Ostfriesenangst von Klaus-Peter Wolf

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2012 bei Fischer.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland, Ostfriesland, 2010 - heute.
Folge 6 der Ann-Kathrin-Klaasen-Serie.

  • Frankfuirt am Main: Fischer, 2012. ISBN: 978-3-596-19041-6. 492 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Jumbo, 2012. Gesprochen von Klaus-Peter Wolf. ISBN: 3833729007.

'Ostfriesenangst' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Eine Schulklasse hat mit ihrem Lehrer eine Wattwanderung gemacht. Uns ist ohne ihn zurückgekommen. Da gibt es zwei Möglichkeiten, denkt sich Ann Kathrin Klaasen. Entweder war er ein verantwortungsloser Mensch, der seine Klasse in große Gefahr gebracht hat, und dabei selbst ums Leben gekommen ist. Oder ein paar teuflische Schüler haben die Situation ausgenutzt, um einen unliebsamen Lehrer loszuwerden …Für Ann Kathrin Klaasen und Frank Weller stellt sich bei ihren Ermittlungen die Frage: Sind die halbtoten Kinder am Strand von Norddeich Täter oder Opfer?

Das meint Krimi-Couch.de: »Weit mehr als ein Regionalkrimi.« 80°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Kopfschütteln und Entsetzen. Wie konnte Bollmann mit seiner ihm anvertrauten Schulklasse nur eine Wattwanderung von Norddeich nach Norderney wagen, noch dazu ohne Wattführer? So kam es zur Katastrophe, denn immer mehr Schüler wandten sich während des Ausflugs von ihrem Lehrer ab und versuchten sich auf eigene Faust an Land zu retten. Doch Bollmann wollte nicht umkehren, bis zuletzt nur noch drei Schüler bei ihm waren und ihn ebenfalls in letzter Sekunde verließen. Ann Kathrin Klaasen und ihre Kollegen von der Kripo Aurich stehen vor einem Rätsel. Ertrank der Lehrer oder nutzte ein Schüler die günstige Gelegenheit und half beim Ableben Bollmanns nach? Zunächst gilt es jedoch die Leiche des Vermissten zu finden und als kurz darauf ein Toter im Watt gefunden wird gibt es eine große Überraschung. Der Mann wurde mit zwei Kugeln erschossen und es ist nicht Bollmann.

Es stellt sich heraus, dass der erschossene Mann ein Ermittler des BKA ist. Dieser war mit vier weiteren Kollegen zur Bewachung von Gert Eichinger eingesetzt. Eichinger, ein brutaler Serienvergewaltiger, ist erneut auf freiem Fuß, soll aber als Wiederholungstäter auf Schritt und Tritt bewacht werden. Nun fehlt von ihm jede Spur und offenbar konnte er sich die Schusswaffe des Polizisten aneignen bevor er diesen erschoss. Unterdessen wird der Schüler Sascha Kirsch verdächtigt, mit dem Tod seines verhassten Lehrers zu tun zu haben, denn obwohl er nicht auf der Klassenfahrt dabei war, befindet er sich vor Ort. Allerdings nur um seine Freundin Laura heimlich zu treffen; in Panik ergreifen beide die Flucht vor der Polizei. Als Sascha und Laura ausgerechnet Eichinger über den Weg laufen, nehmen die Ereignisse dramatische Züge an und auch sonst gerät in dem beschaulichen Landstrich die Welt aus den Fugen &

Von den Usern der Krimi-Couch wurde Ostfriesensünde zum besten Kriminalroman des Jahres 2010 gewählt und folgerichtig mit dem Krimi-Blitz ausgezeichnet (siehe hierzu auch den Beitrag unter Krimi-Couch- TV). Ostfriesenangst ist bereits der sechste Fall für Ann Kathrin Klaasen und so gibt es mit zahlreichen vertrauten Personen ein munteres Wiedersehen. Natürlich spielt die Handlung einmal mehr in Ostfriesland, unter anderem auf Norderney, Wangerooge und in Aurich, dies verrät ja schon der Buchtitel. Doch wenngleich die Örtlichkeiten und einige Angewohnheiten der Bevölkerung für reichlich Lokalkolorit sorgen, so fällt dieser ebenso angenehm wie zurückhaltend aus. Von wegen »nur ein Regionalkrimi«.

Bei dem Plot selbst entpuppt sich die auf dem Buchrücken enthaltene Inhaltsangabe schnell als kleine Mogelpackung, denn die sich eingangs aufdrängenden Fragen, werden weitestgehend bis Seite 100 aufgeklärt. Nun gibt es ganz andere Probleme: Warum schickt das BKA nur eine Hand voll Ermittler zur Überwachung eines gefährlichen Wiederholungstäters und wieso kann dieser den Profis entkommen? Auch scheinen die BKAler nicht sehr an einer Zusammenarbeit mit der örtlichen Kripo interessiert zu sein, was alsbald den Argwohn von Ann Kathrin Klaasen nach sich zieht. Der Plot wird zunehmend facettenreicher, allerdings steigt der Spannungsbogen nur bedingt. Was passiert und wer inwieweit für was verdächtig ist, erfährt der Leser recht früh und so bleiben nur wenige Punkte in dieser Hinsicht offen. Vielmehr geht es um die Fragen wie es weitergeht, wer wann gefasst wird und was bis dahin womöglich noch passiert. Sprich die einzelnen Handlungsstränge warten darauf, zusammengeführt und / oder aufgelöst zu werden.

Letztlich ist Ostfriesenangst ein unterhaltsamer (Regional)Krimi mit durchweg ansprechenden Figuren. Vor allem die Protagonisten Klaasen, Weller und ihr Chef Ubbo »Marzipan« Heide sind interessant gezeichnet und garantieren, dass die Leser auch die nächsten Fälle (Ostfriesenmoor soll im März 2013 erscheinen) verfolgen werden. Allein mit der eingebauten Schleichwerbung übertreibt es der Autor zu auffällig. So liest an einer Stelle eine Frau einen Krimi von Klaus-Peter Wolf (geschenkt), gleich mehrfach erwähnt wird der bis dato weitgehend unbekannte Krimi Otternbiss von Regine Kölpin (spielt auf Wangerooge und ist bei Leda erschienen) und selbst auf ein Ihnen bekanntes Internetportal wird hingewiesen. Na ja, so schlimm ist Werbung dann doch nicht; führt bei der Bewertung aber selbstredend nicht zu Bonuspunkten. Und falls es Sie interessiert, das Lieblingscafe (oder der aktuelle Werbepartner?) des Autors ist offenbar das Café ten Cate in Norden. Ups, war das jetzt etwa Schleichwerbung auf der Krimi-Couch?

Jörg Kijanski, März 2012

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rioges zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 23.07.2017
Habe Wolf erst vor kurzem entdeckt und inzwischen 3 Krimis gelesen.
Ostfriesen-Angst hat einen guten Plot. Doch zerfassert die Handlung oft in zu viele unnötige Nebenhandlungen.
Auch neigen die Protagonisten immer wieder zu unlogischen Aktionen (das Handy in die Waschmaschine anstatt einfach zu erklären, dass es sich um ein Missverständnis handelte etc.).
Fazit: Immer spannend genug, dass man dabei bleibt, aber oft 100 Seiten zu lang ist.
Bin auf die folgenden gespannt.
karin zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 12.11.2016
über die verschiedenen bände mit ostfriesen-irgendwas kann man geteilter meinung sein, aber spannend sind sie.
an ostfriesen-angst hat mich (wohnhaft in der schweiz) aber am meisten fasziniert, dass diese personalintensive täterbewachung tatsächlich der realität entspricht oder entsprach. ich musste das sofort googeln - ist ja der hammer!
rolandreis zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 30.10.2015
In kurzer Abfolge habe ich nun einen weiteren Band aus der Klaasen-Reihe gelesen. Diesmal war er wieder ein wenig besser, aber meiner Meinung nach immer noch nicht vollkommen überzeugend. Im Grunde ist die Krimihandlung ja spannend, aber ich hatte immer wieder den Eindruck als ob Werbung eingebaut werden musste. So wird immer wieder von anderen Autoren und ihren Büchern gesprochen, eine Eisdiele ständig erwähnt, usw. Auch der Mix aus Witz und Spannung bei der Protagonistin Klaasen ist bei mir noch nicht ganz angekommen, da gefällt mir zum Beispiel ein "Alexander Gerlach" von Wolfgang Burger einfach besser. In Summe ein Krimi mit Höhen und Tiefen für die Lektüre zwischendurch.
Doris Lässer Stillwater zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 09.09.2015
Ich habe alle 8 Bände gekauft in der Hoffnung, wieder gute Krimis zu lesen, wie Berndorf. wie Costin Wagner, wie Bannalec -aber ich muss aufgeben, das ist mir zu flach und lässt mich leer zurück - mir ist die Zeit zum Lesen zu schade, grausame Szenen und Bilder die verstören und in der Tiefe nicht aufgefangen werden, die Hauptfigur nicht nachvollziehbar.
www.senf-mit-sauce.weebly.com zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 17.08.2015
Die Schleichwerbung stört mich persönlich weniger. Was mir bei "Ostfriesenangst" nicht gefällt, ist der durch zuviele Facetten beeinträchtigte Spannungsbogen. Der Autor bringt immer wieder neue Aspekte, die im Zusammenhang mit der Geschichte an sich dafür sorgen, dass der Punkt, ab dem man nicht mehr aufhören kann zu lesen, sich in der zuweit fortgeschrittenen Handlung befindet.
Trotzdem lohnt es sich, das Buch zu lesen, denn abgesehen von dem genannten Aspekt ist die Handlung sehr gut konstruiert.
Michi_52 zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 03.05.2015
Dieser Kommentar steht eigentlich für alle Ostfriesenkrimis von K.-P. Wolf (ich habe bisher 3 gelesen).
Die Plots sind ja eigentlich alle durchweg annehmbar. Was mich nur immer wieder extrem stört bei diesem Autor: die penetrante Schleichwerbung. Man sollte auf´s Cover eigentlich draufschreiben "Dauerwerberoman".Desweiteren einige Figuren dieser Krimireihe. Dieser strunzdumme "Rupert" wäre im wahren Leben wohl Handlanger im Baugewerbe, aber kaum bei der Polizei, geschweige denn bei der Kripo.
Solch einen "Running Gag" kann man gerne in einen humoristisch angelegten Fernsehkrimi einbauen (wie "Wilsberg", "Finn Zehender" oder "Tatort Münster"). Aber was das hier soll ist mir ein Rätsel.Aber auch die anderen Dartseller in dieser Reihe pendeln mir zu oft zwischen völliger Naivität und Professionalität hin & her. Was soll ich z.B. von einem Kommissar halten, der noch nicht einmal in der Lage ist, ein Handy zu bedienen (oder einen Computer)? Soll das lustig sein?
Und dann diese seitenlangen Rückblenden der gerade agierenden Personen. Die meisten haben für das Verständnis für die Rolle oder der Handlung keinen sichtbaren Nährwwert. Das sind Füllstoffe zum Querlesen.Auch hat die Figur der Protagonistin ab und zu seltsame autistische Züge um dann in kürzester Zeit wieder in das Gegenteil umzuschlagen.
Aber wie ich an den Kommentaren hier schon erkenne: entweder gibt es Zustimmung oder Ablehnung dieser Serie. Für mich sind diese Romane mit zuviel Unlogik gespickt.
Schnippi zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 04.08.2014
Ein weiterer Krimi aus der Reihe um "Ann Kathrin Klaasen", der mir gefallen hat.
Nichts anspruchsvolles...aber spannend und fesselnd von Anfang bis Ende.
Leichte Unterhaltung eben, die von den unterschiedlichen Charakteren und deren "menschlichen" Reaktionen (sympathisch und unsympathisch) lebt. An vielen Stellen überzogen...trotzdem nachvollziehbar.
Für mich ein Lesevergnügen mit Vorfreude auf den nächsten Band.
chandler2 zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 11.03.2014
ich lese hier so viele miese besprechungen vom meister des kriminalromans, dass ich grinsen muss. wolfs romane erreichen ein millionenpublikum. gerade ist er in den bestsellerlisten mit "ostfriesenfeuer" auf platz 1.
aber im grunde erzählt er keine massentauglichen geschichten. da ist viel einfühlungsvermögen nötig. er verlangt dem leser viel ab. immer wieder ist alles anders, als man denkt. wer nicht mitdenkt, fliegt einfach raus aus dem text. sein humor ist ein sehr erwachsener humor.anspielungsreich und psychologisch genau. da erkennt man sich selbst und nicht alles, was man über sich liest gefällt einem.
ich bin immer wieder erschüttert, wie genau wolf - sich- mich - und uns kennt. Ich mag diese bücher. Ja verdammt ich bin süchtig danach und ostfriesenangst war meine einstiegsdroge.
heute habe ich ihn bei einer lesung erlebt. gut 200 fans hingen an seinen lippen. ich war einer von ihnen. welch ein abend, den meister einmal persönlich zu erleben...
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
bukinista zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 06.12.2013
Schließe mich in allen Punkten anne0815 an. Das war das so ziemlich das Ödeste, was Herr Wolf hier zusammengeschrieben hat. Ewige Schleichwerbung - sogar für die krimicouch, dazu noch das unsägliche Verhalten des Kollegen Rupert. Sollte sich "Ostfriesenmoor" auch so fortsetzen, werde ich mich dann nicht mehr bis zur letzten Zeile durchquälen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Christof Krischan zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 10.09.2013
Der Roman hat mich voll angefixt. Ich hing praktisch nach wenigen Seiten an der Nadel. Zum Glück ist ja noch genug Stoffe da... grins. Ich habe mir gleich die anderen Bücher bestellt.
Endlich mal eine voll spannende Krimireihe aus Deutschland. Es muss ja nicht immer Schweden oder USA sein...
Wolf kennt die Verhältnisse und es macht Spaß ihm in die abgründe der menschlichen Seelen zu folgen...

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