Ostfriesenangst von Klaus-Peter Wolf

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

deutsche Ausgabe erstmals 2012 .

  • Frankfuirt am Main: Fischer, 2012. ISBN: 978-3-596-19041-6. 256 Seiten.

'Ostfriesenangst' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Eine Schulklasse hat mit ihrem Lehrer eine Wattwanderung gemacht. Uns ist ohne ihn zurückgekommen. Da gibt es zwei Möglichkeiten, denkt sich Ann Kathrin Klaasen. Entweder war er ein verantwortungsloser Mensch, der seine Klasse in große Gefahr gebracht hat, und dabei selbst ums Leben gekommen ist. Oder ein paar teuflische Schüler haben die Situation ausgenutzt, um einen unliebsamen Lehrer loszuwerden …Für Ann Kathrin Klaasen und Frank Weller stellt sich bei ihren Ermittlungen die Frage: Sind die halbtoten Kinder am Strand von Norddeich Täter oder Opfer?

Das meint Krimi-Couch.de: »Weit mehr als ein Regionalkrimi.« 80°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Kopfschütteln und Entsetzen. Wie konnte Bollmann mit seiner ihm anvertrauten Schulklasse nur eine Wattwanderung von Norddeich nach Norderney wagen, noch dazu ohne Wattführer? So kam es zur Katastrophe, denn immer mehr Schüler wandten sich während des Ausflugs von ihrem Lehrer ab und versuchten sich auf eigene Faust an Land zu retten. Doch Bollmann wollte nicht umkehren, bis zuletzt nur noch drei Schüler bei ihm waren und ihn ebenfalls in letzter Sekunde verließen. Ann Kathrin Klaasen und ihre Kollegen von der Kripo Aurich stehen vor einem Rätsel. Ertrank der Lehrer oder nutzte ein Schüler die günstige Gelegenheit und half beim Ableben Bollmanns nach? Zunächst gilt es jedoch die Leiche des Vermissten zu finden und als kurz darauf ein Toter im Watt gefunden wird gibt es eine große Überraschung. Der Mann wurde mit zwei Kugeln erschossen – und es ist nicht Bollmann.

Es stellt sich heraus, dass der erschossene Mann ein Ermittler des BKA ist. Dieser war mit vier weiteren Kollegen zur Bewachung von Gert Eichinger eingesetzt. Eichinger, ein brutaler Serienvergewaltiger, ist erneut auf freiem Fuß, soll aber als Wiederholungstäter auf Schritt und Tritt bewacht werden. Nun fehlt von ihm jede Spur und offenbar konnte er sich die Schusswaffe des Polizisten aneignen bevor er diesen erschoss. Unterdessen wird der Schüler Sascha Kirsch verdächtigt, mit dem Tod seines verhassten Lehrers zu tun zu haben, denn obwohl er nicht auf der Klassenfahrt dabei war, befindet er sich vor Ort. Allerdings nur um seine Freundin Laura heimlich zu treffen; in Panik ergreifen beide die Flucht vor der Polizei. Als Sascha und Laura ausgerechnet Eichinger über den Weg laufen, nehmen die Ereignisse dramatische Züge an und auch sonst gerät in dem beschaulichen Landstrich die Welt aus den Fugen …

Von den Usern der Krimi-Couch wurde Ostfriesensünde zum besten Kriminalroman des Jahres 2010 gewählt und folgerichtig mit dem Krimi-Blitz ausgezeichnet (siehe hierzu auch den Beitrag unter Krimi-Couch- TV). Ostfriesenangst ist bereits der sechste Fall für Ann Kathrin Klaasen und so gibt es mit zahlreichen vertrauten Personen ein munteres Wiedersehen. Natürlich spielt die Handlung einmal mehr in Ostfriesland, unter anderem auf Norderney, Wangerooge und in Aurich, dies verrät ja schon der Buchtitel. Doch wenngleich die Örtlichkeiten und einige Angewohnheiten der Bevölkerung für reichlich Lokalkolorit sorgen, so fällt dieser ebenso angenehm wie zurückhaltend aus. Von wegen »nur ein Regionalkrimi«.

Bei dem Plot selbst entpuppt sich die auf dem Buchrücken enthaltene Inhaltsangabe schnell als kleine Mogelpackung, denn die sich eingangs aufdrängenden Fragen, werden weitestgehend bis Seite 100 aufgeklärt. Nun gibt es ganz andere Probleme: Warum schickt das BKA nur eine Hand voll Ermittler zur Überwachung eines gefährlichen Wiederholungstäters und wieso kann dieser den Profis entkommen? Auch scheinen die BKA’ler nicht sehr an einer Zusammenarbeit mit der örtlichen Kripo interessiert zu sein, was alsbald den Argwohn von Ann Kathrin Klaasen nach sich zieht. Der Plot wird zunehmend facettenreicher, allerdings steigt der Spannungsbogen nur bedingt. Was passiert und wer inwieweit für was verdächtig ist, erfährt der Leser recht früh und so bleiben nur wenige Punkte in dieser Hinsicht offen. Vielmehr geht es um die Fragen wie es weitergeht, wer wann gefasst wird und was bis dahin womöglich noch passiert. Sprich die einzelnen Handlungsstränge warten darauf, zusammengeführt und / oder aufgelöst zu werden.

Letztlich ist Ostfriesenangst ein unterhaltsamer (Regional)Krimi mit durchweg ansprechenden Figuren. Vor allem die Protagonisten Klaasen, Weller und ihr Chef Ubbo »Marzipan« Heide sind interessant gezeichnet und garantieren, dass die Leser auch die nächsten Fälle (Ostfriesenmoor soll im März 2013 erscheinen) verfolgen werden. Allein mit der eingebauten Schleichwerbung übertreibt es der Autor zu auffällig. So liest an einer Stelle eine Frau einen Krimi von Klaus-Peter Wolf (geschenkt), gleich mehrfach erwähnt wird der bis dato weitgehend unbekannte Krimi Otternbiss von Regine Kölpin (spielt auf Wangerooge und ist bei Leda erschienen) und selbst auf ein Ihnen bekanntes Internetportal wird hingewiesen. Na ja, so schlimm ist Werbung dann doch nicht; führt bei der Bewertung aber selbstredend nicht zu Bonuspunkten. Und falls es Sie interessiert, das Lieblingscafe (oder der aktuelle Werbepartner?) des Autors ist offenbar das Café ten Cate in Norden. Ups, war das jetzt etwa Schleichwerbung auf der Krimi-Couch?

Jörg Kijanski, März 2012

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Gaby H zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 17.05.2012
Dieser Krimi ist wie alle von ihm unheimlich
spannend. Wer K.-P. Wolf noch nicht gelesen hat, muß dies unbedingt machen.
Er ist regional sehr realistisch. Ich wohne
selbst in Ostfriesland und kenne bzw.
erkenne sämtliche Orte in seinen Beschreibungen wieder.
Ich hoffe das recht bald wieder ein Buch von ihm erscheint.
Also viel Spaß beim Lesen!
as25 zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 24.04.2012
Mein erstes Buch von Klaus-Peter Wolf und ich muss sagen, das war ein Volltreffer!
Sehr gut recherchiert und routiniert erzählt, da merkt man, dass ein wahrer Könner am Werken war.
Auch sicherlich kein Nachteil, dass K.P.Wolf auch zu den erfolgreichsten (Krimi-?)Drehbuchautoren Deutschlands gehört.
Die Schreibweise mit den teilweise sehr kurzen aber prägnanten Sätzen hat mir sehr gut gefallen ,nach dem Motto:"kurz und knapp auf den Punkt gebracht". Das habe ich bisher noch bei keinem Autor so erlebt.
Der Humor ist für mich aussergewöhnliche Klasse (ich musste mehrmals spontan loslachen, was mir sonst nicht so häufig bei Thrillern passiert), weil er nicht zu übertrieben ist und die Spannung eben NICHT darunter leidet bzw. das Buch nicht albern erscheinen lässt. Das Buch bleibt immer das, was es sein soll: Ein Ostfriesen-Thriller, ohne die Langeweile sonstiger bekannter Provinzkrimis.
Freue mich schon auf Ostfriesenmoor.
Klasse!!!
kitekat7 zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 17.04.2012
Mein erstes Buch von diesem Autor. Zwar nicht gerade ein Highlight an Spannung, aber eine dennoch interessante Story, die gut geschrieben ist. Leider war mir die Protagonistin, diese verbissene, alles niederwalzende Hauptkommissarin von Anfang an unsympathisch, was sich im Verlauf des Buches nicht gebessert, sondern nur noch verschlimmert hat. Diese Frau würde ich nicht als Mutter, Freundin oder sonstwas haben wollen! Herr Wolf sollte sich überlegen, diese Figur doch etwas liebenswerter zu gestalten, denke ich. Eine Bewertung von 80° finde ich insgesamt doch übertrieben. Aber jeder hat eine zweite Chance verdient, deswegen werde ich es nochmal mit einem anderen Buch von Klaus-Peter Wolf versuchen.
Falk Persch zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 23.03.2012
Ich bin in Ostfriesland geboren musste aber nach der Sturmflut 1962 mit meinen Eltern nach Bayern ziehen. Nun komme ich langsam vom Alter her wieder an den Gedanken das mir die Nordsee fehlt. Habe dann vor ca einem Jahr im Internet die Serie der Ostfriesenkrimis kennen gelernt. nach dem ich den ersten Band " Ostfriesenkiller " verschlungen und danach alle Ostfriesen Bücher von Klaus Peter Wolf gelesen. Komme ich immer mehr auf den Gedanken meinen Lebensabend an der Nordsee zu verbringen. Ich Danke Klaus Peter Wolf für geschriebenen Worte und hoffe auf " Ostfrisenmoor "
bianca138 zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 20.03.2012
Ich habe alle Ostfriesen... von K.P.Wolf gelesen. Ich finde sie alle klasse. Mir gefällt, die kurze und prägnante Art, ich erschrecke immer über das abrupte Ende- aber das ist halt eben Wolf. Ich kann es nicht abwarten, bis Ostfriesenmoor bereitliegt! Diese Krimis leben. In 4 Wochen fahren wir endlich wieder nach OFL und diesmal machen wir eine Ostfriesen...-Rundreise. Wir werden uns einige Schauplätze mal live ansehen. Ich freu mich schon wahnsinnig. Unglaublich finde ich manche Meinungen, die hier abgegeben werden. Ich empfinde es nicht als Schleichwerbung- er schreibt eben in wahren Kulissen und formt Charaktere, die sich treu bleiben und somit auch ihren wiederkehrenden Gewohnheiten. Herr Wolf muss unbedingt seiner Linie treu bleiben. Das ist sein Stil- Das ist Klaus-Peter Wolf. Daumen hoch, Herr Wolf und lieben Dank.
Traute zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 20.03.2012
Ich bin waschechte Ostfriesin und habe mich eigentlich nie für Ostfrieslandkrimis interressiert...da bekam ich von meiner Nachbarin letztes Jahr" Ostfriesenfalle" geschenkt. Legte das Buch jedoch zur Seite. Irgendwann hatte ich dann kein Lesestoff mehr und fing an zu lesen...dann war es passiert...ich war völlig fasziniert und habe mir alle vorherigen Buchbände gekauft...wollte natürlich wissen wie alles begann...ich muss sagen, dass durch die Bücher mir auch Ostfriesland wieder näher gebracht wurde...kenne natürlich fast alle Orte oder auch Gaststätten...jetzt ist endlich "Ostfriesenangst"im Handel und ich versuche nicht so schnell zu lesen, damit ich das Buch noch etwas geniessen kann..Ich kann die Bücher nur wärmstens empfehlen und wünsche allen Lesern viel Freude dabei
Torben Reipen zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 17.03.2012
Seit Jahren fahre ich jedes Jahr mit meinen Eltern nach Ostfriesland und bin durch Zufall im Informationszentrum Neuharlingersiel auf den ersten Band gestossen. Aus reiner Neugierde kaufte ich ihn und fing an zu lesen. Ich war begeistert. Schon im ersten Band gab es so viel Spannung und unerwartetes, sodass ich mir Band 2 und 3 auch kaufen musste. Diese liessen nicht weniger Spannung vermuten. Und so kam es! Super Bücher, alle habe ich sie in Tagen ausgelesen. Eigentlich war ich nie ein Krimifan aber diese Bücher haben mir die Freude an Krimmis gebracht. Meiner Meinung nach wurden die Bücher von Band zu Band besser. Klaus Peter Wolf hat die Bücher mit viel "menschlichem" geschrieben. Mit vielen Situationen aus dem Leben und vielen Gefühlen. Diese Gefühle verstärkten die Spannung des Buches, weil durch sie öffters etwas unerwartetes hervorgerufen wurde.
Auch das neue Buch gefällt mir sehr gut. Mal wieder wird eine Verbindung zum Bundesland NRW hergestellt und auch Nebenrollen werden zu Hauptrollen. Eigentlich unwichtige Nebenstellen, wie in anderen Kommentaren schon angeschrieben machen das Buch dazu noch Interessanter, da man sozusagen auf die Folter gespannt wird. Ich kann die komplette Buchreihe nur empfehlen. Soviel Ortsbezogenne Spannung bekommt man nich überall. Dazu ist zu sagen, dass die Orte wirklich wie im echten Leben beschrieben sind. Dies erhöht die atraktivität des Buches ebenfalls.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.
Daumen Hoch!
Lara zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 17.03.2012
Um es kurz und knapp zu halten, ich kenne die ganze "Ostfriesen"-Reihe und finde den neuen Teil leider nicht ganz so gelungen, die Schleichwerbung nervt einfach und hat mir zum ersten Mal das ganze Lesevergnügen verdorben. In den anderen Teilen fand ich genau diese "Werbung" recht charmant, aber irgendwann reichts einfach ... schade!
Susanne Kaminski zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 09.03.2012
„Ostfriesenangst“Man riecht die Nordsee…, Ostfriesland und seine Menschen tauchen vor dem „geistigen“ Auge auf und der Leser wird in den Bann gezogen…, in einen Krimi, der spannend und fesselnd ist und den man am liebsten in einem „Rutsch“ lesen möchte!
Ein Kriminalroman, der nicht nur für Nordsee-Fans ein absolutes „Muss“ ist, - obwohl man die Seeluft schon schmecken kann-.
„Ostfriesenangst“ ist nun bereits der sechste Band um die Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen und ihrem Lebensabschnittsgefährten und Kollegen Frank Weller.
Von Langeweile, Spannungslosigkeit oder Abgedroschenheit kann wirklich keine Rede sein.
Wieder einmal schafft es der Autor Klaus-Peter Wolf seinen Romanfiguren Leben einzuhauchen und den Leser vom ersten Satz an in die Handlung hineinzuziehen.
Sei es die mir sehr sympathische Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen, Frank Weller, der oft einen etwas tölpelhaften, aber liebenswerten Eindruck erweckt, der „Marzipan-Süchtige“ Chef Ubbo Heide oder Kollege Rupert, der jedes Klischee eines Kollegen erfüllt, den man lieber nicht hätte. Die Charaktäre sind authentisch dargestellt und jeder Leser, der identifikationsbereit ist, spürt die Emotionen, die ausgehen.
Der Autor behandelt Thematiken, die sehr zeitgemäß sind:
- der Frust der Schüler auf ihren Lehrer
- Wellers Auseinandersetzungen mit dem „Social Network“ (facebook)
- die Wut und den Unmut der BKA`ler auf Gerechtigkeit
- das Leben in einem Hauptkommissar-Haushalt
Klaus-Peter Wolf gestaltet Verwirrung und Wege, die sich wie ein Puzzle zusammenfügen. Die Bandbreite ist groß gefächert, aber keineswegs unübersichtlich und es ist ein Lese-Genuss, wie die Fäden der Geschichte zusammenlaufen und ineinander gehen.
Einige Protagonisten gibt es im Leben des Autors tatsächlich und sie sind wunderbar in der Geschichte integriert. Liebenswert erwähnt Klaus-Peter Wolf diesmal auch einige seiner Krimi-Kollegen/Kolleginnen und verweist auf ihre Bücher. Das macht den Autor sehr sympathisch.
Ich freue mich schon sehr auf den nächsten „Fall“, den Ann Kathrin Klaasen lösen wird!
Danke, Klaus-Peter, für die bisher erschienen, spannenden Fälle, die ich allesamt „verschlungen“ habe!
Krimitante zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenangst« 07.03.2012
ich kann den-momentanen- hype um k.p.wolf ganz und gar nicht verstehen.für mich sollte er beim drehbuchschreiben bleiben. (wenn er das besser kann...) er verliert sich in unwichtigen nebenschauplätzen,schmeisst mit völlig unnötigen, namen nur so um sich, springt ziemlich unlogisch in der geschichte, die eigentlich ziemlich dünn ist, hin und her. seine charaktere bleiben, obwohl er ziemlich viel gewese um sie macht, merkwürdig eindimensional (dicker, gutmütiger chef, dummer, ungehobelter "bulle", super-ermittlerin mit chaotischem privatleben, computernerd...). das team ist klischee pur (s.o.).dazu diese ,in mehreren schichten aufgetragene, puderzuckersüsse "liebe" zu ostfriesland. dabei völlig vergessend, dass dieser landstrich so einige probleme hat. ich hatte gehofft endlich mal wieder eine gute, neue reihe entdeckt zu haben. schade, daraus wird wohl nichts.
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