Schwarze Sekunden von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2000
unter dem Titel Svarte sekunder,
deutsche Ausgabe erstmals 2003
bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: Norwegen, 1990 - 2009.
Folge 6 der Konrad-Sejer-Serie.
- Oslo: Cappelen, 2000 unter dem Titel Svarte sekunder. 270 Seiten.
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München; Zürich: Piper, 2003.
Übersetzt von Gabriele Haefs.
ISBN:
3-492-04547-2. 299 Seiten. -
München; Zürich: Piper, 2004.
Übersetzt von Gabriele Haefs.
ISBN:
3-492-24288-X. 299 Seiten.
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[Hörbuch] München: Der Hörverlag, 2004.
Gesprochen von Nina Petri.
ISBN:
3899403193. 4 CDs.
'Schwarze Sekunden' ist erschienen als
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In Kürze:
Automatisch glitten seine Augen über die Felder, Kommissar Konrad Sejer wollte nichts übersehen. Dieses Mädchen kommt wieder nach Hause, sagte er sich, sie kommen so oft nach Hause. Doch diesmal sollte Sejer sich irren: Ida Joner kam nicht mehr zurück. Die schwarze Septembernacht verging, und dann wurde sie gefunden – gehüllt in ein Seidennachthemd, von weißen Federn bedeckt. Ida hatte dicke Locken und große braune Augen. War das schon zuviel des Guten, wie ihre Mutter immer glaubte? Wer würde solch einem Menschen etwas antun wollen? Die Fahndung nach dem Mörder bleibt erfolglos. Einzig der stumme Emil Johannes, Autist und Sonderling des kleinen Ortes Glasverket, scheint als Täter in Frage zu kommen. Sejer aber ist unsicher – bis Emils Mutter in dessen Wohnung eine grauenvolle Entdeckung macht …
Das meint Krimi-Couch.de: »Sprachgewalt in klaren und dennoch oft poetischen Beschreibungen«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Der Inhalt von Karin Fossums »Schwarze Sekunden« ist schnell erzählt. Ein kleines Mädchen namens Ida wird in neun Tage zehn Jahre jung, schwingt sich auf sein knallgelbes Fahrrad und soll zum nächsten Kiosk düsen, sich ihr Exemplar einer Jugendzeitung abholen. Allerdings kommt sie dort nie an und sie taucht auch weder zuhause noch bei der zahlreich verstreuten Verwandtschaft auf.
Die Mutter, ohnehin ängstlich besorgt um die Kleine, schaltet die Polizei ein und Kommissar Sejer beginnt zu ermitteln.
Da hätten wir als erste Anlaufstelle die Tante der Kleinen, die mit zwei Kindern und Mann in der Ortschaft wohnt. Der halbwüchsige Tommy verzweifelt gerade, denn er hatte mit seinem neuen Opel einen Blechschaden. Diesen kann nur Willy reparieren, ein der Polizei bestens bekannter junger Mann mit zweifelhaftem Ruf, denn die Eltern Tommys absolut nicht ausstehen können.
In der Gegend kurvt auch ein behinderter Mann auf seinem Dreiradmofa herum, der alles sieht, alles hört, aber nichts erzählen kann, denn angeblich ist er stumm. Aber ihm ist alles zuzutrauen.
Sejer und sein Kollege suchen das Mädchen. Die böse Ahnung erfüllt sich, als erst das Fahrrad des Mädchens gefunden wird und danach die Leiche, gekleidet in ein hübsches, teures Nachthemd, wie aufgebahrt. Wer war der Täter?
Erfahrene Krimileser vermeinen spätestens auf Seite 82 des Buches, Täter und Tathergang zu wissen. Und damit liegen sie auch vollkommen richtig, denn so besonders tiefschürfend ist die Handlung nicht. Auch wenn Karin Fossum gelegentlich versucht, noch andere Spuren zu legen, ist die Katze frühzeitig aus dem Sack.
Wer nun meint, dass es sich nicht lohnt dieses Buch bis zur Seite 300 fertig zu lesen, der irrt gewaltig. In diesem Schmöker aus dem Piper-Verlag ist weniger die Handlung das Faszinierende, viel mehr ist es die Charakterisierung der einzelnen Personen, die von Frau Fossum in typischem Nordlandkrimistil exakt vermittelt wird, so dass man meint, die Handelnden persönlich zu kennen.
Wie schon in ihrem 1997 erschienenen Buch »Wer hat Angst vor dem bösen Wolf« dreht sich im Endeffekt alles um einen Behinderten und Kommissar Sejers Zugang zu dessen Welt. Die Einfühlsamkeit mit der Karin Fossum versucht, ein Bild des Innenlebens von Emil Johannes zu Papier zu bringen und die Bemühungen das verzweifelte Doppelleben des jugendlichen Tommy zu schildern, sind meisterlich gelungen. Im Gegensatz zu anderen skandinavischen Kriminalschriftstellern wird aber, trotz aller negativer Aspekte, dieser Roman nie depressiv.
Gabriele Haefs hat die Sprachgewalt der Autorin perfekt aus dem Norwegischen ins Deutsche übertragen. Hier benötigt es keine ellenlangen Schachtelsätze. Mit klaren und dennoch oft poetischen Beschreibungen zaubert Karin Fossum ein Bild von Situationen, die durch widrige Umstände den Lebensrhythmus der Beteiligten stören. Dadurch wird es möglich, dass dem Leser trotz der sehr linearen und durchsichtigen Handlung, bis zum bitteren Ende die Spannung erhalten bleibt.
Wer Krimis aus dem skandinavischen Raum mag, kann mit diesem Buch nichts falsch machen.
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| koepper zu »Karin Fossum: Schwarze Sekunden« | 08.09.2008 |
|---|---|
| ullala zu »Karin Fossum: Schwarze Sekunden« | 16.02.2008 |
| Dr. Sanati zu »Karin Fossum: Schwarze Sekunden« | 23.04.2007 |
| Marion zu »Karin Fossum: Schwarze Sekunden« | 29.03.2006 |
| Beate N. zu »Karin Fossum: Schwarze Sekunden« | 06.11.2005 |
| Ronald zu »Karin Fossum: Schwarze Sekunden« | 05.08.2005 |
| Ramona Misic zu »Karin Fossum: Schwarze Sekunden« | 27.04.2005 |
| Otto Quaing zu »Karin Fossum: Schwarze Sekunden« | 23.12.2004 |
| Rolf Flückiger zu »Karin Fossum: Schwarze Sekunden« | 09.10.2004 |
| Todo zu »Karin Fossum: Schwarze Sekunden« | 17.04.2004 |
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