Knochengrab von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2006
unter dem Titel Den fjerde raneren,
deutsche Ausgabe erstmals 2006
bei Ehrenwirth.
Ort & Zeit der Handlung: Norwegen / Oslo, 1990 - 2009.
- Oslo: Kagge, 2006 unter dem Titel Den fjerde raneren. 295 Seiten.
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Bergisch Gladbach: Ehrenwirth, 2006.
Übersetzt von Kerstin Hartmann.
ISBN:
978-3-431-03673-2. 348 Seiten. -
Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2008.
Übersetzt von Kerstin Hartmann.
ISBN:
978-3-404-15840-9. 348 Seiten.
'Knochengrab' ist erschienen als
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In Kürze:
Bei einer Razzia im Kleinkriminellenmilieu rettet Frølich die schöne Elisabeth Faremo vor einem Schusswechsel. Verblüfft stellt er fest, dass diese die Verwirrung ausnutzt, um Zigaretten zu stehlen. Er lässt die junge Frau laufen, doch sie geht ihm nicht mehr aus dem Sinn. Als ihm Elisabeth einige Wochen später wieder über den Weg läuft, lässt er sich auf ein Abenteuer ein, das ihn immer tiefer in die Welt dieser geheimnisvollen Schönen hinabzieht. Als er herausfindet, dass sie die Schwester von Jonny Faremo ist, einem gesuchten Kriminellen, ist es für einen Rückzieher bereits zu spät. Verdächtigt, suspendiert und blind vor Liebe muss er allein herausfinden, ob Elisabeth ihn nur benutzt hat oder ob sie selbst ein Opfer von Machenschaften geworden ist, deren mörderische Konsequenzen selbst der Polizei über den Kopf zu wachsen drohen …
Das meint Krimi-Couch.de: »Nur einer der ganz vielen skandinavischen Krimis«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Tatort Oslo, Norwegen. Alles ist für die Razzia vorbereitet. Aber genau als der Zugriff auf die Täter erfolgen soll, betritt die hübsche Elisabeth Faremo den Laden. Die Kugeln fliegen tief und der Assistent von Kommissar Gunnarstranda, Frank Frolich, weiß sich nicht anders zu helfen, als die Schöne niederzureißen und sich schützend über sie zu werfen. Im allgemeinen Tumult bleibt die Frau eiskalt und versucht unter Frolichs Blicken noch schnell ein paar Packungen Zigaretten zu klauen.
Es dauert nicht lange und Frank Frolich begegnet der unbekannten Schönen, die er seitdem nicht mehr vergessen konnte. Es passiert, was passieren muss, die beiden werden ein ungleiches Pärchen, das seine fleischlichen Neigungen ungehemmt auslebt. Bis Frank merkt, dass Elisabeth Faremo beileibe kein unbeschriebenes Blatt ist, denn ihr Bruder ist Mitglied einer Einbrecherbande.
Als wäre das noch nicht schlimm genug für den Beamten, dessen Zuneigung zu der jungen Frau ihn in Zwiespalt versetzt, verschwindet sie leise eines Nachts aus seinem Bett. In der selben Nacht wird bei einem Einbruch, denn offensichtlich Jonny Faremos Bande verübt hat, ein junger Wachmann getötet. Und Elisabeth gibt ihm für die Tatzeit ein Alibi.
Kommissar Gunnarstrand kann gar nicht anders. Er stellt Frank Frolich wegen seiner Kontakte vom Dienst frei. Aber Frolich will es wissen und beginnt auf eigene Faust die Ermittlungen. Doch Elisabeth ist verschwunden und Jonny Faremos Leiche wird ermordet aus dem Fluss gefischt. Und die Liebe zu Elisabeth macht Frank Frolich bei seinen Kollegen zum Verdächtigen, wenn er und Kommissar Gunnarstranda den Fall nicht lösen können …
Kjell Ola Dahl hat seinen fünften Roman um das unkonventionelle Ermittlerpaar Gunnarstrand und Frolich in der Verlagsgruppe Lübbe veröffentlicht, dessen Titel »Knochengrab« auf 348 Seiten mörderische Action verspricht.
Der Autor lässt dabei seine Figuren in typisch skandinavischer Krimimanier unter selbstzweiflerischem Gedankengut an die Arbeit gehen, ohne dabei jedoch die tiefsinnig psychologischen Irrungen und Wirrungen seiner schwedischen Krimikollegen nachzuahmen. Frank Frolich besäuft sich lieber bei einer Zechtour, als im stillen Kämmerlein Trübsal zu blasen. Und sein Vorgesetzter Gunnarstrand ist ein menschlicher, aber ziemlich grantiger Geselle, der oftmals beide Augen zudrückt.
Egal ob gemeinsam oder allein amtierend, Frolich und Gunnarstrand agieren weder besonders spektakulär noch mit besonderer Ermittlerschläue. Ihre Erkenntnisse ergeben sich aus einer Gangart der kleinen Schritte, sind zumeist logisch und nachvollziehbar, aber vielleicht gerade deswegen nicht unbedingt mit dem großen Spannungseffekt geladen.
Die Sprache von Kjell Ola Dahl ist weitgehend kurz und prägnant, doch immer wieder streut er bildhafte Sequenzen ein, wie: »Dunkle Dämmerung herrschte über das Tageslicht, und die Zeit kristallisierte sich zu Arbeit«. Dazwischen finden sich Dialoge, die nur das Nötigste aussagen und in erster Linie die Handlung vorantreiben, ohne jedoch den Leser wirklich fesseln zu können.
»Knochengrab« ist mittelmäßige Krimikost ohne Höhepunkte, die sich leicht liest, aber weder berührt, noch zu großen kriminalistischen Denkleistungen anspornt. Dieser Roman Kjell Ola Dahls ist einer unter vielen skandinavischen Krimis, der sich nur knapp über dem Durchschnitt bewegt und mit Sicherheit die Fans des Nordlandkrimis zum Kauf bewegen kann, aber alles in allem kein Muss für den Krimifan ist.
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| Alexander_Engel zu »Kjell Ola Dahl: Knochengrab« | 30.06.2007 |
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