Kerstin Ekman

Kerstin Ekman wurde am 27.08.1933 in einem kleinen Dorf in Mittelschweden geboren. Nach ihrer Schulausbildung studierte sie in Uppsala Literaturgeschichte, Deutsch und nordische Sprachen. Ihre Magisterarbeit schrieb sie über den schwedischen Dichter Bo Bergman. Nach ihrem Studium arbeitete Kerstin Ekman als Lehrerin, Drehbuchautorin und Literaturkritikerin, bevor sie zunächst mit Kriminalromanen Berühmtheit erlangte. Ihr erster Kriminalroman »Trettio meder mord« wurde 1959 in schwedisch veröffentlicht. In Deutsch erschien er im Jahre 1962 unter dem Titel »Der Tod filmt mit«. Vor einem Jahr wurde er als »Die Nacht vor dem Mord« wiederveröffentlicht.

Der große Durchbruch in Deutschland gelang ihr mit dem 1993 erschienenen Roman »Geschehnisse am Wasser«. Die Sprachgewalt der Autorin, die Melancholie von Landschaft und Menschen machen aus dem beklemmenden Geschehnissen um einen Mord in einem kleinen nordschwedischen Dorf einen mitreißenden Krimi, den der Leser nicht mehr losläßt. Das Buch erschien in 20 Ländern.

Eigentlich war der Roman nicht als Krimi geplant, doch Kerstin Ekman hatte das Gefühl, dass jene gewalttätige Intrige dabeisein müsse. Die Autorin meint selbst, dass sie nur die ersten vier Jahre ihrer Schriftstellerin-Karriere eine richtige Krimi-Autorin war. Nach dem Krimi »Dödsklockan« (Todesglocke), der 1963 erschien, wurde ihr das Genre zu eng und sie wollte etws Anderes ausprobieren. Sechs Krimis schrieb sie bis zu diesem Zeitpunkt. Der Goldmann-Verlag brachte einige davon damals in deutscher Sprache heraus. Der neuaufgelegte Krimi »Geschehnisse am Wasser« wurde zum Bestseller. Darum wurden frühere Ekman-Krimis wiederveröffentlicht, bzw. erschienen das erste Mal auf Deutsch. So kann man Kerstin Ekman nun Wiederentdecken.

Die Autorin gehört heute zu den großen skandinavischen Erzählern und wurde auch schon in ihrer Heimat mit allen wichtigen Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter auch 1995 mit dem renommierten Pilot-Preis. Sie gehörte als einzige Frau der schwedischen Akademie an, die sie aus Protest gegen das mangelnde Engagement für den iranischen Schriftsteller Salman Rushdie verließ.

Bekannt wurde Kerstin Ekman auch durch einen vierbändigen Romanzyklus über die Entwicklung der schwedischen Gesellschft. In den Romanen »Hexenringe«, »Springquelle«, »Das Engelhaus« und »Stadt aus Licht« schildert sie insbesondere das Alltagsleben der Frauen in einer schwedischen Kleinstadt. Die Romane spielten sich im Zeitraum vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die siebziger Jahre unseres Jahrhunderts ab.

Im Moment schreibt Kerstin Ekman an einer Trilogie mit dem Namen »Vargskinnet« (Wolfsfell). Der erste Band »Guds barmhärtighet« (Gottes Barmherzigkeit) erschien im Oktober 1999.

Romane von Kerstin Ekman:

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