Kinky Friedman

Richard Friedman wurde 1945 in Rio Duckworth in Texas geboren. Er besuchte die University of Texas und trat dem Friedenskorps bei. Bereits mit 15 Jahren schrieb er seine ersten Texte und Songs. Zu dieser Zeit erhielt er auch von einer texanischen Lokalzeitung seine beiden Spitznamen. »Big Dick«, weil er sich mit bereits sieben Jahren gegen den Schach-Großmeister Samuel Roshevsky wacker geschlagen hatte und »Kinky«, wegen seiner afrokrausen Haare. Kinky Friedman war dieses Wortspiel nur recht.

Er gründete die berüchtigte Countryband »Kinky Friedman and his Texas Jewboys«. Als 1972 die erste LP »Sold American« aufgenommen wurde, war schnell klar, dass Kinky die härtere Gangart liebt. Ein gewisser Kultstatus war ihm immer wichtig. 25 Jahre lang tourte er als Countrysänger durch die Lande. Außer dem Song »I’m proud to be an Asshole from El Paso« konnte Kinky keinen richtigen Hit landen. Und doch wuchs er zu einer festen Größe heran und durfte mit Bob Dylan und Willi Nelson auf Tour gehen.

1974 erhielt er von der Woman’s Lib-Bewegung den Titel »Chauvi-Schwein des Jahres« für seinen Song »Put Your Biscuits in Your Ofen and Your Buns in Your Bed« (»Schieb die Plätzchen in den Ofen und Deinen Arsch ins Bett«). Auf diesen Titel ist Kinky noch heute stolz.

1985 kehrte Kinky seiner Band und der Countrymusik den Rücken zu; getreu seinem Motto »Wenn das Pferd stirbt, steig ab«. Drogen, Kokain, Tabletten und Alkohol hatten ihm schwer zugesetzt. Er war an einem Tiefpunkt und suchte sich eine neue Beschäftigung. Als er eine weibliche Geisel aus der Hand von Bankräubern befreit hatte wandte er sich dem Schreiben von Kriminalromanen zu. Das Schreiben lag ihm:

»Für mich gibt es keinen großen Unterschied zwischen meinen Songs und den Büchern. Das Härteste ist immer nur der erste Satz. Danach fällt mir das Schreiben leicht. Es ist für mich dann fast so selbstverständlich wie für die Pflanzen die Photosynthese.«

Seine Hauptfigur heißt wie selbstverständlich Kinky Friedman. In seinen Büchern vermarktet er seine intimsten Freunde, Bekannte, Feinde und auch sich selbst. Auch seine Vergangenheit als Countrysänger wird in die Bücher miteinbezogen. »Nur eine dünne Linie trennt Fiktion und Wirklichkeit. Manchmal weiß ich selbst nicht mehr, wo was aufhört oder anfängt.«

Der Held wohnt mit seiner Katze in der 199B Vandam Street in einem zugigen Loft in einem ehemaligen Lagerhaus. Die Katze mag weder Kinky noch seine Besucher. Er liebt dafür Espresso und Jameson-Irish-Whiskey.

Der Besuch bekommt den Schlüssel, der an einem Fallschirm hängt, zugeworfen. Zu Kinkys Freunden gehören zum einen Ratso alias Larry Sloman. Er bezahlt nie und läßt die Anderen die Rechnungen bezahlen. Er ist der Dr. Watson der Ermittlungen (auch wenn er nicht viel dazu beiträgt). Dann wäre da noch Ramban. Er ist Computerfreak und Detektiv. Er schwärmt Kinky oft von den Wundertaten seines Computers vor. Kinky selbst ist davon leider nicht sehr begeistert. Der Dritte im Bunde ist McGovern. Er ist Zeitungsredakteur und für Kinky eine wichtige Informationsquelle. Die beiden Polizisten in Friedmans Erzählungen heißen Cooperman und Fox. Sie sind sozusagen seine Gegenspieler, da sie von seinen detektivischen Leistungen nicht besonders angetan sind.

In den USA haben die »Kinkster«-Romane bereits Kultstatus erreicht und auch in Deutschland wächst die Fangemeinde. Dabei sind die Stories nicht das Beste an den Romanen. Die Frage, wer der Mörder war, ist letztendlich nebensächlich. Den Erfolg machen eher die gewitzten und coolen Sprüche des Kinksters aus, sowie die wiederkehrenden Personen.

Kinky Friedman lebt auf einer Ranch im Texanischen Hill-Country (mit drei Katzen und einem Gürteltier) und im Village von Manhattan. 2006 kandidierte er für den Posten des texanischen Gouverneurs. Und auch da ist Friedman natürlich der Paradiesvogel: Sein Wahlprogramm heißt »Why the Hell not Kinky«? (»Wieso zur Hölle nicht Kinky?«) und auf die Frage, wie er an die benötigten Stimmen zur Aufstellung zur Wahl kam, meinte der Texaner: »Gott sei dank für Bars und Tanzlokale.«

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