Offenes Grab von Kjell Eriksson

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2009 unter dem Titel Öppen grav, deutsche Ausgabe erstmals 2012 bei dtv.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Uppsala, 1990 - 2009.
Folge 10 der Ann-Lindell-Serie.

  • Stockholm: Ordront, 2009 unter dem Titel Öppen grav. 299 Seiten.
  • München: dtv, 2012. Übersetzt von Susanne Dahmann. ISBN: 978-3423213394. 368 Seiten.

'Offenes Grab' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Mit der Beschaulichkeit in dem vornehmen Viertel Uppsalas ist es vorbei, als dem 85-jährigen Medizinprofessor Bertram von Ohler der Nobelpreis verliehen wird. Besonders sein Nachbar, Universitätsdozent Johannsson, beobachtet misstrauisch das Treiben vor dem Haus des Preisträgers. Eines Nachts landet ein Stein auf dessen Haus, und in seinem Briefkasten liegt ein Totenschädel. Als aber ein junger Gärtner spurlos aus von Ohlers Garten verschwindet, nimmt der Fall für Ann Lindell und ihr Team ungeahnte Ausmaße an.

Das meint Krimi-Couch.de: »neither crime, nor thrill« 25°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Ann Lindells letzter Fall …so steht es zumindest auf der Rückseite von Kjell Erikssons Kriminalroman Offenes Grab, das im Deutschen Taschenbuchverlag erschienen ist und von Susanne Dahmann aus dem Schwedischen übersetzt wurde und 318 Seiten lang ist.

Eigentlich ist die Verleihung des Nobelpreises das ideale Ausgangsthema, um das Leben eines fünfundachtzigjährigen Medizinprofessors Revue passieren zu lassen, und zum Einen auch die dunklen Punkte im Leben eines honorigen, schwedischen Bürgers zu betrachten und andererseits all den Neid und die Intrigen rundum zu einem Kriminalfall verarbeiten zu lassen.

Aber Kjell Eriksson lässt lieber die Dienstboten zu Worte kommen, allen voran das momentane Mädchen für Alles, Agnes, die seit Jahrzehnten für den Haushalt des Herrn Professor sorgt, doch eigentlich schon mit dem Gedanken an die Rente beschäftigt ist. Sie, die nach ihren beiden Schwestern die Sorge um das häusliche Wohlergehen trug, wird im Laufe dieser Geschichte mit den alten Kamellen konfrontiert, die ihre Schwestern dazu brachte, das Haus zu verlassen.

So nebenbei ist auch der Nachbar in die Geschehnisse rund um den frischgebackenen Nobelpreisträger involviert und auch ein dubioser Gärtnergehilfe steuert ein wenig Verwirrung bei, damit dem Leser nicht gar zu langweilig ist.

Und was macht Ann Lindell in ihrem letzten Fall? Eigentlich überhaupt nichts! Sie besucht totkranke Verwandte auf der Insel, von der auch die Dienstbotin stammt und sie trauert ein wenig um ihren Ex-Mann, und ansonsten ist sie bloß der Aufhänger in einer extrem langweiligen Familiensaga, die bis auf ganz wenige Seiten überhaupt nichts mit einem Krimi zu tun hat.

Kjell Eriksson hat eine Geschichte abgeliefert, die man beim besten Willen nicht als »Krimi« titulieren kann, auch wenn schlussendlich doch ein Toter zu beklagen ist. Wie man allerdings derart langatmig und ausschweifend aus dem schwedischen Dorfleben erzählen kann und dabei tunlichst vermeidet, die angeknackste Kommissarin ins Geschehen einzubringen, ist schon fast Literatur, aber beileibe keine Spannungsliteratur.

Da hat der Autor ohne jegliche Anzeichen von Intuition eine Geschichte mit Muss ins müde Laufen gebracht, damit die Seiten gefüllt und der Autorenvorschuss nicht zurück gezahlt werden muss. Offenes Grab ist mit Abstand eines der schlechtesten Bücher, wenn es um das Thema Kriminalroman geht. Für einen Serienroman in einem Boulevardblatt der trivialen Sorte könnte das Geschreibsel mit Mühe noch durchgehen, aber jeder Herz-Schmerz-Roman eines halbwegs des Schreiben mächtigen Ghostwriters übertrifft dieses schwache Elaborat um Längen.

Sorry, aber dieses Buch ist absolute Zeitverschwendung und hat auf der Krimi-Couch keine Berechtigung zu einer brauchbaren Bewertung. Da kann man wirklich nur froh sein, wenn das, wie angekündigt, Ann Lindells letzter Fall war …

Wolfgang Weninger, März 2012

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Michael Wienecke zu »Kjell Eriksson: Offenes Grab« 29.01.2012
total langweilig, es passiert absolut nichts, von wegen "ungeahnte Ausmaße".Das Buch ist eher eine Sozialstudie, in der auch auf 20 Seiten ab und zu mal Polizisten auftauchen. Nett zu wissen, dass es heute noch Hausangestellte gibt, nett zu wissen, dass auch ein alternder Prof eine dunkle Vergangenheit hat, aber ist das alles? Ja, das ist allesSchade ums Geld
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