Der Teufel aus den Weißen Bergen von Klaus Eckhardt

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2009 bei Balistier.
Ort & Zeit der Handlung: Kreta, 1990 - 2009.

  • Mähringen: Balistier, 2009. ISBN: 978-3937108162. 191 Seiten.

'Der Teufel aus den Weißen Bergen' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Jak Anatolis geht es schlecht. Der Privatdetektiv hat nur mit viel Glück einen selbstverschuldeten Autounfall überlebt. Das Krankenhaus konnte er zwar verlassen, muss aber weiter eine ihm mehr als lästige Halskrause tragen, und obendrein hat ihn seine Freundin Marika vor die Wahl gestellt: sie oder der Raki! In seiner Abwesenheit war in einer Bar am Hafen von Agia Galini ein Mann erstochen worden und aus dem Gefängnis von Limnes waren vier Häftlinge mit einem Hubschrauber entkommen, dessen Pilot später ermordet aufgefunden wurde. Aber für Jak von Interesse ist nur seine attraktive neue Klientin Helga Westerholz und ihr lukrativer Auftrag. Sein vierter Fall entwickelt sich schnell zum Alptraum und ist eine wahre Herausforderung an Jaks detektivischen Spürsinn.

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Heinz-Erhard Cremer zu »Klaus Eckhardt: Der Teufel aus den Weißen Bergen« 13.06.2011
Stand Kreta früher für Knossos, Minos und Minotaurus, so ist für mich seit Mai 2011 mit Jak Anatolis, dem von Klaus Eckardt geschaffenen Privatdetektiv aus Agia Galini, eine neue Verknüpfung geschaffen.
Es trifft zu: Ich habe ein Faible für „Regional-Krimis“, besonders dann, wenn ich Sie vor Ort lese. Und das habe ich mit den drei ersten Jak-Krimis getan. Hier und heute geht es um den vierten Fall „Der Teufel aus den Weißen Bergen“, den ich gleich nach meiner Rückkehr in Angriff genommen habe. Hauptakteur ist Jak Anatolis, gebürtiger Deutscher namens Jakob Ostmann, den es in den 1980er Jahren im Alter von 22 nach Kreta verschlagen hat. Jak ist ein Wanderer zwischen den Welten. Seine meist deutschen bzw. westlichen Lebensweisheiten hat er noch nicht verlernt, neue kretische Lebensgewohnheiten aber schon aufgesogen. Er genießt bei seinem Freund Stelios die viel gerühmte Philoxenia, die Gastfreundschaft, das ergänzende Tüpfelchen auf dem „i“ (das Stelios nicht bieten kann) ist die intime Beziehung zu Marika, die sich zwar auch (neben-) beruflich um männliche Touristen kümmert, aber eigentlich nur Jak liebt.
Diese Liebe ist der Grund dafür, dass Marika mit Liebesentzug droht, falls Jak nicht die Finger von seinem geliebten Raki lässt. So vor die Wahl gestellt, bleibt Jak während der Lösung seines Falles, bei der es u.a. um eine spektakuläre Flucht aus einem Gefängnis und einer noch spektakuläreren Entführung eines besetzten Linienbusses geht, fast trocken.
Alles andere als trocken ist dieser vierte Jak-Krimi von Klaus Eckhardt. Auf den ersten Blick erscheinen die beiden Hauptplots weit hergeholt. Doch wer sich ein wenig intensiver mit der Thematik beschäftigt, der stößt wie der Kölner Klaus Eckhardt auf die Entführung eines Touristenbusses in Köln im Juli 1995 und der (Fast-) Kreter Klaus Eckhardt auf den Einsatz eines Hubschraubers bei einer Gefangenenbefreiung aus dem Gefängnis in Piräus im Juni 2006. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.
Alles in allem sind Klaus Eckhardt wieder ein spannender unterhaltsamer Krimi und eine einfühlsame Hymne auf Kreta gelungen. Man darf gespannt sein, ob Jak bei seinem fünften Fall „Triopetra - Feuer im Paradies“ seinen Raki-Konsum weiter im Griff hat.
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