Vergiss mein nicht von Karin Slaughter

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel Kisscut, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei Wunderlich.
Folge 2 der Grant-County-Serie.

  • London: Century, 2002 unter dem Titel Kisscut. 341 Seiten.
  • New York: William Morrow, 2002. 341 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Wunderlich, 2004. Übersetzt von Teja Schwaner. ISBN: 380520731X. 507 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2005. Übersetzt von Teja Schwaner. ISBN: 3-499-23243-X. 507 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2007. Übersetzt von Teja Schwaner. ISBN: 978-3-499-24571-8. 507 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2010. Übersetzt von Teja Schwaner. ISBN: 978-3-499-25391-1. 507 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2006. Gesprochen von Iris Böhm. ISBN: 3899032349. 6 CDs.

'Vergiss mein nicht' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Es ist ein heißer Sommerabend in Heartsdale, Georgia. Auf dem Parkplatz der Rollschuhbahn droht die dreizehnjährige Jenny den drei jahre älteren Herzensbrecher Mark zu erschießen. Behutsam versucht Polizeichef Tolliver die Situation zu entschärfen. Zunächst sieht es nach einem Liebesdrama unter Teenagern aus, doch dann kommt es zum Showdown: Tolliver muss Jennys Leben opfern, um Marks Hinrichtung zu vermeiden. Er ist entsetzt und fassungslos. Als die Pathologin Sara Linton die Leiche des Mädchens obduziert, macht sie eine Entdeckung, die schockierender ist als alles, was sie bisher gesehen hat. Tolliver und Sara beginnen zu ermitteln und finden eine Spur, die ihnen das Blut in den Adern stocken läßt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Klischeehafte Kleinstadt-Kost« 49°

Krimi-Rezension von Frank A. Dudley

Braucht die Krimilandschaft noch eine Pathologin? Eine, der ihre Kollegin Kay Scarpetta nur einen kurzen Schulterblick zuwirft, bevor sie sich mit dem nächsten irren Killer anlegt? Wohl kaum. Und bitte nicht von einer Autorin, die entweder einen völlig unmöglichen Namen trägt oder sich ein derart plakatives Pseudonym zugelegt hat, dass auch der Dümmste sofort darauf kommt: Hier wird gemetzelt und verstümmelt, hier sind Toilettenwände und Kellerverliese rot, rot, rot vor Blut. Auch wenn schon andere Krimi-Couch-Rezensenten ähnlich in ihre Kritik eingestiegen sind, Karins Nachname ist ein schlechter Scherz.

Wer die verlöschende Kerze auf dem Cover des Buches sieht, weiß auch sofort, dass hier mindestens ein Lebenslicht ausgeblasen wird. Kaum zehn Seiten später gibt es auch schon zwei Tote, ein nicht ausgetragenes Baby und einen weiblichen Teenager. Die zeitliche und räumliche Nähe der Todesfälle legt die Vermutung nahe, dass beide zusammenhängen, dass die Teenagerin Mutter der Totgeburt ist.

Sara Linton, ihres Zeichens Kinderärztin und Pathologin in Grant County, entdeckt nicht nur das tote Baby auf der Toilette der örtlichen Eislaufbahn. Sie ist auch dabei, als die dreizehnjährige Jenny Weaver auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums vom Sheriff, Saras Ex-Mann, erschossen wird, weil sie einen Heranwachsenden mit einer Waffe bedroht hat. Den Vater des toten Babys? Die inzestuöse Wahrheit ist natürlich viel, viel schlimmer, soll aber hier nicht verraten werden.

Als Jennys Leiche auf dem Seziertisch der Pathologie liegt, entdeckt Sara Linton nicht nur, dass der Körper des Mädchens Missbrauchsspuren aufweist – zu ihrem Entsetzen stellt sie auch fest, dass seine Klitoris beschnitten und die Scheide zugenäht worden sind. Aber das Ergebnis der Obduktion ist nur der Auftakt zu einer Reihe von widerwärtigen Fakten, auf die Sara Linton und Sheriff Jeffrey Tolliver im Zuge ihrer weiteren Ermittlungen stoßen. Schnell stellt sich heraus, dass Jenny und der von ihr bedrohte Junge in ein Netz von Kindesmissbrauch verstrickt waren. Mit von der Partie: Die Mütter der Kinder und – natürlich – der örtliche Jugendpfarrer.

Den Hintergrund des Kinderpornographie-Plots bildet das vielbemühte Bild der Kleinstadt, unter dessen Maske der scheinbaren bürgerlichen Normalität schon seit langem das unaussprechliche Grauen lauert: Vergewaltigung und Folter, Verstümmelungen und Psychoterror. Und daran können sich manche eben nicht sattlesen.

Doch auch die zahlreichen grausigen Details können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Geschichte mit großen Luftmaschen gestrickt worden ist. Sowohl Sara Linton als auch ihr Ex-Mann, Sheriff Tolliver, stümpern sich durch den Fall. Ihre Ermittlungsarbeit wirkt arg konstruiert, ist von unglaubwürdigen Zufällen geprägt und lässt auf eine schlechte Ausbildung – oder lieblose Recherche der Autorin – schließen.

Denn immerhin ist Linton nicht nur die County-Pathologin, sondern auch die Kinderärztin. Während sich also der Fall ausweitet, wird ihr klar, dass sie einige der missbrauchten Kinder in ihrer Praxis behandelt hat. Sie wundert sich bloß, dass sie nichts von dem Missbrauch bemerkt hat, und hat anschließend ein schlechtes Gewissen. Tolliver seinerseits gerät in einen psychologischen Konflikt, weil er Jenny Weaver durch einen Schuss in den Hals auf dem Parkplatz getötet hat. Aber warum eigentlich? Hätte er ihr auf die kurze Distanz nicht eine nicht-lethale Wunde zufügen können? Und der obligatorische Pfarrer, der sich an seinen Schützlingen vergreift, ist für einen als Thriller ausgewiesenen Krimi so spannungsfördernd wie das Milkshake-Sonderangebot vom nächsten Drive-In. Ebenso überflüssig, weil fast schon banal, ist das Wiederaufkeimen der Linton-Tolliver-Liebe. Das Balzverhalten der beiden wirkt ausgesprochen hölzern und ihre Gefühlswelten wie Abziehbilder.

Vergiss mein nicht schreit in seiner Plakativität und Ungereimtheit nach einem Glattschliff in Hollywoods Drehbuchmühlen. Dort legt man zwar selten Wert auf inhaltlichen Tiefgang, aber ein paar Straffungen, Weglassungen und Überzeichnungen durch geübte Storyliner könnten für ein paar Momente brauchbarer amerikanischer Unterhaltung sorgen. Auf RTL.

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tassieteufel zu »Karin Slaughter: Vergiss mein nicht« 11.07.2016
Sara Linton und Exmann Jeffrey Tolliver nähern sich langsam wieder aneinander an. Ein Treffen auf der Rollschuhbahn soll einen neutralen Rahmen bieten. Doch die Verabredung platzt, als die 13 jährige Jenny auf dem Parkplatz der Rollschubahn den 3 Jahre älteren Mark mit einer Waffe bedroht. Jeffrey versucht die Situation zu entschärfen, doch am Ende ist er gezwungen, Jenny zu erschießen. Eine grauenhafte Situation für den Polizeichef, doch als Sara die Leiche obduziert, macht sie eine weitere entsetzliche Entdeckung.

Der zweite Band der Grant County Reihe läßt, wie schon der Vorgänger, in Punkto Grausamkeiten und bizarrer Abartigkeiten nichts aus. Das muß man der Autorin lassen, Tabu Themen scheinen sie förmlich anzuziehen. Ein schwaches Nervenkostüm oder zart besaitet sollte man also nicht sein, wenn man sich hier der Lektüre widmet! Wie schon beim Vorgänger darf man beim Plot nicht zu große Ansprüche stellen, da gibt es Autoren, die wesentlich mehr Tiefgang in ihre Geschichten bringen. Trotzdem ist die Handlung temporeich und kann auch mit einem ordentlichen Spannungsbogen aufwarten.
Man kann nun geteilter Meinung sein, ob sämtliche schockierenden Details und alle möglichen Abartigkeiten so detailliert und ausführlich beschrieben sein müssen oder nicht, auf jeden Fall ist das Thema Kindesmißbrauch, Inzest und Kinderpornographie sehr aktuell und bekommt durch das Internet immer mehr Brisanz und Aktualität.
Mag sein, dass die malerische Kleinstadt, hinter deren vordergründiger Idylle das Entsetzen lauert, als Hintergrund für eine solche Story inzwischen etwas ausgelutscht ist und auch mit der etwas klischeehaften Darstellung der Bösewichte hatte ich weniger Probleme, da ich nicht so viele Thriller lese, hat mich das nicht sonderlich gestört. Ich fand es allerdings etwas anstrengend, wie Jeffrey und Sara sich wie Teenager umkreisen und nicht wirklich zu Potte kommen! Vor allem Sara fand ich oft sehr nervtötend und für eine Frau ihres Alters und ihrer Position etwas unglaubwürdig dargestellt. Viel interessanter ist da schon Polizistin Lena, die nach ihren traumatischen Erlebnissen im Vorgänger nur schwer mit ihrem Leben zurecht kommt. Diese Episoden sind teilweise etwas zu lang und ausufernd geraten, aber sie bilden auch einen guten Kontrast zu den oft nur schwer erträglichen Grausamkeiten im Krimifall.
Sprachlich ist das Buch in einem eher einfachen Stil geschrieben, der sich aber zügig und eingängig lesen läßt.

FaziT: sicher ein Thriller den man in die Kategorie "Mainstream" einordnen kann und der zwar in Punkto Brutalität und Grausamkeit nichts ausläßt, dafür aber einen gut konstruierten Plot und Tiefgang in der Story vermissen läßt. Frau Slaughter wird also auch mit diesem zweiten Band ihrer Reihe wieder auf sehr widersprüchliche Meinungen stoßen! Ich habe einen ehr anspruchslosen Thriller zum einfach weg lesen gesucht und wurde daher auch in Bezug auf Anspruch und Tiefgang nicht enttäuscht.
nightmare zu »Karin Slaughter: Vergiss mein nicht« 03.09.2015
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Karin Slaughter gelingt es durchgehend die Spannung zu halten, überrascht mich immer wieder mit ihren psychologischen Fachkenntnissen und beeindruckt durch eine packende Geschichte, die mich einige male zu Tränen rührte.
Dieses Buch hätte eindeutiges Potential für ein Drehbuch allerdings müsste meiner Meinung nach das Buch eine Altersbeschränkung haben, da es sexuelle Grausamkeit gegenüber Kindern der schrecklichsten Manipulationsstufe enthält.
Im großen Ganzen kann ich das Buch empfehlen, falls man nicht zu zart beseitet ist.
ar978 zu »Karin Slaughter: Vergiss mein nicht« 11.09.2014
Das Buch hat mir leider gar nicht gefallen. Ich hatte oft das Gefühl, dass Slaughter mühevoll und, was meine Wenigkeit angeht, erfolglos versucht, den Leser immer wieder und immer übertriebener zu schockieren.
Die vielen Schicksalsschläge, mit denen die Charaktere zu kämpfen haben bzw. hatten wirkten auf mich schon zu weit hergeholt und sehr unrealistisch.
Auch die Liebesgeschichte zwischen Sara und Jeffrey wirkt auf mich wirkte auf mich wahnsinnih befremdlich.
Noch dazu kam, dass das Ende mich maßlos enttäuscht hat. Wahrscheinlich mein letztes Buch dieser Autorin..
Margot zu »Karin Slaughter: Vergiss mein nicht« 28.08.2014
Ein junges Mädchen bedroht einen jungen Mann und will ihn erschießen - der Sheriff der Kleinstadt sieht keine andere Möglichkeit, als die junge Frau zu töten - hätte es ein Schuss in den Arm nicht auch getan?
Dazu werden in einer Kleinstadt Kinder geschändet, vergewaltigt und gequält, von braven Hausfraurn und frommen Männern.
Die Kinderärztin, die die Kinder von Bsby an betreut, merkt nichts. Eine Polizistin ist durch eine Vergewaltigung traumatisiert und statt in psychiatrischer Behandlung zu sein, darf sie weiter ermitteln, etc..etc.etc. Was ist das denn nur für ein hanebüchener Unsinn. Das republikanische Amerika? Ich hab's nicht zu Ende lesen können .
Gina zu »Karin Slaughter: Vergiss mein nicht« 17.06.2012
>Vergiss mein nicht war das erste Buch von Karin Slaughter gelsen habe. Ich bin noch nicht einmal durch, aber ich muss sagen es gehört schon jetzt zu meinen Lieblingsbüchern. Es gab zwar ein paar Stellen an denen ich mich gefragt habe ob das überhaupt hinhaut im Zusammenhang mit dem Rest der Geschichte aber das tue ich soweso bei fast jedem Buch deswegen trzd Ein ganz großes Lob an sie, es is wundervoll geschrieben
Silv zu »Karin Slaughter: Vergiss mein nicht« 26.01.2012
ich habe fast 130 Seiten gebraucht um mich einzulesen, da dies mein 1. Buch von Ihr war und ich die Liebesgeschichte erst richtig verstehen muss. dieses Buch hat mich wirklich sehr, sehr doll bewegt..
spannend bis zur letzten Seite.. Denn nach Seite 131 war ich vom Buch kaum noch wegzukriegen.. Mehr davon
Schmauseline zu »Karin Slaughter: Vergiss mein nicht« 13.11.2011
Ich fand das Buch keineswegs hölzern. Klar, die Motive und Verwicklungen sind nichts Neues, aber ich fand das Buch durchaus spannend.
Wer kein Mitleid hat oder denkt wie schrecklich das ist, der sucht hier einfach was zum meckern und hat scheinbar auch die Gefühlswelt eines Teelöffels.

Ich für meinen Teil fand die Geschichte sehr spannend, nur bei dem Part mit der Liebesgeschichte muss ich ein wenig beipflichten... Ein bisschen Kitsch.
Aber nicht unbedingt was Schlechtes in so einem Horrorszenarium. Wo Schatten ist, muss auch Licht sein.
Toyota zu »Karin Slaughter: Vergiss mein nicht« 28.10.2011
Der Anfang und der Schluss waren superspannend, aber leider hat es sich zwischen drin ziemlich gezogen und die Spannung hatte viele Hochs und Tiefs. Aber dennoch ein super Buch. Die Thematik ist ziemlich schwere Kost. Nichts für schwache Nerven. Aber wer Krimis liest, sollte schon starke Nerven haben
Sarah_Ch zu »Karin Slaughter: Vergiss mein nicht« 22.09.2011
Ich bin ein ziemlicher Karin Slaughter Fan, habe alle Bücher von ihr und finde die Reihe um Sarah Linton und Jeffrey Tolliver (die mittlerweile leider schon ein Ende gefunden hat) super.
Das ich "Vergiss mein nicht" gelesen habe ist schon etwas länger her und ich fand es super spannend geschrieben.
Ständig neue Ereignisse und Morde lassen einen nie zur Ruhe kommen, dass heißt es kommt nie Langeweile auf.
Die Schilderungen von KS sind teilweise furchtbar schockierend, aber das ist auch meistens das, was so fesselnd ist.
Freue mich auf weitere Bücher von KS!
Luc zu »Karin Slaughter: Vergiss mein nicht« 22.09.2011
Eines der wenigen Bücher, die ich angeekelt nach ca. 100 Seiten weggelegt habe.
Sprachlich uninteressant, die Geschichte langweilig erzählt und nur durch immer neue Scheußlichkeiten vorangetrieben, ohne aber wirklich fesseln zu können.
Wie gesagt: passiert mir nicht oft, aber selbst die 100 erkämpften Seiten bereute ich im Nachhinein als Zeitverschwendung.

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