Die Schlangengrube von Kate Morgenroth

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel They did it with love, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Knaur-Taschenbuch.

  • New York: Plume, 2008 unter dem Titel They did it with love. 317 Seiten.
  • München: Knaur-Taschenbuch, 2009. Übersetzt von Christine Gaspard. 429 Seiten.

'Die Schlangengrube' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Buchhändlerin Sofie hat eine Erbschaft gemacht und kann ihr Leben nun ruhiger angehen. Mit ihrem Mann zieht sie ins feudale Greenwich, Connecticut, wo sie sich dem illustren Krimi-Lesezirkel der ersten Damen vor Ort anschließt. Man ist perfekt gestylt, man lästert, belauert und beneidet sich und versucht bisweilen, einander die Männer abspenstig zu machen. Bis eines Tages Julia, die Schönste und Mondänste von allen, an einem Baum in ihrem Vorgarten hängt. Selbstmord? Es läge nahe, aber Nachbarn und Polizei vermuten einen Mord – und Sofie, die passionierte Krimileserin, beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Oder zumindest tut sie so …

Das meint Krimi-Couch.de: »Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt« 83°

Krimi-Rezension von Ines Dietzsch

Nach dem Tod ihres vermögenden Vaters beschließt die New Yorker Buchhändlerin und Krimibegeisterte Sofie mit ihrem Mann Dean aufs Land zu ziehen. Für die New Yorker Upper Class bedeutet ein Umzug aufs Land, man wird im noblen Greenich, Connecticut ansässig. In der idyllischen Vorstadt treffen sie auf eine illustre Nachbarschaft. Da ist die einflussreiche Priscilla Brenner, die einen Krimi-Lesezirkel ins Leben gerufen hat. Ihr Heim wirkt wie dem Architectural Digest entsprungen, während ihre Ehe mit Gordon das Verfallsdatum bereits überschritten zu haben scheint. Die harmoniebedürftige Susan bemüht sich die perfekte Hausfrau zu sein, auch ihre Ehe ist in die Jahre gekommen und ihr Mann Harry verbringt seine Nächte immer öfter in der Stadtwohnung. Ashley und Stewart sind frisch verliebt, die Damen vom Lesezirkel machen kein Hehl daraus, dass Stewarts erste Frau Pam überaus gemocht wurde. Julia und Alex wohnen erst seit kurzem in der vornehmen Gegend. Julia nimmt am Lesezirkel teil, um unter den Vorzeigefrauen nicht als Analphabetin zu gelten.

Eines schönen Morgens hängt ein Mitglied des erlauchten Kreises der Krimileserinnen in ihrem Vorgarten an einem Ahornbaum. Die Krimiexperten finden schnell heraus, dass der augenscheinliche Selbstmord nur vorgetäuscht wurde. Für Detectiv Ackerman, Ermittler der Bezirksstaatsanwaltschaft steht der Ehemann als Täter fest, denn dieser hütet ein dunkles Geheimnis.

Feiner Lesestoff zum Schmunzeln

Die Schlangengrube beginnt harmlos und Kate Morgenroth lässt es gemächlich angehen. Auf die Leiche stößt man erst nach Seite 130. Diese Zeit braucht es auch, um die verschiedenen Paare kennen zu lernen. Man kann sich einen Eindruck über deren familiäre Situation verschaffen und in der Nachbarschaft heimisch werden. Das Personal dieses Romans beschränkt sich auf zwölf Personen. Diese beobachtet man bei ihren alltäglichen Verrichtungen und sitzt bei den Partys auf der Sofalehne. Besonders die unausgesprochenen Gedanken der Protagonisten sind sehr vergnüglich zu lesen. Mit spitzer Feder charakterisiert die Autorin ihre Mitwirkenden vortrefflichst und jeder kennt wohl so eine Priscilla oder Susan.

Das Buch ist in kurze, knackige Kapitel eingeteilt, die immer mit den Namen der Personen überschrieben sind, um die es sich gerade dreht. Das treibt die Geschichte voran und ein gefälliger Schreibstil macht den Roman zu einem kurzweiligen Lesevergnügen, bei dem man häufig schmunzeln muss.

Die rabenschwarze Story ist pfiffig ausgedacht und schließt mit einem wirklichen Knalleffekt. Dezent eingestreute Hinweise lassen sich erst nach der Auflösung des Rätsels als solche erkennen und Ungereimtheiten, welche aufmerksamen Lesern bei der Lektüre nicht entgangen sein dürften, finden schließlich alle eine Erklärung. So kann man sich zufrieden seufzend zurücklehnen und den Buchdeckel zuschlagen. Am Ende kriegt jeder, was er verdient. Fans der Desperate Housewives kommen bei diesem Roman sicherlich auch auf ihre Kosten, gewisse Ähnlichkeiten sind nicht zu übersehen.

Ines Dietzsch, Juni 2009

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Bell zu »Kate Morgenroth: Die Schlangengrube« 16.06.2009
Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und das Rätseln hat Spaß gemacht. Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich und etwas stereotyp (was aber zu dem Buch passt), bis auf Sofie, wie ich finde. Peters und Ackerman sind ein amüsantes Ermittlergespann.

Im Nachhinein hätte es ein bisschen weniger Dialog sein können, dafür mehr Beschreibungen darüber, was die einzelnen Figuren so tun, Alltäglichkeiten meine ich, die sie plastischer gemacht hätten.

"Die Schlagengrube" ist ein witziger und gemächlicher Krimi, ein richtiger Rätselkrimi, würde ich sagen.

80 Grad
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