Totenmontag von Kathy Reichs

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Monday Mourning, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei Blessing.
Ort & Zeit der Handlung: Kanada / Montreal, 1990 - 2009.
Folge 7 der Temperance-Brennan-Serie.

  • New York: Scribner, 2004 unter dem Titel Monday Mourning. 305 Seiten.
  • München: Blessing, 2004. Übersetzt von Klaus Berr. ISBN: 3896672487. 383 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2006. Übersetzt von Klaus Berr. ISBN: 978-3828978683. 383 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2006. Übersetzt von Klaus Berr. ISBN: 978-3-442-36600-2. 383 Seiten.
  • [Hörbuch] Augsburg: Weltbild, 2005. Gesprochen von Hansi Jochmann. gekürzt. ISBN: 3828979939. 6 CDs.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2005. Gesprochen von Hansi Jochmann. gekürzt. ISBN: 3898309193. 6 CDs.

'Totenmontag' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Was könnte kälter sein als ein Dezembersturm in Montreal, Kanada? Diese Frage stellt sich der forensischen Anthropologin Tempe Brennan an einem tristen Montagmorgen, als sie zu einem ungewöhnlichen Fundort gerufen wird. In einem Kellergewölbe liegen achtlos verscharrt die Skelette dreier junger Frauen. Nicht eine Gewebefaser, kein Fetzen Kleidung geben Aufschluss darüber, wann und warum diese Mädchen sterben mussten. Lediglich ein paar Schmuckstücke finden sich, die offenbar im 19. Jahrhundert gefertigt wurden. Ihr Gespür sagt Tempe jedoch, dass es sich hier nicht um eine Aufgabe für die Archäologen handelt. Leider hält Luc Claudel, zuständiger Beamter der Mordkommission, weder viel von weiblicher Intuition noch von Brennans Untersuchungen und legt den Fall zu den Akten. Wider männliche Ignoranz stellt Tempe ihre eigenen Nachforschungen an und kommt bald einem Verdächtigen auf die Spur, der immer dort aufzutauchen scheint, wo Mädchen als vermisst gemeldet werden.
Dank neuester Messverfahren gelingt der Kriminologin endlich der Durchbruch: Die drei Frauen wurden nicht etwa vor langer Zeit beerdigt, sondern erst vor kurzem ermordet und beseitigt. Wenig später wird Brennans Wohnung verwüstet, und ihre beste Freundin Anne, auf Besuch aus den USA, verschwindet spurlos. Soll sie das nächste Opfer des Unbekannten werden?

Leseprobe

Das meint Krimi-Couch.de: »Überraschungen werden keine geboten« 70°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Kathy Reichs hat ja mittlerweile schon einen ähnlichen Kultstatus erlangt wie ihre Schriftstellerkollegin Patricia Cornwell, die allerdings mit ihren letzten Büchern das Publikum nicht mehr so sehr begeistern konnte. Was man bei Cornwell nun bemängelt hat, dass sie vom ursprünglichen Konzept der Story zu weit abgewichen ist – der Leser möchte gefälligst keine großen Veränderungen in der Rahmenhandlung, und wenn dann nur in kleinen Dosen – das kann man Reichs absolut nicht vorwerfen, im Gegenteil. Recht stetig folgt die Autorin ihrem einmal festgelegten Schema:

Ihre Protagonistin Tempe Brennan ist forensische Anthropologin und hat einen Teilzeitjob am gerichtsmedizinischen Institut von Montreal. Die trockene Alkoholikerin ist geschieden, hat eine Tochter und eine Katze und pendelt zwischen North Carolina und Kanada. Inzwischen ist sie »halb« mit Detective Andrew Ryan liiert. Nachdem Tempe zu einem Fundort von Knochen gerufen wird, interessiert sie sich mehr für das Schicksal der Toten. Im vorliegenden Fall muss sie die Polizisten sogar davon überzeugen, dass hier weitere Ermittlungen vonnöten sind. Sie mischt bei den Ermittlungen mit, hier ermittelt sie mal wieder auf eigene Faust, und nachdem eine ihr nahestehende Person irgendwie in Gefahr gerät (Schwester, Freundinnen etc.), die natürlich in Zusammenhang mit den aufzuklärenden Morden steht, begibt auch sie sich in Lebensgefahr. Nach der Rettung ist der Fall geklärt – wunderbar. Letzteres ist natürlich für eine Serienheldin geradezu essentiell, da ansonsten die Serie ein recht abruptes Ende finden würde.

Die Darstellung mancher Charaktere, z.B. Tempe und Ryan, ist gelungen, aber andere bleiben blass und gewinnen keine Kontur. Da erscheint es auch nicht verwunderlich, dass die Nebendarsteller bis auf ein, zwei Angestellte im Institut und die Polizisten, mit denen sie immer zusammenarbeitet, in anderen Büchern gar nicht mehr vorkommen. So tauchen die Schwester oder irgendwelche besten Freundinnen unvermittelt auf und nachdem sie ihren Dienst als potentielles Opfer abgeleistet haben, verschwinden sie wieder in der Versenkung.

Kathy Reichs erzählt routiniert. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und enden oft mit einem kleinen Cliffhanger, so dass man quasi gezwungen ist weiterzulesen. Die Arbeit einer forensischen Anthropologin wird sehr detailliert beschrieben und man erfährt einige interessante Details. In »Totenmontag« geht es speziell um die Bestimmung des Alters von Knochen mittels der Radiokarbonanalyse (C-14) bzw. der Messung des Strontiumgehalts. Hier merkt man, über welche Fachkompetenz die Autorin verfügt, auch wenn sie zuweilen knapp an die Geduldsgrenze des Lesers herangeht, wenn sie über einige Seiten hinweg dermaßen doziert.

Im Endeffekt ist die Lektüre einigermaßen spannend und entspannend zugleich. Überraschungen bietet Kathy Reichs dem Leser eigentlich nicht, da sie sich wie bereits geschildert eng an ihr einmal entworfenes Konzept hält, auch wenn die Rahmenhandlung natürlich immer wechselt. Auch wenn man wie ich nach dem dritten Band die weiteren Bücher nicht mehr gelesen hat und später wieder in die Serie einsteigt, so hat man nichts verpasst.

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Gaby57 zu »Kathy Reichs: Totenmontag« 09.05.2011
Die Story ist, wie so oft bei Brennan und Ryan, gut gelungen ..

Anders ist diesmal der besonders hohe "Schocker-Faktor". Damit meine ich nicht eklige Details über halbverweste Leichen oder sonstige pathologische Abhandlungen, sondern eher die Atmospähre, die mir in manchen Szenen eine wohlige Gänsehaut einbrachte. Fast wie ein Gruselroman .. ohne natürlich tatsächlich einer zu sein.

Auf der menschlichen Seite gibte es diesmal eine pikante Note: Claudel und Brennan, die sich eigentlich nicht mögen, sind zur Zusammenarbeit gezwungen. Das führt zu einem spektakulären Ende, das ich natürlich an dieser Stelle nicht verraten möchten.

Fazit: Solide.
Torsten zu »Kathy Reichs: Totenmontag« 17.04.2011
Wie die "Brigitte" zu dem auf dem Klappentext zitierten Schluss gekommen ist, dies sei bisher Reichs bestes Buch kann ich nicht nachvollziehen: Für mich das bisher deutlich schwächste der Reihe.
Und zwar überhaupt nicht weil auch dies der in der KC-Rezension kritisierten Konzeptartigkkeit entspricht (die James Bond Filme waren schliesslich auch solange grossartig, solange sie einem strengen Konzept folgten).
Nein, ich finde das Buch seltsam inhaltsleer - der Plot ist sehr geradlinig, ohne wirklich spannende Rätsel oder Verwicklungen und auch die Aufklärung ist nicht wirklich überraschend.
Es scheint bald so, als ob Kathy Reichs bei ihrer Arbeit als Anthropologin über das Thema gestolpert ist und unbedingt einen Roman daraus machen musste ohne eigentlich einen wirklich spannenden Plot dazu zu haben. So wird auch unnötig viel doziert, von C-14 bis zum Stockholm-Syndrom.
Und trotz dieser vielen und teils unnötig ausführlichen Ausschweifungen scheint dann gerade Tempe selbst sie wieder vergessen zu haben, wie ihre kaum erklärliche Handlungsweise dann belegt - wie häufig ist die Gedankenlosigkeit mit der sie sich stets in Gefahr bringt (um daraus errettet werden zu müssen) nicht recht nachvollziehbar.
Mein Höhepunkt in dem Buch war dann der Ausspruch von ihrem "Lieblingspolizisten" Claudel: "Sie haben grossen Einfallsreichtum und Mut bewiesen." Ziemlich albern angesichts des gedankenlosen Leichtsinns den sie tatsächlich an den Tag gelegt hat.
Weil es sich aber wie stets schnell und flüssig wegliest, kommen noch 60 Grad zusammen.
kira rüther zu »Kathy Reichs: Totenmontag« 23.07.2010
Das Buch ist echt fazinierend und ich konnte es die ganze Zeit nicht aus den Fingern legen.
Der Fall den Brennan und Ryan zusammen bearbeitenist echt schockierend und hat mir zum Teil auch sehr große Angst eingejagt!
Aber die zusammen arbeit zwischen Brennan und ihrer Freundin klappt nicht ganz so gut ,aber gestalltet dadurch auch das Buch sehr viel spannender und was ich sehr interessant fand war das nicht Ryan als erster Polizist anwesend war sonder Claudel und damit auch der Polizist der Brennan am wenigsten mag ihr dann auch noch das Leben gerettet hat!
Das fand ich echt beeindruckend!!
topbookreader zu »Kathy Reichs: Totenmontag« 17.03.2010
Der C14-Oekowahnisnn muss doch thematisiert werden!!! Zwei Kapitel sind immer noch besser als ein trockenes Sachbuch. Wunderbare Kombination.
Zwischenmenschlichkeiten werden auch absolut genug ausgetauscht, ein Mangel scheint hier nicht zu herrschen. Die Wetter-und Stadtbeschreibungen werden auch immer in einem guten Mass gehalten, da muss ich gewissem Kritikvolk widersprechen!

Ansonsten stimme ich der Redaktion zu, würde etwa 95 Grad geben!
Ibis zu »Kathy Reichs: Totenmontag« 18.04.2008
Für mich das bisher beste Buch von Reichs. Obschon immer noch zu viele belehrende Details Seiten füllen - diese kann man ja überspringen - handelt es sich um eine sehr spannende und real mögliche Geschichte.
CharlyDD zu »Kathy Reichs: Totenmontag« 23.03.2008
Da die Allgemeinheit ja eher der Ansicht war, das Kathy Reichs ihre neueren Bücher eher versiebt hat, bin ich etwas kritisch ans Werk gegangen und wurde angenehm überrascht.
Für mich ist "Totenmontag" bis jetzt ihr bestes Buch.
Sie hat auf die ausschweifenden Erklärungen der Umgebung und Strassen verzichtet, die mich immer so genervt haben und ein sehr berührendes und mitreißendes Thema als Handlung gewählt.
Ich für meinen Teil freue mich auf die restlichen Bücher von ihr, die ich noch hier liegen habe.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Walburga Schuhmacher zu »Kathy Reichs: Totenmontag« 15.03.2008
Habe alle Bücher von Kathy Reichs alle super.
Ich habe au alle Bücher Cornwell es stimmt die Letzten ware nicht mehr so spannend wie die von Kathy Reichs.
Wann kommt noch mal ein Buch von Kathy Reichs.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Rolf.P zu »Kathy Reichs: Totenmontag« 13.03.2008
Kathy Reichs große Kunst ist es die gruseligen Details sehr genau und dabei fachlich exakt zu beschreiben ohne eklige Effekthascherei. Sehr wohltuend ist dabei die präzise und wirklichkeitsnahe Darstellung der Ermittlung.
Die Story führt uns durch einen sehr spannenden Handlungsbogen mit gut platzierten Überraschungen. Zugegeben, manche Passagen sind etwas sehr brutal, aber wir lernen gleichzeitig wieder eine Menge über forensische Anthropologie. Ihr trockener Humor und ihre Wortspiele sind besser denn je.
Es ist ihr wieder einmal gelungen, Erklärungen und Auflösungen geschickt in den Fall einzubringen, ohne dabei herablassend zu wirken. Wieder einmal nur zu empfehlen!
silke zu »Kathy Reichs: Totenmontag« 25.09.2007
Na ja,dieses Buch wird ja total gelobt.Aber ganz ehrlich,da habe ich bessere gelesen.Die Geschichte ist zwar interessant,aber richtige Spannung kommt nur am Ende.Vielleicht lag es daran,daß dies das erste Buch von ihr war.Werde wohl noch eins lesen und dann mal sehen
Sabrina Rasehorn zu »Kathy Reichs: Totenmontag« 30.08.2007
Auch dieses Buch von Kathy Reichs habe ich wie alle vorangegangenen auch verschlungen. Spannung um die eigene Person sowie die gut beschriebenen forensischen Untersuchungen lassen eine gewisse Transparenz in der Gerichtsmedizin erkennen, sind also recht verständlich für Leser, die keine großen Vorkenntnisse in Medizin / Anatomie haben. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass auch Nebenpersonen detaillierter beschrieben werden, da hier teilweise nur wenig Konturen gegeben werden. Ansonsten ist das "Strickmuster" zu den vorherigen Büchern ähnlich aufgemacht. Ich freue mich auf weitere spannende Geschichten... und das Liebesleben von Tempe sollte ebenfalls mal etwas vorangehen! Liebe Grüße, Sabrina

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