Tote lügen nicht von Kathy Reichs

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1997 unter dem Titel Déjà dead, deutsche Ausgabe erstmals 1998 bei Blessing.
Ort & Zeit der Handlung: Kanada / Montreal, 1990 - 2009.
Folge 1 der Temperance-Brennan-Serie.

  • New York: Scribner, 1997 unter dem Titel Déjà dead. 411 Seiten.
  • München: Blessing, 1998. Übersetzt von Thomas A. Merk. ISBN: 3896670433. 537 Seiten.
  • München: Goldmann, 2000. Übersetzt von Thomas A. Merk. ISBN: 3-442-35226-6. 537 Seiten.
  • Augsburg: Bechtermünz, 2001. Übersetzt von Thomas A. Merk. ISBN: 3828969356. 537 Seiten.
  • München: Heyne, 2011. Übersetzt von Thomas A. Merk. ISBN: 978-3-453-43559-9. 576 Seiten.

'Tote lügen nicht' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Tempe Brennan hat einen Knochenjob. Als forensische Anthropologin am gerichtsmedizinischen Institut von Montreal landen tagtäglich die unterschiedlichsten Leichen auf ihrem Labortisch. Doch als sie einem Serienmörder auf die Spur kommt, wird es auch für sie selbst gefährlich …

Das meint Krimi-Couch.de: »Kathy Reichs behauptet sich gegen die Konkurrenz«

Krimi-Rezension von tyrel

Tempe Brennan arbeitet als forensische Anthropologin am gerichtsmedizinischen Institut in Montreal. Der Anblick von skelettierten Körpern und halbverwesten Leichenteilen, der den meisten Menschen einen Schauer des Entsetzens entlocken würde, gehört zu ihrem normalen Arbeitsalltag fast schon dazu.

Doch das, was Tempe an einem Sommertag des Jahres 1994 in mehreren Müllsäcken nahe eines alten Friedhofs vorfindet, ist auch für sie ungewöhnlich grausam: der zerstückelte und misshandelte Körper einer jungen Frau.

Die Fortsetzung der Morde – und Tempe ermittelt auf eigene Faust

Tempe hat gleich das ungute Gefühl, dass dies nur die Fortsetzung einer ganzen Serie von Morden ist. Und ihr Gefühl hat sie nicht betrogen. Sehr bald werden weitere Opfer gefunden, die die Handschrift des gleichen Täters tragen. Da die Polizei die Idee eines Serienmörders nur sehr zögerlich annimmt, beginnt Tempe sich energisch in die Untersuchung einzumischen und auf eigene Faust zu ermitteln.

Aber der Preis, den Tempe für ihre hartnäckigen Fragen zahlen muss, ist weitaus höher als nur das Unverständnis ihrer Kollegen, denn sie gerät ins Visier des ebenso abgebrühten wie gestörten Täters. Und bei dem Wechselspiel zwischen Jäger und Gejagtem kann es eigentlich keinen Gewinner geben …

Die Arbeit am Seziertisch

Angesichts der detaillierten und fundierten Schilderungen der Arbeit an Tatorten und am Seziertisch verwundert es kaum, dass die amerikanische Autorin Kathy Reichs, Jahrgang 1950, von Beruf u.a. – na, was wohl – forensische Anthropologin am gerichtsmedizinischen Institut in Montreal ist. »Tote lügen nicht« ist ihr Debütroman und gleichzeitig Beginn einer bislang 4 Romane umfassenden erfolgreichen Reihe mit Fällen der unbequemen Gerichtsmedizinerin Tempe Brennan, die mit ihrer Erschafferin zumindest Nationalität, Beruf und Alter gemeinsam hat.

»Tote lügen nicht« lässt sich durchaus als ein gelungenes Erstlingswerk betrachten. Es wurde 1997 mit dem »Crime Writers of Canada’s Arthur Ellis Award« für die beste Erstveröffentlichung ausgezeichnet und inzwischen in über 15 Sprachen übersetzt. Der Roman und auch seine drei Nachfolger eroberten sich weltweit Plätze in den Bestsellerlisten.

Reichs zollt den Opfern durch Sachlickeit Respekt

Auf der Plusseite steht eine sehr anschauliche und lebendige Schilderung sowohl der persönlichen Lebensumstände der Rechtsmedizinerin als auch ihrer schwierigen Arbeit. Trotz der vor dem inneren Auge entstehenden unappetitlichen Bilder der Leichen zollt Kathy Reichs den Opfern durch eine besonders sachliche und nüchterne Beschreibung so etwas wie Respekt. Menschen mit einem besonders schwachen Magen sollten dennoch eine andere, weniger verstörende Lektüre vorziehen.

Und für Menschen mit einem besonders empfindlichen Herzen gilt das gleiche. Denn die Autorin versteht es, in einigen Kapiteln die Spannung derart hochzuschrauben, dass dies kaum ohne Auswirkungen auf den Blutdruck des Lesers bleiben kann. In drei Tagen hatte ich die über 500 engbeschriebenen Seiten durch, da mich die Handlung so gefesselt hat, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Leicht macht es einem dabei auch der angenehme und auch in den wissenschaftlichen Ausführungen nicht zu komplizierte Schreibstil.

Dennoch stehen auch auf der Minusseite einige nicht zu vernachlässigende Punkte:

Feminismus? Männliche Kollegen sind begriffsstutzige Trottel

Tempe Brennans männliche Kollegen bei der Polizei werden im Gegensatz zu der rührigen Anthropologin geradezu als begriffsstutzige Trottel dargestellt, denen sich die deutlichsten Sachverhalte nicht erschließen. Ihre Auftritte beschränken sich weitgehend darauf, gut auszusehen und der Heldin zur Rettung zu eilen. Diese wiederum entwickelt mit ihren gefährlichen Extratouren, die jeglicher Vernunft zuwiderlaufen, einen extrem hohen Nervfaktor.

Überflüssig und unglaubwürdig sind auch einige Nebenschauplätze wie die Erlebnisse um Tempes Freundin Gabby, die Kathy Reichs mit aller Macht in die Haupthandlung zu integrieren versucht Daraus resultiert auch, dass einige Entwicklungen vorhersehbar und nicht besonders originell sind. Die Spannung, die Kathy Reichs dennoch über lange Strecken auf einem sehr hohen Niveau hält, spricht wiederum für die handwerkliche Arbeit, die sie mit »Tote lügen nicht« geleistet hat.

Bitte: weniger blumig

Dennoch würde ich mir wünschen, dass Kathy Reichs zukünftig etwas weniger blumige Umschreibungen verwendet. Da werden Personen mit einem »Bassett«, einem »durch das Wasser gleitende Krokodil« oder einem »Terrier« verglichen. Gestank verstärkt sich wie »das Zirpen einer Grille«, Fliegen umschwirrren einen Leichnam wie »Akademiker das kalte Buffett«, und Montreal wirkt wie eine »Rumbatänzerin im Rüschenkleid«. Diese Metaphern lassen sich allesamt bereits auf den ersten Seiten finden, und in diesem Stil geht es bis zum Schluss weiter. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen.

Fazit: Auch wenn Tempe Brennan nicht die erste Gerichtsmedizinerin ist, die sich auf dem großen Markt der kriminologischen Unterhaltungsliteratur bewegt, hat sie sich meiner Meinung nach mit diesem spannenden Roman verdient gegen die Konkurrenz behauptet. Die inhaltlichen und stilistischen Kritikpunkte, die mir aufgefallen sind, haben das Lesevergnügen jedenfalls nur minimal beeinträchtigt.

Das meinen andere:

»Ein brillanter Roman, den man einfach nicht mehr aus dem Hand legen kann!« (Minette Walters)

»Dieser Thriller berührt und fesselt nicht nur, sondern erzählt auf verstörende Weise von der Macht des Bösen.« (Der SPIEGEL)

Ihre Meinung zu »Kathy Reichs: Tote lügen nicht«

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Thomas Völker zu »Kathy Reichs: Tote lügen nicht« 07.02.2012
Nur ärgerlich.

Selten ein so nerviges Buch gelesen. Da wird durchgängig über hunderte Seiten künstlich "Spannung" erzeugt, indem sich die Heldin dümmer anstellt als die Polizei erlaubt. Immer übersieht sie Offensichtliche, tappt in die Fallen des Killers, stemmt sich pubertär gen jede Vernunft. Ermüdende psychologisierungen und hinkende Metaphern machen das Lesen zur Qual.
Die Massen anatomischer Details interessieren allenfalls perverse Serienmorder und klinische Anthropologen.

Der Erfolgt ist nicht nachvollziehbar.
Mit einer der allerschlechtesten Krimis den ich je gelesen habe, fast schon so niveaulos wie Franz.
Sarah_Ch zu »Kathy Reichs: Tote lügen nicht« 18.12.2011
Mein erstes Buch von Kathy Reichs. An sich hat mir "Tote lügen nicht" gut gefallen, spannend geschrieben, schöner Schreibstil.

Was mich allerdings ziemlich gestört hat, waren die ganzen Ortsbeschreibungen, Metaphern und die vielen überflüssigen Dinge.

Ich habe nichts gegen Frankreich, aber es hat mich ziemlich gestört, dass dort der Ort des Geschehens war, weil ich bis auf ein paar Wörter überhaupt kein französisch spreche. Deswegen hatte ich einige Schwierigkeiten mit der Aussprache und ab und an auch mit dem Verständnis, da einige Sätze auf französisch vorkamen.

Ansonsten typische Serienmördergeschichte (wie fast immer), allerdings mit einigen außergewöhnlichen Details.

Die Figur Tempe Brennan und ihre Arbeit gefallen mir gut und ich bin gespannt, wie sich das in den folgenden Büchern dieser Reihe entwickeln wird.

Unheimlich spannend fand ich "Tote lügen nicht" zum ende hin, als sich die Ereignisse überschlagen haben. Als Tempe dem Täter auf die Schliche gekommen ist und alles darauf Folgende.
Aber nicht nur am Schluss, sondern auch zwischendurch gab es einige spannende Szenen, als Tempe selbst die Ermittlungsarbeit übernommen und sich in brenzlige Situationen hineinmanövriert hat.

Bin gespannt auf das nächste Buch.
Roberta zu »Kathy Reichs: Tote lügen nicht« 19.11.2011
Ich fand im allgemeinen das buch gut, sicher spannend aber leider an manchen Stellen ziemlich langweilig. Sie erzählt soviel drum rum wie z.B die ganzen Straßennamen in die sie gefahren sind, es interessiert niemanden wie sie heissen. Sie schweift oft vom Geschehen ab, was dieses Buch unnötig in die Länge treibt. Ansonsten ok
dottie62 zu »Kathy Reichs: Tote lügen nicht« 14.09.2011
Ich habe dieses Buch als Fan der Fersehserie "Bones" durchgelesen und bereue es nicht. Interessant ist wie sehr sich die literarische Brennan von der Serienfigur unterscheidet. Ebenso die vielen anderen Charaktere welche nicht in der Serie vorkommen. Das literarische Umfeld von Brennan ist ein komplett anderes als in der Serie.
Die Geschichte an sich steigt knallhart mit detaillierten Leichen ein, hat jedoch im Laufe des Buches ein paar zähe Stellen wo sich die Geschichte in die länge zieht und man das Gefühl hat alles dreht sich im Kreis. Am Ende wird es emotional und spannend. Ein lesenswertes Buch was einen neugierig auf weitere Bände macht
Toyota zu »Kathy Reichs: Tote lügen nicht« 30.03.2011
Habe das Buch nach 160 Seiten weggelegt, da ich keinen Zugang zu diesem Buch finde. Die Spannung lässt bis jetzt echt zu wünschen übrig. Ich habe schon bessere Krimis gelesen. Das 2. Buch was ich von ihr habe, werde ich gar nicht erst lesen. Schade eigentlich, da mir die Autorin so ans Herz gelegt wurde.
kira rüther zu »Kathy Reichs: Tote lügen nicht« 23.07.2010
Die Geschichte ist ansich echt nicht schlecht geschrieben, aber nicht unbedingt mein lieblingsbuch!
Den leider ist Ryan viel zu wenig drin, aber ich finde es gut das Katy und Harry so viel im Buch drin sind! :)
Die Story hat aber sehr viel spannung und ist toll geschrieben !!
Das Buch ist auch sehr sarkastisch und dramatisch geschrieben , aber auch mit viel Herz und Liebe geschrieben!! :)

Danke für dieses wundervolle Buch!! :)
Koffeinfrei zu »Kathy Reichs: Tote lügen nicht« 11.04.2010
Durchaus lesenswertes Buch. Mir sind die Beschreibungen allerdings etwas viel gewesen. Laufend wird ein Gefühl, Geruch, eine Situation in einem Nebensatz der mit "wie " beginnt beschrieben. Da kommt man leicht auf über 500 Seiten. Andererseits kann man über solche Dinge auch flott hinweglesen und kommt so zügig weiter. Die Story ist interessant und trotz meiner Kritik werde ich ein weiteres Buch von Kathy Reichs lesen.
Tempe zu »Kathy Reichs: Tote lügen nicht« 24.09.2009
Auch dieses Buch war Tempe Like! :)
Ich habe jetzt schon viel ihrer Bücher gelesen und ihr erstes, also das hier, hat mir nicht so sehr angetan wie die anderen.
Denn ich konnte mir schon nach 300 Seiten forstellen wer der Mörder ist.
Tortzdem ist das Buch spannend und eben typisch Kathy Reichs!!!
Rolf.P zu »Kathy Reichs: Tote lügen nicht« 16.02.2008
Die Autorin versteht es, Spannung aufzubauen und mit profunden Kenntnissen der Gerichtsmedizin der Handlung Authentizität zu verleihen.
Dem Roman ist die weibliche Perspektive deutlich anzumerken. Die männlichen Charaktere kommen zum Teil über eine skizzenhafte Charakterzeichnung nicht hinaus und bleiben sehr blass.
Eine interessante Handlung, die ewige Frage, wer wohl der Mörder sein könnte und ob er gefasst wird, ehe es ein neues Opfer gibt, macht das ganze bis zur letzten Seite spannend.
Alles in allem aber ist es ein sehr spannendes Buch, in dem sich ein sehr brillanten schwarzen Humor wie ein roter Faden hindurchzieht.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ibis zu »Kathy Reichs: Tote lügen nicht« 26.12.2007
Ich fand das Buch vom Anfang bis zum Ende äusserst spannend.
An den Stil von Kathy Reichs muss man sich gewöhnen. Er kann im Gegensatz von andern Krimi-Autoren verleiden.
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