurde.
Es ist voller düsterer Poesie. Das Buch hat mich richtig gepackt. Ich habe auch Ostfriesengrab und Ostfriesen killer gekauft. Der Schriftsteller ist ein Geheimtipp
tatort germany zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenblut« 08.07.2009
Wieder eine Pflicht für einen Strandkorb!!! Muss einfach gelesen werden! Ich frage mich, ob dies alle Bewertungsgeber tun, da es falsch zu behaupten ist, der Leser erfahre nichts über die Orte im Buch. Beispielsweise werden Details zu Jever geliefert. Auch sonst eine sehr empfehlenswerte Inszenierung.
Thommy191968 zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenblut« 08.04.2009
Bravo - Klaus-Peter Wolf! Ich habe "Ostfriesenblut" mit sehr viel Spaß gelesen. Es ist dem Autor - wie auch in "Ostfriesenkiller" gelungen, sowohl einen spannenden Kriminalfall zu kreieren als auch wieder tolle nordische Atmosphäre zu schaffen. Der Roman überzeugt durch psychischen Tiefgang sowohl beim Täter als auch bei den handelnden Personen auf Seiten der Polizei. Ann Kathrin Klaasen und ihre privaten Probleme werden aus Band 1 sehr gut weiterentwickelt und bilden so einen tollen roten Faden als Verbindungsglied zwischen den beiden Kriminalfällen. Meine Wertung: 96 Grad.

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