Schwarzes Gold von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel Lindeman & Sachs, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei BLT.
- Oslo: Kagge, 2006 unter dem Titel Lindeman & Sachs. 472 Seiten.
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Bergisch Gladbach: BLT, 2008.
Übersetzt von Anne Helene Bubenzer.
ISBN:
978-3-404-92303-8. 538 Seiten.
'Schwarzes Gold' ist erschienen als
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In Kürze:
Georg Spenning ist ein Patriarch. Er duldet keinen Widerspruch und hasst Schwächlinge. Seit Jahrzehnten leitet er eine Reederei in Oslo. Lindemann, ehemals Spennings rechte Hand, ist alles andere als ein Schwächling. Er verlässt Spenning und macht Karriere in der norwegischen Finanzwelt. Aber kann er im Haifischbecken der New Economy überleben? Mit einem Konkurrenten, der im Zweifelsfall über Leichen geht?
Georg Spenning, Chef der Reederei Spenning & Co führt seine Firma mit strenger Hand. Immer an seiner Zeit ist sein Geschäftsführer Vebjorn Lindemann, doch die Zeiten stehen auf Sturm. Erst wird Vebjorn ein neuer Partner, Brede Gran, zur Seite gestellt, dann heiratet auch noch der Aufsteiger Erling Sachs Spennings Tochter, die zuvor ein Verhältnis mit Vebjorn hatte. Gran sieht die Zukunft der Reederei in Offshore-Geschäften und ähnlich riskanten Finanzprodukten. Kurzerhand kündigt Vebjorn und wird Vorstandschef einer Bank.
Mit dem Aufstieg der New Economy ändert sich die Situation für Spenning & Co dramatisch. Brede Gran ist längst in Amerika tätig, die Firma hat Konkurs angemeldet und versucht ein Comeback unter dem neuen Namen Spenning AS. Wieder mit dabei, Vebjorn, der bemüht ist, aus einer klassischen Reederei einen Multi-Konzern zu bauen. Doch dies weckt Begehrlichkeiten. Brede Gran kommt zurück nach Norwegen und plant eine feindliche Übernahme. Erling Sachs hat sich mit dem Finanzguru Terje Plesner zusammen getan und hält ebenfalls ein großes Aktienpaket von Spenning AS und Vebjorns ältester Sohn Per Ole mischt mit seinem Geschäftspartner ebenfalls kräftig auf den Finanzmärkten mit.
Während Vebjorn alle Hände voll damit zu tun hat, eine Übernahme zu verhindern, droht ihm zusätzlicher Ärger von der Finanzaufsicht. Angeblich soll Spenning & Co hunderte Millionen Kronen ins Ausland verbracht haben, während gleichzeitig in hohem Maße staatliche Zuschüsse in Anspruch genommen wurden. Anders, Vebjorns jüngster Sohn, versucht indessen vergeblich als Schriftsteller Karriere zu machen …
Der Wirtschaftsteil der Tageszeitung ist spannender
Jetzt fragen Sie sich vermutlich, was denn der letzte Satz mit der Schriftstellerkarriere soll? Ich frage zurück, was soll dieser Roman? Laut dem Cover handelt es sich um einen Thriller und hier wäre es wirklich einmal interessant vom herausgebenden BLT-Verlag zu erfahren, was man denn dort neuerdings unter einem Thriller versteht? Nein, es muss gewiss keine Toten geben. Ein guter Wirtschaftsthriller wäre ja auch nett. Ja, wäre …
Die eigentliche Spannung (jeder Wirtschaftsteil einer seriösen, überregionalen Tageszeitung ist spannender) besteht in der Frage, ob die feindliche Übernahme gelingt. Die Side-Story bezüglich der angeblichen Verschiebung von Geldern ins Ausland ist leider ebenso eine Mogelpackung wie der restliche Roman. Denn urplötzlich wird das Verfahren eingestellt. So einfach kann das sein. Jetzt hab’ ich's verraten, aber bitte verstehen Sie dies als wohlgemeinte Warnung!
Sex sells?
Fast 540 Seiten und was passiert? Die Geschichte um die geplante Übernahme einschließlich einem elend langem Vorgeplänkel nimmt vielleicht 200 Seiten in Anspruch, wenn man sehr (!) großzügig mitzählt. Der Rest? Wie schon der Buchrücken vermerkt, geht es um Geld, Macht und Sex. Damit dies auch der geistig minderbemittelte Leser mitbekommt, steht diese Erfolgsformel auf nur drei Zeilen gleich zwei Mal. Na bitte, Sex sells und so vermittelt das Buch tatsächlich den Eindruck, dass es nichts Leichteres gibt als in Norwegen sich munter zu paaren – aber das hatten wir ja schon. Elke Heidenreich würde vermutlich einmal mehr über Alt-Männer-Phantasien schwadronieren, womit sie hier sogar Recht hätte, denn die nicht seltenen expliziten Handlungen dienen lediglich dazu, diese ohnehin schon zähe Handlung noch zusätzlich in die Länge zu ziehen.
Als »Familiensaga« womöglich geeignet
Wer haarklein erfahren möchte wie die Lebensläufe von Vebjorn, seinen Söhnen Per Ole und Anders (sehr ausführlich deren – gähn – Jugendjahre), von Erling Sachs und Brede Gran oder gar von Georg Spenning (er stirbt, bevor es richtig losgeht – Achtung Ironie!) verlaufen, der greife hier zu. Doch interessant ist dieser Roman allenfalls als »Vebjorns Familiensaga« oder für Leser/innen, die sich mit der norwegischen Finanzwelt beschäftigen möchten.
Wer hingegen einen Thriller sucht, lässt dieses Buch einfach im Laden liegen. Sie sind jedenfalls gewarnt. Zeitverschwendung!
Jörg Kijanski, Februar 2009
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| Frank Feyder zu »Kjell Ola Dahl: Schwarzes Gold« | 18.08.2010 |
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